Interview mit einem echten Spice Girl | Viola Fuchs und ihr Gewürz-Paradies

Zwei Frauen im Gewürz-Laden Violas
Two for Fashion Autorin Susanna
Dienstag, 20. Februar 2018, 15:27

Seit gut zwanzig Jahren führt Viola Fuchs die nach ihr benannte Ladenkette Viola’s. Ganz nach ihrem Motto: „Wenn Du willst, dass es gut wird, mach es selbst!“ steht sie am Eppendorfer Baum noch selbst im Laden und sorgt dafür, dass die Gewürzmischungen so frisch sind, wie es nur geht. Sie stammt aus der Wiesbadener „Gewürzfamilie“ und wuchs mit dem Duft ferner Länder auf. Schon ihre Großeltern verkauften Gewürze und so war es nur logisch, dass Viola Fuchs 1997 der Tradition folgte und ihr erstes Geschäft im schönen Hamburg Eppendorf eröffnete, mit dem sie neue Impulse in Sachen Gewürze und anderen Leckereien setzen wollte. Ich habe mich im dort im Stammhaus, einem Paradies für Gourmets, zum Coffee-Talk mit ihr getroffen. Umgeben von wunderhübsch verpackten Schokoladen, feinen Ölen, handgemachter Pasta und vielem mehr, hat sie uns ein wenig über Spices verraten, ohne die unser Essen ganz schön fad schmecken würde.

Interview mit Viola Fuchs

Shop-Interior im Laden Violas

Sie stammen ja aus einer alten, so genannten Gewürzfamilie. Wann war Ihnen klar, dass Sie auch beruflich in diese Richtung gehen?

Vor etwa 20 Jahren, so lange gibt es meinen Laden nun, habe ich mir gedacht: „Mensch, gehst du mal zurück zu deinen Wurzeln.“

Was haben Sie denn vorher gemacht?

Ich war Schuhdesignerin. Ich habe hier in Hamburg bei einer Schuh-Firma gearbeitet und war nicht so richtig glücklich mit dem, was ich da gemacht habe. Ich wollte mich endlich wieder mit Schönem umgeben…

Aber Schuhe sind doch auch schön?

Ja, sehr. Aber wenn man es zu konventionell betreibt, oder betreiben muss, hat es am Ende nicht mehr viel mit Mode zu tun… leider. Deshalb beschloss ich mein eigenes Ding zu machen.

Portrait zwei Frauen vor Gewürzen

Und wie fing es an?

Vor 19 Jahren war das Konzept des Ladens noch ein völlig anderes. Es gab einen weißen, eine schwarzen und wenn es hoch kam noch einen roten Pfeffer. Mehr hatten wir damals noch nicht im Angebot. Das Sortiment hat sich erst mit der Zeit extrem weiterentwickelt. Nun haben wir allein beim Pfeffer 20 verschiedene Sorten und 30 unterschiedliche Currys. Ich würde auch sagen, dass ich die Gewürzlandschaft im Allgemeinen mitgeprägt habe. Der durchschnittliche Supermarkt hat heute das Gewürz-Sortiment, das wir bereits vor 20 Jahren hatten. Aber beispielsweise auch in Sachen Öle und Pasta-Sorten waren wir wegweisend.

Sind Sie eigentlich viel vor Ort bei den Produzenten?

Ja, zur Zeit sehr viel. Leider nicht in Sri Lanka bei den Gewürzen, aber sehr viel in Italien. Wir führen seit kurzem unser eigenes Olivenöl, dies stammt aus Bella Italia.

Man kann sich bei Violas ja sogar eigene Gewürzmischungen zusammenstellen…

Ja, stimmt. Allerdings habe ich es früher viel extremer gemacht und konnte, als der Laden noch klein war, viel mehr auf individuelle Wünsche der Kunden eingehen. Heute können wir die Mühlen erst ab 50 Stück mit kundeneigenen Mischungen befüllen. Was aber in kleinen Mengen schon möglich ist, und außerdem toll zum Verschenken, ist die Individualisierung der Labels unserer eigens hergestellten Salzmühlen.

Haben Sie Lieblingsgewürze?

Ich liebe die Vielfalt der Vanilleschote. Die meisten Menschen denken ja, dass Vanille gleich Vanille ist, dabei gibt es sehr viele verschiedene Sorten, die alle unterschiedlich schmecken. Ich liebe aber auch Currys. Und: Ras el Hanout, ein marokkanisches Gewürz, das übersetzt Chef des Hauses heißt. Da hat jeder Hersteller seine eigene Mixtur, die immer etwas anders schmeckt. Das Tolle ist, dass man es ganz universell einsetzen kann. Es schmeckt toll zu veganen oder vegetarischen Gerichten, aber auch hervorragend zu Lamm.

Echter Vanille-Zucker im Glas

Gibt es eine ungewöhnliche Kombi, die wir unbedingt einmal probieren sollten?

Ich finde Vanillepfeffer sehr ungewöhnlich und sagenhaft lecker. Sehr toll und speziell ist auch Dukka, eine Nussmischung, die man mit Olivenöl anrührt. Man kann sie auf Brot essen, oder zum Würzen von Salaten verwenden.

Was ist Ihrer Ansicht nach das absolute Minimum an Gewürzen, das man immer im Haus haben sollte?

Ich würde sagen, außer Salz und Pfeffer ist es für mich Koriander, Kumin und ein gutes Curry. Und all denen, die Fleisch essen, würde ich ein Gulasch-Gewürz empfehlen, das man ganz universell einsetzen kann. Ach, und aus unserem eignen Sortiment natürlich „Ich will aufs Ei“. Eine Mischung, die zu allem passt. Zum Beispiel auch auf Avocado, Salat, Ei natürlich….

Diverse Gewürzmischungen des Ladens Violas

Wie lagert man Gewürze am besten?

Man sollte sie in jedem Fall kühl und trocken lagern. Aber sie gehören auch nicht in den Kühlschrank. Licht macht gar nicht so viel aus. Aber offen stehenlassen, sollte man sie nicht. Eine beliebte Abstellfläche findet sich in vielen Küchen auch über dem Herd. Das ist keine gute Idee. Hier ziehen die Dämpfe und die Feuchtigkeit vom Kochen nach oben, was Gewürze gar nicht mögen.

Gibt es Unterschiede in der Haltbarkeit?

Paprika beispielsweise ist sehr lichtempfindlich. Aber selbst wenn es ausbleicht, verändert dies nicht seinen Geschmack. Grundsätzlich sind ganze Gewürze länger haltbar und bis zu fünf Jahre schmackhaft. Aber auch gemahlene Gewürze lassen sich um die drei Jahre aufbewahren. Vorausgesetzt natürlich, dass man Qualität kauft.

Wie erkennen wir als Laien gute Qualität?

Ganz einfach am Geschmack und an der Frische, das sind die allerwichtigsten Merkmale.

Haben Sie einen Tipp für Gewürze, die gerade jetzt in der genussvollen Weihnachtszeit den Stoffwechsel ein wenig auf Trab bringen?

Ich würde hier zum einen Eisenkraut-Tee empfehlen und auf jeden Fall Ingwer. Der bringt den Körper ja regelrecht auf Hochtouren. Gut, wenn man schnell friert. Wenn man aber ein eher „warmer“ Mensch ist, kann es auch schnell zu viel werden.

Wir bedanken uns sehr für das nette Gespräch inmitten des Weihnachtstrubels und wünschen Ihnen ein wunderbares Fest mit Ihren Liebsten.

Gewürze im Regal eines Ladens
Backzutaten in Glaesern im Regal
Zwei Frauen im Gespräch vor Gewürz-Regal
Gewuerze in Reagenzglaesern, diverse Currys, Tonkabohnen
Diverse Nüssen und Saaten
Bunter Zucker-Deko in Röhrchen
Mexikanische Chili-Soßen von der Marke Inferno, Chili Sauce
Gewürze im Regal eines Ladens
Backzutaten in Glaesern im Regal
Zwei Frauen im Gespräch vor Gewürz-Regal
Gewuerze in Reagenzglaesern, diverse Currys, Tonkabohnen
Diverse Nüssen und Saaten
Bunter Zucker-Deko in Röhrchen
Mexikanische Chili-Soßen von der Marke Inferno, Chili Sauce

Ihr Lieben, ich hoffe, wir konnten euch mit unserem Gespräch so richtig Lust auf den Geschmack ferner Länder machen. Vielleicht denkt ihr auch gerade daran, eines unserer köstlichen X-mas-Desserts nachzukochen oder einen wärmenden Glühwein zu kreieren? Auf Violas.de findet ihr alle Gewürze, die im Gespräch erwähnt wurden, Adressen der Shops und noch Vieles mehr.

? Guten Appetit, Susanna ?

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