Cohousing: Die Zukunft des Wohnens?

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Cohous­ing ist eine Form des inno­v­a­tiv­en Wohnens. Im Kern geht es darum, Woh­nun­gen oder Häuser in der Stadt oder auf dem Land gemein­schaftlich zu nutzen. Wir haben uns dieses Konzept genauer angeschaut.

Abendessen

Beim Cohous­ing geht es darum, Woh­nun­gen oder Häuser in der Stadt oder auf dem Land gemein­schaftlich zu nutzen. Dabei hat jede Partei eigene Zim­mer, Gemein­schaft­sräume wie etwa die Küche, Wohnz­im­mer, Spielz­im­mer oder Büros wer­den geteilt. Willkom­men ist jed­er: Ob Fam­i­lien, Sin­gle, Rent­ner oder Stu­dent – jed­er kann beim Cohous­ing mit­machen. Dabei entste­hen zusam­men­lebende Gemein­schaften, die irgend­wie etwas zwis­chen WG und Fam­i­lie sind. Die Auf­gaben und Kosten im Haushalt wer­den zwar geteilt, doch es geht um mehr als Geld zu sparen: Beim Cohous­ing entste­ht Zusam­men­halt. Viele, die sich für diese Lebens­form entsch­ieden haben, wollen sich gegen­seit­ig unter­stützen, ihre Kinder gemein­sam aufziehen und nach­haltig leben. Dabei basiert das Zusam­men­leben auf Frei­willigkeit und ohne Zwang.

Cohousing – die neue Form des Zusammenlebens:

Was ist das Konzept von Cohousing? 

Zustimmung

Cohous­ing nen­nt sich diese Art des Lebens, die in Däne­mark ihren Ursprung hat. Neu ist der Gedanke allerd­ings nicht: Bere­its in den 1930er Jahren wurde das Mod­ell ins Leben gerufen. Dabei leben mehrere Bewohn­er unter einem Dach und teilen sich die Auf­gaben des täglichen Lebens. Der Grundgedanke dahin­ter ist das Miteinan­der zu stärken und eine Gemein­schaft aufzubauen, in der sich jed­er ein­brin­gen kann. Ver­gle­ich­bar ist diese Leben­sart mit Struk­turen, die in einem Dorf vorherrschen. Jed­er unter­stützt jeden, bringt sich ein und kann sich trotz­dem zurückziehen. Alter, Geschlecht und Leben­sum­stände, all das spielt beim Cohous­ing keine Rolle. Damit es nicht zum Stre­it kommt, wer­den die Auf­gaben fair verteilt. Jed­er hat mal Koch- und Putz­di­enst oder muss sich um die Lebens­mit­telbeschaf­fung küm­mern. Dazu emp­fiehlt es sich einen wöchentlichen Plan aufzustellen. Und natür­lich sollte man als Men­sch für diese Art des Wohnens aufgeschlossen sein. Geduld, Tol­er­anz und Spaß an der Gemein­schaft sind essen­ziell damit das Zusam­men­leben gelingt.

Planung, Kosten und Organisation

Organistion Cohousing

Die steigen­den Mietkosten gemein­sam zu stem­men ist nur ein­er der Gründe, die für das Cohous­ing sprechen. Es geht auch darum, der Anonymität der Großs­tadt zu ent­fliehen und der Woh­nungsnot ent­ge­gen­zuwirken. Kos­ten­tech­nisch lässt sich das Cohous­ing gut kalkulieren: in der Regel zahlt jed­er Bewohn­er eine Ein­heitsmi­ete, am Anfang des Monats wird dazu noch ein Betrag in die Haushalt­skasse eingezahlt, von dem die Grund­nahrungsmit­tel und son­sti­gen Leben­shal­tungskosten beglichen wer­den. Cohous­ing-Pro­jek­te, die von mehreren Parteien gegrün­det wer­den, funk­tion­ieren anders. Vor dem Einzug in die Woh­nung oder das Haus, zahlt jed­er Bewohn­er einen Genossen­schaft­san­teil, den er beim Auszug wieder zurück­er­hält. Damit wer­den die Anteile gle­ich­mäßig verteilt. Mit­tler­weile gibt es viele Plat­tfor­men, die sich mit jen­em The­ma beschäfti­gen und bei der Organ­i­sa­tion und der Grün­dung helfen. Auf Cohous­ing Berlin oder Nova­mil­ia kann man sich über Cohous­ing-Pro­jek­te in Deutsch­land informieren. 

Wie verbreitet ist das Modell? 

In Nachbarschaft Leben

Was vor 90 Jahren in Däne­mark seinen Ursprung hat­te, ist heute als alter­na­tive Lebens­form weltweit vertreten. Deutsch­land zählt nach Däne­mark zu den Län­dern in denen das Cohous­ing am weitesten ver­bre­it­et ist. Auch in den USA, Öster­re­ich und im Rest Skan­di­naviens ist diese Wohn­form zunehmend vertreten.

Welchen sozialen Mehrwert bringt Cohousing mit sich?

Gemeinschaftliches Zusammenleben

Das Cohousing-Konzept passt ger­ade wun­der­bar in unsere Zeit. Für die meis­ten Men­schen ist das Zuhause ein Ort, an dem man Beziehun­gen pfle­gen und in Gemein­schaft sein möchte. Dafür verzicht­en viele auf unnöti­gen Besitz. Auch die Dig­i­tal­isierung und Indi­vid­u­al­isierung unser­er Gesellschaft führen dazu, dass sich der Men­sch wieder nach echt­en Erleb­nis­sen und einem Ort der Gemein­schaft sehnt. Diese Vision des Zusam­men­lebens kön­nte auch Antwort auf die Frage geben, wie wir in Zukun­ft leben wollen. In Deutsch­land gibt es so viele Single-Haushalte wie noch nie, Allein­erziehende und auch Alte sind meist auf die Hil­fe ander­er angewiesen, die Mieten wer­den teur­er und der Wohn­raum immer knap­per. Außer­dem ist das Mod­ell nicht nur für junge Men­schen gedacht, son­dern lässt sich beliebig weit­er­spin­nen. Senioren-WGs, Mehrgen­er­a­tio­nen­häuser, in denen Junge und Alte zusam­men­leben und auch ganze Cohousing-Dörfer sind im Kommen.

Pro & Kontra des Cohousings

Kinder Spielen In Der Natur
VorteileNachteile
Nach­haltige Art des LebensKom­pro­miss­bere­itschaft
Stärkung der Gemein­schaft, weniger EinsamkeitLange Entschei­dung­sprozesse
Viel Selb­stver­sorgungZeit­in­ten­siv
Mieteinsparun­genMei­n­ungsver­schieden­heit­en
Aufteilung der täglichen Haushaltsaufgaben
Alter­na­tive für Heime
Unter­stützung für Alleinerziehende

Fazit

Starke Gemeinschaft

Ob man sich für das Wohnen mit anderen eignet, muss wohl jed­er für sich selb­st entschei­den. Da wir unser Leben immer indi­vidu­eller gestal­ten, kön­nte das Cohous­ing eine Maß­nahme gegen die Vere­in­samung unser­er Gesellschaft sein. Mit Gle­ich­gesin­nten unter einem Dach zu wohnen und gemein­schaftlich das Leben zu bestre­it­en ist eine schöne Idee. Zusam­men ist man eben weniger alleine.

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