Cyber-Mobbing (gegen Plus-Size): Was können wir tun?

17. April 2020 | von

Das Inter­net und ich ken­nen uns seit 20 Jahren – und eben­so lang sind wir ineinan­der ver­liebt. Wir hat­ten viele wun­der­bare Jahre, durch dick und dünn sind wir miteinan­der gegan­gen. Die Welt habe ich ganz neu und anders ken­nen­gel­ernt. Ja, das Inter­net hat mein Leben sehr bere­ichert: Viele Fre­und­schaften sind hier ent­standen, mein Blog auf texterella.de hat mein Leben zutief­st verän­dert und über­haupt hätte ich, Mut­ter von drei Kindern, viele Jahre gar nicht arbeit­en kön­nen, gäbe es das Inter­net und sein Möglichkeit­en der virtuellen Zusam­me­nar­beit nicht.

Aber seit einiger Zeit sind wir, das Inter­net und ich, in der Krise. Ja, unsere Liebes­beziehung hat ein paar Knackser bekom­men. Vielle­icht ist auch nur der Hon­ey­moon vor­bei und wir sind in der Real­ität angekom­men. Und müssen an uns arbeit­en, um unsere glück­liche Beziehung fort­set­zen zu kön­nen. Am Ende dieses Artikels habe ich drei anwend­bare Tipps formuliert.

„Fakt ist: Im let­zten Jahr war ich im Netz oft unglücklich. ” 
Mit digitales Mobbing umgehen.

Es ist der Hass, der im Inter­net so reich­lich gesät wird, der mir mein Glück verdirbt. Und mich zudem so hil­f­los zurücklässt!

Sich­er: Dep­pen und blöde Kühe (par­don my french!) gab es im Netz immer schon. Sie heizten Diskus­sio­nen an, hin­ter­ließen doofe Kom­mentare in Blogs und hat­ten ihre Freude daran, herumzupö­beln. „Don’t feed the Trolls!“ war das langjährige Mantra gewiefter Neti­zens, um eben diese Trolle ein­fach ins Leere laufen zu lassen. Was auch eine Zeit lang gut funk­tion­ierte. Doch nun hat das Cyber-Mob­bing einen trau­ri­gen Höhep­unkt erreicht.

Irgend­wann hat sich die Qual­ität des Has­s­es aber geän­dert. Der Hass wurde stärk­er und infizierte immer mehr Men­schen. Es wurde nicht mehr nur gepö­belt, es wurde gehet­zt, mit Ton­lage und Wort­wahl auf dem unter­sten Niveau. Hass und Häme nah­men zu. Waren zunächst nur poli­tis­che Diskus­sio­nen betrof­fen, so hat „Hate-Speech“ (so der Fachaus­druck für den Hass in Kom­men­tarspal­ten) mit­tler­weile das ganze Inter­net erfasst. Ja, selb­st in Sachen Mode wird „gehatet“, davon kön­nen wir von Soul­ful­ly ein trau­riges Lied singen.

Susanne über den Umgang mit Hass im Internet.
Negative Kommentare im Web, was tun?

Immer wieder wer­den Mod­e­post­ings auf unser­er Face­book-Seit­en von bösar­tig­sten Kom­mentaren ger­adezu über­rollt. Dabei haben wir nichts gegen Kri­tik, im Gegen­teil! Aber – wie so oft im Leben – macht der Ton die Musik. Hinzukommt: Über Geschmack lässt sich bekan­ntlich nicht stre­it­en. Was der einen Frau gefällt, find­et die andere wenig gelun­gen. Und das ist auch gut so – denn Soul­ful­ly ste­ht für die Vielfalt großar­tiger Frauen. Den­noch: Belei­di­gende Kom­mentare kön­nen und wollen wir Soul­mates nicht tolerieren.

Drei Tipps gegen Hass im Netz

1. Ignoriere Has­srede nicht, son­dern stell dich dage­gen. Lei­der zieht ein Has­skom­men­tar oft­mals den näch­sten nach sich. Zeige, dass du ander­er Mei­n­ung bist! Das alleine bremst die Has­s­welle oft schon!

2. Sei höflich und kon­struk­tiv! Wieder­sprich dem Hater oder der Haterin, aber lass dich nicht auf sein/ihr Niveau herab. Oft reicht schon der Satz „Ich bin nicht dein­er Mei­n­ung!“ oder „Ich sehe das anders!“.

3. Coun­ter­speech (der Fachaus­druck für „Gegenrede gegen Hass“) ist müh­sam und lei­der eine Sisyphosar­beit. Aber sie lohnt sich! Die Aktion­splat­tform #ich­bin­hi­er, die sich Coun­ter­speech auf die Fahne schreibt, hat 2017 sog­ar den Online-Grimme-Award dafür bekommen.

Fotos © Simone Nau­mann

Letzte Kommentare (1)

Kommentar schreiben: Werde aktiv und rede mit!

Freitag, 2. März 2018, 9:27 Uhr

Liebe Susi,

ich bin schon sehr lange im Inter­net und blogge auch schon sehr lange, wenn auch mit ein­er Pause zwis­chen­durch. Ja, auch damals gab es die Men­schen, die ein­fach nur zer­stören woll­ten. Sie sind denen ähn­lich, die in der anderen Welt, die wir die reale nen­nen, auch ein­fach nur kaputt machen, was schön oder zweck­mäßig ist, ohne Sinn und Ver­stand und wahrschein­lich, weil sie sich selb­st etwas hin­ter­lassen wollen. 

Lei­der glaube ich nicht, dass wir diese Men­schen wirk­lich erre­ichen kön­nen. Aber ja, wir kön­nen zumin­d­est kund­tun, dass wir nicht ihrer Mei­n­ung sind. Ich werde sehr gut über­legen, ob ich es tue, denn auf weit­ere Reak­tio­nen muss ich dann eben auch gefasst sein, und ein kon­struk­tiv­er Dia­log ist meist nicht möglich.

Wichtig ist: Wir soll­ten uns von all denen unsere Freude nicht nehmen lassen. So lange wir es schaf­fen, um uns wohlwol­lende Men­schen zu haben und diese immer mehr wer­den zu lassen, über­wiegt das Gute. Und damit sind nicht nur die Fans gemeint, son­dern eben auch die, die eine Kri­tik anbrin­gen, die uns zum Nach­denken anregt und vor­wärts bringt.

Alles Liebe

Bir­git