Bloglove | Interview mit Jess vom Alabaster Blogzine

Jess Kunstmann vom Alabaster Blogzine zwischen schwebenden Luftballons
Donnerstag, 12. Oktober 2017, 11:24

Das erste Mal wurde ich auf Jess Kunstmann aufmerksam, als sie auf der Blogfamilia, einer Konferenz für Eltern-Blogger, sprach. Worüber sie referierte, weiß ich leider nicht mehr (Stichwort Still-Demenz), aber mir gefiel die offene Art und positive Ausstrahlung der jungen Frau mit den leuchtend rosafarbenen Haaren auf Anhieb. Zudem wirkte sie wahnsinnig kompetent – und das, obwohl sie noch so jung war. Ich beschloss, mir ihren Blog einmal genauer anzuschauen, und verfolge seitdem regelmäßig, was Jess und ihre Co-Founderin des Alabaster Blogzines Mia an News aus den Bereichen Fashion, Beauty, DIY und Culture für uns bereithalten. Ihr Fokus liegt auf Nachhaltigkeit, einem guten Lebensgefühl und Smart-Foods. Egal ob Beauty-DIYs oder Smurf-Lattes: Alles wird mit viel Liebe zum Detail in Szene gesetzt und lebensnah erzählt. Die beiden, die mittlerweile von Gastautoren unterstützt werden, sprechen von einem Smart-Lifestyle. Was diesen – vor allem im Bereich Beauty – beinhaltet, erfahrt ihr im Interview mit Jess.

Portrait von Jessica Kunstmann vom Alabaster Blogzine

Wir sind ganz entzückt von eurem Blog. Wie bist du zum Bloggen gekommen?

Das war während meines Studiums. Damals hatte ich den Wunsch, nach dem Abschluss im PR-Bereich tätig zu sein. Ich brachte viele Kompetenzen für diese Branche mit – allerdings ist mir das Schreiben zu der Zeit noch nicht so leicht von der Hand gegangen. Ich wollte mich also darin üben, später auch kurzweilige Pressetexte in einer angemessenen Zeit schreiben zu können. Dafür ist ein Blog natürlich optimal. Aus diesem Grund haben meine Co-Autorin Mia, die ebenfalls Lust hatte ihre Kreativität in einem Blog auszuleben, und ich 2011 das Blogzine ins Leben gerufen.

Und wie ist der süße Name Alabaster Blogzine entstanden?

Bei der Gründung hieß das Alabaster Blogzine noch Alabaster Mädchen. Damals war es ein reiner Beautyblog. Der Name war von der Bezeichnung Alabaster-Haut abgeleitet, da sowohl Mia als auch ich eine vergleichsweise helle Haut haben. Nach und nach sind weitere Themen hinzugekommen, von Fashion & Trends über Fitness & Food, Interior & DIY bis hin zu Music & Culture sowie Love & Sex. Außerdem sind wir beide älter geworden. Bei der Gründung waren wir Mitte zwanzig – inzwischen sind wir über dreißig. Irgendwann konnten wir uns mit dem Wort Mädchen einfach nicht mehr identifizieren, zumal wir auch thematisch nicht nur Frauen ansprechen. Die Umbenennung in Alabaster Blogzine war daher die logische Konsequenz.

Flatlay vom Alabaster Blogzine zum Thema Raumduft

Wer so einen liebevoll betriebenen Blog hat, scheint wirklich mit ganz viel Leidenschaft dabei zu sein. Was gefällt dir besonders am Bloggen?

Ich arbeite inzwischen hauptberuflich als Bloggerin und liebe meinen Job! Warum das so ist, habe ich sogar einmal in einem Beitrag beschrieben. Zusammengefasst in 5 Punkten:

  1. Ich befasse mich mit Themen, die mich wirklich begeistern.
  2. Ich bin mein eigener Boss und teile meine Zeit frei ein.
  3. Ich arbeite von wo aus ich will.
  4. Ich lerne interessante Menschen und Orte kennen.
  5. Ich lerne stetig hinzu und wachse an meinen Aufgaben.

Bitte beschreibe euren Blog in 3 Worten:

Smart, trendorientiert, bunt.

Wer macht eigentlich die tollen Fotos auf eurem Blog?

Die meisten Produktbilder sowie die Collagen von Pressebildern erstellen wir selbst. Für Bilder oder Videos die uns zeigen, arbeiten wir mit verschiedenen Fotografen und Videografen zusammen, wie beispielsweise Daniel Stirnberg, Benjamin Pohle oder Chris Marten.

Portrait von Jessica Kunstmann vom Alabaster Blogzine für Interview mit Two for Fashion

Du schreibst am liebsten über die Themen Naturkosmetik, Eco & Fair Fashion. Warum gerade diese Gebiete?

Weil mich diese Themen begeistern. Kurz vor der Gründung des Alabaster Blogzines bin ich von konventioneller auf Naturkosmetik umgestiegen. Damals habe ich selbst viel recherchiert und probiert. Es gab allerdings nur vereinzelt Blogs, beziehungsweise nur einzelne Artikel zu Naturkosmetik. Ich habe dann quasi darüber geschrieben, worüber ich selbst gern mehr gelesen hätte. Eco & Fair Fashion kam später hinzu, als ich beschlossen habe auch im Hinblick auf Bekleidung mein Konsumverhalten zu ändern.

Warum ist es dir ein Anliegen darüber zu schreiben?

Um auch andere Menschen von diesen Produkten zu begeistern. Naturkosmetik und Eco & Fair Fashion sind nicht nur besser für die eigene Haut, sondern auch für die Umwelt sowie das produzierende Gewerbe. Mein Anspruch ist es, ein möglichst breites Publikum auf diese Themen aufmerksam zu machen. Dabei ist es mir sehr wichtig, nicht mit dem erhobenen Zeigefinger zu kommunizieren. Stattdessen stelle ich meine Begeisterung und Freude an den Produkten in den Fokus. Es ist mir ein Anliegen zu zeigen, dass der Kauf von nachhaltigen Produkten nicht mit Verzicht einhergehen muss und dass sie konventionellen Produkten in Sachen Style und Performance ist fast nichts mehr nachstehen.

Was hat sich im Bereich Naturkosmetik in den letzten Jahren getan?

Richtig viel – angefangen bei der Auswahl. Zu den traditionsreichen und etablierten Pionieren, gesellen sich immer mehr junge, frische Brands mit tollen und innovativen Konzepten. Insgesamt gibt es in allen Produkt- und Preiskategorien heute eine deutlich größere Auswahl. Zudem findet man auch in deutschen Online-Shops inzwischen viele Marken, die man noch vor einigen Jahren in Deutschland nicht bekommen hätte. Auch in Hinblick auf Texturen und Performance ist einiges passiert. Wer Naturkosmetik mit Worten wie pastös oder muffig beschreibt, dessen Erfahrung muss schon einige Jahr alt sein. Bitte unbedingt erneut probieren!

Flasche Mizellenwasser von Cattier

Welches sind momentan die größten Trends?

Über dieses Thema habe ich im Frühjahr auf der Vivaness – der Leitmesse für Naturkosmetik in Nürnberg – zusammen mit Julia von Beautyjagd und Liv von PuraLiv auf der Bühne diskutiert. Generell kann man eine zunehmende Differenzierung im Bereich der Naturkosmetik erkennen: So gibt es immer spezifischere Produkte und Zielgruppen, wie beispielsweise Pflege für Surfer oder Produkte zur Pflege von Tattoos.

Auch K-Beauty ist ein großes Thema: Es existieren immer mehr koreanische Brands, die in naturkosmetischer Qualität produzieren. Nationale Marken lassen sich ebenfalls von den koreanischen Beautyroutinen inspirieren und bringen entsprechende Produkte, wie beispielsweise Sheet Masks, auf den Markt.

Speziell in den vergangenen Monaten fällt mir auf, dass immer mehr Pflege für Männer – entweder als eigenständige Marke oder als Produktlinie – in die Regale kommt. Mich freut zudem, dass sich die Marken insgesamt mehr trauen: Naturkosmetik-Hersteller greifen generelle Beautytrends auf und reagieren mit eigenen Produkten darauf.

Dresdner Essenz Schaumbad: Flatlay von dem Alabaster Blogzine

Worauf genau achtest du beim Kauf von Kosmetik und Körperpflegeprodukten am meisten?

Vermutlich auf genau dieselben Dinge, auf die andere Konsumentinnen ebenfalls achten: Die Produkte müssen zu meinem Hauttyp passen, der Duft und das Packaging sollten mich ansprechen. Ansonsten muss es sich einfach um Naturkosmetik handeln. Eine Ausnahme habe ich allerdings – meine Haarfarbe. Weder die Blondierung beim Friseur noch die semipermanenten bunten Haarfarben, die ich nutze, sind naturkosmetisch. Leider ist eine solch intensive Aufhellung der Haare in der Naturkosmetik (bisher) nicht möglich –auch das Farbspektrum bei Haarfarben beschränkt sich auf natürliche Töne und ist noch ausbaufähig.

Welche Stoffe dürfen deiner Meinung nach auf keinen Fall enthalten sein?

Stoffe, die im Verdacht stehen hormonell oder karzinogen zu wirken. Weiterhin Inhaltsstoffe, die umweltschädlich beziehungsweise schlecht abbaubar sind. Diese sind in zertifizierter Naturkosmetik zum Glück generell nicht erlaubt. Wer sich mit Inhaltsstoffen nicht so gut auskennt und auf Nummer sicher gehen möchte, achtet beim Kauf einfach auf die gängigen Naturkosmetik-Siegel wie NatrueBDIHEcocert oder Demeter.

Jedoch entsprechen nicht zertifizierte Brands oftmals denselben Anforderungen. Die Zertifizierung ist allerdings eine nicht ganz günstige Angelegenheit. Kleine und neue Brands können sich diese daher oft nicht leisten, obwohl sie sämtliche Kriterien erfüllen.

Welche Eco-Blogger inspirieren dich am meisten?

Zum einen ist das Franziska von Veggie Love. Franziska schreibt über Beauty, Fashion, Food und Travel. Sie legt dabei nicht nur Wert auf Nachhaltigkeit, sondern lebt auch seit vielen Jahren vegan. Wer also auf der Suche nach Organic-Beauty, tollen Restaurants, Cafés und Hotels sowie nachhaltiger Mode ist und zudem Wert darauf legt, dass alles vegan ist, der wird bei Franziska definitiv fündig.

Zum anderen ist es Julia von Beautyjagd. Ihr Herz schlägt für die Naturkosmetik und im Speziellen für Nischenmarken. Julia ist viel auf Reisen und stellt daher auch immer wieder kleine Marken aus der ganzen Welt vor – weiterhin berichtet sie von Trends und Entwicklungen aus der Branche.

Portrait von Jessica Kunstmann vom Alabaster Blogzine für Interview mit Two for Fashion

Liebe Jess, ich danke dir sehr für deine Zeit und wünsche euch weiterhin viel Erfolg mit dem Alabaster Blogzine. ❤️

Artikelbild: Leonore Rost

Newsletter

anmelden
abmelden

Facebook Link

Halloween-Special mit vielen Inspirationen zum Thema Halloween
Fashion Horoskop 2017
Bewerten
1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars
Bitte gebe deine Bewertung ein
Loading...
Kommentiere diesen Beitrag
http://
Kommentare zu diesem Beitrag
Keine Kommentare