Roomstorys

Wenn Möbel Geschichten erzählen

Hach, was soll ich sagen: Manche Wohnungen machen einfach neidisch! Part V unserer Roombeez-Geburtstagsaktion bestreitet Carolin von Sodapop Design. Sie führt uns durch 140 lichtdurchflutete Quadratmeter, die mit schönen vintage und modernen Möbeln gespickt sind. Bewohnt wird die Style-Oase in Koblenz von Carolins Freundin Bibi mit ihrer Familie. Wenn ich mir die Bilder anschaue, kann ich gut verstehen, warum das Trio so glücklich aussieht. Home sweet Home – nicht nur auf Roombeez ein Thema. Hier die Reportage, die Carolin mit der Olympus PEN Systemkamera geknipst hat, zum Zurücklehnen und Genießen:

Heute besuchen wir meine Freundin Bibi in ihrem fabelhaften Zuhause in Koblenz. Ich freue mich sehr, dass sie uns eingeladen hat. Bibi wohnt mit ihrem Freund Ralf und der gemeinsamen Tochter Frieda in einer der schönsten Altbauwohnungen, die ich kenne. Lichtdurchflutete 140 Quadratmeter mit alten Dielenböden, hohen Decken, großen Flügeltüren  – und Blick auf den Rhein. Dazu eine Einrichtung, die uns stundenlang Geschichten erzählen könnte – denn Möbel mit Geschichte, die gibt es hier in jedem Zimmer. Also, hereinspaziert!

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA
Hallo Bibi, wie schön, dass wir vorbei schauen dürfen! Stell Dich den Lesern doch kurz vor:

Hallo! Vorgestellt hast Du mich ja jetzt schon 🙂 Also: Mein Name ist Bibi und ich freue mich, dass Ihr vorbei schaut!

Bibi, sag mal, wie lange wohnt Ihr jetzt schon hier?

Ralf und ich wohnen seit Ende 2012 in der Wohnung. Wobei wir schon ein halbes Jahr früher wussten, dass wir hier einziehen würden. Die Wohnung musste allerdings vorher saniert und renoviert werden, was super für uns war, weil wir bei vielen Sachen miteintscheiden durften – und das, obwohl wir zur Miete wohnen. Außerdem hatten wir so viel Zeit, die Zimmer in unseren Köpfen schon mal einzurichten.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Habt Ihr denn für die Wohnung viele neue Möbel kaufen müssen?

Nein, eigentlich nicht. Die meisten Sachen schleppe ich schon seit dem Studium mit mir herum. Oder sie haben sich mit der Zeit irgendwie angesammelt. Den Esszimmertisch haben wir neu gekauft. Es war gar nicht so einfach, ein so großes Exemplar zu finden.
Viele Dinge sind uns aber auch einfach irgendwie in die Hände gefallen. Den Tisch, der im Wohnzimmer hinter der Couch steht, haben wir bei Ralfs Mutter im Keller entdeckt. Es ist ein uralter Kneipentisch und er hat bestimmt eine Menge Geschichten gehört!
Für die alte Nähmaschine fehlte meiner Oma der Platz – das kleine Tischchen im Esszimmer konnte eine Freundin nicht mehr gebrauchen. Das große Porträt-Bild ist vom Sperrmüll – vieles vom Flohmarkt. Wenn ich das hier so aufzähle, kommt es mir fast vor, als wären wir ein Auffanglager für ungeliebte Möbelstücke …

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Und welches ist Dein Lieblingsstück?

Das ist schwer zu sagen – gerade weil mich mit vielen Dingen eine persönliche Geschichte verbindet. Das kleine Holzpferd zum Beispiel hat mein Großvater meinem Vater gekauft, als der noch ein kleiner Junge war. Und es gab großen Ärger mit meiner Großmutter, weil eigentlich kein Geld für solchen „Firlefanz“ da war. Mein Opa hat das Pferdchen in Raten bezahlt: 10 Pfennig die Woche. Und man sieht ihm an, dass es geliebt wurde. Erst von meinem Vater, dann von mir und jetzt spielt meine Tochter damit. Der Ärger mit meiner Oma hat sich also gelohnt. Oder der alte Koffer, in dem ich meine Schals und Tücher aufbewahre: mit dem ist meine Urgroßmutter während des Krieges aus Schlesien geflohen. Und selbst, die Dinge, die wir gekauft haben, haben Geschichten zu erzählen: Auf der Innenseite des alten Schranks im Esszimmer hat sich „Jermaine“ verewigt. Der Schrank stammt aus Frankreich und ich stelle mir vor, wie ein kleiner Junge darin sitzt und seinen Namen ins Holz ritzt. Vielleicht war der Schrank sein persönliches Geheimversteck.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAOLYMPUS DIGITAL CAMERA

Die Schrankwand im Esszimmer ist aber neueren Datums, oder?

Ja, der Schrank ist unser Arbeitszimmer. Als vor einem Jahr Frieda auf die Welt kam, wurde aus unserem eigentlichen Arbeitszimmer das Kinderzimmer. Als Lehrerin brauche ich aber einen Platz für Bücher, Ordner und Hefte. Darum der große Schrank. Im geschlossenen Teil verbirgt sich all der unschöne Arbeitskram und wenn ich von der Schule nach Hause komme, verwandelt sich der Ess- in einen Schreibtisch.

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Clever! Mit Kind hat sich doch bestimmt einiges geändert – im Leben und in der Wohnung …

Ja, klar! Was auf den Fotos nicht sehen könnt, ist zum Beispiel der große Laufstall, den wir für die Bilder von Raum zu Raum geschoben haben. Aber der hat ja bald ausgedient. Ansonsten helfen große Körbe und Kisten, das Spielsachen-Durcheinander in der Griff zu bekommen. Und mit den Pflanzen müssen wir langsam aufpassen – seit Frieda laufen kann, landet da schon gerne mal was vom Fensterbrett auf dem Fußboden. Gut, dass Ralfs Mutter Floristin ist und uns ständig mit grünem Nachschub versorgt!

OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Und was ist Dein Lieblingsraum?

Ich mag jeden Raum in unserer Wohnung. Aber ich freue mich schon sehr auf den Sommer: Da werden Balkon und Garten wieder zu meinem Lieblingszimmer.

Ja, darauf freue ich mich auch schon! 
Bibi, lieben Dank, dass Du Dir die Zeit für dieses kleine Interview genommen und uns Euer wunderschönes Zuhause gezeigt hast! Ich würde sagen, wir zwei trinken jetzt noch eine Tasse Kaffee und dann lass ich Dich und Deine Familie wieder ganz in Ruhe wohnen.

Noch ein paar Einblicke in Bibis Altbau-Paradies findet Ihr in unserer Galerie:

Morgen feiern wir schon Bergfest mit unserer Raumtouristen-Aktion! Die sechste Etappe bestreitet Emilia von Emilia und die Detektive. Sie zeigt uns, wie man wohnend Natur und Kultur verbinden kann und dass – jawohl! – das Leben eben manchmal doch ein Ponyhof ist. Ihr dürft Euch schon mal freuen.