Bloglove | Interview mit Bloggerin Luise von KleinstadtCarrie

Blonde Bloggerin Luise von Kleinstadtcarrie
Donnerstag, 24. August 2017, 10:23

Ich hatte letzte Woche die Ehre, der wunderhübschen Luise – auf Instagram bekannt als @luisemorgen – ganz viele spannende Fragen zu ihrem Blog KleinstadtCarrie zu stellen. Die gebürtige Dresdnerin reist um die Welt, erzählt von ihren schönsten Reise-Erlebnissen und schreibt auf eine ganz persönliche Art und Weise von Themen, die sie bewegen – In ihren Selbstliebe-Beiträgen schreibt sie genau das, was viele verschweigen. Sie verschönt nichts und versucht mit ihren Gedanken, ehrlich zu sich selbst und ihren Followern zu sein. Diese Offenheit ist in der Bloggerwelt (leider) immer noch sehr selten – umso mehr freue ich mich auf weitere, inspirierende Beiträge von Luise.

Meine Fragen an Luise von KleinstadtCarrie

Aus organisatorischen Gründen konnte ich Luise nicht persönlich treffen, sie hat mir aber trotzdem alle Fragen sehr ausführlich und ehrlich beantwortet. Viel Spaß beim Lesen!

Bloggerin Luise von Kleinstadtcarrie mit Brille und Blumen
Bild: Martin Stier (links) Vanessa Thiel (rechts)

Hinter dem Namen KleinstadtCarrie steckt doch bestimmt ein großer „Sex and the City“-Fan, oder? Erzähl uns doch mal, wie der Name entstanden ist.

Als ich den Blog im Jahr 2010 gestartet habe, kam mir der Name wie ein Geistesblitz eines Nachts in den Sinn. Damals habe ich – ohne dabei auch nur die Hälfte zu verstehen – Sex and the City verschlungen und konnte einige Folgen sogar auswendig mitsprechen. Heute bin ich nicht mehr ganz so verrückt nach Carrie und Co. Man könnte sogar sagen, dass wir uns zeitweise echt zerstritten hatten – jetzt sehen wir uns manchmal und lachen. Aber mein Idol ist Carrie nicht mehr – eher eine alte Freundin, die man gerne immer mal wieder zum Kaffee trifft.

Seit wann bloggst du, und wer macht die tollen Fotos von dir?

Oben habe ich es ja bereits verraten – im April 2010 habe ich meinen ersten Blogbeitrag veröffentlicht und seither auch nicht gelöscht. Dieses literarische Meisterwerk ist also noch nachzulesen. ;-) Seitdem hat sich bei mir natürlich einiges getan: privat, sowie beruflich. 

Und während in den ersten Monaten meine Mama und später mein damaliger Freund immer fleißig geknipst haben, arbeite ich seit dem Jahr 2013 mit Hobbyfotografen oder professionellen Fotografen zusammen – das ist total aufregend und macht unheimlich viel Spaß!

Bloggerin Luise von Kleinstadtcarrie auf einem Berg von hinten
Bild: Martin Stier

Mittlerweile betreibst du deinen Blog ja hauptberuflich, oder? Hattest du dir das damals auch erhofft?

Genau, seit ungefähr drei Jahren verdiene ich mit dem Bloggen jetzt mein Geld und das ist ziemlich aufregend – würde ich sagen. 

Als ich mit 15 Jahren KleinstadtCarrie ins Leben gerufen habe, war daran aber gar nicht zu denken: Die deutsche Lifestyle-Blogger Szene existierte eigentlich noch nicht – von Firmen und Modelabels wurden Blogger jahrelang nur belächelt. Das war wirklich ein Kampf, bis die ersten Blogger-Mädels in den vordersten Reihen der Fashion-Shows saßen – verrückt, dass das jetzt eine Selbstverständlichkeit ist. Aber auch, dass Firmen Blogger für ihre Arbeit bezahlen, war lange Zeit nicht selbstverständlich. 

Ich habe nach knapp sechs Monaten Bloggen eine Kette zugeschickt bekommen. Dann wurden es schnell immer mehr Pakete, und als die erste Brand mir eine zusätzliche Vergütung angeboten hat, ist mir erst mal der Mund offen stehen geblieben – heute eine Voraussetzung für gelungene Kooperationen. Verrückt, wie sich die Branche und das ganze Business bis jetzt entwickelt haben.

Du hast ja zwei Instagram-Accounts: einmal @kleinstadtcarrie und einmal @luisemorgen – verrätst du uns, warum du nicht ein Profil daraus machst?

KleinstadtCarrie (der Instagram-Kanal liegt ja aktuell leider brach – shame on me!) ist der Blog. KleinstadtCarrie ist ein junges Mädchen, auf der Suche nach sich selbst. Nachdenklich. Gefühlvoll. Und Kleinstadt eben.

Ich habe den Blog mit 15 gegründet, und wie gesagt heute bin ich heute 23 und eine – naja, sagen wir – erwachsenere Frau. Ich reise durch die Welt und erlebe mich und diesen wunderschönen Planeten. Ich sitze nicht mehr auf dem weißen Bett mit der Blümchen-Bettwäsche und warte auf den nächsten Herzschmerz. Den Blog gibt es natürlich trotzdem noch, aber seit ungefähr zwei Jahren kann ich mich mit dem Namen einfach nicht zu 100 Prorent identifizieren und habe mich oft unwohl damit gefühlt. Für meine Identifikation mit der Marke KleinstadtCarrie ist es einfacher das und mich als Person zu trennen.

Bloggerin Luise von Kleinstadtcarrie
Bild: Martin Stier

Auf deinem Blog schreibst du überwiegend über Themen wie Selbstliebe, Selbstverwirklichung und Dinge, die dich bewegen. Es scheint, als würde es dir leichtfallen, über so persönliche Themen zu sprechen – stimmt das? Wenn ja, war das schon immer so?

Es fällt mir leicht über solche Themen zu schreiben. Wobei das sogar noch eine Untertreibung ist: Worte fließen bei mir einfach aufs Papier. Ich kann das gar nicht aufhalten. Klingt verrückt – ist aber so. Wann immer ich eine neue Erfahrung mache oder etwas intensiv fühle, muss ich es aufschreiben – das war auch schon immer so. Ich habe bereits vor dem Bloggen viele Geschichten geschrieben, und in den Tiefen meiner Kisten finden sich genau sieben Tagebücher mit dicht beschriebenen Seiten. Was aber nicht heißt, dass ich auch so einfach über meine Gefühle sprechen kann …

Wie gehst du mit negativer Kritik um? Erreichen dich viele negative Kommentare unter deinen Instagram-Postings?

Tatsächlich hält sich die negative Kritik sehr in Grenzen. Und das schon immer.  Es macht mich froh, das sagen zu können. Wenn es negative Kritik gibt, dann ist diese stets sachlich formuliert: Meine Follower sind sehr aufmerksam, teils auch streng mit mir, dabei aber immer sensibel – das ist so angenehm. Genau deswegen kann ich die Kritik dann viel einfacherer annehmen und umsetzen. Hate oder schlichtweg schlechte Laune mancher User ignoriere ich allerdings einfach – das berührt mich auch persönlich überhaupt nicht.

Welche Bedeutung hat das Reisen in deinem Leben? Gibt es eine Reise, die dich besonders inspiriert und das Reisefieber in dir geweckt hat?

Eine riesige und unheimlich wichtige Bedeutung. Momentan und seit Anfang dieses Jahres bestimmt das Reisen maßgeblich mein Leben: Im Februar startete alles mit meiner Reise nach Guinea, und seitdem bin ich monatlich maximal 7 Tage zu Hause hier in Deutschland. Das ist aufregend und unheimlich bereichernd, wunderschön und manchmal auch ziemlich anstrengend – zumal ich ein kleines bisschen Flugangst habe! Aber ich kann und möchte nicht damit aufhören, diese wunderschöne Welt zu erkunden. Es gibt wohl nichts, was mich glücklicher macht. 

Bloggerin Luise von Kleinstadtcarrie in Guinea
Bild: Daniel Zenziper

Das Reisefieber in mir geweckt hat damals meine erste große Reise: Das muss im Jahr 2014 gewesen sein – damals ging es für mich nach Malaysia, Singapur und auf die Philippinen. Seither: Akutes Fernweh! Die größte Inspiration ist für mich ist immer wieder die Schönheit und Vollkommenheit dieses Planeten. Verschiedene Kulturen, Lebensweisheiten, Gesichter, Farben, Gesänge: All die unterschiedlichen Menschen auf dieser Welt geben mir etwas mit auf den Weg, und ganz gleich, wo auf der Welt ich bin, entdecke ich etwas Neues an mir. Es fühlt sich manchmal an, als würde ich mich selbst auf dieser Welt zusammensuchen – und vor allem: finden. Das ist großartig.

Jede Reise gibt mir etwas. Das ist sicher. Besonders inspirierend und charakterprägend war für mich die Reise nach Guinea, Afrika.

Neben dem Reisen zählt aber auch Mode zu deinen großen Leidenschaften, oder? Wenn du dich zwischen dem Reisen und Mode entscheiden müsstest, worauf könntest du am ehesten verzichten und warum? 

Mode gar nicht mehr unbedingt – zumindest würde ich es nicht so bezeichnen. Eher das Auftreten von Menschen – und dabei spielen Kleidung, Trends und Mode doch eine entscheidende Rolle. 

Die Zeiten, in denen ich täglich Modemagazine durchgeblättert und die neuesten Trendteile nachgeshoppt habe, sind allerdings vorbei. Ich ziehe mich natürlich auch nach wie vor gern chic an – aber müsste ich mich zwischen Reisen und Mode entscheiden, wäre es ganz klar: das Reisen!

Wer so einen liebevoll betriebenen Blog hat, scheint wirklich mit ganz viel Leidenschaft dabei zu sein. Was gefällt dir besonders am Bloggen?

Vielen Dank! Das Beste daran? Ich schreibe, weil ich es einfach muss. Irgendwas in mir verlangt danach. Das hilft mir also. Mir geht es besser, wenn ich meine Gefühle, Ängste und Gedanken auf Papier bringe. Wenn ich den Text schließlich online stelle, bekomme ich oft das Feedback, der Text habe meinen Lesern geholfen. Viele junge Frauen fühlen sich besser, erkennen sich wieder oder interpretieren meine Worte auf ihre Situation. Das hilft ihnen somit. Und das ist für mich das Allerschönste: Für andere eine Inspirationsquelle, Stütze und ein Anker zu sein, mit einer Sache, die auch mich selbst bereits zufriedener gemacht hat – ein wunderschönes Gefühl.

Aber mir gefällt ebenfalls alles andere: tolle Projekte umzusetzen, das Reisen natürlich, das Schreiben von Mails, und interessante Telefonate, dass man immer wieder neue, kreative Menschen kennenlernen kann und dass ich mein eigener Chef bin.

Reisetagebuch mit Erinnerungen aus dem Urlaub von Bloggerin Kleinstadtcarrie

Wie würde dein Leben ohne deinen Blog aussehen? Kannst du dir das vorstellen?

Da ich nun seit über 7 Jahren nun dabei bin: Nein, ich kann mir das absolut nicht vorstellen. Ich versuche es manchmal und überlege, wo ich jetzt wohl im Leben stehen würde. Aber da versagt meine Fantasie. Der Blog beeinflusst mich und mein Leben, meinen Werdegang und die entsprechenden Möglichkeiten zu sehr. Und das finde ich fabelhaft!

Welchen Beruf hast du ursprünglich gelernt, und könntest du dir vorstellen, in einem Leben ohne Instagram und deinen Blog, in diesem Beruf zu arbeiten? Oder gibt es etwas anderes, das du dann beruflich machen würdest?

Gar keinen tatsächlich. Da ich das Bloggen seit sieben Jahren betreibe, habe ich tatsächlich den Beruf „Blogger“ gelernt. Ich habe nach dem Abi trotzdem parallel Medienforschung und Politikwissenschaft studiert und könnte somit in verschiedenen Berufen arbeiten. Das Wichtigste? Habe ich aber alles im praktischen Arbeiten für KleinstadtCarrie.net gelernt. Wo ich jetzt also ansonsten beruflich stehen würde, kann ich gar nicht sagen.

Ich möchte und werde in Zukunft noch einiges anders machen – aber da sei noch nicht zu viel verraten.

Bitte beschreibe deinen Blog in drei Worten…

liebevoll, ehrlich, ich

Bloggerin Luise von Kleinstadtcarrie im weißen Badeanzug am See
Bild: Martin Stier

Hast du Vorbilder? Gibt es Accounts oder bekannten Persönlichkeiten, die dich inspirieren?

Meine Mama. Ganz klar. 

Ansonsten in der Social Media-Welt? Nicht wirklich tatsächlich – also, es gibt nicht einen Blog oder einen Account, an dem ich alles toll finde. Aber an verschiedenen Webseiten einiges. Macht das Sinn? Masha Sedgwick beispielsweise – der deutschen Bloggerwelt immer einen Schritt voraus –, Fashiioncarpet – stets perfekt gestylt und umgesetzt – und @josefinehj – unfassbar lässig und authentisch. Um nur mal einige Beispiele zu nennen.

Hast du ein Lebensmotto, oder ein Lieblingszitat, das dich motiviert oder dir in schwierigen Situationen hilft?

Dankbarkeit.

Dankbar sein – für das Leben, den Planeten, die Natur und all’ das, was wir hier in der westlichen Welt, in der wir leben, haben – ist alles. Das ist die Basis meines Glücklichseins und für all mein Handeln und Tun. Und die Gewissheit, dass am Ende alles gut wird und einen Sinn ergibt. 

Meine Follower kennen das Prinzip meines heißgeliebten Dankbarkeitstagebuchs ja bereits: Es hilft so sehr, sich den positiven Dingen im Leben zuzuwenden und seine Gedanken darauf zu polen, sich auf das Schöne im Leben zu konzentrieren und zuversichtlich zu sein.

Dein Lieblingsbuch?

Oh, da gibt es einige. Dazu wird es bald einen ausführlichen Beitrag auf dem Blog geben. Definitiv ganz oben mit dabei? Das Café am Rande der Welt.

Verrätst du uns schon, wohin deine nächste Reise geht?

Der nächste feste Termin: Wales. Danach? Ein neuer Kontinent auf meiner Liste. Aber mehr sei noch nicht verraten …

Danke für deine Zeit, liebe Luise! ❤

Blonde Bloggerin Luise von Kleinstadtcarrie
Bild: Martin Stier
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