Darf es ein bisschen weniger sein?

16. November 2018 | von

Die Fas­ten­zeit. Unglaublich, was für eine Kar­riere die in den ver­gan­genen Jahren hin­gelegt hat. Waren die 40 Fas­tent­age vor Ostern früher etwas, das unsere­ins kom­plett ignori­erte und nur bei tiefkatholis­chen Omas und Pfar­rern stat­tfand, so ist Fas­ten mit­tler­weile ger­adezu ein Massen­phänomen gewor­den. Ja, Fas­ten ist mod­ern. Mit „Wie fastest du denn?“ kann man prob­lem­los jeden Par­ty-Smalltalk begin­nen, während man genussvoll am Detox­tee nippt und herzhaft in ein veg­anes Häp­pchen beißt.

Und was alles gefastet wird: Süßes, Kaf­fee oder Alko­hol ohne­hin – die Klas­sik­er. Und Fleisch, natür­lich. Wer ein biss­chen hip­per fas­ten will, der verzichtet ganz auf alles Tierische – und lebt sieben Wochen veg­an. Statt Rührei und Honig­brot gibt es dann grüne Smooth­ies zum Früh­stück. Noch weniger geht wirk­lich kaum. Eben­falls im Trend: Dig­i­tal Detox. Dig­i­tales Fas­ten. Ein­fach mal weniger online sein, weniger auf Face­book rumhän­gen, dafür mehr im „echt­en“ Leben. Weniger chat­ten, dafür mehr reden. Und mehr lesen – auf Papi­er (schlimm genug, dass wir für weniger Dig­italkon­sum mit­tler­weile eine Fas­ten­zeit brauchen). Andere wiederum lassen ihr Auto ste­hen, fahren stattdessen Rad oder gehen zu Fuß. Oder schal­ten den Fernse­her abends gar nicht erst an.

Fastenzeit Aschermittwoch

Es ist im Übri­gen gar nicht so wichtig, auf was genau man verzichtet, son­dern dass man es tut. Raus aus der nor­malen Kon­sum­rou­tine, rein ins bewusste Wahrnehmen. Sieben Wochen für mehr Acht­samkeit, was den eige­nen All­t­ag, die eige­nen Ver­hal­tensweisen bet­rifft. Das ist wohl auch der Reiz, den Fas­ten auf so viele Men­schen in unser­er Über­flussge­sellschaft ausübt. Weniger ist tat­säch­lich mehr. Das sollen uns diese sieben Wochen ein­mal im Jahr vor Augen führen.

Fastenzeit Aschermittwoch

Ich per­sön­lich will in den näch­sten 40 Tagen Dinge fas­ten — weniger kon­sum­ieren, weniger kaufen. Spüren, wie viel und was ich wirk­lich brauche. Eben nicht mal schnell shop­pen – für den kurzen Kick. Die x‑te Tasche, ein weit­eres Paar Schuhe, den Lip­pen­s­tift in Knall­rot. Mehr noch: Ich will sog­ar Dinge loswer­den. Den Kram aus­mis­ten, der sich im Laufe der vie­len Jahre ange­sam­melt hat und Zim­mer um Zim­mer zumüllt. Ich will für mehr Luft und Leichtigkeit im Haus sor­gen – und im Leben. Jeden Tag 15 Minuten habe ich mir fürs Dinge fas­ten vorgenom­men. Ich bin ges­pan­nt, wie es mir damit geht.

Und du? Hast Du Fas­ten­pläne? Erzähl doch mal!

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