Bin ich eine gute Mutter?

11. April 2018 | von

Hallo Ihr Lieben, Gastbloggerin Julia erzählt Euch heute etwas über die guten alten Vorsätze zum neuen Jahr. Sinnvoll oder sinnlos? Sie selbst hatte sich vor der Geburt ihres ersten Kindes viele Vorsätze gesetzt. Ob diese wirklich in Erfüllung gegangen sind erfahrt Ihr hier. Außerdem stellt sie sich DIE Frage: Ist sie eine gute Mutter?

Die Sache mit den guten Vorsätzen …

Habt Ihr Eure Silvester-Vorsätze für das neue Jahr schon zurecht gelegt? So ein Jahreswechsel ist doch immer wieder der perfekte Meilenstein dafür. Doch mit den guten Vorsätzen ist es ja so eine Sache. In der Theorie sind wir fest davon überzeugt, sie einzuhalten: Ab sofort jede Woche drei mal zum Sport gehen. Keinen Zucker mehr essen. Regelmäßig vorm Schlafengehen abschminken. In der Praxis sieht die Sache aber dann meist anders aus. So geht es mir zumindest oft und dann liege ich mit einer Tüte Weingummi und von Mascara-Resten schwarz umrandeten Panda-Augen faul auf dem Sofa …

Vielleicht geht es bei den guten Vorsätzen aber auch gar nicht darum, sie zu 100% zu erfüllen? Vielleicht sollen sie einfach nur eine grobe Richtung vorgeben. So habe ich es für mich jedenfalls entschieden, als ich neulich mal reflektiert habe, welche meiner guten Vorsätze aus der Schwangerschaft ich eigentlich als Mama so in die Realität umgesetzt habe.

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Mama-Sein hält sich an keinen Businessplan

Bis ich mit frisch gebackenen 31 Jahren mein erstes Kind bekam, hatte ich mein Leben ziemlich gut organisiert und schon einige Punkte auf meiner Löffel-Liste, also der Liste mit Träumen und Zielen, die man noch erleben möchte, bevor man den Löffel abgibt, erreicht. Ich hatte einen gut bezahlten und durchorganisierten Vollzeitjob, mit meinem Mann gerade ein Haus gekauft, meinen Fuß schon in einige Metropolen, Länder, Meere und Kontinente auf dieser Welt gesetzt, mehrere Fremdsprachen gelernt, solide Ausbildungen und Zusatzstudien genossen und kannte die Innenstädte und Hot-Spots aller umliegenden Großstädte wie meine Westentasche. Beruflich konnte ich ein lückenloses Namensgedächtnis vorweisen, tagelange Geschäftsreisen minutiös vorbereiten, personenstarke Unternehmens-Events reibungslos organisieren und ohne großes Lampenfieber vor ein paar hundert Leuten sprechen.

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Wie ich es aus meinem beruflichen Umfeld gewohnt war, hatte ich mich auch während meiner Schwangerschaft natürlich umfangreich vorbereitet: mich ausführlich in das Thema „Mama werden“ eingelesen, Kreißsaal-Locations gescoutet, Hebammen gecastet, die beste Frauenärztin der Stadt rekrutiert, meinen Mann in einen Geburtsvorbereitungskurs geschleppt, eine pastellfarbene Erstlingsausstattung besorgt und in Gedanken schon pädagogisch wertvolles Holzspielzeug für die ersten drei Lebensjahre ausgesucht.

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Ich wusste theoretisch ganz genau, wie ich mein Leben als Mama haben wollte und welche Vorstellungen ich von einer guten Mutter hatte. Auf das wirkliche Mama-Sein mit all seinen Facetten war ich allerdings in der Praxis in keinster Weise vorbereitet.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Wollen wir mal sehen, was meinen guten Mama-Vorsätzen nach der Geburt meines ersten Kindes in der Realität geworden ist:

  •  „Ich bin sofort eine souveräne, stets entspannte Mama.“
  • Komplette Hilflosigkeit in den ersten fünf Monaten in Kombination mit allumfassendem Schlafmangel und chronischem Gedächtnis-Schwund.
  • „Mein Baby schläft sofort im eigenen Bettchen.“
  • Familienbett. Jede Nacht. Mindestens ein Kind. Noch heute.
  • „Mir kommt kein doofes krachmachendes Plastik-Spielzeug ins Haus.“
  • Monster High Puppen und Star Wars Raumschiffe sind längst bei uns eingezogen.
  • „Wenn ich mit Baby zu Hause bin, kann ich endlich mal alles aufräumen und ausmisten.“
  • Keller und Dachboden gleichen seit sieben Jahren einem schlecht sortierten Trödelladen.
  • „Mein Kind isst bis zum 3. Lebensjahr keinen Zucker und ich koche immer frisch.“
  • Leibgericht der damals 1-jährigen Tochter: Eiswaffeln und Pommes.
  •  „Mein Kind wirft sich niemals an der Supermarkt-Kasse auf den Boden.“
  • Kinder wissen genau, welche Knöpfe sie bei uns drücken müssen. Auch ohne Supermarkt-Kasse.
  • Ich bin immer konsequent lasse mich nicht von meinen Kindern aus der Ruhe bringen.
  • Ja mein Gott, ich bin halt auch nur ein Mensch!

Kann ich denn jetzt trotzdem noch eine gute Mutter sein?

Ich wollte im Prinzip einfach nur eine souveräne, entspannte und liebevolle Mama sein. Und wisst Ihr was? Genau das bin ich heute auch. Meistens. Auf dem Weg dahin musste ich einfach nur erst erkennen, dass man ruhig auch mal mit Panda-Augen auf dem Sofa liegen darf, statt zum Sport zu gehen. Denn ob man eine gute Mama ist, hat nichts mit Perfektionismus zu tun.
Und über all den Herausforderungen des Alltags steht statt dessen die größte Kraftquelle, aus der alle Mamas schöpfen können und die uns am Ende alle Strapazen vergessen lässt. Mutterliebe. Und mit jeder Erfahrung, die man macht, gewinnt man ein Stück verloren geglaubte Souveränitat und Selbstbestimmtheit wieder zurück.

Also, ihr Mamas da draußen: Ärmel hochkrempeln, Krone richten, Kind knuddeln und weitermachen!

Eure Julia

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