5 französische Stilikonen, die ihr kennen müsst

Französische Stilikonen: Charlotte Gainsbourg, Indes de la Fressange, Violette, Catherine Deneuve, Jeanne Damas
Two for Fashion Autorin Susanna
Mittwoch, 14. August 2019, 15:27

Früher war Paris das Epizentrum des Stils. Wenn die Modewoche anstand, blickte die ganze Welt auf das Geschehen in der französischen Hauptstadt. Französische Designer wie Yves Saint Laurent und Coco Chanel schufen Looks und Stile, die bis heute legendär sind und immer wieder neu interpretiert werden. Dabei sind sie – wie zum Beispiel das Tweed-Kostüm oder der Smoking für Frauen – absolut zeitlos und tragbar. Neben den Designern gibt es auch zahlreiche französische Stilkonen, von denen wir uns (noch) heute inspirieren lassen können. Ihre Looks wirken immer stilsicher, dabei aber völlig unverkrampft und wie spontan zusammengestellt. Sie schaffen es, eine wunderbare Leichtigkeit mit Femininität und einer ordentlichen Portion Laissez-faire zu verbinden. In diesem Artikel stelle ich euch fünf französische Stilikonen vor.

1. Jeanne Damas: unkompliziert und authentisch

Jeanne Damas ist eine waschechte Pariserin und ehemals Frankreichs jüngste Modebloggerin. Sie verbindet den French Chic mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Sorglosigkeit. Die dunklen Haare dürfen bei ihr ganz unkompliziert an der Luft trocknen, wodurch sie immer ein wenig verwuschelt sind. Sie liebt roten Lippenstift und hat sogar schon eine eigene Lipstick-Linie mit ihren liebsten Farbnuancen herausgebracht. Weil sie ihre sinnlichen Lippen so stark betont, verzichtet sie grundsätzlich auf Mascara und formt ihre Wimpern lediglich mithilfe einer Wimpernzange. Ihr Credo lautet völlig passend: „Weniger ist mehr.“

Neben dem sehr französischen Make-up, das sie grundsätzlich mit den Fingern auftupft, trägt sie meistens Kleidung von ihrem eigenen Label Rouje, das sie 2016 gründete. Den Stil des Labels verkörpert sie selbst am allerbesten und wird darin mittlerweile von tausenden Französinnen nachgeahmt. Feminine Leichtigkeit mit Retro-Touch in Form von zart geblümten Kleidern, hochgeschnittenen Jeans, gerüschten Röcken, feinen Strickjäckchen oder Oversized-Blazern. Dazu kommen tiefe Ausschnitte, die niemals vulgär wirken. Als i-Tüpfelchen hält Jeanne Damas oft ein kleines Strohtäschchen in den Händen, in dem sie hauptsächlich Lippenstift und ein wenig Geld transportiert.

2. Die eleganteste der französischen Stilikonen: Catherine Deneuve

Letztens war ich auf einer Veranstaltung und konnte mich davon überzeugen, dass Catherine Deneuve, die dort als Stargast eingeladen war, eine zeitlose Schönheit ist. Klar, sie hat ein paar Falten und mehr Kurven als zu ihrer Anfangszeit als Schauspielerin, aber ihre Ausstrahlung ist immer noch einmalig. Ihre Rolle der „Belle de Jour“ (französisch für „Schöne des Tages“) im gleichnamigen Film aus dem Jahr 1967 ist legendär. Darin wirkt sie verführerisch, wobei sie nie vordergründig sexy ist. Ihre Ausstrahlung ist eher kühl und leicht distanziert. Dennoch oder gerade deshalb spielte sie viele Frauen, die sich sowohl zu Männern als auch zu Frauen hingezogen fühlten, und brach damit Tabus. Sie spielte in über 100 Filmen, wovon zahlreiche international produziert wurden. Sie war die beste Freundin und Muse von Yves Saint Laurent und warb für große Kosmetikmarken wie L’ORÉAL.

Ihr Stil war schon immer klassisch zeitlos. Gerade geschnittene Etuikleider, Schuhe mit kleinem Absatz und perfekt frisiertes Haar. Daneben auch schmale Hosen zum All-Black-Look oder große Roben französischer Designer. Als junge Frau trug sie oft Haarreife oder Schleifen im Haar – ein Look zum Nachahmen. Er wirkt unschuldig und dennoch modisch.

Übrigens: Catherine Deneuve ist genau wie eine andere der großen französischen Stilikonen aus den Sechzigern von Natur aus brünett: Auch Brigitte Bardot, deren Stil wir bereits nachgestylt haben, ist keine natürliche Blondine.

3. Charlotte Gainsbourg: die Unkonventionelle

Bei DEN Eltern konnte Charlotte Gainsbourg nur zur französischen Stilikone werden. Ihr Vater ist der Skandalmusiker Serge Gainsbourg, ihre Mutter die britische Schauspielerin und Sängerin Jane Birkin – ja, nach ihr wurde die Birkin-Bag von HERMÈS benannt. Charlotte vereint alle Talente ihrer berühmten Eltern und steht im Rampenlicht, seitdem sie zwölf Jahre alt ist. Dabei scheut sie auch künstlerische Skandale nicht. Sie spielt in verstörenden Filmen von Lars von Trier und war bereits mit fünfzehn Jahren gemeinsam mit ihrem Vater in einem Inzestdrama zu sehen. Privat ist sie allerdings ganz anders. Sie wirkt überhaupt nicht abgedreht, sondern sehr geerdet und unprätentiös. Sie ist Schauspielerin, Musikerin und als Model und Muse immer wieder das Gesicht großer französischer Modehäuser wie BALENCIAGA und LOUIS VUITTON. Aktuell ist sie in der Kampagne von SAINT LAURENT zu sehen.

Ihr Stil ist unkompliziert und androgyn. Bei Auftritten als Sängerin trägt sie Jeans und T-Shirt. Und bei der großen Met-Gala, bei der die Schönen der Welt sich in ausgefallenen riesigen Roben gegenseitig übertrumpfen, trug sie eine kurze Shorts zur gepunkteten Strumpfhose. Make-up trägt sie so gut wie nie, und auch die Haare wirken – eben typisch französisch – immer ungemacht.

4. Inès de la Fressange: burschikos und gut gelaunt

Würde Coco Chanel noch leben, wäre sie wohl ihre beste Freundin. Stattdessen war Inès de la Fressange über viele Jahre Karl Lagerfelds Muse für CHANEL – das französischste aller Labels –, wobei sie zum bestbezahlten Model der Achtzigerjahre wurde. 1989 zerstritten sich Karl und Inès, und sie entdeckte ihre zahlreichen Talente. Sie arbeitete als Beraterin für JEAN-PAUL GAULTIER, gründete ein eigenes Modelabel und schrieb den Style Guide  „Pariser Chic“. Das Buch, für das sie selbst illustrierte, war ein weltweiter Erfolg. Heute entwirft sie noch hin und wieder Mode und Accessoires in Kollaboration mit anderen Marken. Zudem ist sie das Gesicht der französischen Schuhmarke Roger Vivier und trägt die Schuhe der Marke mit Vorliebe zu Hosen.

Ihr Stil ist klassisch androgyn. Sie trägt oft Anzüge, aber auch weite Hemdblusen zu schmalen Hosen und flachen Schuhen. Kleider sieht man an ihr so gut wie nie. Dies liegt – wie sie sagt – daran, dass sie als (einziges) Mädchen auf einer Jungsschule war. Die Farben, in denen sie ihre Outfits stylt, sind sehr französisch: Schwarz, Blau, Weiß, Rot und Grau. Viel mehr Nuancen kommen in ihrer Garderobe nicht vor, was das Stylen einzelner Pieces untereinander easy macht. Was wir uns neben ihren Looks von ihr abgucken können: ihre gute Laune. Die französische Stilikone Inès de la Fressange strahlt immer über beide Ohren. 

5. Violette: die Make-up-Künstlerin

Wenn eine Frau es geschafft hat, ohne Nachnamen berühmt zu werden, können wir sie wohl getrost als Stilikone bezeichnen. So ist es bei Violette. Große braune Augen, sinnliche Lippen und ein zerzauster Pony blicken uns entgegen, wenn wir in eines ihrer zahlreichen YouTube-Videos klicken. Auf einfache und nachvollziehbare Weise zeigt uns die französische Make-up-Artistin, wie wir angesagte Looks nachschminken. Schminkt sie ihren „Glitter Mood“-Look, möchten wir auch direkt zum grünen Glitzer-Lidschatten greifen. Und wenn sie uns zeigt, wie sie ihren Nude-Look kreiert, wollen wir genau so aussehen wie sie.

Durch ihr künstlerisches Talent hat es Violette, die in New York lebt, zur Global-Beauty-Direktorin der Beauty-Marke ESTEÉ LAUDER gebracht. Sie bestimmt, was in Sachen Make-up Trend wird, und bezeichnet roten Lippenstift als „Das kleine Schwarze“ des Make-ups. Ihre Vision: „Wenn es einen Look gibt, den ich mehr sehen will, dann das: Frauen, die es wagen, ihre Weiblichkeit zu feiern, und die Spaß an ihrem Make-up haben.“ Wir hoffen, dass sie uns noch mit vielen außergewöhnlichen und dennoch tragbaren Make-up-Looks inspiriert.

Und, welche der französischen Stilikonen inspiriert euch am meisten? Ich finde, wir können uns von allen ein wenig abschauen.

XX, Susanna

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