Mehr Nachhaltigkeit im Haushalt: 9 Tipps

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Nach­haltigkeit fängt im All­t­ag schon bei den kleinen Din­gen an und ist gar nicht anstren­gend und kom­pliziert, wie du vielle­icht denkst. Das beweisen auch unsere 9 ein­fachen Öko-Tipps für den Haushalt.

Kaffee Im Bett

Jeden Tag ver­brauchen wir Ressourcen und pro­duzieren Müll. Im Durch­schnitt ver­braucht jed­er von uns für Hygiene, den Toi­let­ten­gang, Kochen und Wäsche waschen etwa 127 Liter Wass­er am Tag. Im eige­nen Haushalt ver­brauchen wir pro Tag durch­schnit­tlich 4,9 kWh, um elek­trische Geräte vom Kühlschrank bis zum Smart­phone zu betreiben. Und wenn wir diese Geräte kaufen, entste­ht Ver­pack­ungsmüll. In den pri­vat­en Haushal­ten sind das etwa 600 Gramm pro Tag und Per­son. Jet­zt kannst du natür­lich argu­men­tieren, dass in der Indus­trie viel mehr Wass­er ver­braucht wird, der Verkehr mehr Energie benötigt und im Gewerbe mehr Abfälle entste­hen. Das ist richtig. Den­noch steuern die Pri­vathaushalte erhe­blich zum oben genan­nten Ressourcenver­brauch bei. Diesen Ver­brauch haben wir mit unseren täglichen Entschei­dun­gen in der Hand und kön­nen ihn ganz unab­hängig von der Poli­tik und Geset­zesän­derun­gen reduzieren. Denn mit vie­len kleinen Tricks und Tipps lassen sich von heute auf mor­gen Wass­er, Strom und die Ressourcen unser­er Erde sparen – und dafür ist es gar nicht notwendig, teure Anschaf­fun­gen zu tätigen.

Ökologisch leben – 9 Tipps für den Haushalt:

1. Nachhaltig heizen

Temperatur Im Zimmer

Wer mit mehreren Kol­legin­nen und Kol­le­gen in einem Büro arbeit­et, ken­nt in den Win­ter­monat­en den Stre­it um Heizungs­ther­mo­stat und Fen­ster. Der eine mag es lieber muck­e­lig warm, die andere lieber etwas küh­ler. Zum Glück kann es Zuhause jed­er so machen, wie er oder sie es für ide­al hält. Tat­säch­lich ist es so, dass du deinen Ver­brauch um sechs Prozent reduzieren kannst, wenn du die Raumtem­per­atur nur um einen Grad senkst. Dabei gel­ten für jeden Raum andere Tem­per­a­turempfehlun­gen. Im Flur kann es wesentlich käl­ter sein, da du diesen nur auf deinen Wegen von Zim­mer zu Zim­mer passierst. 15 Grad wer­den für den Flur emp­fohlen. Für Schlafräume sind es 16 bis 18, in der Küche 18 bis 19, im Wohnz­im­mer und Kinderz­im­mer 20 und im Badez­im­mer 22 Grad. Wichtig: Es ist energies­paren­der, mit möglichst kon­stan­ter Tem­per­atur zu heizen, als häu­fig zwis­chen niedriger und hoher Tem­per­atur zu wechseln.

2. Intelligent lüften

Richtig Lueften

Kip­plüften sollte bei niedri­gen Tem­per­a­turen generell ver­mieden wer­den. Das kühlt die Räume nur unnötig aus. Stattdessen spart Stoßlüften Heizkosten und ist effek­tiv­er. Nach dem Schließen der Fen­ster soll­test du 15 Minuten warten, bis du die Heizung wieder auf­drehst. Warum? Die Wände spe­ich­ern Wärme und geben sie nach und nach wieder ab. Nach dem Kochen in der Küche oder dem Duschen im Bad soll­test du direkt Stoßlüften. Das entzieht dem Raum Feuchtigkeit und reduziert die Gefahr von Schim­mel­bil­dung. Dafür am besten die Türen zu den anderen Räu­men geschlossen hal­ten, damit keine Wärme ver­loren geht.

3. Leitungswasser trinken

Wasser aus Der Leitung Trinken

Leitungswass­er hat in Deutsch­land eine sehr gute Qual­ität. Es hat daher über­haupt nicht notwendig Wass­er im Super­markt zu kaufen. Denn gekauftes Min­er­al­wasser wird häu­fig über weite Streck­en trans­portiert. Es ver­braucht bis zur Bere­it­stel­lung bis zu 1.000 Mal mehr Energie als Leitungswass­er. Darin ist auch die unnötige Ver­pack­ung ein­gerech­net. Daher besorge dir doch lieber eine Mehrwegflasche und zapfe dein Wass­er ein­fach aus dem Hahn. Ein Liter Leitungswass­er statt Min­er­al­wass­er pro Tag spart im Jahr ganze 70 kg Kohlen­stoff­diox­id. Das ist so viel, wie ein durch­schnit­tlich­es Auto auf 370 Kilo­me­tern Strecke produziert.

4. Verpackungsfrei einkaufen

Unverpackt Einkaufen

Einen Jute­beu­tel zum Einkaufen mit­nehmen, machen inzwis­chen extrem viele Men­schen. Für Spontan-Einkäufe lohnt es sich immer einen Beu­tel in der Tasche dabei zu haben. Beim Einkaufen soll­test du darauf acht­en aufwendi­ge Ver­pack­un­gen zu ver­mei­den. Einige Obst- und Gemüs­esorten gibt es beispiel­sweise kom­plett ohne Ver­pack­ung. Oder du suchst nach Alter­na­tiv­en. Diese sind zum Beispiel die soge­nan­nten Unverpackt-Läden. In einem türkischen Super­markt bekomme ich Ruco­la im Bund und nicht wie beim Dis­counter in ein­er Plas­tikschale. Habe ich die Möglichkeit Plas­tik zu sparen, dann nutze ich diese Alter­na­tiv­en. Plas­tik­frei und frisch ist in jedem Fall immer ein Mark­tbe­such. Also informiere dich doch mal, wo in dein­er Nähe sich ein Markt befindet.

5. Mehrwegdosen für Lebensmittel

Mehrweg Dosen

Mehrwe­gen­dosen sind in jedem Fall bess­er, als Lebens­mit­tel per­ma­nent mit Alu- oder Frischhal­te­folie zu umwick­eln. Bei den Mehrweg­dosen gibt es nur ein einziges Mal einen Ressourcen- und Pro­duk­tion­saufwand, während bei der anderen Lösung per­ma­nent Mate­ri­alen ver­braucht wer­den. Es geht zugegeben etwas gegen den Kom­fort, ist aber reine Gewöh­nungssache. Wichtig ist in diesem Zusam­men­hang auch zu prüfen, wo welche Lebens­mit­tel gelagert wer­den. Gurken wer­den beispiel­sweise im Kühlschrank matschig und Tomat­en mehlig, während Salate länger frisch bleiben. Außer­dem soll­test du möglichst keine war­men Lebens­mit­tel­reste in den Kühlschrank leg­en, weil dann viel Energie benötigt wird, um diesen wieder abzukühlen. Also drehe den Effekt um und lasse Lebens­mit­tel aus dem Tiefküh­ler doch ein­fach über den Tag im Kühlschrank auf­tauen. So nimmst du deinem Kühlschrank etwas Arbeit ab.

6. Meal Prep

Lunch In Einer Dose

Die klas­sis­che Brot­dose war schon in mein­er Schulzeit mein täglich­er Begleit­er. Wenn du vorkochst und dein Lunch mit nimmst, isst man meis­tens nicht nur gesün­der, son­dern spart auch jede Menge Geld und Abfall. Natür­lich geht man beim Arbeit­en dann doch gerne mal zur Mit­tagszeit essen oder holt sich etwas ins Büro. Dabei entste­ht wieder jede Menge Müll. Daher lagere doch auf dein­er Arbeit ein paar Dosen und nimm sie mit, wenn du dir etwas zum Mit­tag ins Büro holst. Eine Fre­undin hat dieses Konzept bei ihrem Arbeit­ge­ber für alle Kol­legin­nen und Kol­le­gen umge­set­zt und hat mit eini­gen Restau­rants auch noch kleine Rabat­te aus­ge­han­delt. Ein pos­i­tiv­er Anreiz, der funktioniert.

7. Effektive Hausmittel

Orangenscheiben

Es gibt unzäh­lige Reini­gungsmit­tel für unzäh­lige Anwen­dungszwecke. Dabei helfen meis­tens auch Omas Tipps von früher. Mot­ten wer­den beispiel­sweise durch Laven­del­blüten­säckchen oder ein Stück Zed­ern­holz ver­trieben. Lässt der Geruch vom Zed­ern­holz nach, dann ein­fach mit etwas Schleif­pa­pi­er anschleifen und der Motten-Schreck ist erneuert. Äpfel wirken nach­weis­lich gegen den Geruch von neuen Holzmö­beln und wenn du gerne einen frischen Geruch im Schlafz­im­mer haben möcht­est, dann leg doch dort deine Orangen­schalen für ein paar Tage zum Trock­nen auf der Heizung ab.

8. Ökologisch putzen

Oekologisch Putzen

Es gibt tat­säch­lich Spezial­reini­gungsmit­tel wie „Mikrow­ellen­reiniger“ oder „Back­ofen­spray“. Dabei kön­nen bei­de Küchengeräte auch ein­fach mit Wass­er und Seife gere­inigt wer­den. Denke immer daran, dass es auch ein­fachere Haus­mit­tel als Lösung gegen Schmutz gibt. Essig ist als Haushalt­sreiniger und Entkalk­er bekan­nt. Vor allem den Wasserkocher bekommst du mit einem Schuss Essig und etwas Wass­er wieder auf Hochglanz. Und zwar von innen. Essig und Salz als Gemisch helfen dir Töpfe zu reini­gen, Olivenöl kannst du als Poli­tur für deinen Küchen­tisch nehmen und Natron als Ble­ich­mit­tel für Geschirrtücher.

9. Nachhaltig Wäsche waschen

Energiesparend Waschen

Du soll­test unbe­d­ingt mal aus­pro­bieren deine Wäsche mit Waschnüssen zu waschen. Die Früchte des Soapnut-Baumes, punk­ten in Sachen Sauberkeit, Weich­heit, Preis und vor allem auch Umweltverträglichkeit. Pro Waschladung habe ich je nach Ver­schmutzung immer drei bis sechs Nüsse gek­nackt, den Kern im Bio­müll entsorgt und die Schalen in einem kleinen Säckchen zur Wäsche gegeben. Das Resul­tat war über­raschend gut, nur am blu­mi­gen Geruch fehlte es. Bei diesen Exper­i­menten ist mir aufge­fall­en, dass nicht jedes T-Shirt nach jedem Tag gewaschen wer­den muss. Und bei dick­en Pullovern oder Jack­en hil­ft es manch­mal auch diese einen Tag auszulüften. Wenn dann doch gewaschen wird, dann pro­biere auf jeden Fall das Öko­pro­gramm dein­er Waschmas­chine, reduziere die Waschzeit und Tem­per­atur. Außer­dem sollte sie immer gut gefüllt sein. Weich­spüler soll­test du, wenn möglich nicht nutzen oder auf ein Min­i­mum reduzieren. Warum? Weich­spüler enthal­ten umweltschädliche Ten­side, die in der Pro­duk­tion und Entsorgung viel Strom und Wass­er verbrauchen.

Pro­duk­te für einen nach­halti­gen Haushalt find­est du auch auf otto.de:

Fazit

Alltag Gruener Gestalten

Viel zu sel­ten macht man sich bewusst, wie ein­fach es sein kann Nach­haltigkeit im All­t­ag zu inte­gri­eren. Denn dafür muss man nicht sein ganzes Leben auf den Kopf stellen, son­dern ein­fach etwas acht­samer han­deln. Wahrschein­lich fällt dir sog­ar auf, dass du vieles schon instink­tiv richtig machst. Das ist super, denn jed­er kleine Schritt bewirkt am Ende etwas Großes. Wenn du noch mehr machen möcht­est, kön­ntest du darü­ber nach­denken ein paar Tage im Monat auf Fleisch zu verzicht­en oder sog­ar veg­an zu leben. Außer­dem kön­ntest du immer mal wieder ver­suchen Plas­tik für eine Zeit strikt aus deinem Leben zu ver­ban­nen. Solche Chal­lenges sind nicht nur gut für die Umwelt, son­dern schär­fen auch dein Bewusst­sein in Sachen Nachhaltigkeit.

No-Poo: Haare waschen ohne Shampoo

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Perfekt gepflegte Haare – und das ganz ohne Shampoo No-Poo? Das klingt jetzt erstmal nicht so appetitlich, wenn wir ehrlich sind, oder? Doch mit No-Poo ist einfach nur eine Haarpflege-Methode ohne ShamPOO gemeint. Ok, jetzt denkt ihr, das macht es auch nicht besser oder ihr fragt euch vielleicht: Wie sollen Haare und Kopfhaut ohne Shampoo sauber werden? Nur um das klarzustellen, mit No-Poo werden die Haare auch gereinigt, nur eben mit anderen Mitteln. In den herkömmlichen Shampoos findet man meist ungewollte, chemische und oft umweltschädliche Inhaltsstoffe. Naturkosmetik-Shampoos können eine gute Alternative sein, aber meist fand ich sie recht teuer…

Ich bin Steven und ich liebe die Natur, verrückte Ideen, Lissabon und den Fahrtwind auf meinem Rennrad. Und ich liebe es, immer wieder meine Grenzen auszutesten. Dafür laufe ich zum...

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