Ärmellos im Sommer: No-go oder go-go?

16. Juli 2018 | von

Mode ist was Feines. Damit meine ich nicht das strik­te Befol­gen ange­sagter Trends, son­dern die Frei­heit, sich ganz nach Lust und Laune einzuk­lei­den. Oder noch ein­fach­er aus­ge­drückt: tra­gen, was Spaß macht. Erlaubt ist, was gefällt?! Sollte man meinen. Oder?

Tja, wenn es nur so ein­fach wäre. Und es die Stilpolizei nicht gäbe, die uns ständig souf­fliert, was wir tra­gen soll­ten – und was bess­er nicht. Sich­er, mit 21, Größe XS und Beinen bis zum Mond ist die Mod­ewelt noch in Ord­nung! Aber was ist mit dem ganzen Rest der weib­lichen Welt? Der sieht sich ständig mit Stil-Guides kon­fron­tiert, die dik­tieren, was zu tun und was zu lassen ist – beson­ders wenn Frau entwed­er über 40 ist oder über 40 trägt. Oder beides.

Kaum schlägt man ein Mag­a­zin auf, wird man unge­fragt informiert: „Quer­streifen machen Hüften bre­it­er!“ oder „Weit aus­geschnit­tene Schuhe ver­längern die Beine!“ oder „Fließende Stoffe machen schlank!“ Im Inter­net wer­den Frauen nach Fig­ur­typen Y, X, A, H und O geclus­tert und mit fig­urgün­sti­gen Vorschlä­gen ver­sorgt. Selb­st promi­nente ZEIT-Kolum­nis­ten beschäfti­gen sich mit der Frage, bis zu welchem Alter Minirock und Auss­chnitt denn über­haupt noch okay sind. Ja, gegen die Mod­ewelt ist das Bürg­er­liche Geset­zbuch rein­stes Laisser-faire.

 

Ärmellose Kleidung Go-go oder No-go bei Plus Size? Susanne stellt dich der Frage. – Soulfully

Der Ü40-Klas­sik­er (im dop­pel­ten Sinne) für den Som­mer: Bloß keine ärmel­lose Klei­dung tra­gen! Weil … weil … ja, warum eigentlich? Oder warum eigentlich nicht? Weil dann plöt­zlich klar wird, dass auch Arme älter wer­den? Nicht mehr ganz so straff sind, wie noch vor 10 oder 20 Jahren? Kon­se­quenter­weise dürfte der Schleier fürs Gesicht dann ja nur noch eine Frage der Zeit sein. Warum nicht gle­ich eine Bur­ka? Dann ist alles bedeckt, was irgend­wann die 40 über­schrit­ten hat. Die Ärmel­los-Ansage gilt natür­lich auch für größere Größen: Es ist ja auch eine Frech­heit, Men­schen bei 35 Grad mit dem Anblick dick­er Ober­arme zu kon­fron­tieren. Wom­öglich noch, während diese mit Appetit Eis essen oder einen Frap­puc­ci­no vernaschen!

Natür­lich gibt es Aus­nah­men zu der Ärmel­los-Regel: Frauen wie Michelle Oba­ma, Madon­na oder Ursu­la Kar­ven. Die dür­fen das – trotz ihres Alters. Sind ja auch gerten­schlank, straff trainiert, ohne jeglich­es Winke-winke. Ohne Makel. Der ganze weniger per­fek­te Rest möge sich aber lieber bedeckt hal­ten. Und wenig­stens ein leicht­es Jäckchen überziehen.

Und ich? Ich habe mich in diesen Som­mer gegen die Per­fek­tion entsch­ieden. Und für som­mer­liche Lebens­freude. Wem meine ent­blößten, rundlichen, altern­den Ober­arme nicht gefall­en, der kann ja wegsehen.

Letzte Kommentare (3)

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Matzmieze
Sonntag, 30. August 2015, 10:09 Uhr

und wer dumme Kom­mentare schreibt,sollte hun­dert­mal schreiben: „genau das ist frei Entfaltung”,auch ‚was der Einzelne daraus macht und darüber berichtet!

Donnerstag, 23. Juli 2015, 16:28 Uhr

Aye Aye, Sir! *schlägt­diehacken­zusam­men* ;-))))

Alex
Donnerstag, 23. Juli 2015, 10:46 Uhr

Anstatt solche Artikel sollte man die Autorin hun­dert­mal schreiben lassen “Ich werde mich über das Grun­drecht auf freie Ent­fal­tung informieren. “. Damit wäre die Leben­szeit sin­nvoller investiert als mit Artikeln über Prob­leme, die keine sind.