Heizen ohne Strom: 3 nachhaltige Alternativen im Test

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Wir soll­ten nicht nur im Großen Kli­maschutz betreiben, son­dern auch im Kleinen. Jed­er Haushalt kann etwas dazu beitra­gen, vor allem beim The­ma Heizen. Mit­tler­weile gibt es viele nach­haltige Alter­na­tiv­en zu Öl, Gas und Strom. Aber was tau­gen sie? Wir testen drei Möglichkeit­en zum Heizen ohne Strom und zeigen ihre Vor- und Nachteile.

Heizen ohne Strom und Klimawandel stoppen

Ökol­o­gis­ches Heizen hat viele Vorteile – für unser Porte­mon­naie genau­so wie für die Umwelt. Ganz oben auf der To-Do-Liste ste­ht der Wech­sel von fos­siler Energie hin zu umwelt­fre­undlichen Alter­na­tiv­en, aber auch Stroms­paren ist wichtig, denn der meiste Energie­ver­brauch im Haushalt ist aufs Heizen zurück­zuführen. Durch die Umstel­lung aufs Heizen ohne Strom, Gas und Öl reduzieren wir unseren CO2-Ausstoß drastisch und das kommt unserem Plan­eten zugute. Wir ver­rat­en dir, wie der Wech­sel funk­tion­ieren kön­nte und testen, welche Heizmeth­o­d­en tat­säch­lich nach­haltig sind.

Warum Zimmer heizen ohne Strom nachhaltiger ist

Zimmer heizen ohne Strom im Winter

Wer nach­haltig und bewusst leben möchte, der achtet darauf, möglichst region­al einzukaufen, Wass­er und Energie zu sparen und seinen ökol­o­gis­chen Fußab­druck möglichst klein zu hal­ten. Ein Großteil unseres Ver­brauchs ste­ht in Verbindung mit unserem Heizver­hal­ten. Mehr als ¾ unseres Energie­ver­brauchs entste­ht durchs Heizen. Dazu kommt, dass 60 Prozent unseres pri­vat­en CO2-Ausstoßes eben­falls aufs Heizen ent­fall­en. Zwei wichtige Punk­te, an denen wir mit nach­halti­gen Alter­na­tiv­en zur herkömm­lichen Heizung ganz leicht etwas ändern kön­nen. In unserem Rat­ge­ber „Nach­haltig heizen“ stellen wir dir viele nüt­zliche Tipps vor, wie du mit reg­ulären Heizmeth­o­d­en Energie und CO2 sparst. Wem das nicht genug ist, der bekommt hier weit­ere Starthil­fe zum Umrüsten. Aber zunächst möcht­en wir dir zeigen, wie hoch der durch­schnit­tliche Ver­brauch in einem Mehrfam­i­lien­haus pro Jahr ist:

HeizartHeizen­ergie­ver­brauch pro m²CO2-Emissionen pro m²Heizkosten pro m²
Fer­wärme122 kWh24 kg12,70 €
Heizöl155 kWh49 kg12,70 €
Erdgas143 kWh36 kg10,30 €
Wärmepumpe41 kWh7 kg10,50 €
Holzpel­lets123 kWh3 kg8,40 €

Wer nicht auf Strom beim Heizen verzicht­en möchte, sollte über die Instal­la­tion ein­er Wärmepumpe nach­denken. Allerd­ings geht das nur für das gesamte Haus, nicht für einzelne Miet­woh­nun­gen. Ihre hohen Anschaf­fungskosten ren­tieren sich aber nicht nur ökol­o­gisch, son­dern auch finanziell. Im Ver­gle­ich zur üblichen Fer­n­wärme sparst du deut­lich an Heizkosten. Erdgas ist zwar gün­stiger, aber du ver­brauchst auch mehr als 100 kWh pro Quadrat­meter im direk­ten Ver­gle­ich. Unterm Strich rech­net sich die Wärmepumpe also.

Raum heizen ohne Strom mit Terrakotta-Ofen

Manche Alt­bau­woh­nun­gen sind, was Heizun­gen ange­ht, nicht son­der­lich gut aus­ges­tat­tet. Hier stellt sich die Frage nach Alter­na­tiv­en zum Heizen ohne Strom meist ganz automa­tisch. Aber auch wenn es dir um die Nach­haltigkeit und den Umweltschutz geht, ist der Bedarf an alter­na­tiv­en Heizmeth­o­d­en groß. Eine Möglichkeit, die man immer häu­figer auf nach­halti­gen Seit­en im Netz find­et, ist der Terrakotta-Ofen oder Teelicht-Ofen. Er ist auch unter der Beze­ich­nung Egloo bekan­nt. Ein Wort, das von den Inu­it stammt und aus dem sich gut die Form des Mini-Ofens ableit­en lässt. Er erin­nert stark an die Kup­pel eines Iglus. Unter der Tonkup­pel liegt auf einem Rost aus Met­all eine weit­ere Terrakotta-Kuppel. Darunter bren­nen meist vier Teelichter. Sauer­stoff gelangt durch seitliche Luftlöch­er hinein. Die Kup­peln erwär­men sich und spe­ich­ern die Hitze auch nach dem Erlöschen der Teelichter. Langsam wird die Wärme an den Raum abgegeben. Klingt nach ein­er tollen Alter­na­tive, um ein Zim­mer ohne Strom zu heizen. Im Prinzip ist es das auch, allerd­ings eignet sich der Terrakotta-Ofen nur für Räume bis zu 20 Quadrat­meter. Die Hei­zleis­tung ist sehr begren­zt. Es wird zwar deut­lich wärmer als ohne Heizung, aber einen Pullover und dicke Sock­en musst du trotz­dem tra­gen. Zudem reicht die Heizkraft nur für max­i­mal fünf Stunden. Hinzu kommt, dass der Ver­brauch der Teelichter nicht beson­ders nach­haltig ist. Zum einen, weil sie aus beden­klichen Inhaltsstof­fen wie dem aus Erdöl gewonnenen Paraf­fin beste­hen, zum anderen, weil man sehr viele braucht, um den täglichen Heizbe­darf abzudeck­en. Die Nachteile über­wiegen den Nutzen.

Vor- und Nachteile im Überblick:

VorteileNachteile
Kein Stromver­brauchGeringe Hei­zleis­tung: Max­i­mal 20 Quadrat­meter für 5 Stunden
Heizen durch natür­liche Wärme­quelle FeuerHoher Ver­brauch von Ressourcen, dadurch steigt auch die Umweltbelastung
Heizen durch nach­haltige Teelichter, z. B. aus Bienenwachs oder Stearin möglichEs wird nur eine geringe Grund­wärme erreicht
Herkömm­liche Teelichter sind gün­stig, wer­den aber mit Erdöl hergestellt

Heizen ohne Strom und Gas mit Kamin

Heizen ohne Strom mit Kaminofen

Der Klas­sik­er, wenn es ums Heizen ohne Strom geht, ist der Kamin. Ger­ade Mod­elle mit Spe­icher­funk­tion hal­ten die Wärme sehr lange im Raum. Ihre Hei­zleis­tung ist groß genug, dass sich auch große Räume schnell aufwär­men. Allerd­ings ist für die Instal­la­tion ein Schorn­steinan­schluss erforder­lich und du brauchst Platz für die Hol­zlagerung. Da Holz ein nachwach­sender Rohstoff ist, ist es als Wärme­quelle zum Heizen gut geeignet. Zudem ver­bren­nt es kli­ma­neu­tral. Aber du soll­test darauf acht­en, dass das Holz aus einem nach­halti­gen Anbauge­bi­et stammt. Alter­na­tiv kannst du auch mit Holzpel­lets heizen. Sie wer­den aus Säge­mehl und Hobel­spä­nen hergestellt, die als Neben­pro­duk­te der Sägew­erksin­dus­trie anfall­en. Beim Holzein­schnitt ergeben sich 60 Prozent Schnit­tholz und 40 Prozent Sägeneben­pro­duk­te, die zu Pal­lets ver­ar­beit­et wer­den kön­nen. Zu einem gerin­gen Anteil wird nicht-sägefähiges Rund­holz genutzt, das beim Holzein­schlag und bei der Durch­forstung anfällt. Altholz und Wal­drestholz wer­den bei nach­halti­gen Pro­duk­ten aus qual­i­ta­tiv­en Grün­den nicht zu Holzpel­lets ver­ar­beit­et, um den stren­gen Luftrein­heitsvorschriften zu entsprechen. Es gibt auch mod­erne Heizsys­teme, mit denen Heizen ohne Strom möglich ist. Hier kom­men beispiel­sweise Pel­lets zum Ein­satz. Eine neue Pel­let­sheizung spart so viel CO2 wie drei Diesel-PKW´s pro Jahr freiset­zen. Allerd­ings sind die Anschaf­fungskosten recht hoch und du kannst sie in Miet­woh­nun­gen nicht ein­fach ein­bauen. Den­noch über­wiegen die Vorteile. In der Woh­nung heizen ohne Strom, dafür aber mit Kamin ist alles in allem eine gute ökol­o­gis­che Alternative.

Vor- und Nachteile im Überblick:

VorteileNachteile
Holz ist ein nachwach­sender Rohstoff, der kli­ma­neu­tral verbrenntEin Schorn­steinan­schluss ist notwendig
Pel­lets aus Abfall­pro­duk­ten der Indus­trie ver­brauchen weniger Rohstoffe und sparen CO2Ein Kamin braucht rel­a­tiv viel Platz und lässt sich nicht ein­fach so in ein­er Miet­woh­nung installieren
Auch große Räume lassen sich durch die hohe Hei­zleis­tung langfristig heizen

Fotovoltaik: Heizen ohne Strom und Feuer 

Heizen mit Solaranlage oder Fotovoltaikanlage

Die mod­ern­ste Alter­na­tive zum klas­sis­chen Heizen ist eine Solar- oder Foto­voltaikan­lage. Jet­zt fragst du dich bes­timmt, wie das ohne Strom geht. Tut es natür­lich nicht, aber es geht ohne herkömm­lichen Strom aus nicht nach­halti­gen Quellen. Du machst damit deinen eige­nen Öko-Strom. Es fall­en keine schädlichen Emis­sio­nen an, was gut fürs Kli­ma ist. Der Nachteil ist allerd­ings, dass bei der Pro­duk­tion der Mod­ule dur­chaus graue Energie, virtuelles Wass­er und Co. ver­braucht wer­den und Emis­sio­nen entste­hen. Trotz­dem ist die erzeugte Energie im Ver­gle­ich zu anderen Energieart­en immer noch grün. Zudem wirst du mit den Solar- und Foto­voltaikan­la­gen zum Eigen­ver­sorg­er. Mit Spe­icher­mod­ulen kannst du den Solarstrom auch nutzen, wenn die Sonne mal nicht scheint. Die Lebens­dauer ein­er solchen Anlage beträgt min­destens 20 Jahre. Müssen Mod­ule aus­ge­tauscht wer­den, lassen sie sich recyceln. Nachteil ist, dass die klas­sis­chen Anla­gen in ein­er Miet­woh­nung nicht zum Ein­satz kom­men kön­nen. Aber auch dafür gibt es eine Lösung: Foto­voltaik für den Balkon.

Die Mini-Balkon-Anlage kann ohne behördliche Genehmi­gung instal­liert wer­den und auch das Ein­ver­ständ­nis des Ver­mi­eters ist nur in Aus­nah­me­fällen nötig. Pro­duzieren kannst du damit bis zu 600 Watt. Damit deckst du zwar nicht den gesamten Strombe­darf ab, aber einen großen Teil. „Die Erfahrung zeigt, dass der Aus­bau der Solaren­ergie bish­er im erhe­blichen Maße durch pri­vate Haushalte getra­gen wurde. Um die Energiewende in Bewe­gung zu hal­ten, sind auch kle­in­ste PV-Anlagen willkom­men“, sagt Mar­tin Bran­dis, Ref­er­ent der Energieber­atung der Ver­braucherzen­trale. „Mit Stecker-PV-Geräten kön­nen sich nicht nur Hau­seigen­tümer, son­dern auch Mieterin­nen und Mieter an der Energiewende beteili­gen.“ Mit­tler­weile ist die Tech­nolo­gie so weit, dass die Anla­gen auch bei leicht schat­ti­gen Ver­hält­nis­sen arbeit­en. Ins­ge­samt ist Solaren­ergie eine gute Alter­na­tive zu herkömm­lichem Strom. Aber es gibt auch wesentliche Nachteile, sodass gut abge­wogen wer­den muss, wann sich das Umrüsten lohnt.

VorteileNachteile
Pro­duk­tion des eige­nen Öko-StromsKein echter Verzicht auf Strom
Unab­hängigkeit von großen StromlieferantenEmis­sio­nen entste­hen bei der Pro­duk­tion von Solar- und Fotovoltaikanlagen
Keine Emis­sio­nen die das Kli­ma schädigenHohe Anschaf­fungskosten
Kleine Mod­ule für Miet­woh­nun­gen mit BalkonMini-Anlagen für den Balkon deck­en nicht den gesamten Energieverbrauch
Lan­glebige Tech­nolo­gie, die sich recyceln lässtAnlan­gen müssen nach einem bes­timmten Zeitraum aus­ge­tauscht werden
Durch Spe­icher­mod­ul auch ohne Sonne nutzbare EnergieAbhängigkeit von einem geeigneten, son­ni­gen Standort

Fazit heizen ohne Strom in der Wohnung

Raum heizen ohne Strom

Schaut man sich ein­mal den eige­nen Energie­ver­brauch an, fällt auf, dass knapp 70 Prozent aufs Heizen ent­fall­en. Dazu kom­men etwa 60 Prozent des gesamten pri­vat­en CO2-Ausstoßes. Zeit, um über ökol­o­gis­che Alter­na­tiv­en nachzu­denken. Heizen ohne Strom funk­tion­iert auf viel­er­lei Art und Weise, du kannst beispiel­sweise eine gewisse Grund­wärme mit einem Terrakotta- oder Teelicht-Ofen erzeu­gen. Allerd­ings ver­braucht er viele Kerzen und die Hei­zleis­tung ist sehr ger­ing. Ein Kamin ist da schon effek­tiv­er. Er heizt auch große Räume für lange Zeit und die nachwach­sende Ressource Holz ver­bren­nt kli­ma­neu­tral. Allerd­ings brauchst du einen Schorn­steinzu­gang und nicht jed­er Ver­mi­eter erlaubt den Ein­bau. Solar- oder Foto­voltaikan­la­gen, die die Heizung speisen, verzicht­en zwar nicht auf Strom, aber du machst damit deinen eige­nen Strom, bist unab­hängig von großen Konz­er­nen und pro­duzierst zu 100 Prozent ökol­o­gisch mit Sonnenen­ergie. Nachteil: Nicht jed­er hat die finanziellen Mit­tel oder den Platz. Kleine Anla­gen für den Balkon pro­duzieren nicht aus­re­ichend Strom für den kom­plet­ten Eigenbe­darf. Es gibt bish­er also keine Heizmeth­ode, die nur Vorteile hat. Aber viele Alter­na­tiv­en, um deinen ökol­o­gis­chen Fußab­druck möglichst ger­ing zu halten.

Nachhaltiger leben: 9 Tipps für einen grünen Alltag

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Mit den einfachsten Maßnahmen kannst du deinen Alltag ganz einfach und schnell nachhaltig(er) gestalten. Hier findest du 9 praktische Tipps, die zeigen, wie es geht.

Blumekranz Basteln
​Umweltbewusst zu leben bedeutet nicht nur, im Supermarkt auf eine Plastiktüte zu verzichten. Um das Klima zu schützen und unserem Planeten helfend unter die Arme zu greifen, solltest du ganz verschiedene Lebensbereiche betrachten und das eigene Verhalten verändern. Doch keine Sorge! Das bedeutet nicht, dass du von jetzt an zum Hardcore-Öko mutieren musst. Wir zeigen dir, an welchen Stellschrauben du drehen kannst, um Nachhaltigkeit in deinen Alltag zu integrieren. Ganz einfach und für jeden…

Hej, ich bin Jasmin, frische Hamburgerin und Foodie aus Leidenschaft. Ich liebe es neue vegane und nachhaltige Cafés und Restaurants in Hamburg zu entdecken. Für re:BLOG begebe ich mich außerdem...

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