Warum ich das Meer so liebe

21. August 2018 | von

Ich bin mit den Bergen aufgewach­sen. Wenn ich in meinem Eltern­haus aus dem Fen­ster meines Zim­mers schaute, blick­te ich auf die Alpen. Im Win­ter wurde selb­stver­ständlich Ski gefahren, im Som­mer ging’s ab in die Berge. Toll für die, die bei­des liebten. Doof für jene, die damit nichts anfan­gen kon­nten: Die am Ski­fahren die Kälte und die Geschwindigkeit has­sten (von unberechen­baren Schlep­pliften und in luftiger Höhe stop­pen­den Ses­sel­liften ganz zu schweigen) und beim Berg­steigen ständig ihre Höhenangst bekämpften. Men­schen wie mich.

Ost­friesen­nerz, Scholle & Grog

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Biki­nis à la Bay­watch sind hier am Strand übri­gens nicht das Maß aller Dinge. Ich trage gerne eine lockere Tuni­ka: Die schützt vor Wind und Sonne – und schme­ichelt außer­dem der Figur.

Meine Liebe gehörte dem Meer. Nicht dem Mit­telmeer, das von Süd­bay­ern aus ver­gle­ich­sweise ein Katzen­sprung ent­fer­nt ist. Nein, ich hat­te mein Herz an die kalten Nord­meere ver­loren. Schuld waren drei Wochen Som­merurlaub in einem kleinen Dorf bei Cux­haven, die von Ebbe und Flut, Krabben pulen und Wattwan­derun­gen bes­timmt waren. Ich saß im Strand­ko­rb, las dicke Schmök­er, ließ mir den Wind um die Nase wehen – und liebte es. Mocht­en andere im knapp­sten Biki­ni an der Adria schwitzen, sich unter der südlichen Sonne dunkel bräunen und den Abend mit Lam­br­us­co oder San­gria ausklin­gen lassen – ich wählte Ost­friesen­nerz, Scholle und Grog. Während sich aber­tausende von Touris­ten gen Süden staut­en, zog es mich in den Nor­den. Je stür­mis­ch­er das Wet­ter, je wilder das Meer, desto bess­er. Zu meinen schön­sten Nord­see-Erin­nerun­gen gehören die schäu­mende Novem­ber-Gis­cht auf der Strand­pom­e­nade von West­er­land und die vereiste See im Jan­u­ar. Nein, dieses Begeis­terung muss nicht jed­er verstehen!

Kein Nightlife, nirgends!

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Auch diese schöne Tuni­ka habe ich bei OTTO gefunden.

Seit sehr vie­len Jahren ver­bringe ich meinen Som­merurlaub mit­tler­weile an der Ost­see. Auf dem Darß um genau zu sein. In Ahren­shoop. Ich liebe diesen kleinen beschaulichen Ort, in dem man tat­säch­lich nicht viel mehr tun kann als sich entspan­nen. Es gibt kein Nightlife, keine hochgelobten Sterne-Restau­rants und kaum Schickim­ic­ki. Das Urlaub­sleben beste­ht hier aus sehr ein­fachen Din­gen: lange schlafen, am Strand lesen, abends sel­ber kochen. Dazwis­chen mit – zugegeben! – viel Über­win­dung ins 18 Grad „warme“ Meer und zum Tage­sausklang einen lan­gen Strandspazier­gang (mit La Mer von Charles Trenet im Ohr, ver­ste­ht sich). Wind und Wellen, Sand zwis­chen den Zehen, abends mit dem Meeres­rauschen ein­schlafen – das Leben kann so schön sein. Kannst Du Dir vorstellen, wie wahrhaft erholt ich jedes Jahr aus diesem Urlaub in meinen All­t­ag zurückkehre?

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Übri­gens: Bern­stein habe ich in all den Jahren an der Ost­see noch keines gefun­den. Aber im näch­sten Jahr vielleicht …

 

 

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