Als Plus-Size-Frau auf einer Dünnen-Fashion-Show

27. März 2019 | von

Ich werde häufig gefragt: „Wie fühlst du dich als Curvy auf einer Modenschau, die für dünne Leute gemacht ist?“ Was ist denn das bitte für eine Frage? Mode ist doch für alle da! Davon bin ich fest überzeugt. Außerdem definiere ich mich persönlich nicht über meine Kleidergröße. Ich bin einfach ich. Aber ich verstehe den Hintergrund dieser Frage durchaus. Denn die meisten der Sachen, die ich auf dem Laufsteg bewundern darf, wird es für meine Größe vermutlich nie geben. Und das ist schon echt frustrierend. Warum ist das eigentlich so?

Plus-Size Bleistiftrock
Besticktes Oberteil

Warum hört für viele Designer Fashion bereits bei Kleidergröße 42 auf? Eine erhebliche Kaufkraft und ausreichend Mode- bzw. Stilbewusstsein ist sicherlich auch jenseits von Größe 42 vorhanden. Oder wollen die Designer schlichtweg keine „Dicken“ in ihren Kreationen sehen?

Die Kleidergröße ändert nicht den Modegeschmack!

Ich bin der Meinung, dass wenn du ein Fashion-Addict bist, dann bist du es tief in deinem Innersten einfach. Egal, in welcher Kleidergröße du gerade steckst: Du bist schließlich immer die gleiche Person! Nur weil ich eine große Kleidergröße trage, heißt das doch nicht, dass ich auf einmal bunt gemusterte Zelte mit Filzblumenbroschen statt stylischer Trend-Pieces gut finde. Wie kommen bloß manche Mode-Hersteller für Große Größen darauf, dass sich mit wachsender Konfektionsgröße plötzlich auch der Geschmack ändert? Die sollten mal versuchen, ihre Plus-Size-„Styles“ in einer Größe 38 an die Frau zu bringen – da würde es bestimmt auch keiner kaufen wollen. Der Grund, warum so etwas in Großen Größen überhaupt Absatz findet, ist, weil es manchmal eben keine schöneren Alternativen gibt. Und irgendwas müssen wir ja anziehen. Also sind wir mangels eigener Schneider-Ausbildung gezwungen, aus dem vorhandenen Angebot auszuwählen. Und das ist in der Regel recht übersichtlich – zumindest was Trend-Teile angeht.

Versteh mich nicht falsch! Mittlerweile gibt es schon viel mehr Auswahl als noch vor ein paar Jahren. Aber so richtig nah am Mode-Puls der Zeit sind viele der Sachen ehrlich gesagt noch lange nicht. Und gerade auf Veranstaltungen wie der Fashion Week schaue ich mir die Runway Shows daher oft mit einem weinenden und einem lachenden Auge an. Das lachende Auge strahlt vor inspirierter Begeisterung. Das weinende Auge resigniert, weil es die wunderbaren gezeigten Teile vermutlich nie in meiner Größe geben wird. Oder, wenn ich Glück habe, irgendwann viel später, wenn der eigentliche Trend längst Mainstream geworden oder bereits längst wieder aus der Mode gekommen ist.

Meine Mode-Mission

Aber ich wäre ja nicht ich, würde ich meine Position als Bloggerin nicht eben genau dazu nutzen, ständig wieder gebetsmühlenartig mit Designern und Modeherstellern in die Diskussion zu gehen. Einzufordern, zu inspirieren, vorzuschlagen, was wir Curvys uns von der Modeindustrie wünschen. Ich mische mich unters Fashion-Volk, fachsimple mit anderen Bloggern und schaffe Bewusstsein für die brachliegende Zielgruppe „Plus Size“ bei so ziemlich jedem, mit dem ich spreche. Das ist meine Mission!

„Also, wie fühle ich mich als Plus-Size-Frau auf einer Fashion Show, die für dünne Leute gemacht wird? Genau richtig. Und Schritt für Schritt gehe ich weiter auf meinem persönlichen Laufsteg in die richtige Richtung einer Modewelt, die für alle da ist. Unabhängig von der Kleidergröße. ”
It-Pieces für große Größen

Mit diesem Look beweist Julia, dass Curvy-Fashion sehr wohl trendy sein kann:

Gabor Ankleboots mit Gabor Best Fitting Ausstattung
Disée Stützstrumpfhose 40, mit Formeffekt
Bruno Banani Bleistiftrock Business
Junarose Longshirt mit aufwendiger Stickerei
FRAPP Zartes Kleid mit Eingriffstaschen
Keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben: Werde aktiv und rede mit!