Graue Haare
färben im Alter – Ja oder nein?

22. Juni 2018 | von

Graue Haare: Fär­ben oder doch lieber nicht? Wenn die ersten grauen Haare kom­men, muss man sich entschei­den, will man natürlich in Würde ergrauen, oder möchte man das nicht? Die Sta­tis­tik sagt, dass 91 Prozent der deutschen Frauen schon ein­mal die Haare gefärbt oder getönt haben — ich gehöre dazu! Meine Fre­undin­nen und ich hat­ten kürzlich eine wilde Diskus­sion zum The­ma „Haare färben“.

susie gundlach haare färben
haare blond färben

Wir stell­ten uns die Frage, ob es bess­er ist, wenn die Natürlichkeit siegt, oder ob es bess­er ist, die Haare zu fär­ben? Es war ein inter­es­san­ter Abend… schnell gab es absolute Geg­n­er des Fär­bens unter den Mädels und glühende Fans dafür – ich zählte mich zu den Fans. Lei­der altert unser Haar sehr ungerecht – für Blondi­nen ist es leichter, „weiß“ zu wer­den als für Dunkel­haarige. Ich selb­st färbe seit vie­len Jahren mein Haar, wie jede zweite Frau in Deutsch­land. Von meinen dunkel­blonden Haaren habe ich mich schon in meinen Zwanzigern ver­ab­schiedet – ich bin gerne hell­blond, zwis­chen­durch war ich auch mal plat­in­blond, am Lieb­sten aber bin ich skandinavischblond.

susie gundlach frisur früher

So entstand mein Signature-Look

Begonnen meine Haare zu blondieren, habe ich während meines Mod­edesign Studi­ums. Mein braver Bob wich einem Pix­ie-Schnitt und nach 3 Blondierun­gen, wurde der richtige Ton endlich getrof­fen. Schnell wur­den meine
plat­in­blonden Haare zu meinem Sig­na­ture-Look. Geblieben ist meine blonde Haar­farbe („Stock­holm“ von L’Oreal) bis heute, die Frisuren vari­ierten über die Jahre. Für mich hat das Haare­fär­ben zwei Vorteile: Erstens wer­den meine feinen Haare etwas grif­figer und lassen sich viel bess­er frisieren und stylen. Zweit­ens muss ich mich nicht mit meinen Grauen herum ärg­ern – denn sie fall­en überhaupt nicht auf … 🙂

platinblondes haar

Die eigene Haarfarbe ist mehr als nur eine Farbe

Wann die ersten grauen Haare uns heim­suchen, weiß man ja nie so genau. Ich habe Fre­undin­nen, die schon Anfang Zwanzig ihre ersten grauen Sträh­nen hat­ten, andere haben erst mit 50 erste sil­berne Fäden. Die Frage ist nun, ob man zu den grauen Haaren ste­ht oder dage­gen ankämpft? Ich finde bei­des richtig und gut, ver­ste­he jede Entschei­dung, denn die Haar­farbe wird immer wichtiger als modis­che Aus­sage. Sie unter­stre­icht unseren per­sön­lichen Style.

Ergrauen braucht Geduld und die haben viele Frauen nicht, ich gehöre dazu. Schon immer aber bewun­dere ich Frauen mit lan­gen grauen Haaren. Die Glücklichen unter uns, mit diesen Traumhaaren, wer­den gerne mal Best-Ager- Mod­els, wie die wun­der­bare Ingrid – ihre Mod­el-Kar­riere begann genau so!

Eine Lösung gegen den ständigen Frust

Mein Lieblings­beispiel aber ist das ein­er Brünetten, die zur Blon­dine wurde: Meine Fre­undin Marie hat­te wun­der­schöne brünette Lock­en, ein Leben lang. Aber sie ergraute früh und begann zu fär­ben. Zuerst chemisch, später hat sie nur noch biol­o­gisch gefärbt. Frus­tri­ert musste sie am Ende fast wöchentlich den Ansatz nach­fär­ben und war nur noch gen­ervt – sie war das Fär­ben leid. Die per­fek­te Idee ihres Friseurs hat sie gerettet – er ver­half ihr zu einem völ­lig neuen Look. Erst sträh­nte er Maries dun­kle Lock­en blond. Nach und nach ver­mis­cht­en sich die braunen Lock­en, die blonden Sträh­nen und die grauen Haare zu einem wun­der­schö­nen natürlichen Mix. Mit der Zeit wurde Marie blonder und weißer und peu à peu wurde aus der brünetten Marie eine Blon­dine – das ist ihr Hair-Style bis heute. Lei­der gibt es natürlich auch Frauen, die mit ihren grauen Haaren total unglücklich sind. Oft find­en sie, dass die grauen Haare sie alt machen und begin­nen zu fär­ben. Doch das ewige Ansatz-Nach­fär­ben ist ermüdend, wie bei Marie.

Jeder entscheidet für sich!

Beim Haare-Fär­ben gibt es viele pos­i­tive Beispiele und viele neg­a­tive Beispiele – aber eins fällt mir oft auf: Ger­ade bei reifer­en Frauen, ab 70 Jahren, die ihre Haare immer noch dunkel­braun oder schwarz fär­ben, geht das auch manch­mal daneben.Das Dunkel-Fär­ben macht sie dann oft wirk­lich älter, denn der Kon­trast zum Gesicht ist oft zu stark. Was soll man also tun? Die Damen darauf hin­weisen? Nein! Vorschriften und Richtlin­ien sind totaler Quatsch, genau wie in der Mode, let­z­tendlich muss jede Frau sel­ber entschei­den, wie sie sich sieht und wohl fühlt.

Das war auch das Ergeb­nis, zu dem ich mit meinen Fre­undin­nen gekom­men bin!

Ein wun­der­bares pos­i­tives Beispiel für eine Brünette ist Köni­gin Sil­via von Schwe­den. Ich kann sie mir auch tatschlich sehr schw­er mit weißen Haaren vorstellen, das überlässt sie erst­mal der Queen…

Ein kleines PS

Im Moment sind graue und pastell­far­bene Haare ja ein Mega­trend. Meine Tochter Clara hat noch nie einen Trend ver­pen­nt – das ist jet­zt ihr Style, aus­pro­bieren würde ich es eigentlich auch sehr gerne!

Haare rosa färben
Letzte Kommentare (2)

Kommentar schreiben: Werde aktiv und rede mit!

Petra
Sonntag, 13. Dezember 2020, 7:27 Uhr

Ich habe ver­sucht, die Haar­farbe “Stock­holm” zu bekom­men, sie jedoch in Drogeriemärk­ten nicht bekom­men. Ist sie vielle­icht vom Markt genom­men worden?

Svenja
Mittwoch, 7. Oktober 2020, 10:57 Uhr

Ein sehr lesenswert­er Artikel mit vie­len guten Gedanken. Danke für die Mühe und fürs Teilen. Ich bin 58 und hab lange dunkel­braune Haare, die ich seit ewigen Jahren nach­färbe. Das sieht sofort gut aus und die Haare wer­den grif­figer, wie du schreib­st. Ander­er­seits nervt es mich, weil ich alle 4 Wochen nach­fär­ben muss, Ansatz und Schläfen. Dann sehe ich sofort 10 Jahre jünger aus. Mit meinen grauen Haaren wirke ich älter und seriöser.
Ich bin hin- und herg­eris­sen, kann mich nicht entschei­den. *seufz*
So pen­dele ich wohl noch eine Weile zwis­chen Grau und Dunkelbraun.
Lieben Gruß aus Kiel
Svenja