Nachhaltiger Kleiderschrank: Reparieren statt wegwerfen

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Hand aufs Herz: Kein Men­sch würde sein Fahrrad wegen eines plat­ten Reifens entsor­gen oder sein Auto wegen eines Stein­schlags zur Schrott­presse brin­gen.

Naehzeug Kleidung Reparieren Utensilien

Doch bei einem Loch in der Socke oder bei einem kaput­ten Reißver­schluss in der Jacke ist der Entschluss zum Neukauf schnell gefasst. Dabei ist es erstens gar nicht schw­er, Klei­dungsstücke zu repari­eren und zweit­ens auch meis­tens viel gün­stiger. Und die ver­längerte Lebens­dauer unser­er Klei­dung würde nicht nur unserem Geld­beu­tel zu Gute kom­men, son­dern auch der Umwelt: Mit ein­er Reparatur wer­den näm­lich die Ressourcen, Emis­sio­nen, Abfall und Abwass­er ges­part, die zur Pro­duk­tion neuer Klei­dung nötig gewe­sen wären. Damit du von nun an deine Klei­dung selb­st repari­eren kannst, haben wir hier prak­tis­che Tipps und Tricks für dich zusam­men geschrieben!

„Jed­er von uns kauft im Schnitt 12 Kilo Klei­dung im Jahr und entsorgt vieles viel zu früh.”

Socken stopfen

Loch In Der Socke Stopfen

Um ein Loch in der Socke zu stopfen, muss man kein Handarbeits-Profi sein. Alles was du dafür brauchst, sind Stof­f­garn (am besten in der passenden Farbe zur Socke), eine Stopf­nadel (die ist in der Regel etwas stumpfer und dick­er als eine Näh­nadel. Wenn du keine Stopf­nadel zur Hand hast, kannst du aber auch eine gewöhn­liche Nadel nehmen) und einen Stopf­pilz bzw. ein Stopfei (das sind Gegen­stände aus Holz, die in die Socke gesteckt wer­den, um das Loch „bess­er sicht­bar“ zu machen. Alter­na­tiv funk­tion­iert das Ganze aber auch mit einem Ten­nis­ball). Dann erfol­gt das Stopfen eines Lochs in drei Schrit­ten:

Utensilien Zum Socken Naehen

1. Sich­ern

Zunächst wird der Rand des Lochs gesichert, damit sich dieses nicht mehr ver­größern und weit­er aus­fransen kann. Dafür ein­fach einen Stopf­faden in kleinen Stichen um den Rand des Lochs „herum­fädeln“.

2. Waagerecht arbeit­en oder Quer­fä­den

Jet­zt begin­nt die Stop­far­beit im Grunde erst! Spanne dafür ein dicht­es Netz aus dem Stopf­faden quer über das Loch. Wichtig: Die Fäden müssen dicht liegen. Befes­tige sie jew­eils an den Sicherungsstichen, damit diese umschlossen sind.

3. Senkrecht schließen bzw. Längs­fä­den:

Wenn das Loch mit den waagerecht­en Fäden bedeckt ist, kannst du die Längs­fä­den einar­beit­en, die deine Stop­far­beit abschließen. Dafür arbeitest du ähn­lich wie bei den Quer­fä­den in Hin- und Rück­rei­hen, die wieder im Sicherungs­faden einge­hängt wer­den. Der Unter­schied: Dies­mal zieht man nicht mehr ein­fach nur Fäden über das Loch, son­dern fädelt diese abwech­sel­nd über und unter die bere­its vorhan­de­nen waa­grecht­en Fäden ein. So entste­ht ein sehr sta­biles, eng­maschiges Git­ter­netz.

Jeans flicken

Loch In Jeans Hose Flicken

In der Regel hält eine Jeans viel aus, doch durch Hin­fall­en oder sehr häu­figes Tra­gen kann es doch zu dem ein oder anderen Loch in der Hose kom­men. In diesem Fall musst du aber nicht gle­ich eine neue Jeans kaufen, son­dern kannst diese auch repari­eren.

Auf­bügeln oder nähen?

Wer nicht so gerne näht oder es nicht so gut kann, der kann mit einem Flick­en zum Auf­bügeln arbeit­en. Dafür muss man die Jeans ein­fach auf eine feste Unter­lage leg­en, damit die Stelle mit dem Riss ganz flach und glatt liegt. Am besten bügelt man ein­mal über die Stelle. Nun kann der Bügelflick­en so posi­tion­iert wer­den, dass das Loch nicht mehr zu sehen ist. Jet­zt nur noch über den Flick­en bügeln (ohne Dampf) und danach prüfen, ob wirk­lich alle Eck­en an der Hose kleben. Wenn nicht, dann den Bügelvor­gang wieder­holen. Nun sollte die Jeans ein paar Stunden ruhen, damit der Kleb­stoff des Auf­bü­glers fest wer­den kann. Diejeni­gen, die sich etwas mehr in Sachen Han­dar­beit zutrauen, die kön­nen ihre Jeans auch etwas „pro­fes­sioneller“ flick­en. Alles, was du dafür brauchst, ist eine Näh­mas­chine mit Ger­ad­stich und Rück­wärts­gang, Stick­vlies und ein passendes Garn.

Jeans Flicken Mit Naehmaschine

Schritt 1: Zunächst musst du die Hose auf links ziehen. Danach wird das Stück Stof­fvlies auf den Riss posi­tion­iert und mit Steck­nadeln fix­iert.

Schritt 2: Jet­zt wird die Hose wieder ganz vor­sichtig auf rechts gedreht. Es geht an die Näh­mas­chine: Ziehe das Loch straff und beginne mit einem Ger­ad­stich immer wieder über das Loch zu nähen (vor­wärts und rück­wärts). Je dichter du dabei nähst, desto schön­er wird hin­ter­her das Ergeb­nis.

Schritt 3: Nun kannst du mit dein­er Reparatur abschließen. Dafür kann das Stick­vlies an der Innen­seite der Jeans ein­fach abgeris­sen wer­den.

Knopf annähen

Anleitung Knopf Fest Naehen

Einen Knopf wieder zu befes­ti­gen, ist vielle­icht die leicht­este Reparatur, die man an sein­er Klei­dung vornehmen kann, DENNOCH: Statt es „irgend­wie“ zu machen, erfährst du hier, wie man einen Knopf so annäht, dass er garantiert nicht so schnell wieder abreißt. Alles was du dafür brauchst sind eine Näh­nadel, passendes Garn, eventuell einen Fin­ger­hut und falls der vorherige Knopf abhan­den gekom­men sein sollte, brauchst du natür­lich einen Ersatz­knopf. 

Aneitung Knopf Mit Nadel Per Hand Annaehen

Nüt­zliche Helfer fürs Repari­eren find­est du auch auf otto.de:

Schritt 1: Zunächst ein­mal wird das Garn durch die Nadel gefädelt. Wenn das gelun­gen ist, wird der Faden am Ende so ver­knotet, dass er nicht mehr durch den Stoff und den Knopf rutschen kann.

Schritt 2: Nun wird der Knopf auf die Stelle gelegt, an die er angenäht wer­den soll. Steche nun auf der Rück­seite des Klei­dungsstück­es mit der Nadel ein, und zwar genau an der Stelle, an der sich eines der bei­den Löch­er befind­et und ziehe den faden bis zum Ende durch. Steche nun mit der Nadel von oben in das zweite Loch und ziehe den Faden straff.

Schritt 3: Und so geht es weit­er: Führe die Nadel wieder von unten durch den Stoff und durch das erste Loch, dann wieder von oben durch das zweite Loch und den Stoff. Diesen Vor­gang wieder­holst du in etwa fünf Mal.

Schritt 4: Zum Schluss wird der Faden auf der Rück­seite des Stoffes ver­knotet und die Enden danach abgeschnit­ten.

Knopf annähen mit der Näh­mas­chine

Um einem Knopf mit ein­er Näh­mas­chine anzunähen, benutzt du am besten einen Knop­fan­näh­fuß. Dieser hil­ft dabei, den Knopf so zu fix­ieren, dass er an Ort und Stelle bleibt und nicht ver­rutscht. Dafür muss der Knop­fan­näh­fuß so über dem Knopf posi­tion­iert wer­den, dass die Knopflöch­er in der Mitte des Näh­fußes zu sehen sind. Danach muss die Stich­bre­ite auf den Abstand zwis­chen den Löch­ern eingestellt wer­den und die Näh­mas­chine erledigt den Rest qua­si von alleine. Am Ende den Faden noch ordentlich ver­knoten – fer­tig!

Reißverschluss reparieren

Reissverschluss Reparieren Tipps

Jed­er ken­nt dieses Prob­lem: Der Reißver­schluss ist kaputt. Das passiert meis­tens in den Augen­blick­en, in denen man es am wenig­sten gebrauchen kann. Doch keine Sorge! In den meis­ten Fällen lassen sich Reißver­schlüsse mit eini­gen Tricks wieder zum Laufen brin­gen. Sog­ar, wenn man denkt, dass dieser gän­zlich kaputt wäre.

Der Zip­per

Der größte Schwach­punkt eines Reißver­schlusses ist der Zip­per oder auch Schieber genan­nt. Wird die Belas­tung zu groß, kann dieser brechen oder abreißen. Wenn „nur“ der Griff abge­brochen ist, gibt es eine ein­fache Lösung: einen Schlüs­sel­ring! Fädle diesen in die Öse des Gleit­ers und schon hast du einen super Ersatz! Eben­falls eine funk­tions­fähige Lösung: Ein­fach eine Büroklam­mer oder ein Stück Kordel­band durch die Öff­nung fädeln.

Schieber Vom Reissverschluss

Reißver­schluss schließt nicht mehr

Wenn der Reißver­schluss nicht mehr richtig schließt, kann es daran liegen, dass der Zip­per „aus­geleiert“ ist und die bei­den Seit­en nicht mehr fest genug ineinan­der verzah­nen kann. Mit etwas Geschick kann man dieses Prob­lem aber wieder lösen: Meis­tens hil­ft es schon, wenn man den Zip­per vor­sichtig mit ein­er Zange ein biss­chen zusam­men­drückst. Fällt dir bei ein­er näheren Beobach­tung des Reißver­schlusses auf, dass das Prob­lem an einem fehlen­den Zahn im unteren Bere­ich liegt, musst du das Klei­dungsstück trotz­dem nicht entsor­gen oder den Reisver­schluss kom­plett aus­tauschen. Nähe die Stelle ein­fach mit ein­er Nadel und einem Faden zu. So kannst du den Reißver­schluss zwar nicht mehr voll­ständig öff­nen, aber in den meis­ten Fällen bleibt das Klei­dungsstück trag­bar.

Der Reißver­schluss klemmt

Der Reißver­schluss klemmt, man fum­melt und zieht hek­tisch daran herum und macht es im End­ef­fekt meis­tens noch schlim­mer. Dabei helfen oft einige Haus­mit­tel, um den Reißver­schluss wieder zum Laufen zu bekom­men, wie zum Beispiel Kerzenwachs. Ein­fach den Zip­per mit etwas kaltem Wachs ein­reiben und den Ver­schluss anschließend mehrmals hin-und herziehen, damit alle Reißver­schlusszähne etwas abbekom­men. Meis­tens reicht das schon, damit sich der Schieber wieder flüs­sig nach oben und unten bewe­gen kann. Den gle­ichen Effekt haben übri­gens auch ein trock­enes Stück Seife oder die Miene eines Bleis­tifts. Ist das Prob­lem noch immer nicht behoben, kön­nen ver­bo­gene Reißver­schlusszähne Schuld sein. Diese kann man vor­sichtig mit ein­er kleinen Zange wieder ger­ade biegen.

Fazit

Pro­bieren geht über studieren und wenn es mal nicht klappt, kannst du es immer noch auf andere Art und Weise ver­suchen mit der Reparatur. Dann kön­nte ein soge­nan­ntes Repair Café das richtige für dich sein. Hier kann man zusam­men­sitzen, Kaf­fee trinken und gemein­sam tüfteln. Der große Vorteil: Es macht Spaß und die Reparatur kostet keinen Cent.

DIY Campingkocher aus einer Blechdose bauen

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Sommer, Sonne, Campingzeit. Endlich mal wieder mit dem Zelt oder dem Camper-Van losziehen, einen schönen Spot am See oder Meer aussuchen und in freier Natur übernachten. Das macht nicht nur Spaß, sondern bringt dich auch runter und entspannt. Für so einen Trip ist es immer gut, wenn du ein bisschen Equipment zum Kochen am Start hast. Oder zumindest eine Möglichkeit hast, dir morgens einen Kaffee zu kochen.

Eine beliebte Heizquelle ist dabei der gute alte, mit Gas betriebene Campingkocher. Die Hobos, nordamerikanische Wanderarbeiter, die Anfang des 20. Jahrhunderts unterwegs waren, hatten nicht so einen komfortablen Kocher. Sie bauten sich aus…

Moin, ich bin Jana und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es bald mehr Plastik im Ozean gibt als Fische. Genau diese schreckliche Prognose hat mich dazu...

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