Haare selber schneiden: Endlich gelingt der Haarschnitt zu Hause

Haare selber schneiden: Frau hält Haarschneideschere in der Hand
Donnerstag, 9. April 2020, 11:43

Neben vielen anderen Geschäften haben momentan auch die Friseure geschlossen – leider, muss man sagen! Denn unsere Haare lassen sich schließlich nicht davon aufhalten und wachsen fröhlich wie Kraut und Rüben.

Schluss damit! Wir haben uns gefragt: Haare selber schneiden – wie geht das eigentlich richtig? Wie ein haariges Etwas wollen wir am Ende der Zeit zu Hause schließlich nicht aussehen und mit einem zu langen Pony lässt es sich obendrein auch noch schlecht arbeiten. Hier kommen also unsere ultimativen Tipps, wie das Haareschneiden zu Hause endlich klappt!

Haare zu Hause schneiden: So sieht die Vorbereitung aus

Genau wie euer Friseur solltet ihr euch, bevor ihr startet, einen Arbeitsplatz einrichten. Ihr braucht dafür:

  • Eine Haarschneideschere
  • Einen fein gezackten und einen groben Kamm (oder Bürste)
  • Eine große Haarklemme
  • Ein Zopfgummi
  • Einen Spiegel
  • Ein mittelgroßes Handtuch
  • Eventuell eine Sprühflasche mit Wasser
  • Einen Hocker
  • Handfeger und Kehrblech

Los geht’s! Stellt euren Hocker an einen gut beleuchteten Platz. Davor platziert ihr einen Spiegel, der nicht zu klein sein sollte. So könnt ihr entspannt verfolgen, was eure Hände tun. Das Handtuch legt ihr euch um die Schultern, damit die feinen, abgeschnittenen Härchen nicht in euren Ausschnitt fallen. Alle anderen Tools legt ihr griffbereit parat. Mit dem Feger könnt ihr euren Arbeitsbereich am Ende des Schneidens direkt sauber machen. Übrigens: In unserem folgenden Guide verzichten wir auf eine Schablone zum Haareschneiden. Ein Kamm reicht hier als Orientierung vollkommen aus.

Pony selber schneiden geht ganz easy

Haare selber schneiden: Frau bekommt Pony geschnitten

Wir starten mit dem Pony. Eine definitiv einfacher zu schneidende Haarpartie, obwohl auch hier ein ruhiges Händchen gefordert ist. Zunächst steckt ihr die Haarlängen gut mit einer Haarklemme fest, sodass nur noch euer Pony frei liegt. Nun macht ihr euch – bevor es an die Schere geht – Gedanken über die finale Länge. Wenn ihr schon länger einen Pony tragt, werdet ihr diese aber mit Sicherheit genau kennen. Beachtet, dass sich die Haare im geschnitten Zustand immer noch ein wenig mehr nach oben ziehen. Schneidet also lieber erst nur wenig ab und korrigiert besser. Beide Pony-Varianten starten nun auf dieselbe Art und Weise:

Step 1: Der trockene Pony wird mit einem feinen Kamm gut durchgekämmt, sodass alle Härchen glatt liegen.

Step 2: Nun legt ihr den Kamm möglichst waagerecht an und schneidet Stück für Stück mit der waagerecht gehaltenen Schere an diesem entlang. Es sieht besonders schön aus, wenn ihr die äußeren Strähnen ein wenig länger lasst. So ist der Übergang zum restlichen Haar harmonischer.

Step 4: Yay, ein gerader Pony ist nun fertig! Für einen fransigen Look folgt nun noch ein weiterer Schritt:

Step 3: Anschließend wird der Pony erneut gekämmt und ihr kontrolliert, ob ihr alle Härchen getrimmt habt. Korrigiert an dieser Stelle sonst noch einmal das Ergebnis.

Step 5: Ihr setzt die Schere dieses Mal senkrecht an und schneidet ganz vorsichtig in die Spitzen des gekürzten Ponys. So wirkt dieser ein wenig fransiger. Passt aber auf, dass ihr wirklich nur einzelne Härchen erwischt, damit unschöne Lücken keine Chance haben.

Haare selber schneiden: Spitzen kürzen leicht gemacht

Haare selber schneiden: Frau bekommt Haarlängen geschnitten

Die Haarlängen selbst zu schneiden ist schon eine kleine Herausforderung. Schließlich haben wir hinten keine Augen im Kopf! Dabei ist es egal, ob ihr lange Haare oder einen Bob habt. Also, dann starten wir mal mit dem Solo-Haarschnitt.

Step 1: Wenn ihr eure Haare nicht frisch gewaschen habt, könnt ihr die Längen gut mit einer Sprühflasche befeuchten. Dadurch liegen die Haare schön glatt und fliegen nicht beim Kürzen.

Step 2: Wie auch beim Pony-Schnitt geht es nun ans Kämmen. Startet hier mit einem groben Kamm, um Verwirrungen zu lösen.

Step 3: Mit einem feinen Kamm zieht ihr nun den Scheitel an der Stelle, an der ihr ihn üblicherweise auch sonst tragt. Verlängert den Scheitel bis in den Nacken und teilt eure Haare in zwei gleich große Partien – so, als ob ihr euch zwei Zöpfe binden würdet.

Step 4: Fasst nun beide Haarpartien unter eurem Kinn zusammen.

Step 5: Jetzt wird wieder gekämmt, und zwar am besten mit einem feineren Kamm. So erwischt ihr wirklich alle Haare. Nachdem ihr alle Haare gut nach vorne gebürstet habt, fixiert ihr den Zopf unterhalb eures Kinns.

Step 6: Kämmt nun euren „Zopf-Bart“ wieder gut durch, bis alle Strähnen geordnet liegen. Achtung: Achtet auf eure Kopfhaltung beim Schneiden. Ihr solltet euren Kopf leicht nach hinten neigen. So ergibt sich eine softe U-Form in den Längen.

Haare selber schneiden: Frau bekommt Haarlängen geschnitten

Step 7: Dann heißt es: Mut fassen und die Haare waagerecht auf einer Länge abschneiden. Um wirklich nur die Spitzen zu kürzen, solltet ihr ungefähr zwischen zwei und vier Zentimetern abschneiden. So verschwinden Spliss und kaputte Enden auf jeden Fall.

Step 8: Nun öffnet ihr den Zopf unterhalb eures Kinns, kämmt die zwei Haarpartien erneut gut durch und kontrolliert, ob noch ein paar Härchen länger sind als andere. Dies macht ihr mit beiden Haarpartien und korrigiert dementsprechend überstehende Strähnen.

Step 9: Wenn ihr die Haarpartien um euer Gesicht herum normalerweise angeschrägt tragt, könnt ihr natürlich auch diese Form nachschneiden. Hierfür fahrt ihr mit einem fein gezackten Kamm durch das Haar. Haltet ihn dabei leicht geneigt und stoppt kurz vor den Haarenden auf der gewünschten Länge. Klemmt eure Strähne nun flach zwischen Zeige- und Mittelfinger ein. Unterhalb der Finger werden nun die Spitzen abgeschnitten. Legt zunächst die kürzeste Stelle fest und arbeitet euch mit dieser Technik vom Kinn in Richtung der Schultern.

Step 10: Dürfen es noch ein paar Stufen in den Längen sein? Hierfür unterteilt ihr die zwei seitlichen Haarpartien jeweils noch einmal in zwei Hälften, etwa kurz hinter den Ohren. Kämmt nun eure Haare nicht wie üblich von oben nach untern, sondern eher seitlich, sodass sich diese auffächern. 

Wenn ihr auch hier wieder alle Haare gut mit einer Bürste oder einem Kamm geordnet habt, klemmt ihr auch hier wieder die Haarspitzen zwischen Zeige- und Mittelfinger ein und schneidet unterhalb dieser ab. Ihr solltet die aufgefächerte Strähne ein wenig in Richtung Decke halten, damit das Deckhaar wie gewünscht ein wenig kürzer wird. Hier gilt: Je steiler ihr die Strähne Richtung Decke kämmt, desto deutlicher sind die Stufen am Ende zu sehen.

S.O.S.: Das hilft, wenn der Haarschnitt danebengeht

Haare selber schneiden: Portrait von Frau mit Haarreif

Ihr seid total motiviert gestartet und habt alles gegeben, um eure Haare selber zu schneiden. Seien wir ehrlich, manchmal kann es trotzdem danebengehen. Unser Notfall-Tipp: Haaraccessoires und tolle Frisuren. Und es muss keineswegs direkt eine schnöde Mütze sein!

Haarreifen beispielsweise sehen nicht nur richtig modisch aus: Sie kaschieren außerdem schief geschnittene Haare prima. Am besten geht das, indem ihr wirklich alle Haare mit dem Reif nach hinten nehmt. Zusätzlich könnt ihr eure Längen zu einem Dutt zwirbeln. Auch eine süße Flechtfrisur wie ein Fischgrätzopf kann Haarschneideunfälle verstecken. Oder ihr pinnt einzelne Strähnen mit einer hübschen Haarspange zur Seite. So lassen sich insbesondere missglückte Frontpartien super verstecken.

Bild zum Thema Hair Clips: Frau mit dunklen Haaren trägt große Haarspange mit Perlen

Natürlich könnt ihr mit den verschiedenen Stylingideen auch den Besuch beim Friseur generell ein wenig herauszögern, wenn es euch doch zu heikel ist, eure Haare selber zu schneiden.

Okay, Leute. Ein wenig Konzentration braucht es, damit der selbstgemachte Haarschnitt auch wirklich gut gelingt. Wenn ihr aber Schritt für Schritt vorgeht und lieber immer erst einmal zu wenig abschneidet, kann eigentlich nicht viel passieren. Und mal ehrlich, so ein bisschen Nervenkitzel können wir in unserem Alltag doch gerade alle ganz gut gebrauchen.

XX, Die Redaktion

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