Spitze: das besonders feminine Material

Fashion Lexikon Spitze: Close-up auf Spitzenstoff

Was ist Spitze?

Spitze ist ein verspieltes Material, das sich durch viele, unterschiedlich große Löcher auszeichnet und dadurch immer leicht transparent ist. Spitze wird aus den unterschiedlichsten Materialien wie Baumwolle oder Kunstfasern hergestellt und kann dadurch leicht schimmernd oder auch ganz matt sein. 

Was zeichnet Spitze aus?

Charakteristisch für einen Spitzenstoff ist immer ein gemustertes Erscheinungsbild, das sich durch die unterschiedlich großen Unterbrechungen ergibt. Typisch sind verschiedene Blütenmotive, aber auch Ornamente oder abstrakte Linien kommen vor. Durch das luftige Gewebe ist Spitze ein beliebtes Material für warme Tage. Richtig kombiniert könnt ihr es aber ohne Probleme das ganze Jahr über tragen. Neben Teilen im Spitze-Alloverlook wird Spitze auch sehr gern als Akzentstoff verwendet. Typisch hier: Kragen, Ärmelabschlüsse oder Borten, beispielsweise auf Kleidern und Röcken. 

Details an Spitzenbluse

Spitze: damals und heute

Spitze hat zwei Gesichter: Entweder kann sie besonders elegant und klassisch wirken oder richtig heiß aussehen. Grund hierfür ist die Semitransparenz, die auf eher altmodische Motive trifft.

Dieses Spiel macht sich die Mode schon seit Hunderten von Jahren zunutze, sowohl die DOB (Damenoberbekleidung) als auch die HAKA (Herrenkonfektion). Die ersten Spitzenstoffe wurden im 15. und 16. Jahrhundert entwickelt. Zu dieser Zeit wurde die Spitze jedoch noch nicht gewebt, sondern entstand durch das Herausschneiden einzelner Stellen im Stoff. Diese kleinen Löcher wurden vorher umstickt. Ihr könnt euch diese Spitzenstoffe wie eine Art Lochspitze vorstellen. Im Laufe der Zeit wurden die Herstellungstechniken immer weiter verfeinert, bis das Material selbst gehäkelt und schließlich gewebt werden konnte. Charakteristisch zu der damaligen Zeit waren verzierte Spitzenkragen, Ärmelabschlüsse oder Borten. Wie ihr seht, wurde die Spitze eher als Akzent eingesetzt, da die Herstellung sehr aufwendig war.

Spitze hatte auch in den darauffolgenden Jahrhunderten immer weiter Bestand, feierte aber in den 60er- und 70er-Jahren ein besonders großes Comeback. Modeliebhaber*innen dieser Zeit griffen gerne auf Elemente vergangener Epochen wie dem Barock zurück, sodass voluminöse Spitzenkragen, Trompetenärmel und Co. wieder voll im Trend lagen.

So kombiniert ihr den raffinierten Spitzen-Stoff

Mittlerweile ist Spitze nicht mehr nur den Adligen und Reichen vorbehalten, sondern zu einem echten Allrounder geworden. Blusen, Kleider, Röcke und sogar Hosen oder Shorts findet ihr aus dem zarten Stoff. Besonders angesagt ist nach wie vor ein Stilmix, wenn es um die Kombination eines coolen Outfits geht. Spitze bietet sich durch ihre Vielseitigkeit besonders gut an.

Bloggerin Farina Opoku zeigt hier ein eher romantisches Spitzen-Styling, das durch das transparente Oberteil gleichzeitig ein wenig sexy wirkt. Creme- und Weißtöne sorgen dafür, dass die Kombi aus Spitzenbluse und Minirock nicht zu lasziv wirkt, sondern eher luftig-leichtes Sommerfeeling versprüht.

Designerin und Bloggerin Nina Schwichtenberg zeigt hier die moderne und zugleich klassische Variante eines Spitzenlooks und setzt auf die Kombi von Feminin und Maskulin. Der Blazer lässt das elegante Spitzenkleid direkt lässiger wirken und sorgt für den perfekten Rahmen zur leicht ausgestellten A-Linie. Natürliche Töne wie Camel und Cognac passen toll zu weißer Spitze.

Sänger Harry Styles ist eine echte Fashionikone unserer Zeit geworden. Er hat sich vom durchschnittlichen Boybandstar zum beliebten Gast in jeder Front Row entwickelt. Nicht zuletzt durch seine extravaganten Retrolooks mit Spitzendetails. Hier zeigt der Ex-„One Direction“-Sänger einen androgynen Mix. Zum schlichten Wollpulli trägt er einen verzierten Spitzenkragen und on top eine Perlenkette. 

Dos

  • Kombiniert Spitze im Stilmix, das ist besonders angesagt.
  • Stylt maskuline Teile zu euren Spitzen-Pieces. So wirkt euer Spitzenteil lässiger und entspannter.
  • Kümmert euch gut um eure Spitzenteile. Durch die richtige Pflege habt ihr länger was davon, und die feinen Kanten fransen weniger schnell aus.

Don’ts

  • Eng, kurz und transparent: Zeigt vor allem zu dunkler Spitze nicht zu viel Haut und achtet auf eine geschmackvolle Mischung.
  • Verzichtet auf biedere Spitzenlooks. Setzt lieber auf eine Mischung mit aktuellen, angesagten Pieces.
  • Lasst die Finger von sehr preiswerten Spitzenteilen, weil diese leider auch optisch nicht hochwertig sind.

Spitze: Auf die Pflege kommt es an

Ein so filigranes Material verdient eine Pflege mit Bedacht. Hier kommen unsere Tipps für einen glücklichen Spitzenstoff:

  • Vor allem helle Spitzenstoffe solltet ihr unbedingt nur mit gleichen Farben waschen, weil sie sehr dafür anfällig sind, zu ergrauen.
  • Die Temperatur hängt ein wenig vom Material, aus dem die Spitze hergestellt wurde, ab. Baumwollspitze kann bei bis zu 40 °C gewaschen werden. Enthält der Stoff Kunstfasern oder Seide, sind bis zu 30 °C empfehlenswert. 
  • Spitze liebt den Schonwaschgang, genauso wie Wolle oder Seide. Hier wird die Kleidung besonders sanft gespült und auch nicht bei sehr hohen Drehzahlen geschleudert. So behält das gelochte Material gut seine Form.
  • Legt euch ein Wäschesäckchen zu und wascht die zarten Teile darin. So schont ihr den Stoff zusätzlich, und es können keine Beschädigungen durch andere Kleidungsstücke entstehen. 
  • Achtet final auf die Waschhinweise des Herstellers in eurem Kleidungsstück.
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