Nachhaltige Grill- und Kaminanzünder selber machen

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Im Som­mer sowie im Win­ter erle­ichtern Grill- und Kam­i­nanzün­der das Feuer­ma­chen. Han­del­sübliche Anzün­der beste­hen aber aus prob­lema­tis­chen chemis­chen Stof­fen, die die Gesund­heit und Umwelt gefährden. Wir zeigen, wie du nach­haltige Kam­i­nanzün­der sel­ber machen kannst.

Lagerfeuer vor einem Mini Van

Gril­lkohle oder Holz lassen sich manch­mal ein­fach nicht anzün­den. Deshalb greifen wir auf prak­tis­che Anzün­der zurück. Sie erle­ichtern uns unsere Arbeit enorm. Aber sie haben auch einen großen Nachteil: Für die Pro­duk­tion wer­den meist Stoffe aus Erdöl ver­wen­det und die sind alles andere als umwelt­fre­undlich. Zudem wer­den beim Ver­bren­nen von syn­thetis­chen Kamin- bzw. Gril­lanzün­dern gesund­heitss­chädliche Stoffe freige­set­zt, die wir einat­men. Eine nach­haltige und unprob­lema­tis­che Alter­na­tive: Kam­i­nanzün­der sel­ber machen. Hier erfährst du, wie das geht.

Warum sind selbst gemachte Anzünder besser?

Lagerfeuer mit selbst gemachten Grillanzuendern

Betra­chtet man das The­ma Grill- und Kam­i­nanzün­der von einem nach­halti­gen Stand­punkt, gibt es viele Argu­mente, die gegen die herkömm­lichen Vari­anten sprechen. Zum einen wird für die Pro­duk­tion Erdöl benötigt. Ein Rohstoff, der nicht nur äußerst begren­zt vorhan­den ist. Sein Abbau stellt auch eine erhe­bliche Belas­tung für die Umwelt dar. Unter anderem wer­den durch Offshore-Bohrungen Leben­sräume zer­stört und bei Unfällen, in denen gefördertes Öl unge­hin­dert aus­tritt, wer­den ganze Ökosys­teme auf lange Zeit verseucht und unwider­ru­flich geschädigt. Warum Erdöl noch prob­lema­tisch ist, erfährst du in unserem Rat­ge­ber „Was ist Erdöl“.

Grillanzeunder lagern

Syn­thetis­che Grill- und Kam­i­nanzün­der beste­hen aus Kerosin, Petro­le­um und N-Paraffin, die aus Erdöl gewon­nen wer­den. Nicht nur belas­tend für die Umwelt, son­dern auch für unsere Gesund­heit. Denn bei der Ver­bren­nung wer­den diese Stoffe zu Gas, das wir einat­men. Unser Organ­is­mus kann diese Stoffe nur schw­er abbauen und wird enorm geschädigt. Viele der ver­wen­de­ten Inhaltsstoffe ste­hen zudem in Ver­dacht, kreb­ser­re­gend zu sein. Ein weit­eres Argu­ment gegen han­del­sübliche Anzün­der ist der Ver­pack­ungsmüll. Oft wer­den neben Pap­pver­pack­un­gen auch zusät­zliche Plas­tikver­pack­un­gen genutzt. Ihre Pro­duk­tion und Entsorgung sind eben­falls große Belas­tun­gen für unsere Umwelt. Plas­tik lässt sich biol­o­gisch nicht abbauen und gelangt auf unter­schiedliche Wege ins Grund­wass­er, in den Nahrungskreis­lauf und unseren Organ­is­mus. Weit­ere Infor­ma­tio­nen zu diesem The­ma bekommst du in unserem Rat­ge­ber „Mikro­plas­tik: Die unsicht­bare Gefahr“.

Selbst gemachte Kaminanzuender aus Eierkarton

Eben­falls ein wichtiges Nach­haltigkeit­sar­gu­ment: Zero Waste. Wir verur­sachen in unserem All­t­ag sehr viel Müll, aber nicht alles muss auch wirk­lich weggeschmis­sen wer­den. Vieles lässt sich wieder- oder weit­er­ver­wen­den. Upcy­cling ist eine gute Möglichkeit, Müll zu reduzieren und gle­ichzeit­ig etwas Nüt­zlich­es zu machen. Das geht auch bei Gril­lanzün­dern und Co. Deshalb möcht­en wir dir zeigen, wie du Kam­i­nanzün­der sel­ber machen und dabei gle­ichzeit­ig Abfall­pro­duk­te wie Wach­sreste und Eierkar­tons ver­wen­den kannst.

Kaminanzünder selber machen mit Wachs und Eierkarton

Anzuender selber machen mit Eierkarton

Eigentlich ist es gar nicht schw­er, Anzün­der für den Kamin oder den Grill sel­ber zu machen. Nicht nur, dass die Zutaten­liste sehr kurz ist, auch die Anleitung selb­st ist kinder­le­icht. Die beliebteste Vari­ante ver­wen­det Eierkar­tons, Wachs und Späne.

Das brauchst du:

  • leeren Eierkar­ton
  • Wach­sreste von Kerzen
  • Säge­späne (Streu aus dem Haustierbe­darf) oder geschred­dertes Altpapier
  • Topf
  • großes Alt­glas, z. B. ein leeres Gurkenglas
  • Küchen­hand­schuh
  • großes Schraub­glas
Kaminanzuender aus Eierkarton selber machen

So geht’s:

1. Lege die Wach­sreste in das Glas. Größere Stücke kannst du mit der Hand zer­brechen, sodass sie schneller schmelzen und bess­er hineinpassen.

2. Fülle den Topf zu 1/3 mit Wass­er und erwärme es auf dem Herd. Es sollte nicht kochen, denn das Wachs darf nicht zu heiß wer­den. Wird Wachs großer Hitze aus­ge­set­zt, kann es sich selb­st entzünden.

3. Stelle das Glas in das Wasser­bad und lasse das Wachs voll­ständig schmelzen.

4. Fülle die Kam­mern des Eierkar­tons lock­er mit den Säge­spä­nen auf. Du soll­test sie nicht fest­drück­en, damit das Wachs später gut hin­durch­fließen und sie zusam­men­hal­ten kann.

Kaminanzuender DIY

5. Ist das Wachs flüs­sig, nimm das Glas mit einem Küchen­hand­schuh vor­sichtig aus dem Topf und gieße den Inhalt sofort in die befüll­ten Eierkar­tonkam­mern. Du kannst auch einen Löf­fel dafür nutzen.

6. Lass das Ganze ca. zwei Stunden abkühlen und kom­plett aushärten. Reiße die einzel­nen Kam­mern vor­sichtig mit der Hand ab und lege sie ins Schraub­glas. So schützt du sie vor Feuchtigkeit und sie bren­nen später besser.

3 alternative nachhaltige Kamin- und Grillanzünder DIYs

Kaminanzuender selber herstellen

Es gibt noch zahlre­iche andere umwelt­fre­undlichere Alter­na­tiv­en, wenn du Grill- und Kam­i­nanzün­der sel­ber machen möcht­est. Wir stellen dir drei ein­fach und prak­tis­che Vari­anten vor:

Selbst gemachte Kaminanzuender aus Tannenzapfen

Das brauchst du: 

  • kleine Kiefern­zapfen
  • Wach­sreste
  • Muffin­form
  • Küchen­hand­schuh
  • großes Schraub­glas

So geht’s:

  • Lege die Wach­sreste in die Muffin­form und schmelze sie langsam im Ofen bei 90 Grad.
  • Hol die Muffin­form mit dem Hand­schuh aus dem Ofen und stell die Kiefern­zapfen in die Mulden. Am besten soll­ten die Zapfen schon sehr aufge­sprun­gen sein. So kann sich das Wachs bess­er in den Ver­tiefun­gen sammeln.
  • Lass die selb­st gemacht­en Kam­i­nanzün­der min­destens zwei Stunden aushärten. Hole sie dann vor­sichtig aus der Muffin­form. Dann kannst du sie im trock­e­nen Schraub­glas lagern.
Kaminanzuender selber machen aus Korken

Das brauchst du:

  • Korken (Achtung nur echte aus Kork, keine Synthetischen)
  • Wach­sreste
  • Papp­bech­er
  • Topf
  • großes Alt­glas, z. B. ein leeres Gurkenglas
  • Küchen­hand­schuh
  • großes Schraub­glas

So geht’s:

  • Lege die Wach­sreste in das Glas und schmelze sie im Topf-Wasserbad auf dem Herd langsam und ohne große Hitze.
  • Zer­brösel die Korken in möglichst kleine Stücke und fülle den Papp­bech­er damit zu 1/3.
  • Ist das Wachs kom­plett flüs­sig, hole das Glas mit dem Hand­schuh vor­sichtig aus dem Topf und gieße das Wachs in den Becher.
  • Lass die selb­st gemacht­en Kam­i­nanzün­der min­destens zwei Stunden aushärten. Hole sie dann vor­sichtig aus dem Bech­er. Kleben sie fest, kannst du den Papp­bech­er etwas drück­en, um das Wachs zu lösen. Anschließend kannst du die Anzün­der im trock­e­nen Schraub­glas lagern.
Kaminanzuender selber machen aus Toilettenpapierrollen

Das brauchst du:

  • leere Toi­let­ten­pa­pier­rollen
  • Wollmäuse aus dem Staubsauger

So geht’s:

Kam­i­nanzün­der sel­ber machen geht auch ganz ohne Wachs. Du musst lediglich eine leere Toi­let­ten­pa­pier­rolle ganz eng mit Wollmäusen aus dem Staub­sauger füllen. Das Mate­r­i­al bren­nt sehr gut. Wohl die nach­haltig­ste Vari­ante, denn du brauchst keine zusät­zliche Energie zum Wachss­chmelzen und ver­brauchst nur Weg­w­er­far­tikel bzw. Staub. So hältst du deinen ökol­o­gis­chen Fußab­druck ger­ing. Übri­gens: Tipps zum Energies­paren find­est du auch in unserem Ratgeber.

Fazit Kaminanzünder selber machen

Grillanzuender selber machen mit Wachs

Während gekaufte Grill- und Kam­i­nanzün­der die Umwelt und unsere Gesund­heit durch schädliche Inhaltsstoffe, die zur Pro­duk­tion benötigt wer­den, belas­ten, sind selb­st gemachte Anzün­der sog­ar in der Lage, Müll zu ver­mei­den. Mit Eierkar­tons, Wach­sresten, leeren Toi­let­ten­pa­pier­rollen, Wollmäusen oder Korken lassen sich Kam­i­nanzün­der sel­ber machen und Abfall­pro­duk­te sin­nvoll weit­er­ver­w­erten. Außer­dem sparst du jede Menge Geld, denn gekaufte Anzün­der sind nicht nur aus ökol­o­gis­ch­er Sicht prob­lema­tisch, sie sind auch teuer. Zwei Fliegen mit ein­er Klappe also. Falls dir Gril­lanzün­der und Co. mit Wachs zu gefährlich sind, kannst du auch nur auf Wollmäuse und leere Toi­let­ten­pa­pier­rollen setzen.

Handcreme selber machen für beanspruchte Hände

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Pflegende Handcreme selber machen
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