Von Hamburg nach Kathmandu: Hallo Nomadenleben!

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Erin­nerst du dich noch an den Artikel über eine Frau, die sich Schritt für Schritt auf den Weg von Ham­burg nach Kath­man­du machen wollte? Genau das bin ich. Jessie. Und genau das habe ich auch am 13. Okto­ber getan: Ich habe mich zu diesem Aben­teuer aufgemacht.

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Nun, einen Monat später, bin ich irgend­wo in Tschechien. Es war ein Monat voller Höhen und Tiefen. Voller Trä­nen, Jubelschreien und den unter­schiedlich­sten Gedanken. Immer­hin habe ich mein Leben kom­plett umgekrem­pelt. Von einem recht „gewöhn­lichen Leben“ zu einem „kom­plet­ten Nomaden-Dasein“. Der erste Monat war mit Sicher­heit kein leichter. Doch mit jedem Tag mehr, nehme ich dieses neue Leben an. Umarme es. Halte es fest!

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Doch wie kam es überhaupt dazu?

Die Idee zu dieser Wan­derung kam mir vor zwei Jahren. In einem Hos­tel in Istan­bul. Es war Okto­ber. Die fol­gen­den Tage fing ich an zu recher­chieren und stieß auf ähn­lich ver­rück­te Pro­jek­te. Es ist also mach­bar – vielle­icht doch nicht so ver­rückt? Doch was wür­den meine Fam­i­lie, meine Fre­unde und, vor allem, mein Fre­und dazu sagen?

Zurück aus Istan­bul, schleppte ich diese Idee erst ein­mal eine Weile mit mir herum. Das man mir etwas anmerk­te, möchte ich gar nicht abstre­it­en. Als mein Fre­und mich fragte, was los sei, erzählte ich ihm von dieser Idee. Dass er nicht so begeis­tert reagierte, ist wohl ver­ständlich. Also schob ich die Idee bei­seite. „Vielle­icht möchte ich es ja selb­st in ein paar Monat­en nicht mehr.“

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Waldge­bi­et in Tschechien

Wie du dir denken kannst, wollte ich es nach ein paar Monat­en trotz­dem noch. So saß dann irgend­wann, vielle­icht ein halbes Jahr später, heulend vor meinem Fre­und. „Ich muss es ein­fach ver­suchen“, stam­melte ich, „wer weiß, was in ein paar Jahren ist, aber wenn ich es nicht zumin­d­est ver­sucht habe, das werde ich mir ewig vorhal­ten.“ Ich erzählte ihm von mein­er Idee, meinen Plä­nen und wir dacht­en gemein­sam über einen Kom­pro­miss nach. Passt. Das Pla­nen kann beginnen.

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Der Tag der Tage ist gekommen

Das Abschied nehmen fällt schw­er. Sehr schw­er. Doch es muss gewagt wer­den. Oft werde ich gefragt: „Warum jet­zt? Warum nicht im Früh­jahr?“ Ich plane diese Wan­derung schon eine Weile, habe sie schon mal ver­schoben. Das wollte ich nicht noch ein weit­eres Mal. Und in Deutsch­land und Tschechien bekommt man auch noch eher Unterkün­fte, wenn es zum Zel­ten zu kalt ist. Jet­zt im Nach­hinein war es vielle­icht auch unbe­wusst so gewählt. Qua­si der Geburt­stag mein­er Idee.

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Ich habe mich men­tal und kör­per­lich auf diese Wan­derung vor­bere­it­et. Doch was am Ende passieren wird, darauf kannst du dich nicht vor­bere­it­en. Mir fiel es anfangs schw­er. Ich war es für einen Moment sog­ar leid, ständig wieder nach Unterkün­ften suchen zu müssen. Find­et man ab einem gewis­sen Punkt nichts mehr, muss man gegeben­falls neu pla­nen und das ganze Spiel begin­nt von vorne.

Natür­lich ist man sich bewusst, dass man fast täglich woan­ders sein wird; dass man sich ger­ade im Win­ter um Unterkün­fte küm­mern muss; dass man sich mal allein fühlen wird, immer­hin ist man ja allein unter­wegs. Bis diese Real­ität aber in deinem Kopf angekom­men ist, bis dein Kör­p­er sich an die neuen Umstände gewöh­nt hat – das dauert. Bei mir hat es fast diesen einen Monat gedauert.

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Am Elbe-Radweg

Auch das hat ver­schiedene Gründe. Dadurch, dass man haupt­säch­lich zu Fuß unter­wegs ist, kommt man nur langsam vor­wärts. Nur langsam ent­fer­nt man sich von der gewohn­ten Umge­bung und den Lieb­sten zu Hause. Ger­ade in Deutsch­land ist man noch die ganze Zeit erre­ich­bar. Jed­erzeit. Das kann auch ziem­lich anstren­gend sein. Doch mit jedem Tag mehr, den man einen Schritt weit­er kommt, fällt einem alles ein­fach­er – außer das Ver­mis­sen der Lieb­sten daheim. Aber der Rest: Man bekommt ein Gefühl für die Pla­nung der Route, für die Unterkun­ftssuche, für seinen Rhyth­mus zwis­chen Wander- und Ruhetagen.

Mit jedem Tag mehr, nehme ich dieses neue Leben an. Umarme es. Halte es fest!

Wie der Minimalismus zu einem bewussten Leben führt

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Der Wunsch nach weniger Ballast Bewusst leben bedeutet für mich, mit möglichst wenig Ballast zu leben. Ballast kann die unterschiedlichsten Ausprägungen annehmen: Tätigkeiten, die keine Erfüllung bringen. Termine, die sinnlos erscheinen. Beziehungen zu Menschen, die nicht gut tun. Besitz, der längst Überhand genommen hat. Umweltverschmutzung, die wir zu verantworten haben …

Minimalismus verhindert Ballast

Eine minimalistische Lebensweise führt wie von Zauberhand dazu, Ballast abzubauen und keinen neuen zuzulassen. Nur so kann man sich wirklich um die Dinge und Menschen kümmern, die einem wichtig sind. Diese Weniger-ist-mehr-Philosophie ist kein Verzicht. Jeder entscheidet selbst, wie weit…

Hallöchen, ich bin Jessie und schreibe auf meinem Blog BUNTERwegs über die Themen Outdoor, mit dem Schwerpunkt Wandern, Street Art und Nachhaltigkeit. Derzeit bin ich hauptsächlich zu Fuß auf dem...

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