Fressattacken: 5 Tipps, um den Heißhunger zu stoppen!

15. November 2018 | von

Es ist 2 Uhr morgens. Ich stehe im Nachthemd vor dem offenen Kühlschrank und stopfe alles in mich hinein. Wurst. Käse. Die Reste vom Mittagessen. Und zum Nachtisch leere ich noch den Ben & Jerries-Eisbecher, „Cookie Dough“, meine Lieblingssorte. Wobei Geschmacksrichtungen in solchen Situationen wohl ziemlich egal sind: Hauptsache, Essen! Die ewige Frage bleibt: Wie stoppt man diesen Heißhunger?

Susanne über Heißhunger.
Fressattacken, was kann man tun?

Zunächst die gute Nachricht: Von echten Binge-Eating-Attacken habe ich bislang nur gelesen. Selbst erlebt habe ich sie Gott sei dank noch nie.

Die schlechte Nachricht: Die kleine Schwester der Fressattacke, der Heißhunger, ist mir wohl bekannt. Hungrig einkaufen gehen und auf dem Weg vom Supermarkt zum Auto eine Schokoladetafel aufbrechen – und sie ganz aufessen. Eine Chipstüte öffnen und statt einem kleinen Schälchen die komplette Tüte leeren. In eine Kekspackung immer und immer wieder hineingreifen, von einem Kuchen immer wieder kleine Stückchen abschneiden („Das ist jetzt aber wirklich das letzte!“) oder eine Tüte M&Ms ganz aufessen müssen … Das kenne ich durchaus.

Tipps gegen Heisshunger.
Wie geht man mit endlosem Hunger um?

Damit verbunden sind nicht nur ein schlechtes Gewissen und das Gefühl versagt zu haben, sondern auch das Gefühl von Hilflosigkeit. Niemand mag Fress- oder Heißhungerattacken, niemand genießt solche Situationen. Und: Niemand weiß, wie man damit konkret umgehen kann. Oder was man tun kann, damit es erst gar nicht so weit kommt.

Richtig Essen.
Fressattacken richtig stoppen.

Ein paar Tipps haben sich im Laufe der Jahre für mich als praktikabel erwiesen.

Hier sind meine wichtigsten Empfehlungen:

1. Niemals hungrig einkaufen gehen! Hungrig kauft man nicht nur viel zu viel ein – man kann auch niemals die übermenschliche Disziplin aufbringen, sich die Tafel Schokolade oder die Tüte Gummibärchen für später aufzubewahren.

2. Solange solche Heißhungerattacken nicht dreimal wöchentlich vorkommen: Kämpfe nicht weiter dagegen an, sondern iss die Schokolade oder Chips mit Genuss und ohne schlechtes Gewissen. Meine Erfahrung ist: Was man sich verbietet, will man umso mehr!

3. Regelmäßig essen. Wer regelmäßig ist, hält seinen Blutzucker in Schach – und verringert so die Wahrscheinlichkeit einer Fressattacke.

4. Ausreichend trinken. Wer genug trinkt, verringert Hungergefühle. In akuten Situationen können zwei große Gläser Wasser oder Schorle auch gegen Binge-Eating helfen. Tipp: Ich trinke in solchen Fällen gerne Ingwer- oder Zitronenwasser, das ich mit einem Löffel Honig gesüßt habe. Das hebt den Blutzucker und verringert so den Heißhunger.

5. Käse hilft (mir). Bevor ich eine ganze Tafel Schokolade oder Tüte Chips esse, greife ich lieber zu einem großen Stück Käse. Das macht mich sehr schnell sehr satt, enthält keinen Zucker, der den Blutzuckerspiegel in die Höhe treibt und damit einen ungesunden Kreislauf in Ganz setzt.

Susanne über Essattacken.

Hast du Tipps oder irgendetwas, das dir in Binge-Eating-Situationen hilft? Dann verrate sie mir!

Fotos © Simone Naumann

Letzte Kommentare (11)

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Walter
Freitag, 9. November 2018, 10:41 Uhr

Alle diese Tipps sind klasse.
Aber um sie auch anzuwenden hilft mir seit
Jahren die Selbsthilfegruppe OA, Overeaters Anonymous.
Es tut gut, sich mit Menschen auszutauschen, die das gleiche Problem haben.

Cynthia
Donnerstag, 18. Oktober 2018, 20:19 Uhr

Man muss der Sache auf den Grund gehen: Was sind Heisshungerattaken?

Heisshungerattaken haben wir dann wenn unser Insulinspiegel ganz unten ist. Durch Süssigkeiten und Kohlenhydrate geht unser Insulinspiegel drastisch in die Höhe, und sobald dieser wieder nach unten sinkt, kommen die Attaken.

Isst man insgesamt nicht viele Kohlenhydrate, bleibt der Insulinspiegel meist gleich, da er nie zu sehr in die Höhe geriet.
Egal ob Langkettige oder Kurz: Alle landen als Glucose im Blut.
Wenn dann aber lieber zu Langkettige greifen, da sie länger satt machen, da der Körper sie erst zersetzen muss.

z.B Beeren, Grapefruit (aufgepasst bei Medikamenteinnahne!), Edelbitterschokolade etc sind gesund und halten den Insulinspiegel unten.

Pummelina
Mittwoch, 17. Oktober 2018, 8:47 Uhr

Das mit dem schlechten Gewissen ist schön gesagt, es lässt sich aber nicht so leicht abstellen. Ich habe bemerkt daß wenn ich Süsshunger habe, das Essen von Vitaminen hilft. In der Natur hat man ja auch Hunger auf Obst wenn man süss will- also Vitamine. Nur blöd wenn dann die Schokolade auf dem Weg liegt ..Wasser hilft auch, man kann wohl nicht so gut zwischen Hunger und Durst unterscheiden. Speziell wenn ich Caffè trinke, merke ich daß mein Durstgefühl schwindet. Milchkaffee macht übrigens auch einen hohen Blutzucker- mit entsprechendem nachfolgendem Abfall- worauf man Lust auf den nächsten Kaffee hat…und Milch hat reichlich Kalorien. Trotzdem trinke ich ihn. 😉
Ans Herz legen will ich Euch das Buch von Sylvia Haskins: Essen nach Wahl und nicht aus Gewohnheit. Es ist eine echte Wohltat im Kalorienkampf 🙂
Um wirklich auf mein Gewicht zu kommen was ich möchte, werde ich jetzt wohl mal einen Selbsthypnosekurs bei Meister Ronny Welzel belegen. Dort gibt es auch Kurse fürs Gewicht, das ist wohl die wirksamste und sanfteste Methode um der Hypnose aus Fernsehen und Werbung und der Erziehung / Prägung entgegenzuwirken, die uns in unserem Essverhalten beeinflusst. Was unterschätzt wird ist die Tatsache daß wir unsere Gewohnheiten behalten wollen.. also auch unser Essverhalten…und sich das Gehirn gegen etwas Neues wehrt…..Von der Zeit gab es eine Sonderausgabe, die das Thema konstruktiv aufgreift, sehr lesenswert! Ich wünsche Euch allen Euer Wunschgewicht! LG 🙂

Mirli
Montag, 17. September 2018, 16:07 Uhr

Ich finde die Tipps toll. Sie sind genau richtig und helfen Fressattacken zu überwinden und mit der nötigen Bewegung ganz nebenbei seine Kilos zu verlieren. Das geht natürlich langsam und man sollte schon 1 bis 1 1/2 Jahre durchhalten. Ich habe auch starkes Übergewicht und muss auf jeden Fall abnehmen. Seit einem halben Jahr gehe ich ins Fitness-Studio und habe dort einen Ernährungskurs mitgemacht. Genau diese Ratschläge habe ich dort erhalten und noch ein paar mehr. So z.B. der Verzicht auf Kohlenhydraten nach 16:00 Uhr und bei Verlangen nach Schokolade ein Eiweißriegel. Und es hat geholfen seit April sind 15 Kilo weg.

Candida Kraus
Sonntag, 16. September 2018, 14:45 Uhr

Das wesentliche ist die Frage: Was soll mir dieses Essen in diesem Moment geben? Was brauche ich wirklich? Alles andere ist nur Kosmetik. Wenn ich nach und nach, in Babyschrittchen das Essen von meinen Emotionen und Bedürnissen entkoppelt habe, dann können mich weder Situationen noch Berge von Süßigkeiten zuhause schrecken, ich esse was ich brauche in der Menge die ich brauche. Diesen Weg bin ich gegangen und es ist möglich.

Montag, 14. Mai 2018, 17:25 Uhr

Hallo liebe Amanda, danke für deinen Kommentar. Aber hier geht es um das Thema „Fressattacken“, nicht Übergewicht allgemein, und da kann ich durchaus etwas dazu sagen. Ohnehin gibt es auch schlanke Menschen, die „fressen“ – das Thema hat also nicht direkt etwas mit meinem Übergewicht zu tun.

Amanda
Mittwoch, 9. Mai 2018, 18:22 Uhr

Ich möchte niemandem zu nahe treten – manche Menschen haben es schwer, weil sie schon beim Ansehen von Essen zunehmen.
Aber, liebe Susanne, es ist einfach nicht glaubhaft, wenn ein Mensch wie Sie Empfehlungen zum Thema Freßattacken gibt. Sie haben starkes Übergewicht (nicht nur ein paar Pfunde zuviel) und bekommen Ihr ungesundes Essverhalten offenbar nicht in den Griff. Warum sollten andere Menschen Ihren Empfehlungen bezügl. Essen folgen? Sorry, das kann man nicht ernst nehmen.

Christian
Donnerstag, 19. April 2018, 20:14 Uhr

Mir hilft auf jeden Fall, Dinge wie Chips/Gummibärchen etc. nicht im Haus zu haben. Dann kann ich sie auch nicht spontan essen.

Als „Süßigkeit“ für den Tag gibt’s bei mir einen Eiweißriegel (klappt unter der Woche meist ganz gut, am WE reicht mir das manchmal nicht. ^^)

Und statt Chips lieber Popcorn selber machen. Ohne Fett/Öl und ohne Zucker vielleicht nicht ganz so schmackhaft wie im Kino, aber als Knabbersnack trotzdem okay.

Achso, eiweißreiche Kost (wie z.B. Käse) sättigt auch ganz gut, so dass sich Heißhungerattacken verringern lassen sollen.

Samstag, 14. April 2018, 22:55 Uhr

Die Schokoküsse sind fettfrei? ECHT? Das wusste ich gar nicht. Das ist dann ja quasi Diätessen. 😀

Samstag, 24. März 2018, 16:33 Uhr

Kennst Du Niemetz Schwedenbomben? Schokoküsse kann man sie auch nennen. Meist zahle ich an der Kassa die leere Packung. Ich habe keine nächtlichen Essanfälle aber alles andere kenne ich auch. Lg. Gabi

uschi
Samstag, 24. März 2018, 4:37 Uhr

Ich würde ein Tic Tac oder Pfefferminzbonbon essen zwei oder drei After eight helfen auch..Im Notfall auch ein Kokos Mohrenkopf oder Schokoladen Mohrenkopf weil der ist fettfrei