Wohnzimmer

Gardinen aufhängen: Diese Möglichkeiten hast du beim Anbringen von Vorhängen

Gardinen als funktionaler Sichtschutz? Funktional vielleicht, aber in den meisten Wohnungen erfüllen die Vorhänge auch eine dekorative Aufgabe. Umso wichtiger ist es, die passenden Gardinen für den jeweiligen Raum und das Fenster zu finden. Die Auswahl ist groß – darum erklären wir dir hier, welche Gardinen-Möglichkeiten du für dein Zuhause hast und auf welche Arten du Gardinen aufhängen kannst.

1. Gardinen-Typen und ihre Anbringung

Welche Gardinen du anbringst, ist nicht nur eine Geschmacksfrage, es kommt auch ein bisschen auf die Gegebenheiten im Raum und am Fenster an. Hier geben wir dir einen Überblick über die typischen Arten, Vorhänge aufzuhängen.

Gardinen mit Gardinenstange

Gardinenstangen sind der klassische Weg, Vorhangschals und Gardinen aufzuhängen. Die Gardinenstange wird unabhängig von der Gardine an der Wand befestigt, sodass du die Gardinen jederzeit austauschen kannst. Zudem hast du bei der Höhe und Breite der Gardinenstange relativ freie Hand. Als Faustregel gilt, dass die Vorhangstange mindestens 10 cm über dem Fensterrahmen angebracht werden sollte. Wenn du Decke und Fenster etwas höher wirken lassen möchtest, kann die Stange auch 20–30 cm über dem Rahmen montiert werden. Hier solltest du jedoch darauf achten, dass die Höhe der Stange im Verhältnis zur Deckenhöhe steht. Zudem sollte die Gardinenstange grundsätzlich etwas breiter sein als der Fensterrahmen. Ideal sind 10–15 cm Überstand an beiden Seiten.

Helles Wohnzimmer mit bodenlangen weißen Gardinen, weißem Sessel und schwarz-weißem Teppich
Gardinenstangen sind unkompliziert anzubringen und passen in fast jeden Raum. Wenn du zwei verschiedene Vorhänge kombinieren möchtest, brauchst du allerdings auch zwei übereinander liegende Gardinenstangen (Vorhang „Salou“ von My Home bei OTTO).

Gardinenstangen sind nicht nur in der Höhe und Breite flexibel, sondern auch bei der Wahl der Gardinen, die du daran anbringst: Sowohl Vorhänge mit Ösen, als auch solche mit Schlaufen und Durchzugslöchern lassen sich unkompliziert auf- und wieder abhängen. Anders als bei Schienen- oder Seilzugsystemen spielt auch die optische Gestaltung der Gardinenstange eine Rolle. Sowohl die Stangen als auch die Endstücke, die auf die Gardinenstange aufgesteckt werden, um ein Herunterrutschen der Vorhangschals zu verhindern, sind in unzähligen Materialien und Designs von dezent bis groß und extravagant erhältlich.

Ausrufezeichen
Teleskop-Gardinenstangen lassen sich in der Breite flexibel einstellen – so kannst du ein bisschen mit deiner Gardinen-Optik experimentieren.
Silberne Gardinenstange mit schlichtem Endstück und schwarz-weißem Vorhang mit Retromuster
Unverzichtbar für die Gardinenstange: das dekorative Endstück zum Aufsetzen. Im Idealfall sind Farbe und Material identisch mit der Gardinenstange, sodass sie wie aus einem Guss aussehen (Endstück von Gardinia bei OTTO).

Gardinen mit Schiene

Anders als Gardinenstangen werden Schienensysteme direkt unter der Decke befestigt. Das schafft vor allem in Räumen mit niedrigen bis mittelhohen Decken einen Eindruck von Ruhe. Damit du das Fenster durch die hohe Gardinenschiene nicht optisch verkleinerst, sollten die Vorhangschienen etwa 30–40 cm breiter sein als der Fensterrahmen. Dazu passen am besten bodenlange Gardinen, die eine schöne, stimmige Optik schaffen. Der Vorhangstoff wird mithilfe von Haken, Gleitern oder Klemmen in die Schiene geführt. Das ist ein großer Vorteil der Gardinenschienen – die Gardinen lassen sich sehr leicht und flüssig auf- und zuziehen, ohne dass sich die Ösen an der Gardinenstange verheddern. Wenn du zwei verschiedene Gardinen übereinander aufhängen möchtest, kannst du das mit einem doppelten Schienensystem tun. Die hoch angebrachte Schiene bleibt dabei nahezu unsichtbar – perfekt für die elegante Wohn- und Schlafzimmergestaltung.

Weiße, halbtransparente Gardinen an Gardinenschiene neben Bild mit Blattmotiv
Gardinenschienen werden in der Regel direkt unter der Decke angebracht und schaffen damit ein ruhiges Gesamtbild – ideal fürs Wohnzimmer oder Schlafzimmer (Gardinenschiene „Sileno“ von Good Life bei OTTO).

Gardinen mit Seilzugsystem

Seilzugsysteme sind sehr zurückhaltend gestaltet – das macht sie ideal für leichte, halbtransparente Gardinen und moderne Wohnstile. Die dezente Gardinenaufhängung besteht aus einem dünnen Drahtseil, das entlang der Decke oder zwischen zwei Wänden gespannt wird. Das System funktioniert nur, wenn das Seil straff gespannt ist, daher sind belastbare Wände und stabile Schrauben und Dübel eine Voraussetzung für diese Art, Vorhänge aufzuhängen.

Die Gardinen werden mithilfe kleiner Haken oder Metallösen auf das Drahtseil aufgezogen. Da das Seil sehr dünn ist und nur an wenigen Punkten an der Wand oder Decke fixiert werden muss, kannst du es auch über Eck anbringen. Das ermöglicht Vorhänge an schwierigen Stellen, zum Beispiel an Schrägwänden oder Erkerfenstern.

Nahaufnahme Drahtseil mit Wandbefestigung und Ösen-Vorhang
Ein Seilzugsystem wirkt sehr dezent. Es ist eine gute Lösung, wenn der Grundriss eines Raumes nicht für Gardinenstangen geeignet ist, oder wenn ein Vorhang als Raumteiler eingesetzt werden soll (Seilspanngarnitur „Race“ von Gardinia bei OTTO).

Klemmrollos, Raffrollos, Plissees

Rollos und Plissees unterscheiden sich von Vorhängen vor allem durch die Richtung, in der sie angebracht sind. Während Vorhänge am oberen Ende aufgehängt und durch eine horizontale Bewegung geöffnet und geschlossen werden, werden Rollos und Plissees in einer vertikalen Bewegung geöffnet. Oft sind sie seitlich am Fensterrahmen mit Schienen fixiert. Auf diese Weise decken Rollos das Fenster komplett ab, ohne Lücken oder Falten. Daher werden Rollos in erster Linie als Sicht-, Licht- und Sonnenschutz verwendet. Zwar sind sie ebenfalls in vielen Materialien und Designs erhältlich, ihre Funktionalität steht aber im Vordergrund.

Rollos decken das Fenster ganz genau ab und eignen sich daher gut als Sicht- oder Lichtschutz. Da sie eingerollt oder gerafft werden, sind sie zudem sehr unauffällig – perfekt für alle, die eigentlich keine Gardinen in der Wohnung möchten (Seitenzugrollo „Themse“ von MyHome bei OTTO).

2. Unterschiede Kräuselband und Faltenband

Faltenband und Kräuselband – diese Begriffe fallen oft im Zusammenhang mit Gardinen. Aber was bedeuten sie überhaupt? Wir klären, was es mit den zwei Gardinenarten auf sich hat.

Kräuselband: individueller Faltenwurf

Mit „Band“ ist der obere Saum einer Gardine gemeint – also die Stelle, an der jeweils die Ösen, Schlaufen oder Haken angebracht sind, mit der die Gardine aufgehängt wird. Gardinen mit Kräuselband haben einen eng gerafften Saum, der den Vorhangstoff in kleine, leicht unregelmäßige Falten wirft. Das wirkt aber nicht unruhig, sondern schafft eine schöne und abwechslungsreiche Struktur. Die Falten einer Kräuselband-Gardine lassen sich individuell in Form ziehen, sodass du eine gewisse Gestaltungsfreiheit hast. Kräuselband ist vor allem für kürzere Vorhänge und für leichte und schwere Stoffe gleichermaßen geeignet. Typischerweise findet man diese Gardinen in der Küche, im Arbeitszimmer oder im Kinderzimmer.

Kräuselbandgardinen in Dunkelgrau mit weißem Kräuselband, Rückansicht
Durch das Kräuselband entstehen leicht unregelmäßige Falten in der Gardine – das sieht vor allem mit leichteren Gardinenstoffen gut aus.
Kräuselbandgardinen in Dunkelgrau mit weißem Kräuselband, Frontansicht
Mit der Hand kannst du die Falten individuell in Form ziehen (Vorhang „Solana“ von MyHome bei OTTO).

Faltenband: klarer, symmetrischer Faltenwurf

Gardinen mit Faltenband haben einen glatt umgenähten Saum ohne Raffung. Durch die in gleichmäßigen Abständen eingesetzten Ösen oder Schlaufen legt sich der Vorhangstoff in gerade, symmetrische Falten. Dieser ruhige Look kommt vor allem bei schweren und groß gemusterten Stoffen gut zur Geltung. Anders als bei Kräuselband-Gardinen lassen sich die Falten beim Faltenband nicht verändern, sondern sind durch die Ösen vorgegeben. Faltenband-Gardinen werden häufig für bodenlange Gardinen und Vorhänge mit dekorativer Funktion verwendet. Typischerweise findet man sie im Schlafzimmer sowie im Ess- und Wohnbereich.

Faltenband-Gardine in Hellgrau, Frontansicht
Faltenband-Vorhänge fallen in geraden, sehr gleichmäßigen Falten …
Faltenband-Gardine in Hellgrau, Rückansicht
Das sieht vor allem bei bodenlangen Gardinen toll aus (Vorhang „Raja“ von MyHome bei OTTO).
Dekorative Gardinen für Wohnzimmer und Schlafzimmer:

3. Die passenden Gardinen für jeden Raum

Jeder Raum erfüllt eine bestimmte Funktion – das solltest du bei der Auswahl der Gardinen berücksichtigen. Hier sind ein paar Tipps, in welchem Raum du welche Gardinen aufhängen kannst.

Schlafzimmer: dekorativer Sicht- und Lichtschutz

Im Schlafzimmer dienen Gardinen vor allem dem Lichtschutz und Sichtschutz – schließlich möchtest du auch an sonnigen Sommer-Sonntagen mal ausschlafen. Gleichzeitig sind Schlafzimmer-Gardinen aber auch ein Stilmittel, um eine ruhige, gemütliche Atmosphäre zu schaffen. Das geht am besten mit bodenlangen Vorhängen in gedeckten Farben. Um den dekorativen Aspekt mit dem funktionalen zu verbinden, kannst du helle, halbtransparente Stoffschals mit Verdunklungsvorhängen kombinieren. Für schräge Dachfenster im Schlafzimmer kannst du zwischen Rollos und Plissees wählen. Am besten entscheidest du dich auch hier für einen verdunkelnden Stoff – der hält im Sommer auch die Sonnenwärme ab.

Schlafzimmer mit weißem Polsterbett, Musterteppich und Gardinen mit geometrischem Muster
Gemusterte Vorhänge bringen Leben in die Schlafzimmer-Gestaltung. Am besten wählst du ein Muster, dessen Farben sich in Wandfarbe und Möbeln wiederfinden (Vorhang „Open Squares“ von Tom Tailor bei OTTO).

Wohnzimmer: Vorhänge aufhängen für mehr Gemütlichkeit

Je nach Art deiner Wohnung dienen Wohnzimmergardinen oft als Sichtschutz – in erster Linie erfüllen sie aber eine dekorative Funktion. Bodenlange Gardinen vermitteln Gemütlichkeit und lassen die Decke höher wirken. Wenn du die Gardinen in erster Linie als Stilmittel einsetzt, wählst du am besten leichte, halbtransparente Stoffe, die noch ausreichend Licht in den Raum lassen. Besonders stimmig wird die Optik, wenn die Vorhangstoffe die Farben von Wänden, Teppich oder Möbeln aufgreifen. Für rein dekorative Zwecke sind Gardinen mit Stoffschlaufen gut geeignet, da sie sich auf der Gardinenstange kaum bewegen. Wenn du die Gardinen im Wohnzimmer häufig auf- und zuziehst, nimmst du besser Gardinen mit Metallösen oder ein Schienensystem – sie sind leichtläufiger und verheddern sich nicht.

Fenster mit zweilagigen bodenlangen Gardinen, Hochflorteppich und Kissen davon
Im Wohnzimmer ist die Verdunklung meist zweitrangig: Hier kannst du sehr schön zwei halbtransparente Gardinen in unterschiedlichen Farben oder Mustern kombinieren (Gardinen „Hannah“ von Home Affaire bei OTTO).

Kinderzimmer: Auf kindgerechtes Design kommt es an

Kinderzimmergardinen sollten im Idealfall verdunkelnde Eigenschaften haben, damit dein Kind auch im Sommer einschlafen kann. Zum anderen müssen sie natürlich optisch etwas hermachen – und nicht zuletzt sollten sie auch von kleinen Händen leicht zu öffnen und zu schließen sein. Optimal fürs Kinderzimmer sind leichte Gardinen mit Metallösen oder Schienensystem, die fast von allein auf- und zugehen. Luftige, halbtransparente Gardinen mit fröhlichen Motiven lassen den Raum freundlicher wirken als schwere Verdunklungsgardinen. Daher kombinierst du am besten leichte Kinderzimmergardinen mit einem Verdunklungsrollo, das sich tagsüber unsichtbar über dem Fensterrahmen zurückzieht.

Kinderzimmer mit Sitzbank, Spielzeug, Kissen und Vorhängen mit Safari-Motiven
Im Kinderzimmer dürfen die Gardinen ruhig fröhlich gemustert sein. Achte darauf, dass sie auch für Kinderhände leicht auf- und zuzuziehen sind – ideal sind Metallösen, die leicht über die Gardinenstange rutschen (Gardinen „Zoo“ von MyHome bei OTTO).

Küche: Praktische und stilvolle Gardinen aufhängen

In vielen Wohnungen geht das Küchenfenster zur Straße oder zum Hof raus. Vorhänge haben hier in erster Linie eine Sichtschutzfunktion. Ideal sind helle, halbtransparente Vorhänge, deren Länge in etwa dem Fenster entspricht. Wo gekocht und gegessen wird, sind bodenlange Gardinen eher unpraktisch – oft findet man im Küchenfenster sogar die typischen „halben“ Gardinen, die mit einer Klemmstange auf halber Höhe im Fensterrahmen fixiert werden. Schlaufen- oder Ösengardinen an einer Gardinenstange sind ideal für die Küche. Achte auf pflegeleichte Materialien wie Baumwolle oder Leinen, da du die Küchengardinen wahrscheinlich etwas häufiger waschen musst.

Zubehör zum Gardinenaufhängen:

4. Tipps zum Gardinen anbringen

Luft zur Wand: Vor allem bei schweren Stoffen solltest du die Gardinen so aufhängen, dass zwischen Wand und Gardine 10–15 cm Platz bleiben. So kann die Luft hinter dem Vorhangstoff zirkulieren und du verhinderst, dass sich im Winter Kondenswasser an der Fensterscheibe bildet.

Die richtige Länge: Bodenlange Vorhänge sehen am schönsten aus, wenn sie knapp über dem Boden „schweben“. Bringe sie so an, dass der Saum 1–2 cm über dem Boden endet. Kurze Vorhänge sollten etwa 5–10 cm unterhalb des Fensterrahmens enden.

Gerade richtig: Gardinenstangen und -schienen bringst du am besten mit einem Helfer an – und mit einer Wasserwaage. Gerade bei langen und dunklen Gardinen fällt es sofort auf, wenn die Gardinenstange nicht perfekt waagerecht ist. Also lieber doppelt prüfen.

Gardinenstangen ausreichend fixieren: Große Fenster sind ein Traum – aber große Vorhängen können ziemlich schwer werden. Durch das Auf- und Zuziehen der Gardinen wird die Gardinenstange zusätzlich belastet. Daher solltest du Gardinenstangen bei breiten Fenstern nicht nur links und rechts vom Fensterrahmen, sondern zusätzlich in der Mitte fixieren.