Kompost für den Balkon selber bauen

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Kom­postieren ist eine tolle Möglichkeit, Bio­müll sin­nvoll zu ver­w­erten. Du brauchst dafür keinen Garten, es reicht ein klein­er Balkon. Wir zeigen dir, wie du einen Kom­post für den Balkon sel­ber bauen kannst und wie du ihn richtig befüllst.

Kuechenabfaelle fuer den Balkon Kompost

Kom­postieren auf dem Balkon? Ja, das geht. Es braucht keinen großen Garten, son­dern lediglich ein paar Quadrat­meter, auf denen du deinen Kom­post für den Balkon sel­ber bauen kannst. Zwar gibt es auch einige Her­steller, die Mini-Kompostbehälter anbi­eten, aber wir möcht­en dir zeigen, dass du mit min­i­malem Aufwand und weni­gen Uten­silien deinen eige­nen Kom­postier­er bauen kannst. So sparst du Geld und kannst vielle­icht noch das eine oder andere Mate­r­i­al in bester Upcycling-Manier weit­er­ver­wen­den. Am Ende ver­w­ertest du deine Bio-Abfälle umweltscho­nend und kannst sog­ar ganz neben­bei deinen eige­nen Dünger sel­ber machen.

Anleitung: Kompost für den Balkon selber bauen

Kompost Balkon selber bauen aus Metalleimern

Statt Bio­müll ein­fach wegzuw­er­fen, kannst du die meis­ten dein­er Küchen­abfälle in wertvollen organ­is­chen Dünger ver­wan­deln – platzs­parend und nach­haltig. Wie das geht? Durch einen Balkon-Kompost. Es braucht näm­lich nicht immer gle­ich einen nach­halti­gen Garten. Du kannst in nur weni­gen Minuten einen Kom­post für den Balkon sel­ber bauen. Hier kommt unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Das brauchst du:

  • Metall- oder Plas­tik­tonne mit einem Fas­sungsver­mö­gen von 50 Litern und Deckel
  • passender flach­er Unter­set­zer, z.B. ein Blech mit hohem Rand oder eine Schale
  • Bohrmas­chine mit Flachfräsbohrer
  • Zoll­stock
  • 2 Kan­thölz­er
  • Holzsäge
  • Pappe zum Ausklei­den der Tonne
  • dünne Zweige zum Ausle­gen des Bodens

So geht’s:

  1. Bohre mit ein paar Zen­time­tern Abstand mehrere Löch­er in den Boden der Tonne und in die Seit­en. Sie dienen zur Belüf­tung und ermöglichen Wass­er und anderen Flüs­sigkeit­en ein prob­lem­los­es Ablaufen. Der Durchmess­er sollte nicht größer als 2,5 cm und min­destens 1 cm betragen.
  2. Nimm die äußeren Maße des Unter­set­zers. Säge die Kan­thölz­er cir­ca 5-10 cm länger zu, sodass sie später nicht so schnell vom Unter­set­zer rutschen.
  3. Platziere den Unter­set­zer dort, wo der Kom­post auf dem Balkon ste­hen soll.
  4. Lege die Kan­thölz­er für den Balkon-Kompost par­al­lel so auf den Unter­set­zer, dass die Tonne mit­tig auf den Hölz­ern ste­hen kann.
  5. Damit der Kom­post für den Balkon funk­tion­iert, musst du den Boden der Tonne mit ein­er Lage Pappe bedeck­en. Darü­ber legst du eine Schicht aus dün­nen Ästen und Zweigen. Die Pappe sorgt dafür, dass nichts durch die Löch­er im Boden fällt. Die Zweige gewährleis­ten eine gute Belüf­tung des Komposts.
  6. Stell die Tonne auf die Kan­thölz­er und schließe sie mit dem Deck­el. Fertig!

Gut zu wis­sen: Ob du eine Tonne aus Met­all oder Plas­tik als Basis für deinen Balkon-Kompost nimmst, bleibt dir über­lassen. Plas­tik hat den Vorteil, dass es leichter und preiswert­er ist. Oder du kannst eine alte Regen­tonne zum Kom­post für den Balkon upcy­clen. Im Laufe der Zeit kön­nen sich durch Gebrauch und Wit­terung aber Weich­mach­er und andere chemis­che Stoffe aus dem Mate­r­i­al lösen. So gelangt Mikro­plas­tik in Dünger und Humus. Nutzt du eine Met­all­tonne, passiert das nicht.

Kompost auf dem Balkon richtig befüllen

Biomuell zum Kompostieren auf dem Balkon

Bevor du dir einen Kom­post für den Balkon baust, ist es wichtig zu wis­sen, wie du ihn richtig nutzen kannst. Grund­sät­zlich gilt: Ein Kom­postier­er ist keine Biotonne. Das heißt, es dür­fen nicht alle Abfälle hinein, die du im Bio­müll entsor­gen würdest. Auch hier ist es wie beim nor­malen Abfall, der im Haushalt anfällt: Du musst ihn tren­nen. Damit du weißt, was auf den Kom­post darf und was nicht, haben wir eine Check­liste für dich:

  • rohe Obst- und Gemüsereste
  • fauliges Obst
  • Kartof­felschalen
  • Blu­men, Balkon- und Zimmerpflanzen
  • Tee­beu­tel und Filtertüten
  • Kaf­feer­este
  • Eier­schale
  • Tier- und Menschenhaare
  • Küchen­pa­pi­er und Zellstoff

Wichtig ist vor allem auch die Mis­chung zwis­chen trock­e­nen und feucht­en Abfällen, denn die Mikroor­gan­is­men, die das Kom­postgut in Humus umwan­deln, brauchen zur Zer­set­zung das richtige Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis. Achte beim Kom­postieren auf dem Balkon auf ein Ver­hält­nis von 60 bis 80 Prozent aus feucht­en Abfällen und 20 bis 40 Prozent trock­e­nen Bestandteilen. Aber auch auf eine gute Bal­ance aus groben und feinem sowie kohlen­stof­fre­ichen und stick­stof­fre­ichen Abfällen. Kohlen­stof­fre­ich sind beispiel­sweise Blät­ter und Pflanzen­reste. Viel Stick­stoff enthal­ten Kaf­fee und Tee. Unter ide­alen Bedin­gun­gen ist nach vier bis acht Wochen ein Frischkom­post fer­tig, der als Pflanzendünger ver­wen­det wer­den kann. Nach min­destens sechs Monat­en hast du einen Fer­tigkom­post, der sowohl dün­gende als auch boden­verbessernde Eigen­schaften aufweist. Tipp: Bei einem Haushalt mit vier Per­so­n­en kann ein Kom­post­be­häl­ter für den Balkon bis zu neun Monate dauern, bis er voll­ständig gefüllt ist. Nach einem Jahr kannst du den Inhalt in eine zweite Tonne umfüllen. Dadurch wird das Sub­strat umgeschichtet und gründlich durchlüftet.

Fehler beim Kompostieren auf dem Balkon

Mini Kompost Balkon richtig befuellen

Fehler beim Kom­postieren auf dem Balkon

Der Kom­post für den Balkon ist richtig gebaut und es befind­en sich nur biol­o­gis­che Abfälle darin. Trotz­dem funk­tion­iert es irgend­wie nicht so richtig. Dafür kann es viele Gründe geben, denn Kom­postieren ist eine Wis­senschaft für sich. Wenn du aber fol­gende häu­fige Fehler ver­mei­dest, sollte es klappen:

  1. Falsch­er Stan­dort: Der Balkon-Kompost sollte an einem halb­schat­ti­gen Ort ste­hen. Zu viel Sonne trock­net ihn aus, sodass der Ver­rot­tung­sprozess nicht opti­mal ablaufen kann. Da der Mini-Kompost durch die geschlossene Tonne vor Wind und Regen geschützt ist, brauchst du hier nichts weit­er beachten.
  2. Nicht richtig durch­mis­cht: Damit alles lock­er und luft­durch­läs­sig in der Kom­post­box geschichtet ist, soll­test du das Kom­postgut immer durch­mis­cht hineingeben. Es sollte nie eine dicke Schicht aus nur einem Abfall­pro­dukt, beispiel­sweise nur Eier­schalen oder nur Kaf­fee entste­hen. Son­st verdichtet sich der Kom­post und die Mikroor­gan­is­men kön­nen nicht richtig arbeit­en. Es entste­ht Schim­mel und die Organ­is­men ster­ben ab. Also immer grobe und feine, feuchte und trock­ene Abfälle mischen.
  3. Zu große Abfälle: Das Kom­postgut sollte möglichst klein sein, nicht gröber als 5 cm. Größere Teile ver­rot­ten nur sehr langsam.
  4. Falsches Kom­postgut: Nicht alles gehört auf den Kom­post. Du soll­test deshalb deinen Bio­müll nach Bio-Tonne und Kom­post tren­nen. Auf dem Balkon-Kompost haben Bana­nen­schalen, Ananass­chalen, Zitrusfrüchte und -schalen sowie Speis­er­este von Teig­waren, Fleisch, Fisch, Käse, Milch­pro­duk­te, Knochen und Asche nichts zu suchen.
  5. Zu feucht oder zu trock­en: Ist das Kom­postgut zu trock­en, laufen die Zer­set­zung­sprozesse nur sehr langsam oder gar nicht ab. Ein zu feuchter Kom­post enthält zu wenig Sauer­stoff. Darin kön­nen die notwendi­gen Mikroor­gan­is­men nicht über­leben. Tipp: Bei zu viel Feuchtigkeit Pappe oder Zell­stoff zugeben. Bei großer Trock­en­heit kannst du den Kom­post gießen. Dafür eignet sich eine Brennnes­sel­jauche, denn sie fördert zusät­zlich die Aktiv­ität der Organismen.
  6. Keine Mikroor­gan­is­men: Ohne kom­postierende Organ­is­men find­et keine Kom­postierung statt. Ein Gartenkom­post ste­ht auf frisch­er Erde, durch die Mikroor­gan­is­men, Würmer etc. in den Kom­post gelan­gen kön­nen. Das funk­tion­iert bei einem Kom­post für den Balkon nicht. Deshalb musst du mit fer­ti­gen Kom­post­startern arbeit­en. Diese Mis­chun­gen enthal­ten lebende Mikroor­gan­is­men, die sich im Kom­postgut ver­mehren können.

Fazit zum Balkon-Kompost

Biomuell nachhaltig entsorgen und verwerten

Kom­post hat viele pos­i­tive Eigen­schaften und ist eine beson­ders nach­haltige Art der Mül­lver­w­er­tung. Du kannst die zer­set­zten Abfälle als Dünger oder als frischen Humus für deine Pflanzen ver­wen­den. Und das nicht nur, wenn du einen Garten hast. Ein Kom­post für den Balkon lässt sich ganz leicht sel­ber bauen. Du brauchst dafür nur eine Tonne mit Deck­el aus Plas­tik oder Met­all, einen Unter­set­zer für ablaufend­es Wass­er, eine Bohrmas­chine und zwei Kan­thölz­er. Wichtig beim Kom­postieren auf dem Balkon: Du musst anfangs mit einem Kom­post­starter arbeit­en, da die für die Zer­set­zung notwendi­gen Mikroor­gan­is­men nicht wie im Garten durch den Boden in die Kom­post­box gelan­gen kön­nen. Wenn du auf einen opti­malen Stan­dort im Halb­schat­ten, eine gute Befeuch­tung und das richtige Kom­postgut acht­est, kannst du schnelle Ergeb­nisse erzie­len. Wichtig ist außer­dem, dass der Mini-Kompost immer gut durch­lüftet und lock­er geschichtet wird. Eine Alter­na­tive zum klas­sis­chen Balkon-Kompost ist übri­gens die Wurmk­iste. Sie kann auch in der Woh­nung ver­wen­det wer­den, da sie völ­lig geruchs­frei arbeit­et. Oder du machst einen Bokashi-Eimer für die Küche selber.

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