Kann denn Mode Sünde sein?

11. April 2018 | von

Mode ist bekan­nter­maßen mehr als Klei­dung tra­gen. Mode ist ein­er­seits Zeit­geist, ander­er­seits Aus­druck der eige­nen Per­sön­lichkeit. Vor allem aber, das finde zumin­d­est ich, soll Mode Spaß machen! Erlaubt ist, was mir gefällt! Wo sich doch über Geschmack sowieso nicht stre­it­en lässt …

Rote Statement-Hose.

Allerd­ings sehen das nicht alle Men­schen so. Und im Curvy-Bere­ich sind es noch weniger. Hier muss, so die Mei­n­ung viel­er, Bek­lei­dung in erster Lin­ie eines sein: vorteil­haft. Was nichts anderes bedeutet als: Sie soll schlanker machen. Ja, schlank oder zumin­d­est schlanker auszuse­hen, ist in unser­er Gesellschaft immer noch ein modis­ches Mantra.

Farbiges Styling für Große Größen.
Susanne zeigt einen Look mit roter Hose.

Warum eigentlich? Was, wenn man keine Lust auf dieses ewige „Schlank“ hat? Wenn man ein­fach nur die Klei­dung tra­gen will, die einem gefällt? Ein fig­urbe­tontes Streifen­shirt zum Beispiel, weil man Streifen liebt! Obwohl Streifen ja ange­blich dick machen, beziehungsweise: noch dick­er. Oder Volants über den Hüften! Obwohl Volants auf­tra­gen! Oder eine Mar­lene-Hose in Rot! Obwohl man Hüften in Rot noch weniger überse­hen kann als ohnehin!

„Es ist euer Leben, euer Kör­p­er und eure Mode! ” 
Cooles Outfit mit roter Hose.
Maritimes Shirt mit roter Hose.

Ich habe schlichtweg keine Lust mehr auf das ewige Modedik­tat. Ich bin es ein­fach leid, dass „schlank“ und „vorteil­haft“ das Maß aller Dinge sind. Ich will in Far­ben und For­men schwel­gen, ich will Spaß haben an der Mode. Ich habe keine Lust auf dunkel­blauen Tuniken, nur weil die möglicher­weise meinen Bauch kaschieren. Soll die selb­ster­nan­nte Mod­e­polizei doch einen Strafzettel zück­en! Mir doch egal.

Mutiges Outfit für Curvys.

Von diesen Fash­ion-Politessen sind tat­säch­lich jede Menge unter­wegs. Und sie haben immer einen zumeist unge­bete­nen Ratschlag zur Hand: Lieber keine großge­musterten Oberteile tra­gen zum Beispiel! Und auch keine Mar­lene-Hosen, denn die machen eine ganz unvorteil­hafte Fig­ur! Schmale Hosen aber auch nicht, denn die beto­nen Hüften und Popo. Keine kurze Hosen, keine ärmel­losen Tops, denn das zeigt viel zu viel von unserem ohne­hin üppi­gen Fleisch. Und Röcke bitte immer min­destens Midi, denn son­st kön­nten irgend­je­man­dem ja unsere Pum­melknie missfallen.

Inspiri­ert? Hier find­est du das Nachstyling:

Susanne zeigt coolen Look mit roter Hose.

Liebe Curvys, lasst euch nicht ins Bock­shorn jagen! Tragt, was euch gefällt! Was ihr liebt! Worin ihr euch wohlfühlt! Und was euch Spaß macht! Es ist euer Leben, euer Kör­p­er und eure Mode! Lasst euch nicht die Freude daran verder­ben. Denn ganz ehrlich: Lebenslust ist immer noch das schön­ste Accessoire!

Fotos © Simone Nau­mann

Letzte Kommentare (4)

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Mittwoch, 16. Mai 2018, 12:19 Uhr

Hal­lo liebe Svenja, 

entschuldige meine späte Antwort! 🙂 Es gibt aber auch Frauen auf Soul­ful­ly, die Größe 52/54 haben. Vielle­icht liest du ihre Beiträge? 

Aber warum bin ich deshalb weniger glaub­haft? Weil ich Größe 48 habe?

Liebe Grüße,

Susi.

Lesejunkie
Samstag, 28. April 2018, 15:47 Uhr

So toller Beitrag, genau so soll es sein ♥️Wir dür­fen auch anziehen was uns gefällt!!! Uns🤣 und nicht der Modepolizei

Svenja
Samstag, 28. April 2018, 11:41 Uhr

Hal­lo,

ich finde es nicht so glaub­haft, wenn jemand mit Größe 44/46 über “Curvy”-Mode spricht. Warum nicht ein­fach mal jeman­den mit Größe 52/54 oder größer zur Wort kom­men lassen, der wirk­lich weiß, worüber er da spricht?

Sylvia
Freitag, 27. April 2018, 21:59 Uhr

Sehr schön geschrieben und in so vielem wahr :o)