Wasserfilter und ihre Wirkung auf uns und die Umwelt

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Um unsere Umwelt zu scho­nen und weit­ge­hend plas­tik­frei zu leben, kannst du auf Wass­er in Flaschen verzicht­en und stattdessen Leitungswass­er trinken. Wir testen, ob Wasser­fil­ter sin­nvoll sind und was sie können.

Wasser aus der Leitung statt aus der Flasche

Trinkwass­er ist ein Men­schen­recht. Kein anderes Lebens­mit­tel ist so wichtig wie sauberes Wass­er. In Deutsch­land haben wir beim The­ma Wass­er die Qual der Wahl. Wir haben aus­re­ichend sauberes Grund­wass­er, glob­al gese­hen viele Nieder­schläge, Trinkwass­er bekom­men wir abgepackt in Flaschen im Super­markt oder in unserem Zuhause direkt aus der Leitung. Um unnöti­gen Plas­tik­müll zu ver­mei­den, haben meine Fam­i­lie und ich es uns in den let­zten Jahren angewöh­nt, Wass­er direkt aus der Leitung zu trinken. Dafür füllen wir es ide­al­er­weise in Mehrwegflaschen aus Glas oder Met­all. So sparen wir die Trans­portwege von der Quelle zum Super­markt und eben die Ressourcen für PET-Flaschen, Etikette und Co. Für die Umwelt eine super Bilanz. Doch kann man Leitungswass­er bedenken­los trinken? Und sind Wasser­fil­ter über­haupt sinnvoll?

Wie gut ist unser Leitungswasser?

Leitungswasser direkt aus dem Wasserhahn

Am häu­fig­sten haben die Ver­brauch­er in Deutsch­land Angst vor Blei im Leitungswass­er. Das lässt sich his­torisch begrün­den, denn vor 1970 wur­den vor allem Wasser­leitun­gen aus Blei ver­baut. Inzwis­chen gibt es in den meis­ten Haushal­ten nur noch bleifreie Wasser­leitun­gen. Dazu sind die Ver­mi­eter sog­ar rechtlich verpflichtet. Leitungswass­er ist also in dieser Hin­sicht unbe­lastet. Wer es noch genauer wis­sen will, kann sich ganz ein­fach bei den offiziellen Stellen in sein­er Region informieren. Auskun­ft über die Wasserqual­ität geben die Wasser­be­triebe und Stadtwerke. Laborun­ter­suchun­gen von Wasser­proben sind oft für wenige Euro über eben diese oder unab­hängige Labore zu beziehen. Investiert man die Kosten (z. B. durch­schnit­tlich 14,28 Euro für eine Blei-Analyse) und verzichtet anschließend auf das Supermarkt-Wasser, dann lohnt sich diese Aus­gabe ganz sicher.

Wasserklärwerk reinigt Trinkwasser

Andere Bedenken beim The­ma Leitungswass­er sind Verun­reini­gun­gen mit Medika­menten­rück­stän­den oder Nitrat­en. Laut der Ver­braucherzen­trale NRW wer­den Medika­mente in den Klär­w­erken aus dem Wass­er gefiltert. Die nach der Klärung enthal­te­nen Rück­stände liegen weit unter den zuläs­si­gen Gren­zw­erten und sind unbe­den­klich. Nitrat kommt nach­weis­lich in hohen Men­gen im Grund­wass­er vor. Grund dafür sind die Düngemit­tel der Land­wirtschaft. Jedoch sor­gen die Wasserver­sorg­er let­z­tendlich auch dafür, dass der Nitrat-Anteil unter dem Gren­zw­ert von 50 Mil­ligramm Nitrat pro Liter bleibt.

Let­z­tendlich muss man also sagen, dass unser Leitungswass­er eine gute Qual­ität besitzt. Das sieht auch die Stiftung War­entest so. „Leitungswass­er ist so gesund wie Flaschen­ware, unschlag­bar gün­stig und umweltscho­nend oben­drein“, betonte der Vor­stand der Stiftung War­entest bei der Vorstel­lung der Ergeb­nisse ein­er Studie im Jahr 2016. Weit­ere Infos über die Qual­ität von Leitungswass­er bekommst du auch in unserem Trinkwasser-Check.

Welche unterschiedlichen Wasserfilter gibt es?

Wasserfilter fuer Leitungswasser

Aus der kleinen Status-Analyse nehmen wir mit, dass unser Trinkwass­er bere­its unge­filtert eine gute Qual­ität besitzt. Wie sin­nvoll sind dann also Wasser­fil­ter? Dafür muss man sich die unter­schiedlichen Arten von Wasser­fil­tern und ihren konkreten Nutzen ansehen.

Wasserkan­nen mit Aktivkohle­filter und Vliesgewebe

Am bekan­ntesten sind Tis­chwasser­fil­ter in Kan­nen­form. Diese bein­hal­ten einen Wasser­fil­ter aus Aktivkohle­gran­u­lat und Vlies­gewebe, der nach dem Ein­füllen Mikro­plas­tik, Blei, Pes­tizide, Chlor und Kalk aus dem Wass­er fil­tert. Soweit so gut. Doch wer Blei im Leitungswass­er hat, sollte sich lieber schle­u­nigst um neue Rohrleitun­gen küm­mern, statt das Blei aus dem Wass­er zu fil­tern. Pes­tizide sind im Leitungswass­er nur in sehr geringem Maße vorhan­den, genau wie Chlor, Hor­mone und Nitrate.

Gegen Mikro­plas­tik sind die Aktivkohle­filter dann wirk­sam, wenn ihre Poren­größe unter der Größe des Mikro­plas­tiks also bei etwa 2 – 10 µm liegt. Außer­dem fil­tern sie auch Kalk aus dem Wass­er. Unter Kalk ver­ste­ht man vor allem die Min­er­al­stoffe Mag­ne­sium und Kalz­i­um. Sie sind unbe­den­klich für den Kör­p­er und kön­nen die Nährstof­fauf­nahme sog­ar ergänzen. Für den Kör­p­er ist es also gän­zlich unprob­lema­tisch, Kalk zu sich zu nehmen. Das sehen Kaf­feemaschi­nen und Wasserkocher etwas anders. Hier schaden Kalk­a­blagerun­gen der Tech­nik. Dafür würde sich die Fil­tra­tion also lohnen. Generell gilt: Je neuer die Fil­terkar­tusche, desto bess­er wird auch Kalk aus dem Wass­er gefiltert.

Ein großes Prob­lem der Aktivkohle­filter ist jedoch, dass das Leitungswass­er in den Wasserkan­nen lange ste­ht und sich so Bak­te­rien ide­al ver­mehren kön­nen. Man sollte daher den Fil­ter regelmäßig ausspülen und die Kar­tusche gemäß der Bedi­enungsan­leitung häu­fig wechseln.

Untertisch-Wasserfilter für die feste Installation

Wasser­fil­ter, die fest unter der Spüle instal­liert wer­den, funk­tion­ieren eben­falls auf Basis von Aktivkohle und einem feinen Gewebe. Sie sind zusät­zlich auch in der Lage, das Wass­er mit Min­er­alien anzure­ich­ern. Da sie direkt vor dem Wasser­hahn ange­bracht wer­den, ist die Verkeimungs­ge­fahr etwas geringer. Eine nachträgliche Verun­reini­gung mit Bak­te­rien wird so reduziert. Zwar sind solche Wasser­fil­ter deut­lich kosten­in­ten­siv­er, dafür jedoch prak­tis­ch­er für den täglichen Gebrauch.

Mobile Osmosean­la­gen

Eine weit­ere Möglichkeit, Leitungswass­er zu fil­tern, ist eine mobile Osmosean­lage. Bei diesen Anla­gen wird Wass­er mit hohem Druck durch eine Mem­bran gepresst. Alle im Wass­er enthal­te­nen Stoffe wie Nitrate, Phos­phate, aber auch Kalz­i­um und Mag­ne­sium wer­den so aus dem Wass­er gefiltert. Prob­lema­tisch ist bei diesen Anla­gen der hohe Energieaufwand. Außer­dem wer­den dem Wass­er so jegliche Min­er­alien ent­zo­gen. Als Trinkwass­er ist dieses Wass­er dann wegen der fehlen­den Min­er­alien weniger geeignet. Die Ver­brauch­er­schutzzen­tralen sagen sog­ar, dass es dadurch zu ein­er Unter­ver­sorgung mit Min­er­alien kom­men kann. Andere Quellen, wie z. B. die Uni­ver­sität Pader­born, argu­men­tieren wiederum, dass Wass­er nur als Durstlösch­er fungiert und die Auf­nahme der Min­er­alien über­wiegend durch die Nahrung erfolgt.

Wie nachhaltig sind Wasserfilter?

Sauberes und nachhaltiges Trinkwasser

Ganz egal, welch­er Wasser­fil­ter let­z­tendlich ver­wen­det wird, es wer­den im Ver­gle­ich zum reinen Leitungswasserge­brauch stets Ressourcen ver­braucht, beispiel­sweise bei der Pro­duk­tion der Wasser­fil­ter, bei neuen Fil­terkar­tuschen oder beim elek­trischen Betrieb ein­er Osmosean­lage. Zusät­zlich entste­ht Müll, vor allem Plas­tik­müll. Hinzu kommt der Ver­brauch von virtuellem Wass­er, der bei der gesamten Pro­duk­tion anfällt. Auf der anderen Seite kön­nen die Geräte aber auch über einen lan­gen Zeitraum genutzt wer­den, was im Ver­gle­ich zum ständi­gen Kauf von PET-Flaschen deut­lich umweltscho­nen­der ist.

Wasserfilter sind nützlich, aber nicht notwendig

Gefiltertes Trinkwasser aus Glasflasche

Viele Men­schen haben Bedenken und glauben, dass Leitungswass­er viele Schad­stoffe enthält und schlecht ist. Doch das stimmt so nicht. Es gibt keine Gren­zw­ertüber­schre­itun­gen bei Medikamenten- oder Dünger­rück­stän­den. Lediglich beim The­ma Blei und Mikro­plas­tik kön­nen Wasser­fil­ter helfen. Bedenkt man das Risiko der Verkeimung, dann muss man fest­stellen, dass Wasser­fil­ter das Wass­er sog­ar ver­schlechtern kön­nen. Daher soll­ten die Kar­tuschen regelmäßig gewech­selt, der Wasser­fil­ter häu­fig aus­ge­spült und ide­al­er­weise im Kühlschrank auf­be­wahrt wer­den. Nur so kön­nen Wasser­fil­ter möglichst keim­frei arbeiten.

Sin­nvoll sind Wasser­fil­ter vor allem auf Reisen oder in Län­dern, in denen keine saubere Trinkwasserver­sorgung durch Leitungswass­er gewährleis­tet ist. Dann helfen sie, die vie­len Bak­te­rien aus dem Wass­er zu fil­tern. Solche Fil­ter set­zt übri­gens auch die von mir mit­ge­grün­dete NGO WeWa­ter in der Entwick­lungszusam­me­nar­beit ein.

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