Unperfekt ist die neue Perfektion!

paris fashion week blogger

Und – wie war es denn nun?“ Unzählige Male bin ich das in den letzten Tagen gefragt worden. Von Kolleginnen, Freunden, von meiner Familie. Jeder, der von meinen Fashion Week Tagen in Paris wusste, war neugierig, selbst die, die sich sonst nicht so sehr für Mode begeistern können. Aber die Paris Fashion Week ist nun mal mehr als Mode – es ist die Mutter aller Fashion Weeks. Eine Institution! Jeder hat sofort ein Bild von spannender Couture vor Augen, von aufwändig inszenierten Shows, von gestylten Models, von gefeierten Designern.

paris fashion week
Ich in Rot, mitten im Fashion Week Getummel …

Was soll ich sagen: Es ist genau so! Ein Rausch aus spektakulären Shows, Avantgarde-Mode und Streetstyles! Vibrierende Atmosphäre. Gesichter, die man zu kennen meint. Ist das nicht die … wie heißt sie doch gleich?! Und den habe ich kürzlich doch auch irgendwo gesehen? Dazwischen die Fotografen, deren Kameras um die Wette klicken.

anne sofie madsen ss
Models bei Anne Sofie Madsen Spring/Summer 2017

Und dann natürlich die Models: Überschlank. Hochgestylt. Eher androgyn als feminin. Wie man sich Models vorstellt. Und auch wieder nicht: Von perfekter Schönheit konnte keine Rede sein! Es waren „Typen“, prägnante Gesichter von spannender Eigenart. Keine gefälligen Beautys, wie sie GNTM präsentiert. Manish Arora hatte zwei kurvige Models auf den Laufsteg geschickt, die neben den vielen extrem dünnen Models so wunderbar weiblich wirkten. Manche Models waren irritierend intersexuell: maskuline Frau? Femininer Mann? Ich konnte es nicht sagen.

Eines war jedoch klar: Die Designer wollen Grenzen nicht nur überschreiten, sondern verwischen. Zwischen männlich und weiblich, zwischen schön und hässlich. Geschlecht und herkömmliche Schönheit haben für die Mode-Avantgarde keine Bedeutung.

Mir haben die Shows, die ich gesehen habe, Mut gemacht: Klassisch weibliche Schönheit ist out. Wir müssen nicht alle gleich aussehen, die gängigen Schönheitsideale haben ausgedient. Gefragt ist Persönlichkeit. Das Besondere, ja, Charakter! Ästhetische Gleichmacherei war gestern. Oder anders ausgedruckt: Wir dürfen einfach so sein, wie wir sind. Groß, klein, dünn, dick – wir sind schön, wie wir sind.

paris fashion week streetstyle

Erst das Unperfekte macht uns perfekt.

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Ist das nicht eine wunderbare Erkenntnis?

Alle Fotos © Kathrin Leist

Leserkommentare
2 Kommentare
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  • Anna schreibt am

    Susi, du siehst toll aus! Und ich habe deine Reise nach Paris sehr genossen – du hast sooo schöne Bilder mitgebracht, die sind wirklich (m)ein Highlight. Genossen habe ich es allerdings auch, dass ICH nicht den ganzen Tag auf hohen Hacken unterwegs sein musste… äh… durfte. Schaue mir deine Berichte nämlich ganz entspannt im Homeoffice-Style mit einem Kaffee in der Hand an. ;))

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