Schnittblumen: Nachhaltig & aus fairem Handel

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Mit dem Früh­ling kommt die Lust, frische Blu­men auch in die Woh­nung zu holen.

Blumendeko für zuhause

Und wenn man länger darü­ber nach­denkt, irgend­wie auch das schlechte Gewis­sen. Denn viele Schnit­tblu­men kom­men per Flug­trans­port nach Deutsch­land und schaden mit dem ein­herge­hen­den CO2-Ausstoß dem Kli­ma. Und damit nicht genug: Immer wieder hört man von den schlecht­en Arbeits­be­din­gun­gen auf den Feldern, die mit niedri­gen Löh­nen oder man­gel­nden Sicher­heitsvorkehrun­gen ein­herge­hen. Aber: Gibt es denn nicht nach­haltigere Möglichkeit­en, schöne Blu­men in die Woh­nung zu bekom­men?

Woher kommen unsere Schnittblumen?

Tat­säch­lich kom­men die meis­ten Schnit­tblu­men aus den Nieder­lan­den und aus Kenia. Dass der Import nicht beson­ders nach­haltig ist, kann man sich denken, allerd­ings sind auch die Arbeits­be­din­gun­gen auf Blu­men­plan­ta­gen ger­ade in Dritte-Welt-Ländern alles andere als ver­ant­wor­tungsvoll. Vor allem Zierpflanzen wer­den meis­tens mit vie­len Pes­tiziden behan­delt, die Arbeit­ern, Men­sch und Natur schaden. Arbeitss­chutz ist qua­si nicht vorhan­den und die Men­schen arbeit­en oft in All­t­agsklei­dung und Flip-Flops. Nicht zu vergessen ist das verun­reinigte Wass­er der Plan­ta­gen, welch­es dabei unge­filtert in Flüsse und Seen gelangt. Und das alles nur, damit wir hier ein paar Tage auf schöne Blüten guck­en kön­nen. Wie so oft umge­hen wir unsere eige­nen moralis­chen Stan­dards, indem wir prob­lema­tis­che Sit­u­a­tio­nen auf Län­der aus­lagern, die sich nicht dage­gen zu wehren ver­mö­gen. Der Anbau von Blu­men kostet auch Unmen­gen an Wass­er, ohne Pes­tizide kommt man fast nicht aus und am Ende lei­det die CO2-Bilanz außer­dem unter den Trans­portwe­gen.

Ist Verzicht der einzig nachhaltige Weg?

Der abso­lut nach­haltig­ste Weg ist also ein Verzicht auf Schnit­tblu­men in der Woh­nung. Hier wach­sen sie nicht und gehören damit auch nicht hin. Aber ich will ehrlich sein: Ich liebe Blu­men und ich möchte auch in mein­er Stadt­woh­nung ab und an mal auf hüb­sche Sträuße guck­en oder ein­er Fre­undin eine kleine Freude machen. Und ich glaube mit dem richti­gen Maß und dem ein oder anderen Hin­ter­grundgedanken mehr, ist das auch ok. Was also tun?

Zurück zur Über­sicht

Daran erkennst du faire und nachhaltige Blumen

Tat­säch­lich gibt es Siegel, die sich diesem Prob­lem annehmen. Das FLP-Label kennze­ich­net Blu­men, die nach hohen Maßstäben für exis­ten­zsichere Löhne, Ver­bot von Kinder­ar­beit, Gesund­heitsvor­sorge, Ver­bot giftiger Pflanzen­schutzmit­tel, Gew­erkschafts­frei­heit und einem ver­ant­wor­tungsvolleren Umgang mit den Ressourcen unser­er Erde gezüchtet wur­den. Deutsche Hil­f­sor­gan­i­sa­tio­nen schließen sich vor Ort mit Lan­dar­beit­ergew­erkschaften zusam­men und arbeit­en in einem Net­zw­erk, um diese Stan­dards durchzuset­zen. In Kenia, Por­tu­gal und Ecuador gibt es momen­tan über 60 zer­ti­fizierte Betriebe, die vor allem Nelken, Lilien, Hort­en­sien und Rosen zücht­en.

Nachhaltigkeits Gütesiegel

Auch das Fair Trade Siegel gibt es für Blu­men: Egal ob im Topf oder als Schnit­tblu­men. Ins­beson­dere ste­ht hier Gle­ich­berech­ti­gung im Fokus. Frauen sollen feste Arbeitsverträge, Mut­ter­schutz und Arbeit­szeitregelun­gen sowie Maß­nah­men zum Arbeitss­chutz erfahren. Die Organ­i­sa­tion arbeit­et in Äthiopi­en, Kenia und Tansa­nia und hält außer­dem nach eige­nen Angaben bere­its 25 Prozent des Blu­men­mark­tes. Gemein­sam mit regionalen Part­nern schafft Fair Trade Stan­dards in Arbeitss­chutz und -sicher­heit, set­zt strenge Umweltkri­te­rien und einen exis­ten­zsicheren Lohn durch. Über soziale, ökol­o­gis­che und ökonomis­che Stan­dards kön­nt ihr euch im Detail hier informieren.

Nachhaltigkeit und Fair Trade

Das grüne Zer­ti­fikat dage­gen konzen­tri­ert sich auf deutsche Anbaube­triebe in der Schnit­tblu­men­pro­duk­tion. Das Kon­troll­sys­tem set­zt Vor­gaben über Dün­gung, Bewässerung, Energie­ver­brauch, Abfal­l­entsorgung, Naturschutz, aber auch Man­age­ment und Weit­er­bil­dung durch. Schnit­tblu­men sollen umweltverträglich wach­sen. Ein Pen­dant für Blu­men, die aus den Nieder­lan­den kom­men, ist das MPS-Siegel.

weltgerechter Zierpflanzenanbau

Generell lohnt es sich, auch biol­o­gisch auszuwählen. Der ökol­o­gis­che Land­bau laut EG-Öko-Verordnung sieht eine umweltscho­nende Bewirtschaf­tung, Verzicht auf syn­thetis­che oder gen­tech­nis­che Dünge- und Pflanzen­schutzmit­tel und Wasser­schutz vor. Bio-Siegel wie Bioland, Natur­land oder Deme­ter set­zen darü­ber hin­aus Stan­dards fest, die etwa Tor­fab­bau ver­mei­den, Ersatz­sub­strate oder Wuchshemm­stoffe ver­bi­eten und erneuer­bare Energien und Rohstoffe ein­set­zen. Außer­dem sollen lange Trans­portwege ver­mieden wer­den. Das klappt natür­lich am besten, wenn du im All­ge­meinen auf lokal pro­duzierte Blu­men set­zt. Das Siegel „Ich bin von hier!“ kennze­ich­net Blu­men und Pflanzen aus der direk­ten Region. Da das Label nur bei teil­nehmenden Blu­men­händlern zu find­en ist, begren­zt sich der Radius, aus dem die Blu­men stam­men, auf 100 Kilo­me­ter. In Aus­nah­me­fällen reisen die Pflanzen aus ein­er Ent­fer­nung von 150 Kilo­me­tern an. Das Schöne: Die kurzen Trans­portwege sind nicht nur gut fürs Kli­ma, son­dern auch für die Blu­men­qual­ität und Frische.

„Nur etwa 52 Betriebe in Deutsch­land pro­duzieren bis­lang ökol­o­gis­che Schnit­tblu­men.”

Grüne Alternativen für nachhaltige Blumendeko

Wie eigentlich in allen Lebens­bere­ichen lohnt es sich, saison­al zu kaufen. Braucht es wirk­lich Son­nen­blu­men im Juli? Tulpen im Jan­u­ar? Wenn man region­al kauft, kann man mit etwas genauerem Hin­se­hen selb­st her­aus­find­en, welche Blu­men ger­ade Sai­son haben. Es gibt darüber­hin­aus aber auch noch Alter­na­tiv­en zu Schnit­tblu­men. Denn auch aus dem Topf kom­men schöne Blu­men. Ger­ade Pflanzen aus Zwiebeln kön­nen gelagert wer­den, wenn sie verblüht sind und im Topf oder im Freien neu wieder einge­set­zt wer­den. Hort­en­sien, Fuch­sien, Aza­leen, Engel­strompe­ten, (Alpen-)Feilchen, Orchideen … es gibt genü­gend schöne Pflanzen, die mehr als eine Sai­son im Topf leben kön­nen. Auch Nutzpflanzen kön­nen sehr hüb­sch ausse­hen. Hast du schon ein­mal etwas von Urban Gar­den­ing gehört? Falls nicht, lass dich unbe­d­ingt inspiri­eren.

gelbe Tulpen

Eine andere hüb­sche Möglichkeit, um Blu­men länger zu genießen, ist es, sie zu trock­nen. Wenn man Blu­men an jeman­den ver­schenken möchte, den man nur per Post erre­icht, ist es eine schöne und nach­haltige Idee, Blu­men­samen zu ver­schenken. Unter Umstän­den kann man die Samen sog­ar selb­st aus dem eige­nen oder aus öffentlichen Gärten mit­nehmen.

nachhaltige Geschenkidee

Wer einen eige­nen Garten hat, kann sich sowieso Blu­men selb­st schnei­den. Aber auch öffentliche Wiesen und Flächen hal­ten zur richti­gen Jahreszeit Mate­r­i­al für ganze Sträuße bere­it. Labkraut find­et man im Herb­st an jed­er Straße­necke, im Som­mer hal­ten Wiesen Schier­ling, blaue Weg­warten (Flock­en­blu­men) und Korn­blu­men, Wiesen­schaumkraut oder sog­ar Margeriten bere­it. Allerd­ings sind manche Wiesen­blu­men nicht so lange halt­bar, deshalb lohnt es sich, sich vorher ein biss­chen zu erkundi­gen. Auch Gräs­er kön­nen sehr deko­ra­tiv sein. Ger­ade im Früh­ling gibt es dafür die schön­sten Blüten an den Zweigen aus dem Garten oder vom Straßen­rand. Von kräfti­gen For­syth­ien bis zu zarten Mag­no­lien find­et man eine riesige Palette an Blüten, die sparsam abgeschnit­ten, auch in der Vase eine Weile hal­ten. Hat man selb­st keinen Zugang, kann man auch ein­fach mal ganz nett den Nach­barn fra­gen, ob man nicht einen kleinen Zweig bekom­men kann.

Blumendeko

Fazit zum Schnittblumen kaufen

Es gibt so viele Möglichkeit­en, an Blu­men zu kom­men, wie es Blu­men­sorten gibt. Wieso also nicht mal kreativ wer­den? Damit ist es nicht nur indi­vidu­eller und per­sön­lich­er, son­dern auch nach­haltiger. Außer­dem schon­st du nicht nur die Umwelt son­dern auch deinen Geld­beu­tel!

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Es ist viel nachhaltiger, in das zu investieren, das wir lieben, als diese Leidenschaft durch falsche Ideale und Konsum zu ersetzen. Hi, ich bin Vera und blogge seit 2012 auf...

Zum Autor

Stephanie
Mittwoch, 11. April 2018, 16:58 Uhr

Schade, dass nicht auf das „ich bin von hier“ Label hingewiesen wird! Im Blu­men­fachgeschäft wird die Ware mit diesem Label verkauft, die auss­chließlich von regionalen Pro­duzen­ten stam­men darf.
Ein­fach mal am eige­nen Wohnort im Fachgeschäft nach­fra­gen!
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