Unperfekt ist die neue Perfektion!

10. Januar 2018 | von

Und – wie war es denn nun?“ Unzäh­lige Male bin ich das in den let­zten Tagen gefragt wor­den. Von Kol­legin­nen, Fre­un­den, von mein­er Fam­i­lie. Jed­er, der von meinen Fash­ion Week Tagen in Paris wusste, war neugierig, selb­st die, die sich son­st nicht so sehr für Mode begeis­tern kön­nen. Aber die Paris Fash­ion Week ist nun mal mehr als Mode – es ist die Mut­ter aller Fash­ion Weeks. Eine Insti­tu­tion! Jed­er hat sofort ein Bild von span­nen­der Cou­ture vor Augen, von aufwändig insze­nierten Shows, von gestyl­ten Mod­els, von gefeierten Designern.

paris fashion week

Ich in Rot, mit­ten im Fash­ion Week Getummel …

Was soll ich sagen: Es ist genau so! Ein Rausch aus spek­takulären Shows, Avant­garde-Mode und Street­styles! Vib­ri­erende Atmo­sphäre. Gesichter, die man zu ken­nen meint. Ist das nicht die … wie heißt sie doch gle­ich?! Und den habe ich kür­zlich doch auch irgend­wo gese­hen? Dazwis­chen die Fotografen, deren Kam­eras um die Wette klicken.

anne sofie madsen ss

Mod­els bei Anne Sofie Mad­sen Spring/Summer 2017

Und dann natür­lich die Mod­els: Über­schlank. Hochgestylt. Eher androg­yn als fem­i­nin. Wie man sich Mod­els vorstellt. Und auch wieder nicht: Von per­fek­ter Schön­heit kon­nte keine Rede sein! Es waren „Typen“, präg­nante Gesichter von span­nen­der Eige­nart. Keine gefäl­li­gen Beau­tys, wie sie GNTM präsen­tiert. Man­ish Aro­ra hat­te zwei kurvige Mod­els auf den Lauf­steg geschickt, die neben den vie­len extrem dün­nen Mod­els so wun­der­bar weib­lich wirk­ten. Manche Mod­els waren irri­tierend inter­sex­uell: masku­line Frau? Fem­i­nin­er Mann? Ich kon­nte es nicht sagen.

Eines war jedoch klar: Die Design­er wollen Gren­zen nicht nur über­schre­it­en, son­dern ver­wis­chen. Zwis­chen männlich und weib­lich, zwis­chen schön und hässlich. Geschlecht und herkömm­liche Schön­heit haben für die Mode-Avant­garde keine Bedeutung.

Mir haben die Shows, die ich gese­hen habe, Mut gemacht: Klas­sisch weib­liche Schön­heit ist out. Wir müssen nicht alle gle­ich ausse­hen, die gängi­gen Schön­heit­side­ale haben aus­ge­di­ent. Gefragt ist Per­sön­lichkeit. Das Beson­dere, ja, Charak­ter! Ästhetis­che Gle­ich­macherei war gestern. Oder anders aus­ge­druckt: Wir dür­fen ein­fach so sein, wie wir sind. Groß, klein, dünn, dick – wir sind schön, wie wir sind.

paris fashion week streetstyle

Erst das Unper­fek­te macht uns perfekt.

paris fashion week galeries lafayette

Ist das nicht eine wun­der­bare Erkenntnis?

Alle Fotos © Kathrin Leist

Letzte Kommentare (1)

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Anna
Mittwoch, 5. Oktober 2016, 11:08 Uhr

Susi, du siehst toll aus! Und ich habe deine Reise nach Paris sehr genossen — du hast sooo schöne Bilder mit­ge­bracht, die sind wirk­lich (m)ein High­light. Genossen habe ich es allerd­ings auch, dass ICH nicht den ganzen Tag auf hohen Hack­en unter­wegs sein musste… äh… durfte. Schaue mir deine Berichte näm­lich ganz entspan­nt im Home­of­fice-Style mit einem Kaf­fee in der Hand an. ;))