Haushaltsratgeber

Türen richtig einbauen

Eine Tür ist meist der erste Eindruck, den man von einem Haus bekommt. Sie symbolisiert das Gefühl von Zuhause wie kein anderes Bauelement. Neben dem Funktionellen ist auch die Formgebung der Tür wichtig. Mit unseren Einbautipps geht es schnell und reibungslos zum persönlichen Einlass.

Die Werkzeuge

  1. Zollstock
  2. Holzkeile
  3. Schraubenzieher
  4. Holzleim
  5. Montageschaum
  6. Wasserwage
  7. Bohrmaschine

Kleines Türlexikon

Band: auch Scharnier oder Türangel genannt; verbindet Zarge mit dem Türblatt und soll ein störungsfreies Drehen der Tür ermöglichen

Drücker: Türgriff; Türklinke

Lichtes Maß: Abstand zwischen der Laibung und/oder zwischen Sturz und Boden

Mauerlaibung: seitliche Begrenzung der Tür

Schließblech: das im Türrahmen integrierte Türschloss

Sturz: das Mauerwerk oberhalb der Türöffnung

Zarge: auch Türrahmen oder Türfutter genannt; der feststehende Teil der Tür, in dem sich der bewegliche Teil der Tür, das Türblatt, befindet.

Zierblende: äußere Verkleidung des Türrahmens

Türanschläge

Eine Haustür wird entweder (a) von innen in einen Mauerfalz oder (b) mittig in die glatte Laibung eingebaut. Haustüren gibt es in genormten Größen mit entsprechenden Standard-Einbaurahmen. Beim Kauf einer Tür auf das passende Blendrahmen-Außenmaß achten. Das BLA-Maß gibt die Breite und Höhe von Blendrahmenaußenkanten an.

DIN links: Linksanschlag der Tür; Türbänder/ Scharniere liegen links vom Betrachter. Betrachtet wird die Tür dabei von dem Raum aus, in den sie sich öffnen lässt.

DIN rechts: Rechtsanschlag der Tür; Türbänder/ Scharniere liegen rechts vom Betrachter. Betrachtet wird die Tür dabei von dem Raum aus, in den sie sich öffnen lässt.

Maßnehmen

Als erstes an mindestens drei Stellen die Lichte, Breite und Höhe der Maueröffnung messen. Dann die Stärke des Mauerwerks ermitteln und, falls vorhanden, auch die Tiefe des Mauerfalzes. Eine kleine Skizze kann beim späteren Einkaufen oder Bestellen helfen.

Hier ist ein hohes Maß an Präzision und Genauigkeit erforderlich, da schon kleinste Messfehler Funktionalität, Stabilität und Sicherheit der Tür beeinträchtigen.

Ist die neue Tür zwischen den Laibungen montiert, Bestellbreite an den Außenkanten der Maueröffnung messen. Dabei links und rechts je einen Zentimeter Luftspalte abziehen.

Die Bestellbreite von Türen, die im Anschlag montiert sind, werden an den Innenkanten der Maueröffnung gemessen. Vorsicht: An beiden Seiten eine Luftspalte von einem Zentimeter mit einplanen

Türmontage

Für eine leichtere Montage Türflügel aushängen (Transportsicherung im Türflügel vorher entfernen!). Blendrahmen in die Rohbauöffnung stellen und nach allen Seiten mit der Wasserwaage ausrichten.

Um ein Verziehen der Tür beim Einbau zu verhindern, stellt man sie am besten leicht schräg zur Wand auf.

Nun wird der Türrahmen mit Keilen festgesetzt, ohne ihn dabei zusammenzudrücken. Der Abstand zur Laibung sollte oben und an den Seiten ungefähr einen Zentimeter betragen. Aufrechten Blendrahmstücke sowie die Schwelle unterfüttern, sie müssen vollständig unterlegt werden.

Um den richtigen Abstand (ungefähr ein Zentimeter) zwischen eingehängter Tür und fertigem Fußboden zu gewährleisten das Türblatt probeweise einhängen. Ist der Abstand zu gering, kann durch geklemmte Steinchen der Fußboden verkratzt werden. Ist der Abstand richtig, Türblatt wieder aushängen.

Nun können die Punkte für die Dübellöcher am Blendrahmen markiert werden. Sie sollten mindestens 15 Zentimeter von der Ecke und ungefähr 50 Zentimeter voneinander entfernt werden. Achtung: Nicht in die Mauerfugen bohren.

Jetzt am Blendrahmen die Befestigungslöcher bohren. Bei einer Kunststoffhaustür am besten einen 10,5-mm-Metallbohrer verwenden.

Anschließend mit einem 10-mm-Steinbohrer die Dübellöcher durch den Blendrahmen in das Mauerwerk bohren.

Die Befestigung erfolgt zuerst an der Bandseite mit Rahmendübeln aus Kunststoff oder Metall und den entsprechenden Schrauben.

Dann den Türflügel wieder einhängen und die Schlossseite nach ihm ausrichten. Eventuell müssen Korrekturen durch Nachsetzen der Keile vorgenommen.

Die Verschraubung auf der Schlossseite  erfolgt nun wie auf der Bandseite. Nicht vergessen, den einwandfreien Gang und die Schließfunktion der Tür zu überprüfen.

Erst dann die Fugen zwischen Blendrahmen und Mauerlaibung mit Isoliermaterial oder Montageschaum ausfüllen.

Tür einstellen: Ein Nachregulierung erfolgt an den Bändern. Diese haben je nach Ausführung verschiedene Stellschrauben und erlauben eine Einstellung waagerechter und senkrechter Richtung. Die Höhenverstellung zuerst am unteren Band vornehmen. Die oberen Bänder nur nachstellen.

Lamellentüren einbauen

Mit Lamellen- und Möbeltüren können funktionelle und wohnliche Einbauschränke, Schrankwände und Kleinmöbel auf einfache Weise selbst hergestellt werden. Die verschiedensten Abmessungen der Türen ermöglichen fast unbegrenztes Möbelbauen.

Das Werkzeug

  1. Zollstock
  2. Bleistift
  3. Schraubzwinge
  4. Holzfarbe
  5. Pinsel
  6. Holzsäge
  7. Holzleim

Das Material

Es gibt zwei unterschiedliche Türkonstruktionen. Lamellentüren haben schrägstehende Lamellen, die einen Luftaustausch durch die Tür ermöglichen. Möbeltüren haben eine geschlossene Front, die aus einzelnen Querelementen zusammengesetzt ist. Die Türen sind in Fichten- und Kiefernholz erhältlich.

Einbauschrank mit Schiebetüren, Wandschrank mit Klapptüren

Schiebetürschränke sind einfach herzustellen. Ideal sind Mauernischen, die durch eine Kombination aus feststehenden und gleitenden Lamellen oder Möbeltüren zu einem Wandschrank ausgebaut werden können. Hinter den feststehenden Türelementen können z.B. Regalsysteme eingebaut werden. Dadurch entsteht ein geräumiger und stabiler Wandschrank.

Empfehlenswert sind hier Laufschienensysteme. In einer Metallschiene befinden sich Rollen, an denen die Tür befestigt werden kann. Die Tür lässt sich bei den meisten Systemen der Höhe nach verstellen. Hierzu unbedingt diebeiliegenden Einbauhinweise beachten.

Mitgelieferte Gleitschuhe ermöglichen eine exakte Führung der Tür.

Möbeltüren lassen sich auf jede gewünschte Länge bringen. Selbst schräge Türelemente können leicht hergestellt werden.

Eine häufige Möglichkeit ist die Verwendung von Klapptüren.

Gut geeignet sind hier Topfscharniere. Es gibt verschiedene Ausführungen für unterschiedliche Öffnungswinkel der Tür. An der Tür wird mit einem Spezialbohrer eine Topfbohrung angebracht. Hier empfiehlt sich ein Tiefanschlag, um das Durchbohren zu vermeiden. Die Justierschrauben am Topfscharnier ermöglichen ein genaues Justieren der Tür.

Anwendungsbeispiele

Lamellen- und Möbeltüren passen zu fast jedem Einrichtungsstil. Sie verleihen jedem Raum ihren unterschiedlichsten Funktionen einen offenen und fast südländischen Charakter: ob im Bad,in der Küche, im Schlafzimmer, im Flur oder als Schrank- und Bücherwand im Wohnzimmer.

Lamellentüren als Raumteiler oder Paravant verleihen den Räumen ihren eigenen Charakter. Spezielle Paraventschaniere ermöglichen, dass die Türen in alle Richtungen geklappt werden können. Auch die Position eines Paravants lässt sich jederzeit nach Bedarf verändern.

Dachschrägen können beispielsweise durch halbhohe Lamellentüren geschickt zu einem Sideboard umfunktioniert werden. Eine weitere Möglichkeit, Dachschrägen sinnvoll zu verkleiden, bietet sich durch raumhohe Lamellentüren, so kann der abgeteilte Raum als begehbaren Kleiderschrank genutzt werden.

Es  können auch ganze Wände durch raumhohe Lamellentüren den räumlichen Gegebenheiten angepasst werden. Die Wuchtigkeit einer solchen Schrankwand kann mit eigener, ideenreicher Farbgestaltung  aufgelöst werden. Für diese Oberflächenveredlung kommen beizen, lackieren, lasieren, wachsen oder ölen in Frage.

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