Virtuelles Wasser: Was ist das?

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Wer Wass­er sparen will, sollte nicht nur seinen sicht­baren Wasser­brauch im Blick behal­ten, son­dern auch die Menge an virtuellem Wass­er. Was das ist und wie du deinen Wasser­fußab­druck wirk­lich ver­ringerst, erfährst du hier.

Wasserverbrauch reduzieren

Nicht nur der sicht­bare Wasserver­brauch beim Duschen, Baden oder Waschen zählt in unseren Wasser­fußab­druck, son­dern auch der unsicht­bare. Dieser Wert wird als virtuelles Wass­er beze­ich­net und schließt unseren täglichen Kon­sum von dursti­gen Gütern mit ein. So kom­men wir auf einen erschreck­end hohen Wasserver­brauch. Wir zeigen, worauf du acht­en soll­test, was durstige Güter sind und wie du möglichst nach­haltig kauf­st, um Wass­er zu sparen.

Virtuelles Wasser und durstige Güter

Was sind durstige Gueter

Beim Zäh­neputzen das Wass­er nicht laufen lassen, lieber mal duschen als ein Bad nehmen oder nach dem Toi­let­ten­gang die Stopp-Taste der Spülung drück­en – das ist streng genom­men das kleine Ein­maleins des Wassers­parens. Viele von uns ken­nen es von Kind­heit an, haben es in der Schule oder von den Eltern gel­ernt. Tat­säch­lich klappt das in Deutsch­land schon ganz gut. So kon­nte seit Anfang der 1990er-Jahre der Wasserver­brauch pro Per­son und Tag von 150 auf 130 Literreduziert wer­den. Klingt erst mal okay. Aber mit dieser Zahl wird vor allem das Wass­er gemessen, das jed­er von uns aus dem Wasser­hahn ent­nimmt. Sei es zum Trinken, Duschen, Geschirrpülen, Waschen oder Kochen.

Wasserverbrauch in der Rinderzucht

Die Pro­duk­tion unser­er Lebens­mit­tel, Waren und Kon­sumgüter zählt da nicht mit rein. Und das ist, ehrlich gesagt, auch kaum im Bewusst­sein der Men­schen angekom­men. Klar ist bish­er nur, dass die Pro­duk­tion von Waren Energie benötigt und dadurch zwangsläu­fig Emis­sio­nen entste­hen. Diese sinken zwar, wenn sich der Anteil erneuer­bar­er Energien erhöht, aber bis heute entste­hen trotz­dem beden­kliche Emis­sion­swerte, wenn Energie ver­braucht wird. Das wis­sen die meis­ten. Doch in der Pro­duk­tion aller Kon­sumgüter wird auch Wass­er benötigt. Die Menge dieses Wassers wird im Wert des „virtuellen Wassers“ gemessen und zählt auch in deinen Ver­brauch mit rein. Pro­duk­te, die einen beson­ders hohen Wasserver­brauch haben, wer­den durstige Güter genan­nt.

Wie viel Wasser verbrauchen wir tatsächlich?

Wasserfussabdruck und Tipps zum Wasser sparen

Virtuelles Wass­er beze­ich­net also die tat­säch­liche Menge Wass­er, die für die Her­stel­lung von Waren und Lebens­mit­teln ver­wen­det wird. So kommt der Anbau von einem Kilo­gramm Tomat­en schon auf 184 Liter Wass­er. Denn die Tomat­en müssen gezo­gen, ange­baut, gepflegt, gedüngt und gewässert wer­den. Nach der Ernte wer­den sie gere­inigt, ver­packt und trans­portiert. Für nahezu jeden Schritt wird Wass­er ver­braucht. Die benötigte Wasser­menge bei einem Kilo­gramm Tomat­en klingt extrem hoch. Dabei ist die Tomate eines der wassersparsam­sten Lebens­mit­tel über­haupt. Für ein Kilo­gramm Rind­fleisch wer­den sagen­hafte 15.455 Liter Wass­er benötigt. Das liegt vor allem an der lan­gen Aufzucht der Rinder und der Pro­duk­tion der Fut­ter­mit­tel. Ein Kilo Kaf­fee benötigt sog­ar noch mehr: 21.000 Liter. Und die gle­iche Menge Kakao benötigt 27.000 Liter Wass­er. Diese Lebens­mit­tel ver­brauchen also jede Menge Wasserressourcen.

Wasserver­brauch unter­schiedlich­er Produkte
1 kg Tomaten184 l
1 kg Weizen1.826 l
1 kg Eier3.300 l
1 kg Schweinefleisch4.730 l
1 kg Baumwolle11.000 l
1 kg Rindfleisch15.455 l
1 kg Kaffee21.000 l
1 kg Kakao27.000 l
T-Shirt2.200 l
Jeans8.000 l
Pkw (im Durchschnitt)400.000 l

Im Ver­gle­ich dazu wirken die 400.000 Liter Wass­er für die Pro­duk­tion eines Autos fast wenig. Aber das ist es keines­falls. Denn die Her­stel­lung eines durch­schnit­tlichen Kraft­fahrzeugs ver­braucht im Ver­gle­ich genau­so viel Wass­er, wie 10 Per­so­n­en 55 Jahre lang in Form von Trinkwass­er zum Leben benöti­gen. Da liegt ein Teil des Prob­lems: Wir ver­brauchen zu viel. Nach dieser Betra­ch­tungsweise ver­brauchen die Deutschen pro Tag und Per­son 4.000 bis 5.000 Liter Wass­er. Also über 40 Mal mehr, als wir aus dem Wasser­hahn nehmen.

Das große Problem des hohen virtuellen Wasserverbrauchs

Folgen von zu hohem Wasserverbrauch

Eine andere Dimen­sion des hohen virtuellen Wasser­brauchs ist das Prob­lem der Herkun­ft: 184 Liter je Kilo Tomat­en sind ein gerin­geres Prob­lem, wenn die Tomat­en aus Deutsch­land kom­men oder im heimis­chen Garten ange­baut wer­den. Doch den Großteil importieren wir aus Südspanien, ein­er Region, in der die Ressource Wass­er generell knapp ist. Daher wird dort kün­stlich bewässert und die Grund­wasser­vor­räte nehmen immer mehr ab. Eine totale Vertrock­nung durch den Anbau von Tomat­en und auch Erd­beeren dro­ht in diesen Gebi­eten. Anders ist das beispiel­sweise beim Kakao, der am regen­re­ichen Äqua­tor ange­baut wird und über­wiegend natür­lich bewässert wird.

Wasserver­brauch bei der Pro­duk­tion von Kleidung

Bish­er haben wir uns über­wiegend den Wasserver­brauch in der Lebens­mit­tel­pro­duk­tion ange­se­hen. Aber natür­lich bet­rifft das auch alle anderen pro­duzieren­den Gewerbe – und so auch die Pro­duk­tion von Klei­dung. Beson­ders die Pro­duk­tion von Baum­wolle benötigt viel Wass­er: Unge­fähr 11.000 Liter pro Kilo­gramm. So schlägt ein T-Shirt mit 2.200 Litern zu Buche und eine Jeans mit 8.000 Litern.

Tipps, um virtuelles Wasser zu sparen

Tipps fuer geringeren Wasserverbrauch

Unseren eige­nen Wasser­ab­druck kön­nen wir durch unseren Kon­sum steuern. Im Beispiel der oben genan­nten Erd­beeren soll­ten wir also lieber auf heimis­che Erd­beeren zurück­greifen, die bei uns ange­baut wur­den und geringe Trans­portwege zurück­gelegt haben. Es gilt das bekan­nte Cre­do, dass regionale Lebens­mit­tel bevorzugt wer­den soll­ten. Genau­so soll­test du auch auf saisonale Lebens­mit­tel acht­en. Also Erd­beeren nur dann kaufen, wenn dafür auch die Sai­son in Deutsch­land ist. Wann welche Gemüse- und Obst­sorten Sai­son haben, zeigt unser Saisonkalen­der auf einen Blick.

Außer­dem soll­test du von Lebens­mit­teln mit aufwendi­gen Ver­pack­un­gen Abstand nehmen. Plas­tikschalen, Folien und bedruck­te Kar­tons benöti­gen einen hohen Produktions- und somit auch Wasser­aufwand. Ganz grund­sät­zlich spielt auch deine Pla­nung bei dem The­ma eine Rolle. Du soll­test ide­al­er­weise immer mit Einkauf­szettel und einem konkreten Essen­s­plan einkaufen gehen. Denn kauf­st du zu viel, wird viel wegge­wor­fen und das ist wiederum prob­lema­tisch für deinen Wasser­ab­druck. Natür­lich kannst du auch Pro­duk­te mit hohem Wasserver­brauch ver­mei­den oder zumin­d­est bewusster und sel­tener genießen. Dazu zählen Kakao genau­so wie Kaf­fee, Fleisch, Nüsse oder Hirse.

Auf aquapath-project.eu kannst du deinen Wasser­fußab­druck berech­nen. Dieser Rech­n­er gibt dir einen Überblick über deinen aktuellen Wasserver­brauch und zeigt Opti­mierungspoten­ziale auf.

Fazit zum Verbrauch von virtuellem Wasser

Sichtbares und virtuelles Wasser sparen

Wenn du Wass­er sparen möcht­est, geht es nicht nur darum, weniger sicht­bares Wass­er zu ver­brauchen, beispiel­sweise durch nach­haltiges Waschen, kurze Duschzeit­en etc. Auch jedes Pro­dukt, das wir kaufen, hat seinen eige­nen Wasserver­brauch in der Her­stel­lung. Dieser ist oft­mals viel höher als unser sicht­bar­er täglich­er Ver­brauch. Ger­ade Fleisch benötigt sehr viel Wass­er in der Pro­duk­tion. Du kannst deinen Wasser­fußab­druck ver­ringern, indem du darauf acht­est, region­al und saison­al zu kaufen. Aber auch ein gerin­ger­er Kon­sum von prob­lema­tis­chen Lebens­mit­teln wie Kaf­fee, Fleisch, Nüssen, Kakao etc. ver­ringert deinen virtuellen Wasserver­brauch. Kom­plett verzicht­en musst du nicht, aber bewusster und sel­tener genießen hil­ft der Umwelt schon sehr und schont wichtige Wasser­res­sourcen. In unserem Rat­ge­ber zum The­ma „ökol­o­gis­chen Fußab­druck ver­ringern“ bekommst du weit­ere Tipps für einen nach­halti­gen Alltag.

Glas einfrieren: Plastikfrei Lebensmittel aufbewahren

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Plastikfrei ist nicht nur gesünder, sondern schont auch Ressourcen und die Umwelt. Wir zeigen dir, wie du Lebensmittel im Glas einfrieren kannst und was es dabei zu beachten gilt.

Kraeuter im Glas einfrieren

Üblicherweise frieren wir übrig gebliebene Lebensmittel in Gefrierbeuteln oder Plastikdosen ein. Eine gute Möglichkeit, Essen länger haltbar zu machen, Vorräte anzulegen und Reste nicht einfach wegzuschmeißen. Einfrieren ist also nachhaltig, allerdings gilt das nicht für Plastik. Kunststoffe werden meist auf Basis von Erdöl produziert und sind nicht abbaubar. Außerdem belasten wir unsere Umwelt immer stärker mit Mikroplastik. Im Glas einfrieren ist deshalb eine umweltschonende und gute Alternative.

Im Glas…

Ich bin Steven und ich liebe die Natur, verrückte Ideen, Lissabon und den Fahrtwind auf meinem Rennrad. Und ich liebe es, immer wieder meine Grenzen auszutesten. Dafür laufe ich zum...

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