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Wickelkleider – die schicken Alleskönner

Kate Middleton – die heutige Herzogin von Cambridge – trug es zu ihrer Verlobung mit Prinz William in royalem Blau, die Hollywood-Schauspielerin Meryl Streep erschien in einer goldfarbenen Version zur Oscar-Gala, die belgisch-amerikanische Star-Designerin Diane von Fürstenberg hat damit ihr Modeimperium begründet. Die Rede ist vom Wickelkleid – einem Modeklassiker und schicken Alleskönner.

Wickelkleider wirken lässig, unkompliziert und trotzdem edel. Ihr erstes Wickelkleid verbinden viele Frauen mit einem Aha-Erlebnis: Bei richtiger Auswahl zaubern die Kleider figürliche Problemzonen einfach weg und betonen weibliche Vorzüge.

Einige Fragen und Antworten helfen Ihnen bei der Auswahl:

- Was ist ein Wickelkleid?
- Welche Schnitte, Materialien, Farben und Musterungen gibt es?
- Für welche Anlässe eignet sich ein Wickelkleid?
- Welche Outfits lassen sich mit Wickelkleidern stylen?
- Gibt es Modelle, die besonders gut zu Ihrem persönlichen Figurtyp passen?

 

Was ist ein Wickelkleid?

Diane von Fürstenberg schaffte 1973 mit ihrem „Wrap Dress“ aus elastischem, weich fallendem Seidenjersey den Durchbruch in der New Yorker Modeszene. Sie verband damit die Intention, vor allem für berufstätige Frauen ein Kleidungsstück zu schaffen, das ebenso elegant wie bequem ist und zu ihrem Alltag passt. Ihr Entwurf hatte 3/4-Ärmel, war leicht ausgestellt und knieumspielend und wurde von Anfang an in einer großen Vielfalt von Farben und Musterungen produziert. Die Grundform des Wickelkleides hat sich seitdem kaum verändert, allerdings spielt es heute nicht nur in der Office-Mode, sondern auch in allen anderen Fashion-Bereichen eine Rolle.

Sein wichtigstes Merkmal ist die Wickelung. Ein klassisches Wickelkleid streifen Sie wie einen losen Mantel über, schlagen die mit Binde- und Gürtelbändern versehenen Vorderseiten übereinander und ziehen das Band der unteren Stoffbahn durch eine seitlich angebrachte Öffnung. Danach schlingen Sie das Band nach hinten und drapieren schließlich die Gürtelbänder seitlich oder vorn. Gebunden werden Wickelkleider in Taillenhöhe, im Unterbrustbereich oder um die Hüften. Der Wickeleffekt erzeugt eine lange diagonale Linie über den gesamten Körper, die für eine schlanke Silhouette sorgt. Außerdem passen sich Wickelkleider jeder Taillenweite an. Aus der Wickelung resultiert auch der V-Ausschnitt des Kleides. Im Französischen heißt er Cache-Coeur – „bedeckt (nur) das Herz“ –, da das Dekolleté eines Wickelkleides je nach Wunsch der Trägerin sehr tief sein kann. Viele Wickelkleider haben ebenso wie das ursprüngliche Modell 3/4-Ärmel. Daneben gibt es viele andere Ärmelformen, im Sommer oder zu einem Abendanlass sind auch ärmellose Wickelkleider schick.

Kleider in Wickeloptik behalten das elegante Erscheinungsbild von Wickelkleidern bei, verzichten jedoch auf die Wickelung, wodurch neben dem „V“ auch andere Ausschnittlösungen möglich werden. An der Vorderseite haben sie oft einen Faltenwurf, der kleine Pölsterchen perfekt kaschiert.

 

Entscheidungshilfe: Welche Stoffe, Musterungen und Designs gibt es?

Wickelkleider gibt es in einer fast unendlichen Vielfalt von Stoffen und Designs. Das klassische Material dafür sind Jerseystoffe. Im Sommer tragen sich Baumwoll- oder Viskosekleider sehr angenehm. Oft sorgen Elastan oder ein Stretchanteil für perfekten Sitz. Für kühlere Tage eignet sich ein Wickelkleid aus Feinstrick oder – brandaktuell – aus Mesh. Schöne Modelle aus diesem sehr modernen Material sind unter anderem in den Kollektionen von Esprit und S.Oliver zu finden. Modemutige Damen entscheiden sich vielleicht für ein Lederkleid in Wickeloptik.

Im Hinblick auf Farben und Musterungen ist vor allem wichtig, dass sie zu Ihrem persönlichen Stil, Ihrer Figur und natürlich zu dem Anlass passen, zu dem Sie das Kleid tragen möchten. Sehr elegant wirken einfarbige Wickelkleider – als „kleines Schwarzes“ oder in einer aktuellen Modefarbe. Bei den Musterungen geht es meist um Prints, bei denen die Fantasie der Designer – in einem Spektrum von geometrischen Dessins über zarte oder opulente Blumenmuster bis zu Ethno-Motiven – derzeit fast keine Grenzen kennt.

 

Das Wickelkleid – ein Multitalent

Mit einem Wickelkleid sind Sie zu praktisch allen Gelegenheiten perfekt angezogen. Ein Modell aus Baumwoll- oder Viskosejersey ist ein unkomplizierter Begleiter in der Freizeit. Hier darf das Kleid auch bunt und etwas kürzer sein. Für den Sommer gibt es – beispielsweise von Guess, Aniston oder Cheer – auch superschicke Mini-Wickelkleider. Für den Beruf eignen sich Kleider aus feinen Wollstoffen oder hochwertigem Seidenjersey in neutralen und gedeckten Farben. Für einen informellen Rahmen oder in Kreativberufen darf das Kleid natürlich auch etwas auffälliger gemustert sein. Die Rocklänge eines Business-Wickelkleides sollte jedoch mindestens knieumspielend sein. Ärmellose Kleider sind grundsätzlich der Freizeit sowie Abendkleidern vorbehalten.

Auch bei gesellschaftlichen Anlässen entfalten Wickelkleider ihre Stärken. Für Eleganz sorgt bereits der Schnitt des Kleides, edle Materialien – Seide, Spitze, Seidentaft, Pailletten- oder Metallic-Stoffe – unterstreichen Ihren großen Auftritt. Schlichtere Schnitte können Sie für eine besondere Wirkung mit gewagten Farben und Materialeffekten kombinieren. Der Wickeleffekt bietet ebenfalls Gestaltungsspielraum, vielleicht probieren Sie bei einem bodenlangen Kleid einmal eine Wickelung mit Beinschlitz aus.

 

Auf das Styling kommt es an

Außerdem sind Wickelkleider wahre Kombi-Künstler. Durch entsprechendes Styling entstehen daraus viele verschiedene Looks. Je nach Stil des Kleides passen dazu Mäntel und taillierte kurze Blazer, aber auch Cardigans, Leder- oder Denim-Jacken. Mit blickdichten Strumpfhosen, kniehohen Stiefeln und einem dünnen Rollkragenpullover wird das Wickelkleid zu einem kuscheligen Herbst- und Winteroutfit, zusammen mit schmalen Hosen oder Leggings verwandelt es sich in eine Tunika.
Auch die Schuhauswahl ist einfach: Zu Wickelkleidern passen Pumps und High Heels, Slingbacks oder Wedges, gegen flache Ballerinas und Sandalen ist ebenfalls nichts einzuwenden, solange der Schuh zum Stil des Kleides und zum jeweiligen Anlass passt. Durch ihre Wickelung betonen die Kleider Hals und Dekolleté der Trägerin, Halsketten oder etwas größere Ohrringe verstärken diese Wirkung.

 

Welchen Figurtyp haben Sie?

Am besten wirkt Ihr Wickelkleid, wenn Sie es passend zu Ihrem Figurtyp wählen:

- Frauen mit schmalen Schultern und breiten Hüften – der sogenannten A-Figur – betonen ihren Oberkörper durch voluminöse Ärmel und einen möglichst halsfernen Ausschnitt. Vorteilhaft wirkt ein leicht ausgestellter, angeschnittener oder gerade in der Taille angesetzter Rock. Die Bindung des Kleides folgt der natürlichen Taille, die durch den Gürtel nur sehr dezent betont wird. Kleineren Frauen mit einer A-Figur stehen kurze Wickelkleider, deren Saum sich etwa eine Handbreit über dem Knie befindet. Größere Frauen sollten sich für ein knieumspielendes Modell entscheiden.

- Bei Damen mit einer H-Figur haben Schultern und Hüften etwa die gleiche Breite, die Taille ist eher wenig ausgeprägt. Optische Akzente für den Oberkörper setzt ein tiefer, weiter V-Ausschnitt, auch Schalkragen sind hier eine gute Fashion-Lösung. mit diesem Figurtyp stehen weite Röcke, die glockig fallen. Falls Sie ein Wickelkleid mit schmalem, geradem Rockteil tragen möchten, sind Abrundungen der vorderen Abschlusskante, ein Rockschlitz oder Volants empfehlenswert. Der Gürtel sollte die Taille möglichst stark betonen. Vorteilhaft sind auch Kleider in Wickeloptik mit einer möglichst breiten Taillen-Passe und eventuell mit einem auffälligen Gürtel. Auch hier sollte die Taillierung des Kleides der natürlichen Taille folgen.

- Damen mit einer O-Figur wirken mit einem Wickelkleid mit hoch angesetzter Taille sehr ästhetisch – idealerweise wird das Kleid im Unterbrustbereich gebunden. Die Schulter- und Brustpartie sollte körpernah gehalten, der Rock des Kleides gerade geschnitten sein. Drapierungen oder ein herabhängendes Bindeband erzeugen zusätzliche vertikale Linien und strecken damit die Körperformen. Knieumspielende oder kniebedeckende Kleider stehen diesem Figurtyp besonders gut, für größere Frauen kommt auch ein wadenlanges Kleid infrage.

- Damen mit einer X-Figur haben breite Schultern und breite Hüften, jedoch eine schmale Taille. Am besten betont das Wickelkleid die Taille. Sein Oberteil sollte wenig Volumen zeigen und einen eher moderaten Ausschnitt haben, die Taillenpartie wird durch einen schmalen bis mittelbreiten Gürtel hervorgehoben. Optimal sind gerade Rockformen oder auch ein Bleistiftrock. Der Saum des Wickelkleides sollte knieumspielend sein, bei großen Frauen kann er auch bis zur Wade reichen.

- Damen mit einer V-Figur haben breite Schultern und schmale Hüften. Ein möglichst tiefer Ausschnitt, eventuell mit einem Schalkragen, weich fallende Schultern – beispielsweise durch Kimono- oder Raglanärmel – und etwas in Richtung Hals versetzte Schulternähte sorgen am Oberkörper für gute Proportionen. Großen, schlanken Frauen mit einer V-Figur stehen auch in der Hüfte gebundene Wickelkleider gut. Der Rock kann je nach Anlass und Geschmack der Trägerin recht kurz gehalten sein. Bei einem lose fallenden Oberteil sollte er eng oder gerade geschnitten sein. Körperbetonte Oberteile erfordern einen unterhalb der Hüfte weiten, voluminösen Rock, der bei großen Frauen auch sehr lang sein darf.

 

Tipps für die Auswahl Ihres Wickelkleides

- Je nach Modell und mit dem entsprechenden Styling eignen sich Wickelkleider für Freizeit, Beruf oder für einen Abendanlass.
- Ein Wickelkleid, das zu Ihrem persönlichen Figurtyp passt, kaschiert Problemzonen und sorgt für feminine Eleganz.
- Das klassische Material dafür sind weich fallende Jerseystoffe. Kleider aus Baumwoll- oder Viskosejersey werden zur Grundlage für schicke Sommerlooks. Mit einem Wickelkleid aus Seidenjersey, Mesh oder feinem Strick sind Sie in City und Office perfekt gekleidet. Bodenlange Wickelkleider aus edlen Stoffen sind eindrucksvolle Abendroben.
- Besonders elegant wirken einfarbige Modelle, vor allem in gedeckten Farben sind sie ein Klassiker in der Business-Mode. Wickelkleider mit intensiven Musterungen sollten dagegen einem eher informellen Rahmen vorbehalten bleiben und sind ein toller Sommerlook.