Interview mit Moderiamia | Coffee-Talk mit viel Herz und Verstand 💕

Susanna von Two for fashion udn Ari von Moderiamia unterwegs in der Innenstadt von Hamburg
Donnerstag, 31. August 2017, 13:06

Seit 2014 nimmt uns die süße Ari, deren Wurzeln in Armenien liegen, mit auf die Reise durch ihr (Fashion-)Leben. Sie schreibt ehrlich, offen und authentisch über Dinge, die ihr am Herzen liegen, und zeigt stylishe und dennoch tragbare Outfits. Seit zweieinhalb Jahren ist sie Mama von dem kleinen Liam und spricht auf ihrem Blog ganz aufrichtig zum Beispiel über Fragen, ob Kinder mit ihren Mamas duschen oder ob sie Süßigkeiten essen dürfen. Wir haben uns in der Hamburger Innenstadt auf einen Kaffee getroffen und über ihr Leben als Bloggerin gesprochen.

zwei Frauen (Bloggerinnen ) im Gespräch in einem Café

Erzähl doch mal, liebe Ari. Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Das hat während des Jura-Studiums angefangen, da ich einen kreativen Ausgleich brauchte. Zudem wollte ich immer Journalistin werden, wusste aber nicht so genau wie – da mein Jura-Studium schon sehr einnehmend war. Nach vier Jahren habe ich das übrigens aufgegeben und mit dem Plan im Anschluss ein Volontariat bei einem Magazin zu machen, Englisch und Italienisch studiert. Meinen ersten Blog habe ich mit meinem jetzigen Ehemann gestartet. Es ging um Mode und Philosophie. Ich schrieb über Fashion und mein Mann über seine philosophische Sicht der Dinge.

Irgendwann mussten wir leider aufgrund unseres Studiums mit dem Blog aufhören. Als ich dann fertig mit meinem Studium war, gründete ich MODERIAMIA, weil mir das Bloggen fehlte.

Wie ist der Name entstanden? Du heißt ja Ari …

Ich habe ja Italienisch studiert und wollte einen Namen der sich ein wenig italienisch anhört. In etwas wie Caffetteria ….Es sollte eine kleine Wort-Schöpfung sein und so entstand der Name.

Wer macht denn die schönen Fotos von dir? Dein Mann?

Mein Mann war ganz lange derjenige, der die Fotos gemacht hat. Allerdings habe ich irgendwann gemerkt, dass es mir doch lieber ist, Familie und Beruf zu trennen. Es ist unheimlich schwer abzuschalten, wenn der eigene Mann fotografiert. Immer, wenn wir unterwegs waren, wollte ich nur noch schnell ein Outfit-Foto, dann mal eben Details der Schuhe und … und … und. Wenn der Kleine dabei war, war das auch für ihn nicht schön – zumal ich zugeben muss, dass es auch immer wieder kleine Reibereien gab.

Nun mache ich die Outfit-Bilder mit einem Fotografen, Dennys Schick. Mit ihm habe ich schon während des Studiums fotografiert und es funktioniert wirklich wunderbar mit ihm. Nur im Urlaub hat mein Mann jetzt wieder die Fotos gemacht.

Beschreibe deinen Blog in drei Worten.

Ich würde sagen, er ist familiär, feminin und verspielt

Sehr sympathisch! Du bloggst seit Anfang Juli hauptberuflich. Wie kam es dazu?

Einerseits war es eine spontane Entscheidung, anderseits wusste ich schon lange, dass ich es gern hauptberuflich versuchen würde. Zudem nahmen die Aufträge und Anfragen so zu, dass ich es mit meinem Job in einer Agentur gar nicht mehr vereinbaren konnte.

Was war das für ein Job?

Ich war Content-Managerin, habe also im Bereich Online Marketing gearbeitet und unter anderem Blogs von Unternehmen betreut. Aber es wurde mir ein wenig zu viel und ich habe gesehen, dass ich mich auf eine Sache konzentrieren muss.

frsch gepresster Saft aus Karotte, Orange und Ingwer, Cappuccino und Brot mit Thunfisc im Lokal Urban Foodie

War es auch so, dass du dir erhofft hast, vom Bloggen leben zu können?

Ja, schon! Ich wollte ja immer Journalistin werden und habe dann gemerkt, dass Bloggen genau das ist, was ich wollte. Ich wusste nur vorher einfach nicht, dass es so etwas gibt. Ursprünglich hatte ich die Idee erst einmal im Print anzufangen und für verschiedene Magazine zu arbeiten. Aber beim Bloggen habe ich erkannt, dass es mir sooo viel Spaß macht, mein eigenes Ding aufzuziehen und meine eigene Chefin zu sein. Es bringt mir zwar auch Spaß im Team zu arbeiten, jedoch komme ich allein besser voran, weil ich alles genau so machen kann, wie ich es möchte – da redet mir niemand dazwischen 😉.

Ganz allein bin ich aber dennoch nicht: Mein Mann ist das „heimliche Mitglied“ meines Blogs. Er berät mich vor allem, wenn es um Kooperations-Anfragen geht und unterstützt mich ganz toll – ebenso ist meine Familie für mich da. Dass es so gekommen ist, dass ich meinen Traum lebe, ist viel Glück, aber auch verdammt harte Arbeit.

Seit zweieinhalb Jahren bist du Mama von dem süßen Liam. War für dich von Anfang an klar, dass du auch über das Leben mit Kind schreiben wirst?

Nein, das war gar nicht so klar. Während der Schwangerschaft habe ich mich fast ganz zurückgezogen aus der Blogger-Szene, um mich voll und ganz auf die Schwangerschaft zu konzentrieren. Das war wohl hormonell bedingt: Ich wollte meine Schwangerschaft für mich behalten. Ab und zu habe ich zwar ein paar Dinge gezeigt, aber es war nicht so, dass ich meine Follower mit auf die Schwangerschafts-Reise genommen habe.

Irgendwann habe ich aber gemerkt, dass mir das Schreiben fehlte. Ich bin zwar leidenschaftliche Mama und liebe mein Kind über alles, aber ich liebe auch meinen Job. Daher habe ich erneut mit dem Bloggen angefangen und festgestellt, dass ich wieder entspannter und vor allem ich selbst war.zwei Frauen (Bloggerinnen ) im Gespräch in einem Café

Was hat das Kind in deinem Leben verändert?

ALLES! Ich hätte nicht gedacht, dass ein Baby, beziehungsweise Kleinkind so viel verändern kann. Aber ich denke, meine ganze Persönlichkeit hat sich komplett gewandelt. Früher habe ich viel hingenommen und nichts gesagt um die Harmonie nicht zu zerstören. Nun denke ich mir: Ich bin Mama geworden. Ich kann alles schaffen! Die Geburt war die größte Herausforderung in meinem Leben.

Seitdem weiß ich, was ich will – und habe keine Angst mehr davor, genau das auch zu sagen. Sei es in der Agentur, in der ich gearbeitet habe oder in Verhandlungen mit Kooperationspartnern.

Hat sich dein persönlicher Style geändert, seitdem du Mama bist?
Ja, total. Ich bin inzwischen absolute Turnschuh-Trägerin. Ich liebe jetzt Sneaker.

Das gabs vorher nicht?
Nein, ich war schon im Studium immer diejenige, die auch bei Wind und Wetter High Heels trug. Doch seitdem ich Mama geworden bin, habe ich gar keine Lust mehr darauf. Es muss halt praktisch sein – allerdings natürlich schön und praktisch. Ich bin einfach entspannter geworden, was das angeht. Dennoch bin ich feminin, wobei das Make-up nicht immer perfekt sein und auch nicht jede Locke akkurat sitzen muss. Ich kann mich nun auch mal ungeschminkt annehmen.

Früher war ich schon viel perfektionistischer. Jetzt als Mama denke ich zuerst einmal an das Kind. Ist er wettergerecht angezogen für den Wind und Regen bei uns im Norden? Und erst danach kommt mein Style. Meistens sind es Sneaker, Jeans, Shirt und eine Lederjacke. Fertig.

Hat sich durch das Kind beruflich etwas bei dir verändert?

Ja, ich habe angefangen in Teilzeit zu arbeiten, was im Grunde genommen der Startschuss für meine Selbstständigkeit war. So absurd es sich anhört, hatte ich trotz Kind mehr Zeit mich mit mir selbst auseinanderzusetzen. Dadurch habe ich gemerkt, dass ich mich weiterentwickeln möchte und mein Blog das ist, was ich will.

Was sind deine Schwerpunkte, wenn du über Kind und Familie bloggst?

Mir ist es wichtig, dass meine Leser sich unterhalten fühlen, gleichzeitig möchte ich ihnen aber auch nichts vorspielen. Ich sage, wenn mich etwas stört oder ich mich über etwas aufrege, auch wenn es vielleicht polarisiert. Am Ende möchte ich dennoch, dass meine Follower ein gutes Lebensgefühl haben. Ich selbst schaue mir ja auch andere Blogs an, um mich zu entspannen und gut unterhalten zu fühlen. Ich möchte, dass meine Leser das Gefühl haben, hier würde eine Freundin zu ihnen sprechen – sie sollen auch sehen, dass nicht immer alles perfekt ist. Schließlich gibt es auch bei mir mal Stress, schlechte Tage, Kranksein, und es ist eben nicht immer alles toll. Ich finde nur, dass es wichtig ist, sich seinen Humor zu behalten, sonst wirds nur schwerer.

Ich habe ja gelesen, dass du Spielplätze nicht magst. Was sind denn eure Alternativen?

Wir gehen natürlich trotzdem auf Spielplätze, da ich weiß, dass es meinem Kind Spaß macht und er sich da austoben kann. Aber ich habe immer das Gefühl, dass viele Eltern auf dem Spielplatz angespannt sind. Ich wünschte mir, dass manche Eltern anderen Eltern gegenüber aufmerksamer und kooperativer wären.

Interview von Two for Fashion mit Ari von Moderiamia

Weißt du schon, worum es in deinen nächsten Blog-Posts gehen wird? Was ist in Planung?

Ich habe einen Post zum Thema Selbstständigkeit geplant. Derzeit bekomme ich sehr viele Mails – auch von meinen Blogger-Kolleginnnen -, in denen ich gefragt werde, wie das so ist. Ich habe das Gefühl, dass es ein bisschen im Kommen ist, etwas zu wagen. Im Artikel werde ich über meine Erfahrungen schreiben, wie der Einstieg war, und ebenfalls die behördlichen Dinge zur Sprache bringen. Ich möchte einfach zeigen, wie es in den letzten Wochen so für mich lief.

Das heißt, für dich gibt es da auch gar kein Konkurrenz-Denken?

Nein, gar nicht. Ich selbst sehe mich überhaupt nicht in Konkurrenz mit anderen Bloggerinnen. Ich denke, ich kann meine Erfahrung teilen,  aber ebenso viel von den anderen lernen – es gibt schon einen großen Austausch. Wir haben auf Instagram unsere Blogger-Gruppen und sprechen uns vor allem, wenn es um Kooperationen geht. Ich bin dort ganz offen, stelle meine Fragen, bekomme sie beantwortet und gebe auch meine Erfahrungen gern weiter. Klar, muss man sich generell mit den Leuten verbinden, bei denen man das Gefühl hat, dass sie ehrlich sind. Neid habe ich da bisher noch nicht erlebt, weil ja jede Blogger-Kollegin ihr eigenes Ding macht. Neid hilft da nicht weiter, finde ich. Es wird immer jemanden geben, der besser schreibt, eine größere Reichweite hat usw.. Sich daran zu messen, bringt uns nicht weiter.

Welche Mama-Blogs liest du denn selbst gern?

Ich finde Janina von Oh Wunderbar sehr toll. Sie hat gerade das dritte Kind bekommen und eine ganz wunderbare, ehrliche Art, die vor allem in ihren Insta-Storys supergut rüberkommt.  Patrizia von Maison Pazi mag ich auch sehr. Und Frauke von ekulele hat grad ebenfalls ein Baby bekommen. An dieser Stelle meine herzlichen Glückwunsch 💝. Mein allerliebster Blog von allen ist Pink Peonies!  Auch sie schreibt nicht nur über Mode, ist zweifache Mama und zeigt ganz toll, wie sie es schafft alles zu vereinbaren.

Du lebst ja in Kiel – hast du Tipps für uns, wo wir auch mit Kind mal essen gehen können?

Mit Kind finde ich die „Forstbaumschule“ total schön. Das Restaurant liegt mitten im Wald, und wir gehen oft mit Oma, Opa und deren Hund dorthin. Für die Kleinen gibt es dort ganz viel Platz zum Toben und das Essen ist wirklich lecker. Dies ist definitiv mein Favorit in Kiel.

Ich danke dir sehr für das offene Gespräch, liebe Ari und wünsche dir weiterhin viel Erfolg für deinen Blog Moderiamia

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Kommentare zu diesem Beitrag
4 Kommentare
Saskia
Mittwoch, 30. August 2017, 16:14 Uhr

Hach wie schön. Den Blog von Ari lese ich schon soooo lange :)

Antworten
    Donnerstag, 31. August 2017, 10:52 Uhr

    Aw, das freut mich total, liebe Saskia!

Donnerstag, 31. August 2017, 10:52 Uhr

Auch hier nochmal vielen Dank für das Interview. Es war ein toller Tag in Hamburg mit euch. <3

Liebe Grüße
Ari

Antworten
    Susanna
    Donnerstag, 31. August 2017, 10:55 Uhr

    Wir haben us auch sehr gefreut, dich endlich persönlich zu treffen, liebe Ari 💕