Modedokus: Diese 7 müsst ihr kennen!

Two for Fashion Autorin Susanna
Mittwoch, 31. März 2021, 11:23

Wir liiiiieben Mode. Und ihr anscheinend auch, oder? Aber wie entstehen eigentlich Trends? Wer sind die Big Leader des Business? Wie fühlt sich ein Designer vor der Show? Und wie kreiert er seine Kollektion? Dies sind Fragen, denen meine allerliebsten Modedokus auf den Grund gehen. In einfühlsamer Weise schaffen sie es, uns ganz nah an das Geschehen zu bringen, zu dem sonst nur der Inner Circle Zugang hat. Es wird hart gearbeitet, es fließen Tränen, und manchmal werden große Innovationen geschaffen.

1. Die spannendste der Modedokus: alles über die echte Anna Wintour

Vergesst „Der Teufel trägt Prada“. Hier kommt mit „The September Issue“ die echte Anna Wintour und damit die mächtigste Frau der Fashionwelt. Und ja, sie ist unerbittlich und scharf in ihrem Urteil, aber nicht ungerecht und vor allem kein bösartiger Teufel. Sie weiß einfach ganz genau, was sie will, und hat es damit an die Spitze des weltweiten Modeimperiums der VOGUE geschafft.

Modedokus: alles über die US-Vogue in The September Issue

In dieser Dokumentation geht es um die Entstehung der legendären Septemberausgabe der amerikanischen VOGUE, die schon gern mal die Ausmaße eines OTTO-Katalogs hat. Ihre Blicke sagen alles, oft muss Anna Wintour nicht einmal sprechen, damit klar wird, dass sie gerade not amused ist. Designer wie Stefano Pilati, der damalige Chefdesigner von YVES SAINT LAURENT, fühlen sich in ihrer Gegenwart wie kleine Schuljungen, die Angst vor der Lehrerin haben. Ein absolutes Must-see unter den Modedokus!

2. „Der Stil Balmain“ und der Wunderknabe Olivier Rousteing

In dieser Modedoku geht es um Olivier Rousteing, den Chefdesigner des Hauses BALMAIN. Seine Muse und beste Freundin ist Rihanna. Der Fashionfilm über sein Schaffen lässt ahnen, wie es dazu kam. In seinen Kreationen wird die Frau zur Kriegerin. Sie wird zur toughen Amazone in steifem Leder und Kordeln. In seinen Kreationen wird die Anatomie ausgetrickst: Die Schultern sind ultrabreit, die Taille schmaler als schmal, und die Beine wachsen quasi aus dem Busen.

Wie eine solche Kollektion entsteht, zeigt dieser Film, in dem auch die Schneiderinnen zu Wort kommen. Und wenn eine von ihnen sagt, dass man von der Fantasie Rousteings nicht nicht begeistert sein kann, weiß man, dass alle wirklich hinter ihrem Chef stehen. Und man sieht auch, dass das Label ohne die vielen fleißigen Bienchen nicht da wäre, wo es jetzt ist. Ganz weit vorn.

3. Die schrillste der Modedokus: „Iris“

Eine meiner absoluten Stilikonen ist eine kleine Frau mit einer sehr, sehr großen Brille: Iris Apfel. Sie ist eine Sammlerin, die auch im hohen Alter keinen Flohmarkt auslässt, um ihren Fundus an Abertausend Ketten, Broschen und anderen Accessoires aufzustocken. Sie ist Exzentrikerin durch und durch. Ihr Motto: More is more. Normcore? Ein Fremdwort für Iris.

Das Metropolitan Museum of Art widmete ihr schon 2005 eine Ausstellung. Und das will was heißen! Sie hat Einfluss in der Fashionindustrie. Dieser Film nimmt uns mit in ihre atemberaubende Wohnung in der Fifth Avenue, wo Kermit-Figuren ganz selbstverständlich neben Haute-Couture-Kleidern und Weihnachtsdeko (im Frühjahr) platziert werden. Das Schönste aber: Wir erhalten einen ganz persönlichen Blick auf Iris und ihr Schaffen und vor allem auf ihre symbiotische Beziehung zu ihrem Mann Carl. Es ist toll, ein so altes Ehepaar zu sehen, das immer noch verliebt Händchen hält und zusammen lacht. Absolutely wonderful!

4. Back to the 90s mit Christy Turlington und der Modedoku „Catwalk 1995“

In einer der intimsten Modedokus begleiten wir Christy Turlington – für mich eine der schönsten Frauen der Welt – durch die Runway-Saison 1995. Wir reisen mit ihr nach Mailand, Paris und London. Wir sind backstage bei Fittings und in der Maske dabei. Ganz nebenbei treffen wir ihre Wegbegleiterinnen und Freundinnen Naomi Campbell und Kate Moss sowie andere Berühmtheiten wie Carla Bruni.

Wir tauchen ab in eine Welt, in der Models ohne Smartphone und Instagram-Account zu Superstars wurden. Eine legendäre Welt, in der Kreativität floss wie Leitungswasser aus dem Hahn. Ganz nebenbei treffen wir Designer wie den exzentrischen John Galliano, den charmanten Gianni Versace und den sehr fokussierten Giorgio Armani. Übrigens: Dies ist eine der wenigen Modedokus, die ihr ganz kostenlos auf YouTube gucken könnt.

5. Die legendärste der Modedokus: „Signe Chanel“

Das Modekarussell dreht sich mittlerweile rasend schnell. Hedi Slimane hat SAINT LAURENT verlassen und ist nun Chefdesigner von CELINE. Raf Simons ist bei DIOR ausgestiegen, und sogar Alber Elbaz, der dem Luxuslabel LANVIN zu neuem Glanz verholfen hat, geht neuerdings eigene Wege. Nur einer ist seinem Arbeitgeber bis zu seinem Tod treu geblieben. Karl Lagerfeld – Kaiser Karl hat seinen lebenslangen Arbeitsvertrag jahrzehntelang Saison für Saison erfüllt. Auch im hohen Alter sprühte er noch vor Kreativität und Schaffenskraft.

Die Doku-Soap „Signe Chanel“ von Loïc Prigent ist zwar schon 2005 entstanden, aber das spielt keine Rolle. Wir sind hautnah am großen Meister und verfolgen ebenso hautnah die Entstehung einer CHANEL-Kollektion. Wir sehen seinen Mitarbeiter*innen beim Sticken, Nähen, Schustern und Abstecken über die Schultern. Zusammen erschaffen sie den Mythos CHANEL. Ein Muss für jede Fashionista!

6. Die wegweisendste der Modedokus: unterwegs mit Bill Cunningham

Er war der erste Streetstyle-Fotograf überhaupt und ist seinem Beruf bis zu seinem Tod mit Leidenschaft nachgegangen. Anna Wintour hat er schon als Kind abgelichtet, und so ist sie es auch, die sagt:

„We all get dressed for Bill.“

 

„Wir ziehen uns alle nur für Bill an.“ Er konnte aus gut gekleideten Modeliebhaber*innen Stars mit horrenden Honoraren machen und blieb dabei stets bescheiden. Sein ganzes Leben lang fuhr er – mit einer Kamera bewaffnet – mit dem Fahrrad durch New York und trug dabei einen schlichten Blaumann, der zu seinem Markenzeichen wurde. Besitz war ihm nicht wichtig, und so schlief er in einem Einzimmer-Apartment, das bis oben hin mit den Negativen seiner Bilder gefüllt war.

7. „Scatter my Ashes at Bergdorf’s“: Diesen Luxus können sogar wir uns leisten

Als ich das erste Mal in New York war, habe ich mich nicht hineingetraut. Zu viel Ehrfurcht hatte ich vor diesem absolut luxuriösen Kaufhaus. Zu viel Glanz und Gloria für eine kleine Redakteurin wie mich. Dieses Weltklasse-Kaufhaus für Luxusmode ist so etwas wie der Heilige Gral der Designer. Alle wollen ihre Kollektionen hier verkaufen, und viele von ihnen kommen in der Doku zu Wort.

Wer Michael Kors entdeckt hat? Wo Bobbi Brown ihre ersten Lippenstifte verkauft hat? Was Chefstylistin Betty täte, würde sie nicht bei BERGDORF GOODMAN arbeiten? Na klar, die Doku klärt uns auf. Neben den Einkäufern und Stylisten kommen unzählige Designer wie Marc Jacobs, Diane von Fürstenberg und Vera Wang zu Wort. Ein toller Einblick in die High Society.

Ihr Lieben – nehmt euch die Zeit und schaut die eine oder andere dieser Modedokus. Ihr werdet wahnsinnig inspiriert sein und Fashion mit anderen Augen sehen. Ich wünsche euch viel Spaß dabei.

XX, Susanna

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