Booty what? Buti-Yoga | Der Trend aus LA im Test

Susanna testet Buti Yoga - den Trend aus LA
Two for Fashion Autorin Susanna
Donnerstag, 18. Mai 2017, 13:50

Der Bass wummert durch den Raum und vor allem in meinem Bauch. Peter Fox singt: „Alles glänzt – so schön neu.“ Nur ich, ich fühle mich grad gar nicht neu, sondern ganz schön alt. Vor fünf Minuten hat der Kurs gestartet und ich weiß jetzt schon nicht mehr, wie ich es bis zum Schluss durchhalten soll. Verzweifelt hoffe ich, dass der Minutenzeiger der Uhr einen Satz wie ein Pferd auf der Trabrennbahn macht… Meine Lunge hängt mir aus dem Hals. Wir Girls springen, hüpfen, kicken zur Seite und versuchen dabei noch ganz dynamisch unsere Hüften kreisen zu lassen. Das Yoga, was ich bisher gemacht habe, war irgendwie anders. Fließender, sanfter, mehr auf die Atmung bedacht.

Susanna testet Buti-Yoga

Drill Instructor calling! – Buti-Yoga ist nichts für Weicheier

Schon als unsere Trainerin Ninette Kohler sagte, sie müsste uns ziemlich viel und ziemlich laut anschreien, hätte ich stutzig werden müssen. Während in anderen Yoga-Stunden meist nur geflüstert wird, brüllt sie uns tatsächlich an. Geht ja auch nicht anders bei der sehr lauten, basslastigen Musik. Vorab hatte sie sich schon entschuldigt, dass die Musik extrem prollig werden würde. Ich finde, es ist durchaus ertragbar. Und mit der Zeit lerne ich die treibenden Beats zu schätzen. Sie fordern, aber motivieren gleichzeitig. Denn diese Form des Yoga ist eine Mischung aus Complete-Bodyworkout und Tanz. Wir sind permanent in Bewegung. In der Luft genauso wie am Boden.

Born and raised in LA

Aber worum geht es bei dieser Yoga-Art eigentlich? Entwickelt wurde der Sport in der Hauptstadt des Körperkults – Los Angeles. Dahinter steht die Celebrity-Trainerin Bizzie Gold, für die diese Form der Weiterführung des Power-Yoga eine ganze Lebensphilosophie ist. Es geht ihr darum den Body herauszufordern, Kalorien zu verbrennen und den Kreislauf richtig hoch zu pushen. Durch die vielen diagonalen Bewegungen, Squats und Shake-your-Booty-Elemente werden lange, feine Muskeln aufgebaut. Die Weiblichkeit soll betont werden. Laut Bizzie ist Buti-Yoga eine Möglichkeit die ureigene Weiblichkeit und Sexyness, die in jeder Frau schlummert heraus zu locken.

Gnanz schön dynamisch, das Buti-Yoga

Und ich so? Sexy or what?

Nun fragt ihr euch wahrscheinlich, warum das Ganze denn Buti-YOGA genannt wird, wenn es so voller Power ist. Nun ja, ein paar Elemente finde sich tatsächlich wieder – Beim herabschauenden Hund und der Kobra weiß ich wieder, warum ich mich für diesen Kurs angemeldet habe. Während der klassischen Positionen kann man einen kurzen Moment inne halten, bevor es mit Vollgas weitergeht. Man wähnt sich in Sicherheit, aber es gibt kein Erbarmen. Gut, dass die Musik so laut ist. Ich weiß sie am Ende richtig zu schätzen. Denn als „Hip hop Hurray“ von Naughty by Nature aus den Boxen schallt, bin auch ich nicht mehr zu halten. Aus dem Workout ist für mich jetzt eine Tanzstunde geworden. Ninette schreit uns zu, dass wir lächeln sollen, damit es uns besser geht. Und – was soll ich sagen – es hilft. ich bekomme mit einem Mal richtig gute Laune. Am Ende der 60 Minuten bin ich völlig erledigt, aber glücklich und stolz es geschafft zu haben. Den Rest des Wochenendes gehe ich mit einer sehr entspannten und aufrechten Haltung durch die Welt und fühle mich tatsächlich sexy. Wow. Das Durchhalten hat sich gelohnt!

Susanna beim Buti-Yoga
Hier ein kleiner Beweis, dass ich bis zum Ende durchgehalten habe. Auch Ninette ist völlig verschwitzt.

Ich habe das Buti-Yoga in einer Exklusiv-Stunde im Aspria in Uhlenhorst testen dürfen. Leider gibt es die Kurse bisher hauptsächlich in Berlin, wo auch Ninette Kohler unterrichtet. Aber wer weiß… Gute Sportarten setzen sich auf Dauer durch. Ich bin sicher, dass auch der Rest Deutschlands bald den Booty im Namen des Yoga shaken wird.

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