Dick und sportlich: Flying Pilates

20. März 2020 | von

Das gängige Vorurteil lautet, dass Dicke keinen Sport machen. Nicht nur aus Faul­heit, son­dern, weil es kör­per­lich gar nicht möglich ist, übergewichtig zu sein und gle­ichzeit­ig sportlich. Wir beweisen das Gegen­teil.

Flying Pilates Erfahrungen Dicke

Dicke kön­nen keinen Sport machen und schon gar keinen Leis­tungss­port, son­st wären sie ja dünn. Wir wollen mit diesen Vorurteilen aufräu­men und haben Plus Size-Frauen gebeten, uns von sich und ihren Sportarten zu erzählen. Alexa hat uns bere­its von ihrer Triathlon-Lei­den­schaft berichtet. Glo­ria ist eben­falls Ham­burg­erin und trainiert mit Fly­ing Pilates. Wie sie dazu gekom­men ist, wie genau das Work-out aussieht und wie ihr Umfeld darauf reagiert, ver­rät sie dir jet­zt. Viel Spaß beim Lesen!

Als Dicke mit Sport anfangen

Was die anderen denken

Mein Umfeld reagiert ganz unter­schiedlich darauf, wenn ich vom Sport erzäh­le. Einige wenige, die mich nicht gut ken­nen, schauen mich von oben bis unten mit einem ungläu­bi­gen Gesicht­saus­druck an, der so viel besagt wie: “Ja ja, lass sie mal reden…” Aber davon lasse ich mich nicht aufhal­ten. Die meis­ten wis­sen, dass ich ehe­ma­lige Wet­tkampf­schwim­merin und eine richtige Wasser­rat­te bin. Der Sport gehört genau­so zu meinem Leben wie gutes Essen. Es geht wed­er ohne das eine noch das andere.

Sportübungen bei Übergewicht
Körper mit Übergewicht trainieren

Bish­er hab ich viel im Wass­er beim Schwim­men und Aqua Fit­ness trainiert. Um Abwech­slung in meinen Train­ings­plan zu brin­gen, war ich auf der Suche nach etwas, dass mich gle­ichzeit­ig her­aus­fordert, unter­stützt und Spaß macht. So bin ich vor 1,5 Jahren auf Fly­ing Pilates aufmerk­sam gewor­den. Dies ist meine per­fek­te Ergänzung an Land bzw. beim Fliegen in der Luft und keines dieser drei für mich wichti­gen Merk­male kommt bis heute zu kurz. Viele kön­nen sich zu Beginn nichts unter dem Work-out Fly­ing Pilates vorstellen. Darum siegt hier bei meinen Fre­un­den und Bekan­nten die Neugi­er auf das Unbekan­nte und es kom­men viele Nach­fra­gen wie: “Was habt ihr heute wieder gemacht?”

Bewegung als Übergewichtige

Bin ich zu dick fürs Tuch?

Nach­dem die wichtig­ste Frage “Hält das Tuch denn über­haupt mein Gewicht aus?” pos­i­tiv beant­wortet wurde (Ja, dass Tuch trägt bis zu 2 Ton­nen!), habe ich mich umge­hend zum näch­sten freien Ter­min im Begin­ners Work­shop angemeldet. Hier sind haupt­säch­lich Per­so­n­en, für die das Work-out im Tuch neu ist. Das Feel­ing des Tuch­es, den Kör­p­er im Tuch zu spüren, ist eine ganz neue Erfahrung. Es ist für alle neu, die Per­spek­tive zu wech­seln und sich auf den Kopf zu stellen. Es herrscht darum eine ganz entspan­nte Stim­mung, in der nie­mand auf dein Gewicht achtet. Jed­er war beim ersten Mal ges­pan­nt darauf, was dieses Train­ing beson­ders macht und auf sich selb­st konzen­tri­ert, um alle Übun­gen mit Bedacht auszuführen. Ein­mal vom Sucht­fak­tor dieses einzi­gar­ti­gen Work-outs gepackt, trainiere ich heute zwei Mal pro Woche. Um sorgsam mit dem Tuch­ma­te­r­i­al umzuge­hen, ist es wichtig, Klei­dung zu wählen, die keine Reißver­schlüsse hat und den Schmuck vor dem Train­ing abzule­gen. Die Grup­pen­größe von max. 9 Per­so­n­en ermöglicht eine gute Betreu­ung durch die Train­er, die sehr auf die richtige Durch­führung und Kör­per­hal­tung bei den Übun­gen acht­en und ggf. kor­rigieren und Hil­festel­lung bieten.

Sport für Übergewichtige
Gelenkschonender Sport für Übergewichtige

Das Training und die Voraussetzungen

Wenn noch keine Vor­erfahrung beim Train­ing im Aer­i­al Bere­ich vorhan­den ist, ist das Work-out mit und im Tuch zugegeben­er­maßen zu Beginn sehr gewöh­nungs­bedürftig. In den ersten Stun­den muss man sich mit den Basics und dem Han­dling des Tuch­es ver­traut machen. Welche Tuch­höhe ist für mich richtig? Wie steige ich sich­er ins Tuch ein, wie komme ich wieder her­aus? Welche Hand­griffe und Bein­hal­tun­gen sind wichtig, damit die Übun­gen sich­er aus­ge­führt wer­den? Wie reagiert das Tuch auf die Bewe­gung meines Kör­pers beim Aus­führen der Übun­gen bzw. wie reagiert mein Kör­p­er auf die Insta­bil­ität des Tuch­es?

Trainieren als Dicke

Die Train­ingsstunde begin­nt immer mit einem Warm-up. Im Tuch sitzend, wird der Kör­p­er vom Kopf bis zu den Zehen durch­be­wegt und das Pow­er­house (Musku­latur der Kör­per­mitte) auf die Span­nung im Work-out vor­bere­it­et. Durch die Insta­bil­ität des Tuch­es ist der Kör­p­er während des Work-outs extrem gefordert. Die tiefer­liegende und im All­t­ag wenig beanspruchte Musku­latur muss hier hart arbeit­en, um den Kör­p­er beim Train­ing auszubal­ancieren. Das Work-out ist dadurch so inten­siv, dass schon wenige Wieder­hol­un­gen aus­re­ichen, um Effek­te wie einen Muskelkater zu erzie­len. Beim Fly­ing Pilates sind mehr Posi­tio­nen möglich als bei einem nor­malen Pilates Train­ing, da die Gren­ze des Bodens nicht vorhan­den ist. Unge­wohnt sind die Kopfüber-Posi­tio­nen. Hier steckt die gesamte Spannbre­ite von Schmerz bis Spaß drin. In der soge­nan­nten Dach-Posi­tion beugt man sich vor­wärts über das Tuch, bis dies in der Leiste liegt. Hände und Füße haben Bodenkon­takt. Die Leiste ist es nicht gewohnt, den Kör­per­schw­er­punkt zu tra­gen. Dies kann zu Beginn dur­chaus schmerzhaft sein. Ich kann aber aus Erfahrung sagen, dass es angenehmer wird, sobald die Faszien gelock­ert sind und es lohnt sich, über diesen Punkt hin­aus zu gehen und zu fliegen. Die Entspan­nung am Ende kann man dann voller Glücks­ge­füh­le vom Fliegen liegend im Tuch genießen.

Sport für Übergewichtige

Unnötige Selbstzweifel

Auch ich hat­te zu Beginn viel Respekt davor, ob ich das schaf­fen würde. Aber nach und nach schwinden die Bedenken. Mit steigen­dem Selb­stver­trauen und zunehmender Kraft ist immer mehr möglich. Bei mir hat es z.B. auch einige Zeit gebraucht, bis ich aus der Dach-Posi­tion her­aus die Beine gle­ichzeit­ig, alleine aus der Kraft meines unteren Rück­ens, heben kon­nte. Nach wie vor fall­en mir Übun­gen schw­er, bei denen es auf die Armkraft ankommt und ich mein Kör­pergewicht hal­ten muss. Aber da heißt es: dran­bleiben! Die Übun­gen kön­nen in unter­schiedlichen Inten­sitätsstufen aus­ge­führt wer­den, dass für jedes Train­ingslev­el etwas dabei ist. Fly­ing Pilates bietet ein kom­biniertes Train­ing aus Kraftein­heit­en, Mobil­i­sa­tion und Sta­bil­i­sa­tion, das meine sitzende Tätigkeit im Büro aus­gle­icht. Es ist ein­er­seits sehr inten­siv und hat ander­seits durch das außergewöhn­liche Train­ing im Tuch einen hohen Fun-Fak­tor.

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