Weihnachtsbräuche: die 8 verrücktesten Traditionen weltweit

Weihnachtsbräuche: Bulli mit Tannenbaum
Freitag, 4. Dezember 2020, 14:46

Weihnachtsbräuche versüßen den Menschen weltweit die gemütlichste Zeit des Jahres. Das Aufstellen des Adventskranzes, Plätzchen backen und Geschenke an die Liebsten verteilen sind Traditionen, mit denen die meisten von uns groß geworden sind. Doch es gibt zu Weihnachten weltweit noch ganz andere Bräuche, von denen ihr vielleicht noch nie gehört habt. Wir nehmen euch mit auf die Reise der verrücktesten Weihnachtsbräuche und erklären, wo eigentlich die deutschen Traditionen ihren Ursprung haben.

Unsere Top 8: Weihnachtsbräuche weltweit

1. USA: Essiggurke bringt Glück

Unsere Weihnachtsbräuche-Exkursion startet in den USA. Extrageschenk gefällig? Das bekommt ihr dort, wenn ihr eine als Weihnachtsdekoration eingesetzte Essiggurke findet. Wer die versteckte Gurke als Erstes findet, erhält nämlich ein Extrageschenk. Am liebsten verstecken die Amerikaner die Essiggurke irgendwo am Weihnachtsbaum. Heutzutage gibt es natürlich passende Weihnachtsdeko, beispielsweise aus Glas in Gurkenform. Manche Familien verteilen kein zusätzliches Geschenk, um Heiligabend keinen Neid aufkommen zu lassen – dann bedeutet der Gurkenfund eine Extraportion Glück für das kommende Jahr.

2. Philippinen: Kostümparty statt Kirchengang

Party People, das ist was für euch: Auf den Philippinen werdet ihr in die Welt der verrücktesten Kostüme eingeführt. Alle Familienmitglieder kommen hier zusammen und versuchen, mit der buntesten Motto-Kostümierung zu überzeugen. Wer sich am meisten Mühe gegeben hat, bekommt einen Preis. Danach werden sich die Mikrofone geschnappt und Lautsprecher aufgedreht. Karaoke wird bei den Philippinern gerade zur Weihnachtszeit großgeschrieben! Wir finden, das ist eine super Alternative zum traditionellen Weihnachtsgesang.

3. Venezuela: auf Rollschuhen in die Kirche

Weiter gehts nach Südamerika. In Caracas, Venezuela, sind die Menschen an Heiligabend besonders sportlich unterwegs. Die Straßen werden extra abgeriegelt, damit alle Venezolaner ungestört auf Rollschuhen zur Kirche düsen können. Leider ist nicht bekannt, wo dieser athletischste aller Weihnachtsbräuche herkommt. Doch er ist allemal mit einer Menge Spaß verbunden, und der sollte Weihnachten weltweit nicht zu kurz kommen.

4. Japan: KFC statt Weihnachts-Truthahn

Was Japaner mit Weihnachten verbinden, sind schmackhafte Hähnchenschenkel von KFC. Ja, ihr lest ganz richtig! In den 70ern wurde die Werbeaktion „Kurisumasu ni wa kentakkii!” („Kentucky zu Weihnachten!“) von KFC gestartet. Ein Mitarbeiter kam auf die Idee, um den Japanern eine Alternative zu bieten, wenn mal wieder der traditionelle Weihnachts-Truthahn ausverkauft war. Die Kampagne schoss durch die Decke und macht bis heute ein Drittel des KFC-Jahresumsatzes aus. Fun Fact: Der Mitarbeiter wurde im selben Jahr zum Geschäftsführer von KFC in Japan.

5. Slowakei: Pudding verrät eure Zukunft

Puddingfans aufgepasst! Euer nächstes Weihnachten solltet ihr in der Slowakei verbringen. Denn hier ist die wabbelige Süßspeise ein festes Element der Weihnachtszeit. An Heiligabend – so sagt es der Weihnachtsbrauch – nimmt der Familienälteste einen Löffel des beliebten Loksa-Puddings und schmeißt ihn gegen die Decke. Aus dem entstandenen Puddingfleck wird eure Zukunft gelesen. Es ist ganz einfach: Je mehr Pudding kleben bleibt, desto mehr Glück werdet ihr im nächsten Jahr haben.

6. Norwegen: Geputzt wird später

Falls ihr Heiligabend mal in Norwegen verbringen solltet, passt bloß auf, dass euch kein Brotkrümel auf den Boden fällt. Einen Besen werdet ihr vergeblich suchen. Denn der wird in jedem norwegischen Heim zu Weihnachten versteckt. Die Norweger haben einen strengen Aberglauben, wodurch sich einer der witzigsten Weihnachtsbräuche entwickelt hat. Er besagt, dass alle Hexen und Geister am Weihnachtsabend aus ihren Verstecken herauskommen, um jeglichen Unfug mit dem Hab und Gut der Menschen anzustellen. Um die Hexen vom Umherfliegen mit den hauseigenen Besen abzuhalten, werden sie kurzerhand versteckt. Uns gefällt dieser Weihnachtsbrauch besonders gut – wer möchte schon putzen am Heiligabend?!

7. Spanien: Das ganze Land spielt Lotto

Die spanische Nationallotterie gibt es bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts. Seit 200 Jahren sind die spanischen Bürger verrückt nach „El Gordo“ – so wird die spanische Weihnachtslotterie genannt. Eigentlich heißt sie Sorteo de Navidad oder Sorteo Extraordinario de Navidad und ist eine Extraziehung neben den üblichen Lottogewinnspielen. Am 22. Dezember sitzt ganz Spanien gebannt vor dem Fernseher und hofft auf den großen Lotteriegewinn. 22 Schulkinder verkünden die Gewinnerzahlen. Dabei lesen sie nicht einfach vor. Nein, sie singen die Zahlen, und alle Spanier lauschen den Stimmen – in der Hoffnung, das größte Weihnachtsgeschenk des Jahres zu ergattern. Mit einem Geldregen ins neue Jahr starten? Wir finden, das hört sich nach einem fabelhaften Brauch an.

8. Schweden: Weihnachten mit Donald Duck

Ihr steht total auf Disney World? Dann wird euch dieser schwedische Weihnachtsbrauch besonders gut gefallen: Jedes Jahr an Heiligabend läuft um Punkt 15 Uhr „Kalle Anka och hans vänner önskar God Jul.“ Zu Deutsch: „Donald Duck und seine Freunde wünschen frohe Weihnachten.“ Tatsächlich schauen bis zu 3,4 Millionen Schweden diesen Film am Weihnachtstag. Rund ein Drittel des Landes sitzt also am 24. Dezember vor dem Fernseher und erfreut sich an dem Gequake der berühmtesten Ente der Welt.

Klassische Weihnachtstraditionen in Deutschland

Weihnachtsbräuche: Weihnachtsbaum mit Schmuck

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Habt ihr auch so viel Freude daran, Adventsgestecke zu basteln? Jeden Adventssonntag zünden wir eine weitere Kerze auf unserem Adventskranz an. Mitte des 19. Jahrhunderts kam der Theologe und Erzieher Johann Hinrich Wichern auf die Idee, einen Autoreifen mit so vielen Kerzen zu bestücken, wie die Tage bis Weihnachten zählten. Das sollte den Straßenkindern die Zeit bis Heiligabend verkürzen. Nebenbei haben sie das Zählen gelernt. Diese Art des Kranzes nennt man heute Wichernkranz. Später wich der Autoreifen einem dekorativeren Material: den Tannenzweigen. Die vielen Kerzen wurden auf vier reduziert, und heute freuen wir uns über die Adventskränze – egal ob rund oder eckig, mit roten, goldenen oder bunten Kerzen.

Adventskalender: 24 Türchen

Ist es nicht einer der schönsten Weihnachtsbräuche zu Weihnachten weltweit? 24 Naschereien oder andere Kleinigkeiten versüßen uns die Adventszeit bis Heiligabend. Jeden Tag dürft ihr euch über eine weitere kleine Überraschung freuen und stimmt euch auf den Heiligabend ein. Der Adventskalender zählt eher zu den jüngeren Weihnachtsbräuchen. Wo er genau seinen Ursprung hat, ist nicht sicher. Erstmalig hat er die Adventszeit wohl Mitte des 19. Jahrhunderts eingeläutet. Mittlerweile gibt es die Adventskalender von verschiedenen Herstellern bereits fertig zu kaufen. Am meisten Spaß macht uns jedoch das Selbstgestalten.

Weihnachtsbräuche: Adventskalender

Weihnachtsbaum

Ach, wir lieben es einfach, unseren Weihnachtsbaum mit bunten Kugeln, Figuren, Girlanden und Lichterketten zu dekorieren. Am liebsten hören wir dazu die immer gleichen Weihnachtshits und kommen so richtig in Stimmung mit Mariah Carey, Wham! und Bing Crosby. Tatsächlich kommt dieser Brauch aus dem Rheinland und ist um das Jahr 1800 entstanden. Damals wurde der sogenannte „Lichterbaum“ noch mit buntem Papier und Äpfeln geschmückt. Heute kennt die Dekowelt keine Grenzen – je ausgefallener die Deko, desto besser.

Plätzchen backen

Hmmm… Wie das duftet! Ein Muss in jeder deutschen Küche: Plätzchen backen zur Adventszeit. Mit der Zeit haben sich immer mehr Rezepte entwickelt. Insbesondere in den letzten Jahren, seit glutenfrei, vegan, ayurvedisch und weitere Ernährungsformen aktuell sind. Egal welchem Trend ihr folgt, das Beste – ihr werdet uns sicher zustimmen – ist in jedem Fall das Dekorieren mit bunten Streuseln, Schokoglasur und Puderzucker. Der Fantasie sind bei diesem süßesten aller Weihnachtsbräuche keine Grenzen gesetzt. Dazu wird Rolf Zuckowskis „In der Weihnachtsbäckerei“ aufgedreht, und dem Weihnachtsspirit steht nichts mehr im Wege.

Ihr Lieben – egal, welcher dieser fantastischen Weihnachtsbräuche euer Favorit ist, gestaltet euch die Adventszeit mit eurer Familie, wie ihr es am schönsten findet. Wir machen uns jetzt ans Plätzchenbacken und wünschen euch eine gemütliche und besinnliche Weihnachtszeit.

XX, Die Redaktion

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