Das kleine Säure-Lexikon: von AHA bis Salicylsäure

Das kleine Säure-Lexikon: Portrait von Model mit Pipette in der Hand
Freitag, 3. April 2020, 14:02

Der Begriff Säure ist grundsätzlich eher negativ behaftet. Säuren ätzen und müssen neutralisiert werden – ins Gesicht schmieren? Geht ja mal gar nicht! Von wegen, denn Säuren sind der Geheimtipp in der Hautpflege, der euren Teint auf ein ganz neues Level heben kann.

Einige Wirkstoffe in unserem kleinen Säure-Lexikon wie die Salicylsäure sind schon seit einigen Jahren etabliert. Die eher unbekannten Newbies in Sachen Hautpflege mit Säure wollen wir uns heute mal genauer ansehen – und ihr solltet sie anschließend unbedingt in eure Beauty-Routine einbauen.

Hautpflege mit Säure – ist das nicht gefährlich?

Prinzipiell können wir diese Frage mit Nein beantworten. Trotzdem kommt es darauf an, welche Säure ihr verwendet. Zudem, wie ihr sie anwendet und auch in welcher Stärke. Bei einigen Wirkstoffen wie den Retinoiden (verwandt mit Vitamin A) muss die Haut erst eine Art Gewöhnung aufbauen. Daher bieten hier einige Hersteller verschiedene Produkte mit unterschiedlicher Intensität an.

Eine weitere Eigenschaft der Inhaltsstoffe in unserem kleinen Säure-Lexikon: Sie verringern den Eigenschutz der Haut. Diese wird dadurch anfälliger für Schäden durch das Sonnenlicht. Generell solltet ihr immer auf einen guten Sonnenschutz im Gesicht achten, bei der Verwendung von säurehaltigen Pflegeprodukten aber umso mehr.

Das kleine Säure-Lexikon: Stilllife mit verschiedenen Zitrusfrüchten

Säuren in der Hautpflege werden zu den Peelings gezählt, genau genommen zu den chemischen Peelings. Sie erneuern die Haut also nicht durch kleine Schmirgelpartikel im Produkt, die Hautzellen und Ähnliches entfernen, sondern lösen das körpereigene Eiweiß an der Oberfläche auf. Dadurch wird abgestorbene Haut sanft entfernt und die Haut zur Regeneration angeregt. Gerade empfindliche Haut kann sensibel auf die körnigen Partikel bei herkömmlichen Peelings reagieren. Sie sind häufig sehr grob und können Rötungen und Microverletzungen der Hautoberfläche begünstigen.

Einige der chemischen Peelings solltet ihr nicht jeden Tag anwenden. Lest euch hierfür genau die Anwendungshinweise durch. Wenn ihr euch immer noch unsicher seid, könnt ihr euch auch im Rahmen einer Hautanalyse in einem Kosmetikstudio beraten lassen. So findet ihr direkt heraus, welche Säure die richtige für euch ist. Um euch die Entscheidung zu erleichtern, welcher Wirkstoff passen könnte, haben wir die jeweiligen Eigenschaften der Inhaltsstoffe weiter unten in unserem kleinen Säure-Lexikon für euch zusammengetragen.

AHA, BHA und Co.: Diese 5 Säuren solltet ihr kennen

Das kleine Säure-Lexikon: Close-up von zwei Händen, die eine hält Pipette in der Hand

1. AHA (Fruchtsäure) erneuert die Haut

Alpha-Hydroxycarbonsäure, kurz AHA, ist besser bekannt als Fruchtsäure. Der gängigste Inhaltsstoff ist hier die sogenannte Glykolsäure, welche aus Trauben oder Zuckerrohr gewonnen oder im Labor hergestellt wird. Außerdem bekannt: Peelings mit Apfelsäure, Zitronensäure oder Milchsäure.

Fruchtsäuren begünstigen den Hautstoffwechsel. Dies bedeutet, dass die Erneuerung der Haut in Fahrt gebracht wird und euer Teint wunderbar strahlt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Produktion vom hauteigenen Kollagen angeregt wird – und das sorgt bekanntlich für eine pralle und straffe Haut.

2. Ascorbinsäure belebt die Haut

Ascorbinsäure ist nichts anderes als Vitamin C! Dem Power-Vitamin werden ja so einige positive Eigenschaften zugeschrieben, und so findet es natürlich auch in der Hautpflege Anwendung. In diesem Fall kann Vitamin C die Haut ein wenig aufhellen. Das funktioniert auch hier durch die Anregung der Zellerneuerung. Durch die Ascorbinsäure werden Pigment- und Altersflecken schrittweise aufgehellt, und euer Teint wirkt ebenmäßiger.

Besonders die neuesten Beauty-Trends aus Korea legen viel Wert auf einen strahlenden und möglichst hellen Teint. So ist dieses Schönheitsideal auch die Voraussetzung für die perfekte Glass Skin.

3. Hyaluronsäure für die Extraportion Feuchtigkeit

Hyaluronsäure ist ein Stoff, der von unserem Körper selbst hergestellt wird. Er ist das Nonplusultra, wenn es um Feuchtigkeit geht. Leider nimmt die Produktion des hauteigenen Hyalurons mit den Jahren ab, und wir müssen mit Cremes, Seren und Ampullen nachhelfen. Bei regelmäßiger Anwendung hilft die Säure dabei, Feuchtigkeit – also Wasser – in den Zellen zu speichern, und regt den Körper gleichzeitig dazu an, selbst mehr Hyaluron zu produzieren.

Das Ergebnis: eine Haut mit Spannkraft, die einen schönen, natürlichen Glow hat und jung aussieht. Die Inhaltsstoffe in der Kosmetik dürft ihr jedoch nicht mit dem Wirkstoff beim Beauty-Doc verwechseln: Hier wird die Hyaluronsäure hoch dosiert angewendet und nur punktuell gespritzt, um Falten aufzupolstern. Jedoch ist dieser Effekt nicht dauerhaft und muss nach einigen Monaten erneuert werden.

4. Retinsäure gegen Fältchen und Pigmentflecken

Retinsäure ist der richtige Wirkstoff für euch, wenn ihr das sichtbare Alter eurer Haut ein paar Jahre zurückschrauben möchtet. Und ja, ihr seht richtig. Das Alter eurer Haut muss nicht unbedingt mit eurem Lebensalter konform gehen. Schäden durch die Sonne sind der wohl größte Faktor, der eure Haut schneller altern lässt. Auch Trockenheit und Unreinheiten tragen dazu bei, dass euer Teint fahl und unruhig wirkt.

Hier kommt die Retinsäure ins Spiel. Wie schon mehrfach beschrieben, löst auch diese abgestorbene Hautzellen an der Oberfläche auf. So kann sich eure Haut von unten erneuern. Feine Linien verschwinden, und insbesondere Pigmentflecken lassen sich mit den Retinoiden prima behandeln. Startet bei diesem chemischen Peeling unbedingt bei einer geringen Konzentration von ungefähr 0,2 %. Ansonsten können Rötungen und trockene Flechten entstehen.

5. Salicylsäure (BHA) hilft bei unreiner Haut

Jap, jede von euch, die mit Pickelchen, Rötungen und anderen Begleitern unreiner Haut vertraut ist, hat bestimmt schon einmal von der Salicylsäure gehört. Denn die Beta-Hydroxysäure, kurz BHA, hilft dabei, die Haut zu verbessern.

Durch ihre peelende Eigenschaft werden die Poren geöffnet, gereinigt, und die Produktion von Talg wird gehemmt. Dieser ist für ein öliges Erscheinungsbild der Haut und verstopfte Poren verantwortlich. So kann die Salicylsäure nicht nur bereits vorhandene Unreinheiten und Entzündungen klären, sondern auch die Entstehung neuer verringern.

How-to: So integriert ihr die Säuren in eure Beauty-Routine

Das kleine Säure-Lexikon: Close-up auf Model, dass einen Faceroller an die Wange hält
  • Reinigt euer Gesicht wie gewohnt. Hier ist es ganz egal, ob mit Waschgel, Mizellenwasser oder getränkten Abschminktüchern. Hauptsache, ihr achtet gut darauf, dass wirklich alle Make-up-Reste und Co. entfernt werden. So bereitet ihr die Haut perfekt auf das Peeling vor.
  • Nun tragt ihr die Säure eurer Wahl auf. Verteilt ein paar Tropfen des Produktes in eurem Gesicht und massiert es mit den Fingerspitzen gut ein. Augen- und Mundpartie werden großzügig ausgespart. Zusätzlich könnt ihr einen Faceroller verwenden. Dieser massiert die Haut ebenfalls angenehm und arbeitet das Produkt noch besser ein. Wichtig: Achtet darauf, ob euer Pflegeprodukt im Gesicht bleiben kann oder ob ihr es mit lauwarmem Wasser herunterwaschen solltet!
  • Anschließend folgen Feuchtigkeitspflege und Spezialprodukte, beispielsweise für die Augenpartie. Durch das vorangegangene Peeling werden die Inhaltsstoffe besonders gut von der Haut aufgenommen und können besser wirken.

Sauer macht lustig – und zwar unsere Haut! Bei richtiger Anwendung kann euch eure neue Pflege-Routine mit Säuren dabei helfen, euer Hautbild nachhaltig zu verbessern. Geht bedächtig bei der Anwendung vor, und eurem strahlenden Teint steht nichts mehr im Wege.

XX, Die Redaktion

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