Kinderzimmer

Wohnung kindersicher machen: Praktische Tipps für dein Zuhause

Wenn Kinder das Krabbeln meistern, ist die Freude groß – und dann gibt es kein Halten mehr. Jeder Knopf wird gedrückt, jede Schublade aufgezogen, jeder noch so kleine Absatz erklommen. Wir verraten dir, wie du die Wohnung sichern kannst, damit dein Kind seine „Entdeckerphase“ unbeschadet übersteht.

1. Wann sollte man die Wohnung kindersicher machen?

Klar, am Anfang bewegt sich ein Baby nicht viel. Du musst deine Wohnung also nicht schon vor Ankunft deines Kindes komplett gesichert haben. Zudem entwickeln sich Kinder ganz unterschiedlich: Die einen werden von Steckdosen magisch angezogen, andere lieben es, Schubladen auf- und zuzuziehen. Welche Kindersicherungen du also wirklich brauchst, merkst du wahrscheinlich erst, wenn es soweit ist. Dennoch ist es sinnvoll, ein paar grundsätzliche Dinge in deinen vier Wänden zu beachten. Nicht alle Unfallquellen hat man als Erwachsener im Blick – hier werden Kleinkinder erstaunlich kreativ.

Kindersichereres Zuhause – die Basics

Von Anfang an: Babybett und Wickeltisch sollten mit einem Fallschutz gesichert sein. Auch wenn Babys in den ersten Monaten nicht sehr mobil sind, können sie sich beim Herumstrampeln manchmal ganz plötzlich herumdrehen. Wer keinen Stubenwagen hat, legt das Baby am besten tagsüber in ein höhenverstellbares Laufgitter oder auf eine Decke direkt auf den Boden.

Kleinkind mit Spielzeug auf Teppich hinter einem Türgitter
Wenn Kinder mobil werden, gibt es kein Halten mehr. Ein Laufstall oder Türschutzgitter sollte keine Dauerlösung sein, hilft aber, wenn du zum Beispiel kurz im Bad oder in der Küche bist.

Im Krabbelalter: Etwa mit sechs Monaten beginnen Babys zu robben und schließlich zu krabbeln. Spätestens jetzt sollten offen liegende Steckdosen, Schranktüren und Treppen gesichert sein. Viele Kinder fangen fast gleichzeitig mit dem Krabbeln an, sich an allem hochzuziehen. Hier gilt es, spitze Möbelkanten, zum Beispiel am Couchtisch, zu sichern, und „wackelige“ Deko zu beseitigen. Das kann eine große Bodenvase sein, ein Schirmständer oder auch Barhocker, der nicht ganz sicher steht. Reinigungsmittel, Medikamente und scharfe Haushaltsgegenstände sollten aus den unteren Schränken und Schubladen in die höheren wandern – so kann beim ausgiebigen Erkunden nichts schiefgehen.

Schubladensicherung für Kinder
Für alle Fälle: Schubladensicherungen können verhindern, dass dein Kind bei seinen Erkundungstouren Verletzungen davonträgt.

Im Lauflernalter: Das Tollste am Laufen auf zwei Beinen? Die Hände sind frei. Diese Tatsache nutzen Kleinkinder nur zu gern. Kleinteilige Deko und Zimmerpflanzen am besten ab sofort auf die oberen Regalfächer stellen, damit dein Kind sie nicht erreichen kann. In den „Laufwegen“ sind Türstopper sinnvoll, damit ein Kind sich beim Spielen mit den Türen nicht die Finger klemmt. Auch Stolperfallen wie Kabel und sehr dicke Teppiche sollten am besten außerhalb der „Laufwege“ liegen.

Ausrufezeichen
Betrachte deine Wohnung immer wieder aus der Perspektive deines Kindes: Auf dem Boden sitzend entdeckst du vielleicht Dinge, die dir vorher gar nicht aufgefallen sind.
Praktische Helfer für ein kindersicheres Zuhause:

2. So sicherst du Küche, Treppen, Fenster und Balkon

Aus der Perspektive eines Kindes, das gerade Krabbeln oder Laufen lernt, gibt es nichts, was sich nicht zum Anfassen, Umschubsen oder In-den-Mund-Stecken eignet. Deko, Pflanzen und Kleinmöbel kannst du einfach umstellen – mit Herd oder Fenstern ist das nicht so leicht.

So wird der Herd kindersicher

Kleine Kinder sind immer da, wo Mama und Papa sind – auch in der Küche. Herdabdeckungen oder ein Herdschutzgitter können verhindern, dass dein Kind versehentlich auf eine heiße Herdplatte fasst oder einen Topf zu sich herunterzieht. Auch für die Drehknöpfe am Herd gibt es spezielle Sicherungen. Grundsätzlich gilt aber auch: Kinder sollten von Anfang an wissen, dass der Herd tabu ist. So werden die Herdsicherungen hoffentlich gar nicht erst auf die Probe gestellt.

Kleines Mädchen vor Herd mit Herdschutzgitter
In der Küche sind Kinder immer dabei – ein Herdschutz kann Verletzungen an den Töpfen oder den Herdplatten verhindern.

Treppen sichern

Gibt es zuhause eine Treppe, lernen die meisten Kinder schon früh das Hinauf- und Hinunterklettern. Wirklich sicher sind sie auf der Treppe aber erst mit zwei bis drei Jahren. Auch wenn Kinder häufig auf dem Flur spielen oder toben, kann ein Treppengitter Unfälle verhindern. Am sichersten sind Schraubgitter, die mit einem Schraub-Adapter an der Wand oder an den Treppenpfosten fixiert werden. Es gibt aber auch flexible Klemmgitter. Für sehr breite Treppenaufgänge bieten viele Hersteller spezielle Verlängerungen an, mit denen du das Treppengitter auf die richtige Breite bringst. Glatte Holz- oder Steintreppen kannst du zumindest in den ersten Jahren mit Kork- oder Teppichfliesen sichern, damit dein Kind nicht abrutscht.

Treppengitter aus Holz als Türgitter zwischen Wohnzimmer und Flur
Die meisten Treppengitter eignen sich übrigens auch als Türgitter, z. B. im Durchgang von Wohnzimmer zu Flur oder Küche.

Fenster und Balkon kindersicher machen

Fenster und Balkontüren ziehen die meisten Kinder magisch an – umso mehr, wenn sie geöffnet sind. Durch ihren niedrigen Körperschwerpunkt kommen Kleinkinder schneller aus dem Gleichgewicht, daher ist das Sturz-Risiko bei ihnen besonders hoch. Grundsätzlich solltest du Kleinkinder daher niemals allein am offenen Fenster oder auf dem Balkon spielen lassen. Auch potenzielle Kletterhilfen wie Stühle oder Sessel, mit denen das Kind ein Fenster erreichen kann, sollten außer Reichweite geräumt werden. Zusätzliche Sicherheit bieten abschließbare Fenster oder spezielle Fensterstopper, mit denen das Fenster in verschiedenen Öffnungswinkeln fixiert werden kann.

Weißer Kindertisch mit Stühlen vor Fenster im Kinderzimmer
Über den Stuhl aufs Fensterbrett – ein Kinderspiel. Auch beim Lüften sollten die Fenster gesichert sein, zum Beispiel mit einem Fensterstopper.

3. Checkliste für eine baby- und kindersichere Wohnung

Über viele Kindersicherungen kann man streiten. Und ganz sicher ist: Sie ersetzen nicht die Aufsicht durch die Eltern. Wenn du unsicher bist, welche Sicherungsvorkehrungen in deinem Zuhause sinnvoll sind, kannst du dich an unserer Checkliste orientieren.

Kind und Mutter mit Türgitter in hellen und weißen Zimmern.
Ein Türgitter beschränkt den Erkundungsradius – und trägt dazu bei, dass du die Krabbel- und Gehversuche deines Kindes einigermaßen entspannt verfolgen kannst.

Babybetten sollten Standardmaße und mindestens das GS-Siegel haben. Achte darauf, dass die Abstände zwischen den Gitterstäben nicht zu groß sind, sodass dein Kind seinen Kopf nicht hindurchstecken kann. Sobald dein Kind stehen kann, sollte der Boden des Bettes herabgesetzt werden.

Steckdosen und Steckerleisten am besten mit Steckdosensicherungen versehen. Offene Kabel oder Steckerleisten am besten sicher verstauen.

Möbelkanten können vor allem im Lauflernalter gefährlich werden. Vor allem niedrige Möbel wie Couchtische oder Hocker kannst du mit einem Eckenschutz oder mit einem weichem Kantenschutz sichern.

Türen sichern: Türstopper verhindern, dass sich Kinder beim Tür- Zuziehen oder beim Festhalten an der Tür die Finger klemmen. Zusätzlich gibt es spezielle Klemmschutze für Türen.

Regale und Schränke sollten mit Metallwinkeln an der Wand fixiert werden, damit sie bei Kletterversuchen nicht umkippen können. Zusätzlich kannst du Schranktüren und Schubladen abschließen oder mit einer Kindersicherung ausstatten.

Putzmittel, Medikamente und Messer immer mindestens auf Kopfhöhe oder in abgeschlossenen Schränken aufbewahren.

Zimmerpflanzen außer Reichweite von Kindern auf Regalen oder in Hängeampeln platzieren. Giftige Pflanzen und Kakteen vorerst lieber ganz aus der Wohnung verbannen.

Kabel am besten in Kabelkanälen oder hinter Möbeln verstecken – so verlocken sie nicht zum Herunterziehen.

Monitore und Flachbildschirme an der Wand fixieren oder mit einer Kippsicherung auf dem TV-Tisch sichern – wegen der schmalen Standfüße kippen gerade TV-Geräte sehr schnell.

Legeteppiche mit einem Gummiunterleger rutschfest machen.

Kindersicherungen und kindgerechte Möbel für dein Zuhause: