Kaufberatung Gravelbikes
Der Alleskönner für Asphalt und Abenteuer
Von der befestigten Straße direkt auf die Schotterpiste fahren – mit einem Gravelbike kein Problem. Der Mix aus Tourenrad und Mountainbike setzt auf urbanen Komfort und nimmt auch Ausflüge in gemäßigtes Gelände nicht übel.
Inhaltsverzeichnis
> Was macht ein Gravelbike aus?
> Welche Unterschiede gibt es zwischen Gravel- und Rennrädern?
> Wie wähle ich die richtige Bereifung?
> Wie finde ich das passende Gravelbike?
> Welches Zubehör benötige ich für ein Gravelbike? 10 Tipps
Was macht ein Gravelbike aus?
Komfortable Geometrie
Gravelbikes – zu Deutsch etwa „Schotterfahrräder“ – punkten grundsätzlich mit einer entspannteren Rahmengeometrie als Rennräder oder Mountainbikes. Die Sitzposition ist deutlich aufrechter als bei den meisten Modellen und entspricht damit eher einem Citybike oder Tourenrad. Spezielle Race-Gravelbikes sind dagegen für ein Plus an Sportlichkeit aggressiver geschnitten. Die Rahmen sind meist robuster und schwerer als Rennradrahmen, sodass die Bikes weniger anfällig für Schäden bei Fahrten im Gelände sind und einen guten Alltagskomfort abseits der Offroadpiste oder Rennstrecke bieten.
Breite Reifen
Gravelbikes sind mit breiteren Reifen ausgestattet, in der Regel zwischen 35 und 50 mm. Diese Reifen bieten guten Grip auf verschiedenen Untergründen wie Schotterwegen, Waldpfaden oder schlammigem Gelände. Dank ihres größeren Volumens lassen sie sich mit niedrigerem Luftdruck fahren, was Vibrationen dämpft und den Fahrkomfort erhöht. Gleichzeitig rollen sie auch auf Asphalt ganz gut und sind damit nahezu ideal für gemischte Strecken.
Kettenschaltung
Gravelbikes verfügen über eine große Übersetzungsbandbreite für steile Anstiege und gleichzeitig längere Passagen auf ebenem Terrain. Die Räder haben 1-fach- oder 2-fach-Schaltungen – der Trend zu einem Kettenblatt setzt sich zunehmend durch.
Montagemöglichkeiten für Gepäck und Zubehör
Da Gravelbikes für vielfältige Einsatzbereiche optimiert sind, verfügen sie über zahlreiche Montagepunkte für Zubehör, unter anderem für Flaschenhalter, Schutzbleche, Gepäckträger, Bikepacking-Taschen, Beleuchtungsanlagen oder Fahrradcomputer.
Welche Unterschiede gibt es zwischen Gravel- und Rennrädern?
- Rennräder sind für hohe Geschwindigkeiten auf Asphalt optimiert, während Gravelbikes für gemischtes Gelände und Abenteuer ausgelegt sind.
- Gravelbikes haben breite Reifen für besseren Grip auf Schotter, während Rennräder schmale Reifen für geringeren Rollwiderstand auf der Straße besitzen.
- Rennräder sind leichter und aerodynamisch optimiert, während Gravelbikes für eine höhere Stabilität im Gelände robuster gebaut sind.
- Gravelbikes haben einen breiteren, oft ausladenden Lenker (sogenannte Flare-Lenker) für mehr Kontrolle im Gelände, während die Fahrradhersteller bei Rennrädern auf aerodynamisch günstigere und schmalere Lenker setzen.
- Gravelbikes bieten Anschraubpunkte für Zubehör wie Taschen und Schutzbleche, während Rennräder in dieser Disziplin eher minimalistisch ausgestattet sind.
Wie wähle ich die richtige Bereifung?
Reifenbreite
Für überwiegend asphaltierte oder leicht geschotterte Wege sind Reifen zwischen 35 und 40 mm optimal, da sie weniger Rollwiderstand aufweisen. Breitere Reifen (40–50 mm) sind besser für matschiges Gelände, da sie mehr Auflagefläche und dadurch einen besseren Grip bieten.
Profil
Pneus mit glattem oder minimalem Profil sind ideal für Asphalt und Parkwege, da sie einem solchen Untergrund weniger Rollwiderstand entgegensetzen. Für Fahrten auf steinigem Untergrund oder losem Schotter sind Reifen mit stärkerem Profil besser, weil sie sich aggressiver in den Boden „beißen“.
Material und Pannenschutz
Wenn du oft auf steinigem Untergrund oder scharfkantigem Schotter unterwegs bist, lohnen sich schwere Vierjahreszeiten-Reifen mit verstärktem Pannenschutz, da diese Modelle langlebiger sind und vor Durchstichen schützen.
Tubeless- vs. Schlauchreifen
Tubeless-Reifen (Reifen ohne Schlauch, stattdessen mit einer Dichtmilch gefüllt) bieten den Vorteil, dass sie mit niedrigem Luftdruck gefahren werden können, was den Komfort spürbar erhöht und das Pannenrisiko verringert. Schlauchreifen sind einfacher in der Wartung und günstiger in der Anschaffung.
Wie finde ich das passende Gravelbike?
- Überleg dir, auf welchem Terrain du hauptsächlich fahren willst – Asphalt, Schotter, Waldwege oder gemischtes Gelände. Wenn du das Gravelbike als Allrounder nutzen möchtest, achte auf Vielseitigkeit bei der Ausstattung; für Abenteuertouren und Bikepacking sind Modelle mit vielen Befestigungspunkten und Rahmen aus Titan oder Stahl ideal.
- Die richtige Rahmengröße und eine passende Geometrie sorgen für mehr Fahrspaß auf dem Gravelbike. Miss dafür deine Körpergröße und Schrittlänge und orientiere dich an den Größentabellen der Hersteller. Du solltest dein Traum-Gravelbike in spe immer erst einmal Probe fahren.
- Jedes Rahmenmaterial bietet Vor- und Nachteile: Aluminium ist leicht und preiswert, Carbon sorgt für eine hervorragende Dämpfung und wenig Gewicht, während Stahl und Titan robuster und komfortabler, aber auch schwerer sind. Kläre erst den Einsatzzweck – und entscheide dich dann für das Rahmenmaterial.
- Achte auf eine Schaltung mit einer breiten Übersetzung – und auf jeden Fall auf hydraulische Scheibenbremsen, damit du auch bei Nässe zuverlässig zum Stehen kommst. Falls du längere Touren planst, sollte das Gravelbike mit Montagemöglichkeiten für Taschen, Schutzbleche und Flaschenhalter ausgestattet sein.
Welches Zubehör benötige ich für ein Gravelbike? 10 Tipps
- Besonders bei nassem oder schlammigem Wetter sind Schutzbleche nützlich, um dich und dein Fahrrad vor Schmutz zu bewahren. Abnehmbare Modelle sind ideal, da sie bei Bedarf flexibel montiert werden können.
- Fahrrad-Satteltaschen, Rahmentaschen und Lenkertaschen bieten viel Stauraum für längere Touren. Diese Taschen ermöglichen dir die gleichmäßige Verteilung des Gepäcks, was das Handling verbessert.
- Eine helle und aufladbare Fahrradbeleuchtung sorgt für Sicherheit bei Fahrten in der Dämmerung oder auf unbeleuchteten Wegen. Optimal sind Front- und Rücklichter, die über USB aufladbar sind und eine lange Akkulaufzeit bieten.
- Ein kleines Fahrrad-Multitool mit Innensechskantschlüsseln, Kettentool und Reifenhebern hilft bei Reparaturen unterwegs. Eine Mini-Fahrradpumpe oder CO₂-Kartusche ist ebenfalls praktisch, um bei einem Platten für Abhilfe zu sorgen.
- Zur Navigation und zur Aufzeichnung deiner Fahrdaten sind Fahrradcomputer und GPS-Navigationssysteme eine gute Wahl.
- Fahrrad-Klickpedale verbessern die Effizienz und Kontrolle, während Plattformpedale für Einsteiger*innen die bessere Wahl sind, weil du dafür keine speziellen Fahrradschuhe brauchst.
- Ein bis zwei Fahrrad-Trinkflaschen am Rahmen sind essenziell, um ausreichend Flüssigkeit mitzunehmen – besonders wichtig für lange Touren und Bikepacking.
- Ein bequemer Sattel und gepolsterte Lenkerbänder erhöhen den Komfort und entlasten deine Handgelenke und dein Gesäß.
- Ein Fahrradhelm ist unverzichtbar für die Sicherheit. Für Gravelbiker bieten Modelle mit Belüftung und moderner Schutzfunktion (MIPS-Technik) den idealen Mix aus Komfort und Sicherheit.
- Ein sicheres, kompaktes Fahrradschloss schützt dein Gravelbike vor Diebstahl, wenn du Pausen einlegst oder das Rad über Nacht draußen lassen musst.