Wandgestaltung

Streichen mit Schwammtechnik: Tipps für die dekorative Wandgestaltung

Manchmal ist gerade das Unperfekte besonders reizvoll. Das gilt auch für die Schwammtechnik: Die leicht unregelmäßig aufgetragene Farbe bringt ordentlich Leben an die Wand. Wir zeigen dir, wie die Schwammtechnik funktioniert und mit welchen Farben du schöne Effekte erzielst.

1. Was ist die Schwammtechnik?

Wie der Name sagt: Bei der Schwammtechnik wird die Farbe statt mit einem Pinsel mit einem Natur- oder Malerschwamm aufgetragen. Durch die weiche, poröse Struktur des Schwamms entsteht eine ungleichmäßige Farbschicht mit leichtem Struktur-Effekt. Mit Tupf- oder Wischbewegungen lässt sich dieser Effekt individuell verstärken. Aber nicht nur die Streichtechnik, auch der Schwamm und der jeweilige Untergrund beeinflussen das Ergebnis. Deine Wand kann ganz anders aussehen, je nachdem, ob du einen Naturschwamm oder einen Malerschwamm verwendest, und ob die Wand verputzt, unverputzt oder tapeziert ist. Es braucht also ein bisschen Kreativität und Experimentierfreude für die Schwammtechnik – einzigartig wird die auf diese Weise gestaltete Wand aber in jedem Fall.

Ausrufezeichen
Wenn du gern experimentierst, kannst du alternativ zum Schwamm auch Tücher, weiche Bürsten oder Effekthandschuhe für die Wandgestaltung ausprobieren.

2. Für welche Wände eignet sich die Schwammtechnik?

Modernes Badezimmer mit Wanne, Waschbecken und Wänden in Wischtechnik
Auch auf roh verputzten Wänden oder Betonwänden sieht die Schwammtechnik toll aus – vor allem, wenn gedeckte Farben wie Grau oder Beigetönen verwendet werden.

Auf glatten Wänden ist der Struktureffekt der Schwammtechnik besonders schön. Grundsätzlich eignet sich die Wandgestaltung mit Schwammtechnik aber für jeden streichfähigen Untergrund:

  • verputzte Wände und unverputzte Betonwände
  • tapezierte Wände, z. B. Raufaser oder glatte Papiertapete
  • waschbeständige Dispersionsanstriche
  • Wandverkleidungen wie Pressspanplatten oder Holzverkleidungen

Die einzige Voraussetzung für das Streichen mit Schwammtechnik ist, dass der Untergrund saugfähig genug ist, um die Farbe aufzunehmen. Bei frisch verputzten Wänden und sehr porösen Untergründen empfiehlt es sich, die Wand zuerst zu grundieren. So verbindet sich der Farbanstrich besser mit der Wand.

3. Wandgestaltung mit Tupf- und Wischtechnik: So geht’s

Zwei Polstersessel in Rot und Gelb mit Holztisch vor Wand in Betonoptik.
Es muss nicht immer makellos sein: Der „unfertige“ Look ist mit einer modernen Einrichtung durchaus charmant. Die leichte Farbstruktur lässt sich mit der Schwammtechnik gut umsetzen.

Ob du einen ganzen Raum, eine einzelne Wand oder nur eine kleine Fläche mit der Schwammtechnik gestaltest, bleibt dir überlassen. Wie bei allen Malerarbeiten ist das Ergebnis am besten, wenn du Wand und Raum gut vorbereitest.

  1. Untergrund zum Streichen vorbereiten:
    • Boden mit Folie oder Malervlies abdecken
    • Kanten mit Malerkrepp abkleben
    • Wand von Fett und Schmutz befreien, ggf. Schrauben und Dübel entfernen
    • Risse und Löcher mit Spachtelmasse ausbessern
    • poröse Untergründe mit Tiefengrund vorstreichen
  2. Grundanstrich mit wasch- und scheuerbeständiger Dispersionsfarbe: Der Grundanstrich bildet die Grundfarbe deiner Wand. Du kannst diesen ersten Anstrich vollständig trocknen lassen, bevor du mit dem Schwamm beginnst, oder auf der noch feuchten Farbe arbeiten. Dadurch entstehen dezentere Übergänge, da sich die zwei Farbschichten leicht miteinander verbinden.
  3. Effektfarbe mischen: Die Farbe, die du mit dem Schwamm aufträgst, sorgt für den Struktureffekt an der Wand. Du kannst sowohl mit dem Farbton als auch mit der Deckkraft experimentieren. Verdünnst du die Farbe im Verhältnis 10:1 mit Wasser, ist der Kontrast zur Grundfarbe eher dezent. Am besten testest du die Farbintensität zuerst auf einem Stück Pappe oder an einer unauffälligen Stelle an der Wand. Achtung: Das endgültige Ergebnis siehst du erst, wenn beide Farbschichten trocken sind.
  4. Farbe mit dem Schwamm auftragen: Feuchte den Schwamm leicht an und nimm jeweils eine kleine Menge Farbe damit auf. Am besten lässt sich das kontrollieren, indem du den Schwamm mit der Farbe noch mal vorsichtig auf Küchenpapier abtupfst. Jetzt trägst du die Farbe mit einer Tupf- oder Wischbewegung auf die Wand auf.
  5. Tupfen oder Wischen: Bei der Wischtechnik wird die Farbe mit vertikalen oder horizontalen Wischbewegungen auf der Wand verteilt, sodass ein leichter Farbverlauf entsteht. Bei der Tupftechnik wird der Schwamm mit leichten, gleichmäßigen Bewegungen auf die Wand gedrückt. Durch die Poren des Schwammes entsteht das charakteristische Muster. Wenn du eine sehr gleichmäßige Struktur möchtest, kannst du auch einen speziellen, mit Schwamm beschichteten Farbroller verwenden.
Zubehör für die Wandgestaltung mit der Schwammtechnik:

4. Wand streichen mit Schwammtechnik – kreative Ideen

Schwammtechnik-Wände in leuchtendem Gelb oder Orange findet man heute nur noch selten. In der modernen Wandgestaltung mit Farbe kommen eher gedeckte Töne und zurückhaltende Kontraste zum Einsatz. Zum einen lassen sich etwa Grau- und Brauntöne wesentlich vielseitiger kombinieren als leuchtende Gelbtöne. Und zum anderen verzeihen dezente Farben eher kleine Unregelmäßigkeiten beim Wandanstrich – ein gutes Argument für alle, die zum ersten Mal die Schwammtechnik ausprobieren.

Licht- und Schatten-Effekte

Licht- und Schatten-Effekte verleihen einer Wand oder einem Raum Tiefe. Du kannst auch natürliche Schatten, beispielsweise von durch Fenster einfallendem Tageslicht, betonen oder kaschieren: Dunklere Töne betonen Schatten, hellere Töne kaschieren sie. Mit der Wischtechnik kannst du die Farbe so lange verwischen, bis dir Farbton und Struktur gefallen. Ist der Farbton zu dunkel, befeuchtest du einfach den Schwamm und verteilst damit die Farben zu einem helleren Ton. Je stärker du die Farbe auf diese Weise verdünnst, desto dezenter wird die Strukturoptik.

Sideboard aus dunkelbraunem Holz
Verschiedene Grautöne schaffen dezente Kontraste an der Wand. Das wirkt vor allem in Kombination mit warmen Holztönen oder mit kühlen Farben wie Zartrosa und Petrol sehr elegant.

Struktureffekt mit verschiedenen Farbtönen

Wenn du unterschiedliche Farben als Grund- und Effektanstrich verwendest, solltest du das Ergebnis zuerst testen. Viele Farben verändern sich, wenn sie mit anderen Farbtönen gemischt werden. Starte mit einer hellen Grundfarbe und wische oder tupfe dann mit einer dunkleren Farbe nach. Du kannst es auch umgekehrt machen, dann sollte die hellere Farbe allerdings ausreichend Deckkraft haben.

Sanfte Farbverläufe mit Wischtechnik

Die Wischtechnik ist ideal, um weiche Farbverläufe zu schaffen. Dazu streichst du die Wand in zwei verschiedenen Farben und verwischst den Übergang mit einem feuchten Schwamm. Je nach Wischtechnik kannst du einen nahezu unmerklichen Übergang schaffen oder gewollt ungleichmäßige Farbverläufe gestalten.

Gelungenes Finish

Mit der Schwammtechnik kannst du verschiedene Oberflächen- und Materialstrukturen geschickt betonen. So werden vermeintliche Makel, etwa auf Putz oder groben Betonwänden, zum Hingucker. Mit etwas Übung lassen sich sogar kunstvolle Faux Finishes herstellen, die zum Beispiel Marmor imitieren.

Schlafzimmer mit weißem Bett und grauer Wand in Betonoptik.
Die Betonoptik liegt im Trend – wer sich die Gestaltung mit Schwammtechnik nicht zutraut, kann auch eine Vliestapete mit entsprechendem Design verwenden.
Deko und Accessoires für die kreative Wandgestaltung: