Birkenwasser: Wieso wir den Saft des Wunderbaumes trinken sollten

Birkenwasser. Das neue heimische Trendgetränk
Dienstag, 1. August 2017, 12:50

Kaum scheint der Hype um das gesunde Kokoswasser etwas abzuflachen, erscheint auch schon der nächste Trend am Safthimmel: Birkenwasser. Im Gegensatz zu seinem exotischen Pendant fliegt die weiße Flüssigkeit aus der Birke nicht um die halbe Welt, bevor sie als Superdrink in die Regale der Supermärkte und Reformhäuser wandert. Obwohl Birkenwasser in Skandinavien und Osteuropa schon seit Jahrhunderten zu den Alltagsprodukten gehört, erlangt es in Deutschland erst seit Kurzem besondere Aufmerksamkeit. Lest hier, was es mit dem neuen It-Getränk auf sich an und welche wundersame Wirkung Birkenwasser nachgesagt wird.

Birkenwasser: Was ist das überhaupt?

Jeder kennt den Baum mit der schwarz-weiß gescheckten Rinde: die Birke. In ihren Wurzeln bildet sich über den Winter die gesunde weiße Flüssigkeit – auch bekannt als Birkenwasser. Steigen die Temperaturen im Frühjahr – meist von Februar bis April –  an, fließt der nährstoffreiche Saft über den Stamm bis in die Äste. Mithilfe eines kleinen Rohrs, das nur wenige Zentimeter – knapp unter der Rinde – in den Stamm eingeführt wird, kann das ablaufende Wasser aufgefangen werden. Zapfen wir der Birke nicht zu viel Wasser ab, schaden wir ihr auch nicht. Täglich können wir pro Baum bis zu 10 Liter entnehmen, und das etwa zwei Wochen im Jahr – so lange dauert der Fluss von Birkenwasser. Dann versiegt die Quelle wieder bis zum nächsten Jahr.

Birkenwasser wird aus dem Baum gezapft

Was kann der gesunde Saft des heiligen Baums?

Birkenwasser ist wegen seines leicht süßlichen Geschmacks nicht nur lecker, es wird ihm dank seiner zahlreichen Nährstoffe auch eine gesunde, sogar heilende Wirkung nachgesagt. Die im Birkenwasser vorhandenen Saponine (eine Vorstufe von Zucker) wirken entzündungshemmend, schleimlösend und verdauungsfördernd. Außerdem sind sie harntreibend – somit ist das Wasser besonders zum Entgiften super geeignet. Es soll zudem den Cholesterinspiegel senken und vor Darmkrebs schützen. Ein weiterer positiver Faktor des erfrischenden Birkenwassers: Die enthaltenen Mineralstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Kalzium, Magnesium, Kalium, Zink und Phosphor stärken unser Immunsystem und machen aus dem Saft ein isotonisches Getränk – weshalb es auch für Sportler sehr gut geeignet ist.

In einigen Ländern wird Birkenwasser als natürliches Schönheitselixier angesehen: Wegen seiner hautstraffenden Wirkung kommt es vor allem gegen Cellulite zum Einsatz. Dank der enthaltenen Bitterstoffe, Vitamin C und Aminosäuren sorgt regelmäßiges Trinken für ein reineres Hautbild und beugt Unreinheiten vor. Tragen wir die Flüssigkeit auf der Kopfhaut auf, wirkt sie Schuppen und Haarausfall entgegen. Weiterer Pluspunkt: Der in dem Saft enthaltene Birkenzucker Xylitol – der für die süßliche Note verantwortlich ist – ist nicht nur viel kalorienärmer als sein Gefährte Saccharose, er verhindert auch, dass der Blutzuckerspiegel zu sehr in die Höhe schnellt. Er vermeidet Heißhungerattacken und ist für Diabetiker geeignet ist.

Woher bekomme ich das Trendgetränk?

Noch vor Kurzem war das Wunderwasser wohl bei den wenigsten unter uns bekannt. Mittlerweile sehen wir es aber immer häufiger in deutschen Reformhäusern, Bioläden sowie in gut sortierten Supermärkten. Frisch abgefülltes Birkenwasser ist nur zwei bis drei Tage haltbar ist – deshalb wird es für eine längere Haltbarkeit von bis zu 12 Monaten mit Zucker und Zitronensäure versehen. Seid euch daher bewusst, dass das Birkenwasser aus dem Supermarkt meist nur einen Reinheitsgehalt von 99 und nicht 100 Prozent hat.

Ist Birkenwasser das neue Kokoswasser?

Klar ist: Birkenwasser und Kokoswasser sind sehr ähnlich – beide haben eine gesunde Wirkung. Sie werden aus nur einer Pflanze hergestellt, enthalten viele wertvolle Nährstoffe und schmecken zudem leicht süßlich. Das exotische Kokoswasser muss allerdings – wie bereits erwähnt – einen erheblichen Weg zurücklegen, um in die deutschen Regale der „trendigen“ Supermärkte zu gelangen. Birkenwasser kann dagegen direkt bei unseren europäischen Nachbarn gezapft werden.

Regional ist das neue „Super“

Auch wenn wir der Meinung sind, dass nicht auf jeden Superfood-Zug aufgesprungen werden muss, finden wir Birkenwasser als erfrischende Alternative zu anderen zuckerhaltigen Getränken ideal. Der nachhaltige Faktor, dass es von unseren europäischen Nachbarn beschaffen werden kann und nicht um die halbe Welt geschifft werden muss, ist ein entscheidender Grund, warum das Wunderwasser zu unseren Sommergetränken gehört. Natürlich haben wir schon einige Superfoods – von Chia-Samen, bis hin zu Matcha und Co. – ausprobiert, aber der Aspekt, mehr regional als global zu denken, gefällt uns wirklich sehr. Vor allem, wenn es dabei noch so lecker ist!

Habt ihr schon einmal Birkenwasser getrunken? Was haltet ihr von dem neuen It-Getränk? Lasst uns gerne ein paar Kommentare da!

XX, Die Redaktion

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