Upcycling: Gebt alten Stühlen eine Chance

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Der Interior-Mix aus Altem und Neuem wird immer beliebter. Gebrauchte Stüh­le (oder selb­st gebaute, wie der Hartz-IV-Stuhl von Vera) kön­nen sich beispiel­sweise her­vor­ra­gend auch in ein mod­ernes Ambi­ente ein­fü­gen. Oft kom­men sie in Kom­bi­na­tion mit schlicht­en Böden und Wän­den sog­ar noch bess­er zur Geltung.

Deswe­gen meine Empfehlung: Beim näch­sten Sper­rmüll unbe­d­ingt die Augen nach Sitzgele­gen­heit­en offen hal­ten. Meine drei Essz­im­mer­stüh­le sind alle­samt vom Sper­rmüll. Unglaublich, was alles entsorgt wird. Alter­na­tiv bieten Flohmärk­te natür­lich mehr Auswahl. Für mein Ensem­ble habe ich auch kaum Hand anle­gen müssen. Nur beim Arm­lehn­stuhl habe ich mich für einen neuen Anstrich entsch­ieden. Die anderen bei­den Exem­plare dür­fen ihren zweit­en Früh­ling shab­by aber chic bei mir verbringen.

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Stühle von altem Lack befreien

Der Arm­lehn­stuhl war geölt und hat­te ein paar Gebrauchsspuren. Kleine Mack­en oder Löch­er habe ich mit Spachtel­masse gefüllt. Wenn die Masse durchgetrock­net ist, kann der ganze Stuhl mit Schleif­pa­pi­er vom alten Lack oder Öl befre­it wer­den – am besten mit Hand­schuhen, Mund­schutz und Schutzbrille. Es emp­fiehlt sich, den Stuhl mit der Hand zu schleifen, da sich keine Mas­chine den Run­dun­gen und Verzierun­gen so geschickt anpassen kann wie die eigene Hand. Um eine opti­male Ober­fläche für die Ober­flächen­be­hand­lung zu erhal­ten, habe ich das Holz mit Schleif­pa­pi­er in unter­schiedlichen Kör­nun­gen geschliffen.

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Am besten begin­nt man mit ein­er 60er Kör­nung, schleift weit­er mit 120, 180 und 240er und endet mit einem 320er Papi­er. Das erfordert zwar etwas Geduld, aber das Holz ist nach den Schleif­durchgän­gen so weich wie ein Baby­popo und hat keine Rillen mehr, in denen sich die Farbe abset­zen kön­nte. Wer einige Stellen naturbe­lassen will, klebt die Kan­ten sorgfältig mit Malerkrepp ab und grundiert den Rest. Ich habe die Fußen­den unbe­han­delt gelassen. Nach­dem die Grundierung getrock­net ist,  sollte sie leicht angeschlif­f­en werden.

Nicht bei Pinseln und Walzen sparen

Vor dem Lack­ieren muss der Stuhl gründlich entstaubt wer­den. Um unschöne Pin­sel­striche zu ver­mei­den, wird die Farbe am besten mit ein­er Walze aufge­tra­gen. Den Pin­sel sollte man nur für schw­er erre­ich­bare, kleine Stellen benutzen.

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Feine Details: Naturbe­lassenes Holz gepaart mit lack­ierten Flächen.

Spare nicht bei Pin­sel und Walzen, denn hier gilt tat­säch­lich: Je teur­er die Walze, desto bess­er die Qual­ität und desto bess­er das Ergeb­nis. Eine gute Walze kann dir mehrma­liges Lack­ieren ers­paren. Wenn du sie gründlich ausspülst, kannst du sie auch mehrmals benutzen. Am umweltscho­nend­sten ist es natür­lich, wenn du die Stüh­le unbe­han­delt lässt. Dadurch sind sie aber sehr kratz- und stoßempfind­lich und nicht resistent gegen Flecken.

Farbe und Umweltfreundlichkeit

Holzöle hinge­gen schützen das Holz, lassen es atmen, bilden aber keinen durchge­hen­den Schutz­film wie ein Lack. Ölen eilt ein guter Ruf voraus, aber auch hier ist Vor­sicht geboten. Denn Öle kön­nen Lösemit­tel, Erdöl und weit­er schädi­gen­den Sub­stanzen enthalten.

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Auch hier: Ein­fach ein paar Stellen in Natur­farbe belassen.

Lack­ierte Flächen sind wesentlich robuster. Wer trotz­dem die Hol­zop­tik bewahren möchte, kann zu far­blosem Lack greifen.

Der Blaue Engel kennze­ich­net als deutsches Umweltze­ichen Pro­duk­te, die beson­ders schad­stof­farm sind. Das sind Lacke mit höherem Wasserge­halt, weniger Lösemit­teln, frei von gesund­heits­ge­fährden­den Weich­mach­ern und einem Min­i­mum an Konservierungsstoffen.

Deswe­gen soll­test du im Fach­han­del und Baumärk­ten auf dieses Siegel acht­en. Alpina hat zum Beispiel einen 2-in-1-Lack im Sor­ti­ment, der Lack und Grundierung in einem. Oder man nimmt den DurAcryl Weißlack in glänzend oder sei­den­matt. Bei­de Lacke sind mit dem Blauen Engel gekennzeichnet.

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Wer lieber strickt statt stre­icht, greift zu Wolle und Nadel und strickt hüb­sche Bezüge für die Holzstühle.

Auf OTTOs Ein­rich­tung­blog Roombeez find­et ihr weit­ere Ideen, wie ihr in ein­fachen DIYs eure Möbel selb­st bauen oder ver­schön­ern könnt.

Upcycling: DIY Armband aus alten Reißverschlüssen

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Vielleicht habt ihr davon auch ein paar in eurer Sammelsurium-Box: alte Reißverschlüsse. Schließlich kann man die immer mal wieder gebrauchen. Wenn ihr noch nicht genau wisst, wie ihr sie am sinnvollsten wiederverwerten könnt, habe ich hier einen Tipp für euch: Bastelt daraus doch einfach ein schickes Armband. Ihr braucht dafür: zwei alte Reißverschlüsse, eine Schere, zwei Zangen, einen Karabiner mit Stegen sowie Nadel und Faden. Und so geht´s: Mit den Zangen löst ihr den unteren Teil des Reißverschlusses, sodass sich die zwei Hälften auseinander nehmen lassen. Hier sind vor allem Fingerspitzengefühl und Geduld gefragt. Im zweiten Schritt legt ihr drei…

Hi, ich bin Kristina von ichdesigner.com. Ich habe den schönsten Beruf der Welt und arbeite als selbstständige Architektin und Interiordesignerin. Im Studium lag mein Schwerpunkt auf dem Bauen im Bestand....

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