So gelingen Interior-Fotos: 5 Tipps von Fotografin Lina Skukauske

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Vorstellung Lina Skukauske

Wer sein Zuhause liebt, zeigt es auch gerne. Zumindest ist es in vielen Fällen so. Egal ob man Blogger ist oder die Bilder nur mit den eigenen Freunden teilt – eine schöne Wohnung ist ein immer dankbares Fotomotiv. Dennoch ist es manchmal ganz schön schwierig, die schöne Wohnung auch entsprechend auf ein Foto zu bannen. Der Winkel passt nicht, das Licht stimmt nicht, welche Ausrüstung verwendet man am besten? Für ein paar Tipps & Tricks für gute Interior-Fotos hab ich mit der in München lebenden Lifestyle-Fotografin Lina Skukauske gesprochen. Hier kommen ihre Tipps:

Interior_Fotografie_Restaurant

© Lina Skukauske

Erzähl uns ein wenig über Deine Arbeit. Seit wann arbeitest Du als Fotografin und worauf bist Du spezialisiert?

Ich arbeite als Fotografin mit Fokus auf Food und Lifestyle und liebe es, ästhetische, qualitativ hochwertige Bilder zu machen, die eine visuelle Story erzählen und andere Menschen inspirieren. Ich fokussiere mich auf Themen wie Interior, Food, Reisen und Menschen. Meine Fotos werden großteils für Branding und Marketing verwendet. Es ist fast auf den Tag genau fünf Jahre her, dass ich meine erste Spiegelreflexkamera bekommen habe. Seitdem habe ich viele verschiedene Themen erprobt, um die Bereiche zu finden, die mir beim Fotografieren am besten gefallen. Obwohl ich verschiedene Themen mag, habe ich schnell erkannt, dass das darunter liegende Ziel meiner Arbeit folgendes ist: Ich liebe es, das authentische Leben in schöner und ansprechender Art und Weise auf Bildern festzuhalten und so den Menschen zu ermöglichen, ihre einzigartigen Geschichten zu erzählen.

Du fotografierst auch Interiors. Gibt es spezielle Anforderungen wenn man Wohnungen fotografiert im Gegensatz zu beispielsweise Food?

Jedes Thema ist unterschiedlich und erfordert oftmals unterschiedliche Fähigkeiten, Techniken und Ausstattungen. Bei Interior-Fotografie ist es vor allem wichtig, die Perspektive korrekt im Blick zu haben. Ich würde sagen, dass es ein viel präziseres und geregelteres Thema ist im Gegensatz zu anderen – es gibt Regeln, die man bei Interior-Fotos einhalten muss, um ein korrektes Bild der Wohnung zu erhalten. Man kann nicht einfach machen, was man möchte – das würde einfach keine guten Ergebnisse liefern. Demnach unterscheidet es sich z. B. sehr von Porträt-Fotografie, bei der es nicht die eine richtige Weise für ein gutes Porträt gibt, sondern eben mehr Möglichkeiten.

Interio_Fotografie_Portraet

© Lina Skukauske

Kannst Du mit uns Deine fünf Top-Tipps für Interior-Fotografie teilen?

Tipp 1: Immer ein Stativ verwenden. Ein Stativ ist pures Gold bei der Interior-Fotografie. Als generelle Regel gilt, dass man bei Interior-Fotos alles im Fokus haben möchte und das schafft man so gut wie nie im Freihand-Stil, aufgrund der unterschiedlichen Lichtverhältnisse in einem Raum. Also, immer ein Stativ verwenden und eine geringere Blendeneinstellung (größerer f-stop), damit alles im Fokus bleibt. Ein Stativ hilft zudem, die Linien gerade zu halten – versucht immer die Kamera in der Höhe der Körpermitte zu haben und die Kamera gerade zu halten, also kein nach oben oder unten Kippen.

Tipp 2: Fokus aufs Styling setzen. Behaltet das Endziel eures Shootings im Kopf – entsprechend sollte der Raum gestylt sein. Wie soll der Raum wirken? Versucht mit verschiedenen Objekten im Raum zu spielen, vielleicht auch mit Menschen, um die gewünschte Atmosphäre auf den Fotos festzuhalten.

Interior_Fotografie_Esszimmer

© Lina Skukauske

Tipp 3: Variiert den Winkel. Nur in seltenen Fällen möchte man unbedingt auf ein Weitwinkelobjektiv zurückgreifen in der Interior-Fotografie (außer man shootet große Räume für Immobilienmakler, wo man möglichst den gesamten Raum abfotografieren will). Fotografier sowohl einen Gesamtblick in den Raum, Teile des Raums als auch Details des Stylings. Dies hilft, die Atmosphäre besser darzustellen und erzählt eine Geschichte der Wohnung.

Tipp 4: Licht ist besonders wichtig – in allen Bereichen der Fotografie, so auch bei Interiors. Versucht so oft wie möglich mit natürlichem Licht zu arbeiten und versucht im Vorfeld festzustellen, wann das Licht am besten in der Wohnung ist. Beobachtet, wie sich das Licht im Tagesverlauf im Raum verändert und entscheidet dann über den besten Moment für die Fotografie. Man sollte versuchen, möglichst viel natürliches Licht zu haben – aber sehr helle und direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, da diese sehr scharfe Kanten und Schatten schafft.

Tipp 5: Lernt die Basis der Postproduktion in Photoshop oder LightRoom – die Korrektur von Highlights, Schatten, Weißabgleich und das Begradigen von Linien. Diese Schritte sind gar nicht so kompliziert, wie man glauben mag und dennoch machen sie einen großen Unterschied für die finalen Fotos.

Interior_Fotografie_Kamin

© Lina Skukauske

Welche Ausstattung verwendest Du als Fotografin und was sollte man zumindest haben, für einfache Home-Shootings?

Ich verwende eine Canon 5D Mark III Kamera mit unterschiedlichen Objektiven. Zudem gehören zu meiner Ausrüstung ein Speedlite 600EX-RT (hauptsächlich für Porträts), ein Reflektor und ein stabiles Stativ (Manfrotto 055XPROB). Wenn es notwendig ist, leihe ich mir aber auch zusätzliches Equipment wie Tageslichtlampen o. ä. aus, aber ich versuche meistens bei natürlichen Lichtverhältnissen zu fotografieren.

Für Home-Shootings kommt es natürlich sehr darauf an, wie viel Budget man investieren möchte, wie viel Wissen man mitbringt (als auch die Bereitschaft zu lernen) und was das Endziel ist. Ich denke mir oft, dass es wichtiger ist, schön zu stylen, natürliches Licht zu verwenden und die Linien gerade zu halten, anstatt viel Geld in teures Equipment zu stecken. Heutzutage kann man sogar mit dem Smartphone richtig schöne Interior-Fotos machen. Wenn man jedoch etwas weiter gehen möchte bei der Interior-Fotografie, dann ist es eine gute Idee, in eine Spiegelreflexkamera zu investieren (wenn man mehr über die Fotografie und Nachbearbeitung der Fotos lernen möchte, sollte man sich eine Kamera kaufen, die auch im Raw Format fotografiert) und man sollte ein Objektiv haben, welches den Bereich von 24-50 Millimeter abdeckt.

Welches ist Dein liebstes Fotomotiv?

Wie anfangs gesagt, mag ich die unterschiedlichsten Themen und Motive. Was aber bei allen meinen Fotos gemeinsam ist, ist die Motivation, eine Geschichte zu erzählen und die Schönheit und Inspiration, die uns umgibt, festzuhalten.

Danke Dir Lina für das ausführliche Interview!

Aufmacher © Lina Skukauske