Kleine Räume

Kleines Wohnzimmer einrichten

Kleine Wohnräume können eine Herausforderung sein – aber gekniffen wird nicht: Mit ein paar simplen Einrichtungstricks lässt du ein kompakt geschnittenes Wohnzimmer offen und einladend wirken. Lass dich von unseren Gestaltungsideen inspirieren und schau dir an, wie Anne aus Hamburg ihr kleines Wohnzimmer eingerichtet hat.

1. Drei Vorteile eines kleinen Wohnzimmers

Ganz recht – so ein kleines Wohnzimmer hat auch seine guten Seiten. Du musst den Raum nur aus der richtigen Perspektiven betrachten:

  1. Ein Mini-Wohnzimmer zwingt dich, die Einrichtung auf das Wesentliche zu reduzieren – und dich von allem Unnötigen zu trennen: Es lebe der Minimalismus!
  2. Du benötigst nur wenige, ausgewählte Möbel zum Einrichten: Das schont dein Budget.
  3. Ein kleiner Raum lässt dich kreativ werden – so kannst du in Sachen Einrichtung immer wieder neue Wege gehen.
Kleines Wohnzimmer mit Holzlaminat, schwebendem Regal, grauem Ecksofa und Retro-Tisch mit Deko
Wenige Quadratmeter, aber viel Platz für kreative Einrichtungsideen: Statt massiven Wohnwänden und wuchtigen Sofas sind in kleinen Wohnzimmern schwebende Regale, Möbel auf Füßen und reduzierte Deko gefragt.

2. Kleines Wohnzimmer mit Farbe gestalten (Video)

Helle Wandfarben lassen kleine Räume offen und freundlich wirken. So richtig interessant wird es aber erst mit ein paar Akzenten. Das weiß auch Anne: Mit einer zweifarbigen Wand, sorgfältig ausgewählten Möbeln und farblich passenden Accessoires hat die Hamburgerin in ihrem gerade einmal 12 m² großen Wohnzimmer eine freundliche, einladende Atmosphäre geschaffen.

Schau dir im Video an, wie Anne ihr kleines Wohnzimmer gestaltet hat:

Farbige Akzentwände vermitteln ein Gefühl von Tiefe

Schmale Räume wirken offener, wenn du die kurze Wand in einer dunkleren Farbe streichst und die restlichen Wände hell gestaltest. Auch Anne hat drei der vier Wohnzimmerwände weiß gelassen. Die Wand hinter dem Sofa leuchtet in frischem Altrosa, und ein breiter sonnengelber Streifen schafft einen warmen Kontrast. Grundsätzlich wirkt ein Raum weiter, je dunkler du die Akzentfarbe wählst. Die Zimmerdecke bleibt am besten weiß: Insbesondere bei niedrigen Decken heben helle Farben die Decke optisch an.

Kleines Wohnzimmer mit rosa Sofa, Vintage-Couchtisch und dunklem Highboard vor Akzentwand in Rosa und Gelb
Die Akzentwand in ihrem Wohnzimmer hat Anne nicht komplett gestrichen, sondern einen breiten weißen Rand gelassen. Durch diesen optischen Trick wirkt der Raum nach oben und zu den Seiten offener. Gleichzeitig rahmt der farbige Hintergrund die Couch perfekt ein.

Wandfarben, Textilien und Deko aufeinander abstimmen

Ein einfarbig gestalteter Raum wirkt flach und leblos. Zu viele Farben dagegen machen gerade kleine Räume unruhig. In Annes Wohnzimmer gibt die Akzentwand in Sonnengelb und Rosa den Ton an. Textilien und Deko hat sie farblich auf die Wandgestaltung abgestimmt – vom naturfarbenen Bastteppich vor dem Sofa über die Kissen und die Deckenlampe in Gelb bis hin zu Vasen und kleinen Accessoires in Rosa.

Helles Sofa mit bunten Kissen und Beistelltischen vor rosa Wand
Kombiniere bei der Gestaltung deines kleinen Wohnzimmers ruhig unterschiedliche Schattierungen eines Farbtons...
Rosa Stuhl mit Kaktus neben weißem Sofa vor rosa-gelber Wand
... So wirkt der Raum stimmig und trotzdem abwechslungsreich.

Viel Grün für kleine Wohnzimmer

Ganz gleich, ob du deine Wohnzimmerwand in zartem Rosa oder eher in kräftigen Farben wie Petrol und Dunkelblau gestaltest: Pflanzen passen immer dazu. Gerade wenn nicht viel Platz für Möbel ist, machen Zimmerpflanzen den Raum wohnlicher. Anne inszeniert ihre Pflanzen als Wohnzimmer-Deko, indem sie unterschiedlichen Pflanzenarten in schöne Pflanzgefäße setzt und sie in Gruppen arrangiert.

Vintage-Holztisch Glasplatte vor rosa Wand, darauf drei Pflanzen, Duftkerze und Messing-Tischleuchte
Warme Holzfarben lassen das Grün deiner Zimmerpflanzen noch frischer strahlen. Darum ist das Vintage-Tischchen in Annes Wohnzimmer der ideale Platz für ein kleines Pflanzen-Stillleben.
Anne
„Pflanzen beleben jeden Wohnraum – am besten ist ein Mix aus mehreren unterschiedlich großen Zimmerpflanzen. Große Pflanzen wirken schnell erdrückend, viele kleine Pflanzen zu wuselig.”
Kleines Wohnzimmer einrichten – mit Möbeln in Annes Stil:

3. Möbel für kleine Wohnzimmer

Je kleiner der Raum, desto sorgfältiger solltest du die Möbel auswählen. Auch Anne hat lange überlegt, welche Möbel in ihr kleines Wohnzimmer passen. Das sind ihre Tipps, damit es gemütlich, aber nicht zu beengt wirkt:

  1. Möbel auf Füßen: Sofas, Sideboards und Couchtische auf kleinen Füßen wirken leichter und luftiger.
  2. Helle Möbel wählen – oder liebgewonnene Erbstücke aus dunklem Holz mit vielen hellen Möbeln ergänzen.
  3. Sparsam möblieren: Weniger Möbel lassen den Raum größer wirken. Gleiches gilt für Deko wie Bilder, Vasen und Pflanzen.
Kleines Wohnzimmer mit hellem Sofa, Holz-Vitrine, rosa Akzentwand und zwei Tischchen auf rundem Bastteppich
Viele Vintage-Möbel stehen auf kleinen Füßen – das haben sie mit dem angesagten Skandi-Stil gemeinsam. Anne kombiniert beide Stile in ihrem kleinen Wohnzimmer zu einem leichten, fröhlichen Ganzen.

Möbel passend zum Raum wählen

Wenn die Couch das halbe Wohnzimmer einnimmt, bleiben kaum Gestaltungsmöglichkeiten. Darum hat Anne sich in ihrem kleinen Wohnzimmer bewusst für ein helles, kompaktes Sofa entschieden, das den Raum nicht zu sehr dominiert. Passend dazu kombiniert sie statt einem großen Couchtisch zwei kleine Beistelltische auf filigranen Beinen. Die Tische lassen sich flexibel im Wohnzimmer stellen – und durch ihre unterschiedliche Höhe bei Bedarf auch platzsparend ineinanderschieben.

Anne
„Eine große Couchgarnitur ist zwar gemütlich, in kleinen Räumen kann sie aber schnell erdrückend wirken.”
Beistelltisch aus hellem Holz mit rosa Tablett und Tulpenvase, dahinter weißer Tabletttisch und helle Couch
Sofa und Beistelltische in Annes kleinem Wohnzimmer haben helle Farben, die als Gegengewicht zu den dunkleren Holzmöbeln wirken. Deko und Kissen greifen die Farben der Akzentwand auf.
Maximal gemütlich: Sofas unter 2 m Breite:

4. Kleine Räume größer wirken lassen

Genau wie eine Akzentwand lässt auch ein dunkler Fußbodenbelag dein kleines Wohnzimmer etwas offener wirken. Dafür muss der Boden nicht schwarz sein: Es reicht, wenn Laminat oder Teppich dunkler sind als die Wände. Wähle am besten einen durchgängigen, einfarbigen Bodenbelag – das lässt den Raum großzügig wirken.

Vintage-Vitrine mit Plattenspieler, Bild und Deko im Wohnzimmer, daneben Boxen und Vintage-Beistelltisch
Hell gestrichene Wände wirken größer, wenn du sie mit einem dunklen, einheitlichen Bodenbelag kombinierst. Laminat- oder PVC-Paneele legst du am besten parallel zur kürzeren Seite des Raumes: So strecken sie den Raum optisch.

Wände mit Bildern optisch verlängern

Auch mit mehreren, an der Wand gruppierten Bildern kannst du ein kleines Wohnzimmer so gestalten, dass es optisch größer wirkt. So wirkt ein schmaler Raum breiter, wenn du an der kurzen Wand mehrere Bilder in einer horizontalen Linie aufhängst. Vertikal angeordnete Bilder dagegen lassen niedrige Decken höher wirken. Grundsätzlich wirken deine Wohnzimmerwände ruhiger, wenn du die Bilder nicht „beliebig“ hängst, sondern sie gruppierst, zum Beispiel in einem Schachbrettmuster oder nach Art der Petersburger Hängung.

5. Clevere Stauraum-Ideen

Minimalismus hin oder her: Stauraum ist in jeder Wohnung ein Thema. Wer ein kleines Wohnzimmer einrichtet, muss in Sachen Stauraum mitunter kreativ werden. Auch Anne verzichtet auf die klassische Wohnwand: Was nicht in die Vintage-Vitrine und das Sideboard passt, findet in dekorativen Boxen und Körben Platz.

Wohnzimmer-Ecke mit rosa Sofa, rundem Holztisch mit Pflanzen, grauen Aufbewahrungsboxen und Vintage-Vitrine
Aufbewahrungsboxen sind eine tolle Stauraum-Lösung für kleine Wohnzimmer: Sie sind dekorativ, passen genau in ungenutzte Ecken und lassen sich problemlos aufeinanderstapeln. In die Boxen kommen am besten die Dinge, die du nicht täglich verwendest.

Stühle und Beistelltische als flexible Ablageflächen

Ein niedriger Beistelltisch wird bei Bedarf zum Couchtisch oder zum Serviertisch in der Essecke. Der gute alte Ablagestuhl lässt sich vom Pflanzenständer zur Sitzgelegenheit für Gäste umfunktionieren: Je flexibler die Möbel, desto vielfältiger kannst du ein kleines Wohnzimmer gestalten und auch nutzen.

Möbel mit verstecktem Stauraum

Moderne Stauraum-Möbel sind längst nicht mehr nur praktisch, sondern machen richtig was her: Wenn du neue Möbel für dein kleines Wohnzimmer kaufst, schau dich nach Couchtischen, Hockern oder sogar Sofas mit verstecktem Stauraum um. Wichtig dabei: Multifunktionale Möbel immer mit „normalen“ Möbeln kombinieren, sonst wirkt die Wohnzimmereinrichtung schnell wie ein Kompromiss.

Wandregale und Eckregale

Selbst das kleinste Wohnzimmer hat Wände, die sich als Stauraum nutzen lassen: Wenn du Wandregale über Kopfhöhe anbringst, brauchst du keine Boden-Stellfläche und gewinnst viel Platz für wenig genutzte Sachen. Eine andere platzsparende Stauraum-Idee für kleine Wohnzimmer sind Eckregale. Sie nutzen den vorhandenen Platz optimal aus und passen auch in kleine Ecken, z. B. direkt neben der Zimmertür oder dem Fenster.

Kleines Wohnzimmer mit Couch und Weinkisten-Tisch, davor Vintage-Sessel, im Hintergrund ein Bett, abgeteilt durch ein weißes Regal
Niedrige Regale sind ideal, um kleine Wohnräume in verschiedene Bereiche zu unterteilen: So gewinnst du eine Menge Stauraum, ohne dass das offene Raumgefühl verloren geht.
Ausrufezeichen
In Wohnzimmern mit niedrigen Decken sollten die Regale nicht bis ganz unter die Decke reichen – so wirkt der Raum nach oben hin etwas offener.

6. Kleines Wohnzimmer beleuchten

Viel Platz für ein Lichtkonzept ist in kleinen Wohnzimmern ohnehin nicht? Stimmt – aber den Platz, den du hast, setzt du mit der richtigen Beleuchtung optimal in Szene. Fehlende Anschlüsse oder Stellflächen für Lampen sollten dich davon nicht abhalten. Der wichtigste Beleuchtungs-Tipp für kleine Wohnzimmer lautet ohnehin: viel Tageslicht.

Blick in kleines Wohnzimmer mit rosa Sofa, zwei Tischchen, rosa-gelber Akzentwand und Retro-Hängelampe
Räume mit hohen Wänden wirken meist ohnehin etwas heller. In Räumen mit niedrigen Wänden kannst du Deckenfluter oder Wandlampen gegen die Decke richten, um die Wände höher wirken zu lassen.
Anne
„Bei hohen Altbau-Decken kann es ruhig eine große Deckenlampe sein. Ein Modell mit transparentem Lampenschirm wirkt auch in kleinen Räumen nicht zu dominant.”

Kleine Räume heller wirken lassen

Wenn dein Wohnzimmer keine großen Fenster hat, kannst du das vorhandene Tageslicht mit einem Spiegel verstärken. Ein großer Wandspiegel gegenüber oder seitlich vom Fenster reflektiert das natürliche Licht und lässt den Raum dadurch größer wirken. Eine andere Möglichkeit ist, die Zimmertür auszuhängen, um natürliches Licht in den Raum zu lassen – so wirkt der Raum gleich offener.

Wohnzimmer mit grauer Couch, schwarzem Tisch, zwei grauen Lehnstühlen und Spiegel über dem Kamin
Warmweißes Licht schafft eine gemütliche Atmosphäre im Wohnzimmer.

Leuchten geschickt kombinieren

Mit einer einzigen Deckenlampe ist es im Wohnzimmer nicht getan. Um einem kleinen Raum Struktur zu verleihen, kombinierst du am besten eine weiche, gleichmäßige Grundbeleuchtung mit mehreren anderen Lichtquellen. Ganz klassisch ist zum Beispiel eine Deckenleuchte, die du mit einer großen Stehleuchte neben dem Sofa und einer Tischleuchte auf dem Sideboard ergänzt. Dimmbare Leuchten helfen, dein kleines Wohnzimmer zu gestalten und lassen es abwechslungsreich wirken.

Möbel und Deko für mehr Gemütlichkeit im Wohnzimmer:

7. Dos and Don’ts für kleine Wohnräume

DO

  • Wenige, aber dafür zeitlose Möbel
  • Akzentwand in einer kräftigen Farbe streichen
  • Wände in der gesamten Höhe nutzen, z. B. für Regale
  • Ordnung halten: je weniger herumliegt, desto größer wirkt der Raum

DON’T

  • Zu viele Farben und Muster mischen – das wirkt unruhig
  • Alle Wände mit Möbeln vollstellen – macht den Raum optisch kleiner
  • Schwere Schränke und massive Sofas können bedrückend wirken
  • Alles in einer Farbe gestalten – ohne Kontraste wirkt der Raum zweidimensional
Helles Wohnzimmer mit grauer Couch, schlichtem Couchtisch, weißem Sideboard, weißen Stühlen vorm Fenster und vielen Pflanzen
Die grafischen Muster machen die Einrichtung spannend. In kleinen Räumen solltest du allerdings nicht zu viele verschiedene kombinieren, damit es nicht zu unruhig wird, besser nur als Akzent einsetzen.