Trauzeugin: alle Aufgaben auf einen Blick

Braut mit Trauzeugin und Brautjungfern halten Blumen
Two for Fashion Autorin Susanna
Donnerstag, 4. Juni 2020, 11:08

Eure beste Freundin heiratet und hat euch bereits gefragt, ob ihr Trauzeugin sein möchtet? Aber was nun? Bestimmt habt ihr schon tausend Ideen im Kopf, was ihr für den Junggesellinnenabschied planen möchtet, wo ihr gemeinsam nach einem Brautkleid suchen werdet usw. Aber was sind eigentlich die genauen Aufgaben einer Trauzeugin? Welche Aufgaben müsst ihr vor, während und nach der Hochzeit erfüllen? All diesen Fragen gehen wir in diesem Artikel auf den Grund.

Der Unterschied zwischen Trauzeuginnen und Brautjungfern

Die Brautjungfern – wenn die Braut welche haben möchte – helfen der Braut bei den Vorbereitungen für die Hochzeit. Sie sind dabei, wenn das Kleid ausgesucht wird, verschicken die Einladungen, organisieren Spiele und alles, was sich die Braut für die Feier wünscht. Gibt es eine Schleppe, wird sie von den Brautjungfern getragen. Während der Hochzeit sind sie Ansprechpartner für Dienstleister und Gäste. Nach der Hochzeit organisieren sie mit dem Brautpaar unter anderem das Verschicken der Dankeskarten.

Die Trauzeugin ist die engste Vertraute der Braut und steht ihr mit Rat und Tat immer zur Seite. Sie ist quasi die Ober-Brautjungfer. Daneben bezeugt sie die Eheschließung auch auf rechtlicher Ebene. Sie unterzeichnet die Heiratsurkunde. Dies ist zwar mittlerweile nicht mehr notwendig, aber eine schöne Tradition. Im Leben nach der Hochzeit leistet die Trauzeugin der Braut stets seelischen Beistand. Es entsteht also auch hier ein Bund fürs Leben.

Da Brautjungfern bei uns noch nicht so üblich sind – wir kennen sie hauptsächlich aus amerikanischen Filmen, bei denen alle fotogen das gleiche Kleid tragen –, konzentriere ich mich in diesem Artikel auf die Trauzeugin.

Braut mit Brautjungfern und Trauzeugin. Von Sincerly Media/Unsplash

Gibt es die Möglichkeit, mehrere Trauzeug*innen zu haben?

Bei der Anzahl der Trauzeug*innen kommt es darauf an, wie ihr euch trauen lasst. Das Geschlecht ist dabei übrigens egal. So könnt ihr als Braut auch einen männlichen Trauzeugen haben, umgekehrt kann der Bräutigam eine Trauzeugin wählen.

  • Standesamtliche Trauung: Es sind nicht zwingend Trauzeug*innen notwendig. Wenn ihr welche möchtet, dürfen zwei auf der Eheurkunde mit unterschreiben. Es dürfen aber nach Absprache mehrere Personen neben dem Brautpaar sitzen.
  • Katholische Trauung: Es müssen zwei Trauzeug*innen bestimmt werden, die auch unterschreiben.
  • Evangelische oder freie Trauung: Hier gibt es keine bestimmte Anzahl für die Trauzeug*innen. Dennoch solltet ihr das Thema mit dem Menschen, der euch traut, besprechen.

Welche Aufgaben hat die Trauzeugin?

In erster Linie ist die Benennung der Trauzeugin für die Braut ein symbolischer Akt und Freundschaftsbeweis. Wie viel Engagement von der Trauzeugin verlangt wird, liegt vor allem an der Braut. Ist sie selbst ein großes Organisationstalent und nimmt am liebsten alles selbst in die Hand, ist sie nicht auf viel Hilfe angewiesen. Aber das ist von Braut zu Braut verschieden.

Hierbei kann die Trauzeugin helfen:

  • Kommunikation mit den Gästen in Bezug auf Wünsche, Übernachtungsmöglichkeiten, Programmpunkte etc.
  • Auswahl und Erstellung der Hochzeitseinladungen, der Menükarten und Dankeskarten.
  • Basteln einer individuellen Tischdeko.
  • Organisation des Polterabends, falls gewünscht.
  • Der Braut einen ruhigen gemeinsamen Abend und eine Übernachtungsmöglichkeit vor dem Tag der Trauung zu verschaffen. Es ist Tradition, dass das Brautpaar diese Nacht getrennt verbringt.
fertige Tischkarte für eine Hochzeit

Diese Aufgaben sollte die Trauzeugin auf jeden Fall erfüllen:

  • Der Braut vor, während und nach der Hochzeit seelischen Beistand leisten.
  • Das Hochzeitskleid sowie Accessoires, Schuhe und Schleier mit aussuchen.
  • Heimlich den Junggesellinnenabschied organisieren.
  • Die Optik der Braut checken und ein Notfalltäschchen (Taschentücher, Puder, Haarspray, Lippenstift etc.) bereithalten.
  • In Absprache mit den Gästen kleine Überraschungen oder Spiele planen und umsetzen.
  • Sämtliche Programmpunkte der Feierlichkeiten koordinieren.
  • Darauf achten, dass es der Braut gut geht. Sie beruhigen, ihr zwischendurch Wasser reichen u. Ä.
Candy Bar mit verschiedenen Süßigkeiten für eine Hochzeit

Die Hochzeitsvorbereitungen

Das größte Privileg ist es wohl, mit der Braut und ihrer Mutter – und weiteren Freund*innen – das Brautkleid auszusuchen. Schließlich ist es der Traum von vielen Frauen, einmal im Leben in DEM perfekten weißen Kleid vor den Traualtar zu treten. Hierbei solltet ihr wirklich ehrlich zur Braut sein und es ihr auch sagen, wenn ein Kleid etwas unvorteilhaft ist oder nicht zu ihrem Typ passt.

Wenn das Brautpaar es wünscht, kann es die Kontaktdaten der Trauzeug*innen schon mit auf die Einladungskarten drucken. So wissen die Gäste, an wen sie sich wenden, wenn es um Hochzeitsgeschenke, Spiele oder andere Programmpunkte geht. Auch bei den Einladungskarten selbst kann die Trauzeugin fleißig mithelfen.

Bei der Organisation der Feierlichkeiten kann die Trauzeugin der Braut so einiges abnehmen. Sie kann mit nach Locations gucken, einen DJ organisieren, gemeinsam mit der Braut für die Deko sorgen, den Brautstrauß organisieren und was sonst noch wichtig ist für den großen Tag des Brautpaars.

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Am Tag der Hochzeit

Traditionellerweise ist die Trauzeugin dabei, wenn sich die Braut für ihren großen Tag bereitmacht. Sie hilft ihr beim Anziehen des Brautkleids sowie bei Make-up und Frisur – wobei die meisten Bräute allerdings professionelle Visagisten haben. Die wichtigste Aufgabe ist es aber wohl, der Braut ihre Aufregung zu nehmen!

Wenn das Brautpaar es wünscht, lesen beide Trauzeug*innen Fürbitten.

Direkt nach der Trauung können die Trauzeug*innen das Brautpaar mit einem Sektempfang, Reis, einem Blütenmeer und Luftballons überraschen. Während der Feierlichkeiten koordinieren die Trauzeug*innen die Programmpunkte. Zudem nehmen sie die Geschenke entgegen und sind dafür verantwortlich, dass beispielsweise Geldgeschenke sicher verwahrt werden.

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Muss ich als Trauzeug*in eine Rede halten?

Wenn ihr möchtet, dürft ihr nach dem Brautpaar und dessen Eltern eine Rede halten. Sie ist keine Pflicht, dennoch wird es oft erwartet, dass die Trauzeug*innen allein oder auch zusammen lustige Anekdoten oder Persönliches aus dem Leben der frisch Vermählten zum Besten geben. Da zu lange Reden ermüdend wirken, übertreibt es nicht. Zehn Minuten reichen völlig aus. Ihr könnt die Rede auch mit einer Diashow verbinden, bei der ihr beispielsweise Bilder gemeinsamer Erlebnisse teilt.

Nach der Hochzeit

Die Trauzeug*innen helfen nach der Feier beim Aufräumen. Gerade, wenn das Brautpaar direkt in die Flitterwochen düst, ist es dankbar, wenn es sich auf seine engsten Freunde verlassen kann. Verschickt das Brautpaar Dankeskarten und Fotos der Hochzeit, können die Trauzeug*innen hier noch einmal tatkräftig unterstützen. Auch im Eheleben ist die Trauzeugin immer für die Braut da. Sie hilft ihr durch schwierige Lebenssituationen und ist ihre seelische Stütze.

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Der knackige Trauzeuginnen-Planer

Hier kommen noch einmal die allerwichtigsten Punkte – eine Trauzeuginnen-Checkliste im Überblick:

  • Bei der Gestaltung der Einladungen, Tischkarten etc. helfen.
  • Hochzeitskleid aussuchen.
  • Mit der Hochzeitsgesellschaft kommunizieren, wenn gewünscht.
  • Gegebenenfalls Übernachtungen und Transporte der Gäste koordinieren.
  • Junggesellinnenabschied organisieren.
  • Spiele, Reden, Musik und Ablauf der Feier planen und koordinieren.
  • Sich um die Geschenke kümmern.
  • Ansprechpartner für Dienstleister und Lieferanten sein.
  • Gästebuch oder Hochzeitszeitung organisieren.
  • Nach der Hochzeit stets ein offenes Ohr haben.

Ihr Lieben, nun wisst ihr schon ziemlich gut, was die Aufgaben einer Trauzeugin sind – es kommt natürlich immer auf die Braut an. Die eine möchte mehr, die andere weniger Unterstützung. Bleibt einfach im engen Austausch und hört genau hin, wenn es um ihre Wünsche geht. Und sagt es den Gästen auch ganz offen, wenn sie etwas planen, womit das Brautpaar absolut nichts anfangen kann. Dann steht einer unvergesslichen Feier nichts mehr im Weg.

XX, Susanna

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