Coffee-Talk | Interview mit Lou von Fit Trio zum Thema Selbstliebe

Interview mit der Fitnessbloggerin Louisa Dellert von Fit Trio
Donnerstag, 18. Mai 2017, 13:45

Vor ein paar Tagen habe ich die Anti-Diät- und Fitnessbloggerin Louisa Dellert – bei Instagram bekannt als fit_trio – getroffen und ihr ganz viele Fragen zu ihrem Blog und dem Thema Selbstliebe gestellt. Denn genau darum geht es der sympathischen Hamburgerin. Lou möchte anderen Frauen dabei helfen und sie motivieren, sich selbst zu lieben und die richtige Balance zwischen gesunder Ernährung, Sport und Freizeit zu finden. Was sie von anderen Fitness-Accounts auf Instagram unterscheidet? Lou ist wahnsinnig ehrlich und versucht sich genauso auch auf ihrem Blog und auf den Social Media Kanälen zu zeigen. Sie spricht ganz ehrlich über ihren Körper und möchte auf diese Weise allen Mädels da draußen zeigen, dass jeder schön ist, egal ob mit Sixpack oder Speckröllchen am Bauch. Besonders auf Instagram ist das ja eine absolute Seltenheit, denn viele Blogger präsentieren sich nur perfekt in Szene gesetzt und bearbeiten ihre Fotos vor der Veröffentlichung noch mit diversen Bildbearbeitungs-Apps wie zum Beispiel facetune. Zu einer gemeinsamen Sportsession hat unsere Zeit leider nicht gereicht, aber das holen wir vielleicht ein anderes Mal nach. Es war ein total angenehmes und spannendes Gespräch –  ich hätte tatsächlich ewig mit Lou quatschen können…aber lest selbst!

Interview mit Fit Trio – Anti-Diät- und Fitnessbloggerin Louisa Dellert

Fragebogen für das Interview mit Fitnessbloggerin Fit Trio

Meine erste Frage bekommst du vermutlich ständig zu hören: Wieso der Name „fit_trio“?

Damals, als ich mich entschlossen habe, mich bei Instagram anzumelden, saß ich mit meinen zwei Mädels im Vapiano und habe ihnen erzählt, dass ich gern so einen Account hätte. Dann haben die beiden direkt gesagt, dass sie darauf auch total Lust hätten – so wie das in Mädelsrunden nun mal so ist. Nach ein paar Wochen hatten die beiden dann aber keine Lust, beziehungsweise keine Zeit mehr. Den Namen habe ich dann irgendwie trotzdem beibehalten, für den Fall, dass einer der beiden auch mal mitposten möchte. So ist es dann zwar nie gekommen, aber so ist der Name Fit Trio entstanden. Mittlerweile kennt mich jeder unter Fit Trio und inzwischen sagen wir immer, dass Fit Trio aus mir und Jan besteht und die dritte Person praktisch jeder ist, der mit uns Sport macht oder unseren Blog liest. Aber wenn ich ehrlich bin, gefällt mir der Name zurzeit nicht mehr so. Ich würde mich total gerne umbenennen und einfach nur noch Louisa Dellert sein. Ich glaube aber, dass mich viele unter dem Namen dann nicht mehr finden würden.

Seit wann bloggst du eigentlich und warst du schon immer so sportbegeistert?

Nee, sportbegeistert war ich tatsächlich nicht immer. Das hat erst vor vier Jahren begonnen. Da habe ich den Instagram-Account erstellt und auch tatsächlich erst mit dem Sport angefangen, weil ich mich zu pummelig gefühlt habe. Ich habe mir dann bei Instagram viele Sportübungen angeschaut und begonnen, Laufen zu gehen. Damals hat es mir zwar auch Spaß gemacht, aber im Vordergrund stand für mich nur das Abnehmen. Vor ungefähr drei Jahren wurde ich dann auf das erste Bloggertreffen eingeladen, bei dem mir dann geraten wurde, einen Blog zu erstellen. Vorher wusste ich ehrlich gesagt gar nicht, was Blogger überhaupt sind.

Schreibt dein Freund Jan denn auch Artikel für Fit Trio?

Jan hat mal ein paar Motivationstexte für Fit Trio geschrieben, ist da aber nicht so ambitioniert, dass er die ganze Zeit dafür schreiben möchte. Er kümmert sich lieber um seinen Instagram-Kanal und überlegt manchmal auch, ob er sich einen eigenen Blog erstellt.

Interview mit Fitnessbloggerin Louisa Dellert von Fit Trio

Du unterscheidest dich ja schon von vielen anderen Fitness-Accounts, die mittlerweile bei Instagram existieren. Was bedeutet es für dich, eine Anti-Diät- und Fitnessbloggerin zu sein?

Für mich ist das auf jeden Fall etwas ganz Besonderes. Viele Fitness-Accounts nähern sich gerade dem Thema Selbstliebe an, zeigen Vorher- und Nachher-Fotos, aber Anti-Diät macht eigentlich kaum einer. Da bin ich auch mega stolz drauf, einfach mit dem Hintergrund von mir, dass ich da inzwischen so erwachsen und vernünftig bin, dass ich den Mädels auch noch mal einen anderen Weg zeigen kann. Es ist schwierig mit den anderen Fitnessbloggern, weil viele sich schnell von mir angegriffen fühlen. Das will ich ja gar nicht, aber es gibt tatsächlich Accounts, die sich auf den Schlips getreten fühlen, wenn ich sage „Ihr müsst keine Bauchmuskeln haben, ihr braucht das nicht unbedingt und ihr müsst auch keine Low-Carb-Diät machen!“. Das ist natürlich immer etwas schwierig, aber ich bin sehr stolz darauf, dass ich das so durchziehe.

Und warum liegt dir das Thema Selbstliebe so am Herzen?

Weil es mit mir selbst angefangen hat. Ich habe am Anfang überhaupt nicht gemerkt, dass ich nur Sport mache, weil ich mit mir selbst und meinem Körper irgendwie ein Problem hatte. Und nach meiner OP hat es sich dann geändert, ich habe immer mehr gemerkt, dass es einfach Dinge und Situationen im Leben gibt, bei denen es dann egal ist, ob man irgendwie einen großen Busen oder keine Cellulite am Po hat. Das sind dann echt so Situationen, wo es darum geht, dass man zum Beispiel krank wird, Krebs hat oder vor einer lebensgefährlichen OP steht und nicht weiß, ob man das überlebt. Das hat mich damals irgendwie, als ich meine OP hatte, so emotional berührt, dass das der Schalter war, der mich wieder ein bisschen zurückgeholt hat. Es war mir trotzdem wichtig, mich nicht gehen zu lassen, aber das Ganze eben entspannter anzugehen.

Durch Social Media und unzählige Mails von jungen Mädels merke ich immer mehr, dass so viele Probleme mit sich selbst haben. Viele junge Mädels schauen Germany’s Next Topmodel, essen in der Schule nichts mehr und ärgern sich, dass sie keine so langen Beine wie die Mädels in der Show haben. Und ich finde es dann auch mal wichtig zu sagen „Ey, du bist ok so wie du bist!“. Es kann nun mal nicht jeder lange Beine auf dieser Welt haben und deswegen ist mir das Thema halt unglaublich wichtig. Es ist aber auch für mich immer schwieriger, weil ich natürlich auch irgendwie Geld verdienen muss, um zu überleben. Und gerade bei dem Thema Selbstliebe will man den jungen Mädels ja kein Geld abknüpfen, wenn man ihnen hilft. Und das ist zurzeit mein „Struggle“, weil ich nicht zu abhängig von Unternehmen sein will, aber andererseits meinen Followern nicht komplett das Geld aus der Tasche ziehen mag. Ich kann aber auch nicht ein T-Shirt für 10€ verkaufen, weil ich dann auch irgendwann im Minus landen würde. Und das ist so ein bisschen das Problem beim Thema Selbstliebe. Ich bin da einfach zu sehr mit Herz drin, das ist sehr sensibel und ich könnte niemals Leute damit so abziehen oder da das mega Geld rausholen.

Was genau hat es mit deinem Insta-Account „Team Body Love“ auf sich?

Das ist der Account, den ich ehrlich gesagt nicht so gut pflege, wo es dann nur um das Thema Selbstliebe geht. Denn viele haben mir bei Fit Trio geschrieben, dass sie mehr Sportpostings sehen wollen und nicht nur Beiträge zum Thema Selbstliebe. Dann habe ich den Team Body Love Account erstellt und passend dazu auch die Notizblöcke und Trinkflaschen kreiert. Aber auch hier ist es wieder so, dass ich, um Geld zu verdienen, einen Pulli für 70-80€ verkaufen müsste, und das geht einfach nicht. Deswegen bin ich hier gerade am Überlegen, wie ich hier weiter vorgehe.

Interview mit Fitnessbloggerin Louisa Dellert von Fit Trio

Stresst dich der Bloggeralltag manchmal auch? Und wenn ja, wie schaffst du es, Abstand von dem ganzen Fitness- und Selbstdarstellungswahnsinn zu bekommen?

Es stresst mich inzwischen auf jeden Fall. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass das Bloggerleben immer nur Vorteile hat und super ist. Je größer du wirst, desto mehr musst du dich auch für bestimmte Dinge rechtfertigen, und wenn Leute ihren Senf auf Social Media dazugeben, dann reagiere ich darauf. Ich weiß, man muss das nicht tun, aber ich war von Anfang an sehr privat bei Instagram. Ich bin einfach auch ein Mensch, der immer alles richtig- oder klarstellen möchte, und momentan ist es etwas schwer, da es immer mehr Nörgler auf meinem Account gibt und die kommen auch immer wieder. Ich hatte zum Beispiel diesen Bootcamp-Guide, der hat mal 70€ gekostet, inzwischen verkaufe ich nur noch ein bis zwei davon in der Woche. Da für mich dabei so gut wie nichts übrigbleibt, habe ich mich dann dazu entschieden, den Guide für alle frei zugänglich zu machen. Und selbst da haben alle gemeckert, weil der Server überlastet war, oder gefragt, warum es den jetzt umsonst gibt, oder sich beschwert, dass sie den Guide nicht von ihrem Handy runterladen können und sie es bitte per Email haben möchten. Viele waren einfach so undankbar, da habe ich abends dann auch geweint und es ging mir richtig schlecht.

Das war so der Punkt, an dem ich mir gesagt habe, dass ich wirklich einen Ausgleich finden muss. Um abschalten zu können, lege ich das Handy mittlerweile wirklich in einen anderen Raum. Yoga oder Lesen hilft mir auch sehr dabei. Hauptsache nichts mit Social Media. Ich merke auch, dass es für Jan und mich immer wichtiger in der Beziehung wird. Wir sind ja beide immer am Daddeln und zeigen uns viel in der Öffentlichkeit, da ist nur noch sehr wenig Zeit, die wir wirklich nur zu zweit haben.

Du hast ja eine wahnsinnig große und treue Community auf Instagram. Überwiegt das positive Feedback deiner Leserinnen oder wirst du auch viel mit negativen Kommentaren konfrontiert?

Ja, ich kann mich wirklich soo glücklich schätzen, ich habe eine richtig geile Community. Das habe ich auch letztens wieder gemerkt. Ich weiß nicht, ob du von diesem About You-Award gehört hast, es hat mich einfach so stolz gemacht, wie meine Community für mich abgestimmt hat. Das fand ich so toll und mir wurde bewusst, wie cool meine Community ist. Da sind natürlich immer mal negative Kommentare von Fake-Accounts dabei, die mir dann Bezeichnungen wie „Leberwurst“ oder „Schlampe“ schreiben, aber da gehe ich gar nicht mehr drauf ein. Ich lasse es aber mittlerweile auf dem Account stehen, weil es ja nicht mir wehtut, sondern es für die Person einfach peinlich ist. Früher hatte ich nicht so ein dickes Fell, aber bis ich heute jemanden blockiere, muss schon einiges passieren.

Es gibt natürlich auch viel konstruktive Kritik. Manchmal ist das auch wirklich wichtig. Letztens hatte ich zum Beispiel eine, die ziemlich schlank ist und einfach keine Kurven bekommen kann. Die hat mir dann geschrieben und gesagt, dass ich sehr oft kurvige Frauen poste, aber sie das Gefühl hat, als schlanke Frau zu kurz zu kommen und ihr mein Account daher nicht mehr so gefällt. Ich fand das total wichtig, dass sie mir das gesagt hat, denn es stimmt auch. Im Moment geht es eher in die Richtung, dass schlanke Frauen sofort als essgestört bezeichnet werden, obwohl sie einfach schlank sind und vielleicht gar nicht in einer Essstörung sind. Konstruktive Kritik finde ich daher wirklich super für meinen Account!

Fitnessbloggerin Louisa Dellert von Fit Trio

Hast du auch negative Erfahrungen gemacht, als du auf Instagram immer bekannter geworden bist? Vielleicht mit Personen aus einem näheren oder früheren Umfeld?

Es gibt in meinem Leben einfach Menschen, die haben mir nicht gutgetan.. Ich habe mittlerweile zwei Mädels, denen ich zu 100% vertraue, und ich habe einfach gemerkt, was es heißt, wenn sie für mich da sind und ich für sie. Bei den anderen war es dann leider nicht mehr so, aber vielleicht sollte es einfach so sein.

Hast du einen Tipp, wie man besser mit Kritik und Neidern umgehen kann?

Es ist schwer, aber ich denke mir immer: Jeder Mensch ist einfach anders und hat mal schlechte Tage, die er vielleicht an mir auslässt. Insofern probiere ich das nicht mehr so nah an mich heranzulassen und das auch nicht mehr persönlich zu nehmen. Ich antworte, wenn es wirklich mal sein muss, auch nett und konstruktiv. Einfach immer nett bleiben, und dann haben die Leute auch keinen Grund mehr, noch mehr doofe Sachen zu sagen. Oder den Leuten einfach keine Beachtung schenken. Aber auf gar keinen Fall etwas nah an sich heranlassen und drauf anspringen. Das hat bei mir früher böse geendet und war total doof. Inzwischen spreche ich Leute lieber direkt drauf an. Es gab zum Beispiel mal eine Fitnessbloggerin, die sich immer böse über mich unterhalten hat und die mich eigentlich gar nicht persönlich kannte. Ich habe mir dann die Telefonnummer besorgt und die andere Bloggerin einfach angerufen und es persönlich mit ihr geklärt. Damit hatte sie natürlich nicht gerechnet und ich habe für mich einfach ein Statement gesetzt, dass ich da nicht gegenzicke, sondern total sachlich bleibe. Ich versuche solche Dinge jetzt immer gelassener zu sehen und glaube ganz fest an Karma.

Interview mit Fitnessbloggerin Louisa Dellert von Fit Trio

Welche Sportart bereitet dir zurzeit am meisten Freude? Yoga?

Yoga ja, aber das sehe ich nicht so als Sport. Yoga ist für mich eher ein Ausgleich und hilft mir, den Körper nochmal anders wahrzunehmen. Ansonsten ist Laufen momentan total mein Ding. Ich bin zum Beispiel gerade den Marathon gelaufen und laufe im Sommer dann auch den Halbmarathon in Hamburg. Das sind immer so Ziele, für die ich gerne trainiere. Auch wenn es mal Läufe gibt, bei denen ich fluche und die mir nicht so Spaß machen, aber das ist ja überall so. Krafttraining im Fitnessstudio ist zum Beispiel gar nicht mehr mein Ding. Ich mache es hin und wieder, weil es manchmal einfach gut ist, mit Gewichten zu arbeiten, aber du wirst mich nicht mehr fünfmal in der Woche im Fitnessstudio sehen.

Wie oft gehst du in der Woche joggen und machst du auch mal Sportkurse?

Kurse habe ich auch mal eine Zeit lang gemacht, morgens zum Beispiel Bauch, Beine, Po oder Hot Iron. Das war sehr cool, aber auch das würde ich nicht jeden Tag machen. Bei mir ist es einfach gut, dass ich die YouTube-Videos drehe und dadurch fast täglich ein Workout mache. Laufen gehe ich so dreimal in der Woche. Ich habe mich auf den Marathon zum Beispiel nicht wie ein Profi vorbereitet, sondern bin nur bis 32 km gekommen. Am Wochenende habe ich immer einen Langlauf gemacht und unter der Woche war ich so zweimal laufen. Aber das reicht mir auch, denn würde ich jeden Tag laufen gehen, würde es mir zum Hals raushängen. Ich gehe so dreimal in der Woche joggen. Yoga mache ich manchmal morgens oder abends, bevor ich ins Bett gehe, und dann eben die Workouts, die ich für YouTube filme.

Gibt es in nächster Zeit irgendwelche Fitness-Trends, von denen du uns erzählen kannst? Du warst ja auch auf der FIBO, oder?

Bei der FIBO (Fitnessmesse) stand ich leider den ganzen Tag am Stand, von daher bin ich diesmal wirklich nicht rumgegangen. Crossfit ist auf jeden Fall voll im Kommen und auch so eine Mischung aus Yoga und Crossfit oder Power Yoga, aber das gibt es ja auch schon länger. Sonst habe ich keine mega neuen Trends gesehen. So Tanz-Workouts mit Squads gab es zum Beispiel auch in einer Halle, das war ganz cool.

Hast du Ziele, was deine Fitness oder deine Ernährung betrifft, für die nächste Zeit?

Ich wiege mich ja nie, aber nach Kalifornien habe ich mich mal gewogen und festgestellt, dass ich zugenommen habe. Das kommt daher, dass wir in Kalifornien sechs Wochen nicht gesund kochen konnten. Dass ich zugenommen habe, habe ich auch beim Laufen gemerkt, weil es da nicht mehr ganz so rund lief. Ich möchte jetzt einfach darauf achten, dass ich vielleicht nicht mehr dreimal am Tag Nudeln oder Pizza esse, aber jetzt wo ich viel laufe, brauche ich ja auch wiederum mehr Essen. Ich möchte einfach die Balance halten, sodass ich nicht irgendwann mega abnehme, mich aber auch nicht gehen lasse. Eigentlich will ich so bleiben wie ich bin. Für unser anstehendes Fitness-Festival im Sommer möchte ich natürlich auch fit sein, damit ich da dann auf der Bühne nicht schwitzend zusammenklappe, das wird bestimmt nochmal anstrengend.

Interview mit Fitnessbloggerin Louisa Dellert von Fit Trio

Findest du es sinnvoller, auf kurzfristige oder langfristige Ziele hinzutrainieren?

Auf jeden Fall kurzfristige Ziele! Ich finde es voll wichtig, sich nicht als Ziel zu setzen, abzunehmen, sondern sich eine Sportart auszusuchen, die einem gefällt, und sich dazu dann ein Ziel zu suchen. Wenn es beispielsweise Schwimmen ist, dann kann man sich als Ziel setzen, am Schwimmwettkampf teilzunehmen. Wenn man im Training drin ist, ernährt man sich nämlich von selbst schon gesünder. Ich finde es immer besser, sich so ein Ziel zu setzen und die Ernährung dann anzupassen. Dann ist auch nicht im Kopf die ganze Zeit der Gedanke, abnehmen zu müssen.

Wir Frauen haben ja hin und wieder Tage, an denen wir uns zu dick, vollgefuttert und einfach nicht schön fühlen. Wie gehst du mit solchen Gedanken um?

Also ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass mit mir immer 24 Stunden am Tag alles cool wäre. Es gibt auf jeden Fall Tage, an denen ich dann auch mal Fernsehen gucke und in eine Zeitung schaue. Bei mir sind meine Brüste zum Beispiel ein großes Thema, die waren früher mehr und sind kleiner geworden, als ich so doll abgenommen habe. Ich finde die ehrlich gesagt sehr klein und habe auch schon mal mit dem Gedanken gespielt, sie mir machen zu lassen. Mein Termin beim Arzt hat mich dann aber so abgeschreckt, dass ich mich dagegen entschieden habe. Lieber fühle ich mich ein paar Tage mal schlecht und für andere muss ich die OP nicht machen. Es ist aber ein schwieriges Thema, denn wenn Frauen sehr darunter leiden, dann kann eine OP auch das Richtige für sie sein. Hier muss man einfach gucken, dass man für sich selbst einen gesunden Weg findet. Wenn ich solche Tage habe, dann rufe ich mir immer in Erinnerung, dass es in diesem Augenblick auch Menschen gibt, die vielleicht Krebs haben und wissen, dass sie bald sterben. Das holt mich dann immer wieder zurück. Denn ich habe einen gesunden Körper und kann eigentlich dafür dankbar sein.

Gibt es etwas, das du den Mädels da draußen unbedingt zum Thema Selbstliebe mit auf den Weg geben möchtest?

Ich sage Mädels immer ganz gerne, wenn sie einen schlechten Tag haben, dass man wirklich nur ein einziges Leben hat, das auch plötzlich vorbei sein kann. Das ist eine Floskel und viele realisieren das immer gar nicht, aber es ist soo oft im Leben so, dass zum Beispiel jemand auf seine Rente hinarbeitet und einen Tag vor der Rente dann stirbt. Dieser jemand hat vielleicht sein ganzes Leben alles dafür getan, auf diese Rente hinzuarbeiten. Genauso ist es mit jungen Mädels, die probieren, auf ein Sixpack hinzuarbeiten. Wir haben nun mal nur ein Leben und sollten es so leben, wie es uns guttut und nicht der Gesellschaft. Man ist nicht uncool, nur weil man sein eigenes Ding durchzieht, und man ist auch nicht uncool, wenn man keine Low-Carb-Diät macht. Andererseits ist man auch nicht uncool, wenn man so eine Diät macht. Es muss einfach alles im Gleichgewicht bleiben und für die eigene Person gesund sein.

Danke für deine Zeit, liebe Lou! 💛

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