Silvester

Wachsgießen: Die Alternative zum Bleigießen

Was wäre ein Silvesterabend ohne die klassischen Bräuche: ein großes Essen, Knallbonbons und natürlich Bleigießen. Seit Bleigießen aufgrund des Gesundheitsrisikos verboten wurde, wagen wir den Blick in die Zukunft einfach mit geschmolzenem Wachs. Wachsgießen ist nicht nur die umweltfreundliche Alternative zum Bleigießen, es macht auch doppelt Spaß – nämlich, wenn du die Wachsmotive zum Gießen selbst machst. Wir zeigen dir, wie Wachsgießen funktioniert und wie du Wachsmotive für deine Silvesterparty selbst bastelst.

1. Wachsgießen statt Bleigießen

Ob mit Familie oder Freunden – das Bleigießen am Silvesterabend ist eine beliebte Tradition. Das flüssige Blei, das mit Schwung ins kalte Wasser gekippt wird, erstarrt zu geheimnisvollen Figuren. Diese sollen verraten, was das neue Jahr bereithält. Und ganz gleich, ob man an den Silvesterbrauch glaubt oder nicht, das gesellige Beisammensitzen und das Rätseln über die gegossenen Figuren macht auch Skeptikern Spaß.

Trotz seiner Beliebtheit ist das Hantieren mit geschmolzenem Blei nicht unbedenklich: Beim Erhitzen des Schwermetalls entstehen giftige Bleioxide. Daher wurde das Bleigießen 2018 per EU-Verordnung verboten. Seitdem gibt es auch keine Bleigieß-Sets mehr im Handel zu kaufen.

Verzichten musst du auf den Silvesterbrauch trotzdem nicht: Wachsgießen funktioniert nach dem gleichen Prinzip wie Bleigießen, du schmilzt dabei aber kein Blei, sondern normales Kerzenwachs. Zum Jahreswechsel kannst du überall silber gefärbte Wachsmotive kaufen – du kannst aber auch individuelle Motive aus Wachsresten selbst machen.

2. Wachsgießen: So geht’s

Zum Wachsgießen benötigst du die gleichen Utensilien wie früher zum Bleigießen. Eine Tischplatte aus Holz solltest du vorher lieber abdecken, um Wachsflecken auf dem Holz zu vermeiden.

Du brauchst:

  • Große Schale mit kaltem Wasser
  • Esslöffel aus Metall
  • Stumpenkerze im Kerzenständer
  • Unempfindliche Unterlage, z. B. eine alte Wachstuchdecke
  • Wachsreste oder Wachsmotive

So geht’s:

  1. Lege das Wachs mittig auf den Löffel und halte ihn dicht über die Kerzenflamme.
  2. Erhitze jetzt das Wachs, bis es komplett geschmolzen ist.
  3. Variante 1: Sobald das Wachs geschmolzen ist, gießt du es mit Schwung auf einmal in das kalte Wasser. Lass das Wachs einige Sekunden im Wasser, damit die Form komplett erkalten kann. Dann kannst du die Figur herausholen und deuten.
  4. Variante 2: Sobald das Wachs geschmolzen ist, tauchst du den Löffel und das Wachs auf einmal in das kalte Wasser. Das Wachs löst sich vom Löffel und zieht sich zu einer Form zusammen. Warte einige Sekunden, bevor du die Form aus dem Wasser holst.

3. Wachsmotive zum Gießen selbst machen

Silvester Bleigiessen mit Wachs

Folgende Materialien brauchst du:

  • Wachsreste oder eine alte Kerze
  • Konservendose
  • Topf für das Wasserbad
  • Holzlöffel
  • Plastikeinlage, z.B. aus Pralinen- oder Gebäckschachteln
  • Kerzenstifte

Und so funktioniert es:

Schritt 1: Fülle das Wachs in eine leere Konservendose. Dann füllst du den Topf mit Wasser und erhitzt es auf dem Herd bis kurz vor den Siedepunkt.

Schritt 2: Stelle die Konservendose mit dem Wachs in das heiße Wasser, damit es schmilzt. Das geht schneller, wenn du das Wachs hin und wieder leicht durchrührst.

Schritt 3: Nimm die Konservendose aus dem Wasserbad. Fülle das geschmolzene Wachs jetzt mit einem Löffel in die Mulden deiner Plastikform. Du kannst das Wachs auch direkt aus der Dose in die Form gießen.

Schritt 4: Lass die Form mit dem Wachs jetzt etwa eine halbe Stunde ruhen, bis das Wachs vollständig erstarrt ist.

Schritt 5: Löse anschließend die getrockneten Wachsformen aus den Förmchen heraus.

Schritt 6: Verziere die Wachsformen zum Schluss mit Kerzenstiften. Zu Silvester passen natürlich die klassischen Glücksmotive wie Klee, Hufeisen oder Glücksschweinchen. Du kannst aber zum Beispiel auch die Namen deiner Gäste auf die Wachsformen schreiben.

Fertig ist dein Wachs fürs Wachsgießen an Silvester!

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4. Wachsgießen: Formen und Figuren deuten

Natürlich kannst du dir deine gegossene Wachsform einfach anschauen und versuchen, eine Form darin zu erkennen. Noch besser funktioniert die Deutung aber, wenn du dir nur die Umrisse der Figur anschaust. Dafür gibt es zwei verschiedene Methoden.

  1. Deutung im Gegenlicht: Halte die Wachsform vor die Kerzenflamme oder vor eine andere Lichtquelle, sodass du die Umrisse im Gegenlicht sehen kannst. Das hilft dir, eine bestimmte Form zu erkennen. Sei aber vorsichtig, dass das Wachs zwischen deinen Fingern beim Deuten nicht kaputt geht.
  2. Deutung des Schattens: Das „Schattendeuten“ funktioniert am besten mit einer Tischleuchte, es geht aber auch mit der Kerze, die du zum Wachsgießen benutzt hast. Halte deine Wachsform hinter die Lichtquelle, sodass ihr Schatten an die Wand geworfen wird. Aus der Form des Schattens kannst du jetzt herauslesen, was das neue Jahr für dich bringt.

Wenn du ganz genau wissen möchtest, was die gegossenen Figuren für deine Zukunft bedeuten, dann schau dir unseren Beitrag „Wachsgießen Bedeutung: 100 Figuren und ihre Deutungen“ an. Hier findest du die typischen Symbole und ihre Deutung in alphabetischer Reihenfolge.

5. Zinngießen als Alternative zum Bleigießen

Wer nicht auf den schönen Metallglanz und die filigranen Formen verzichten möchte, wie sie beim Bleigießen entstehen, der kann statt Wachs auch Zinn verwenden. Zinn ist ein ungiftiges Metall und schmilzt sogar schneller als Blei. Das Zinngießen funktioniert genau wie das Bleigießen – allerdings sind Zinngieß-Sets etwas teuer als die Wachs-Variante und nicht überall erhältlich.

6. Unterschiede Bleigießen und Wachsgießen

Was den Blick in die Zukunft betrifft, so gibt es keinen Unterschied zwischen dem traditionellen Bleigießen und Wachs- oder Zinngießen. Auch das Schmelzen und Gießen selbst läuft genau gleich ab und macht mit Wachs nicht weniger Spaß als mit Blei. Ein paar Unterschiede gibt es aber doch:

Formen: Blei ist relativ schwer. Daher rutscht es mit mehr Wucht ins Wasser. So entstehen oft tropfen- oder klumpenförmige Figuren. Wachs ist deutlich leichter, sodass sich im Wasser abwechslungsreichere Figuren bilden.

Stabilität: Blei ist ein Metall. Die aus Blei gegossenen Formen sind daher ziemlich stabil. Wachs bricht leichter oder wird wieder weich, wenn du es gegen das Licht hältst. Beim Wachsgießen ist also etwas mehr Fingerspitzengefühl gefragt.

Preis: Die fertigen Wachsgieß-Sets aus dem Supermarkt unterscheiden sich preislich kaum von den Bleigieß-Sets, die man früher kaufen konnte. Mit Wachsresten und einem Löffel aus Metall kannst du aber auch Wachsgießen – und zahlst gar nichts dafür.

Risiko: Blei schmilzt bei 327,5°C, Wachs schon bei Temperaturen um die 40°C. Die Gefahr von Verbrennungen ist beim Wachsgießen also viel geringer als beim Bleigießen. Zudem entstehen beim Schmelzen von Wachs keine gesundheitsschädlichen Dämpfe, während beim Bleischmelzen giftige Bleioxide frei werden.