5 Zero Waste-Fehler, die du vermeiden solltest

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Immer mehr Men­schen acht­en darauf, unnöti­gen Müll zu ver­mei­den. Aber gehen wir dabei immer den richti­gen Weg oder sind viele Maß­nah­men nicht ein­fach eine Mogel­pack­ung? Wir haben die fünf größten Zero Waste-Fehler für dich aufgelistet.

Glasverpackung statt Plastik

Der Weg zu einem plas­tik­freien Leben kann manch­mal steinig und beschw­er­lich wirken. Außer­dem tun sich nach und nach immer mehr Fra­gen auf: Ist Glas wirk­lich immer die bessere Alter­na­tive? Wo fange ich über­haupt an, wenn ich Müll ver­mei­den will? Was mache ich bei Medika­menten? Wir zeigen, wo die fünf größten Zero Waste-Fehler liegen.

Was bedeutet Zero Waste überhaupt?

Papbecher zum Wegwerfen

Das Zukun­ftsin­sti­tut beschreibt Zero Waste als die Idee, statt Müll zu recyceln oder wiederzu­ver­w­erten, erst gar keinen Müll anfall­en zu lassen. So wird nicht nur Recy­cling und Upcy­cling zu ein­er effek­tiv­en Möglichkeit, nach­haltiger zu kon­sum­ieren, son­dern auch soge­nan­ntes Pre­cy­cling: Die möglichst voll­ständi­ge Ver­mei­dung von Müll. Ein ambi­tion­iertes Ziel.

Ist 100 Prozent Zero Waste überhaupt möglich? 

Lunchbox aus Metall

In einem Sys­tem, das nicht darauf aus­gelegt ist, ein­fach ohne nachzu­denken auf Zero Waste umzustellen, ist das nur sehr schw­er möglich. Ernüchtern­des Faz­it: Für die einzelne Per­son ist eine kom­plette Ver­mei­dung von Müll zu hoher Wahrschein­lichkeit nicht möglich, da viele Läden noch immer nicht in Mehrwegver­pack­un­gen wie Schraubgläsern, Box­en etc. ver­pack­en und man sich auch nicht über­all seine eige­nen Ver­pack­un­gen mit­nehmen darf. Dementsprechend tra­gen nicht nur die Ver­brauch­er die Ver­ant­wor­tung, son­dern ins­beson­dere auch die Her­steller. Eine Alter­na­tive sind beispiel­sweise Unver­pack­tlä­den. Hier klappt die Mül­lver­mei­dung am besten. Das ist aber nur ein klein­er Schritt in Rich­tung Zero Waste. Indi­vidu­elle Hand­lun­gen haben eine große Außen­wirkung und ver­stärken den Druck auf die Her­steller, sodass jed­er Schritt in diese Rich­tung ein bedeut­samer ist.

Wie startet man seinen Zero Waste-Alltag?

Gesammelter Plastikmuell im Sand

Der erste Schritt in Rich­tung Zero Waste-Alltag beste­ht darin, eine Bestand­sauf­nahme zu machen. Wie viel Müll pro­duziere ich am Tag? Wie viel in der Woche? Was lan­det alles im Eimer? Welche Ver­pack­un­gen häufen sich? So sieht man schnell, wo der meiste Müll im Pri­vathaushalt aufkommt, wo man eventuell schnell eine Alter­na­tive find­en kann und wo man eventuell etwas länger für eine nach­haltige Verän­derung braucht. 

Apro­pos Alter­na­tiv­en: Die beliebtesten “Eco-Swaps”, also nach­haltige Alter­na­tiv­en für kon­ven­tionelle, stark Müll verur­sachende Pro­duk­te sind: Bam­buszahn­bürsten, feste Sham­poos, Rasier­ho­bel, Bienenwach­stüch­er, Markt-Einkäufe mit Jute­beu­tel, Men­stru­a­tion­stassen und To-Go-Becher. Steigst du auf diese nach­halti­gen Pro­duk­te um, ist das auf jeden Fall ein großer Schritt in Rich­tung Müllvermeidung.

5 Zero Waste-Fehler, die man unbedingt vermeiden sollte

Glas mit gesammeltem Muell

Fehler #1: Das “Ein Müllglas”-Ziel

Lau­ren Singer, eine amerikanis­che Umweltak­tivistin, Unternehmerin und Blog­gerin, hat das The­ma Zero Waste in den USA zum Trend gemacht. In ihrem Ted-Talk hat sie ein Ein­mach­glas präsen­tiert, das ihren ganzen Müll der let­zten drei Jahre enthielt. Das klingt unglaublich, ist es auch. Sie zählt dazu näm­lich zum Beispiel nicht den Müll, den sie voll­ständig recyceln kann. Außer­dem lebt sie in ein­er sehr priv­i­legierten Sit­u­a­tion, zwar mit­ten in der Stadt, aber nahe an einem Zero Waste-Laden, sowie an einem Bauern­markt. Außer­dem ist “ein Glas voll Müll” ein­fach ein sehr ambi­tion­iertes und für einige Per­so­n­en ein sehr unre­al­is­tis­ches Ziel, das auch demo­tivieren kann. Stattdessen sind kleine, aber stetige Schritte bess­er für eine langfristige Umstel­lung. Merke: Set­ze real­is­tis­che Ziele und justiere in regelmäßi­gen Abstän­den nach. Fang nicht gle­ich mit Null-Müll an.

Plastikdose und Glasverpackung fuer Zero Waste

Fehler #2: Angst vor Plastik

Plas­tik ist nicht in allen Bere­ichen eine schlimme Sache. Dieses Mate­r­i­al ist eigentlich eine wun­der­bare und prak­tis­che Erfind­ung, beson­ders im Bere­ich der Medi­zin und um kostengün­stige Pro­duk­te zu schaf­fen. Der große Nachteil: Unser ver­schwen­derisch­er Umgang mit diesem Mate­r­i­al, der die Umwelt zer­stört und sich auf­grund von Mikro­plas­tik, bes­timmten Kun­st­stof­fen und Weich­mach­ern auch neg­a­tiv auf unsere Gesund­heit auswirkt. Den­noch muss nicht von heute auf mor­gen alles an Plas­tik aus dem Haushalt ver­ban­nt wer­den. Wiederver­wen­den ist nach­haltiger, als zum Beispiel eine Brotzeit­dose aus Plas­tik wegzuschmeißen, um sie mit ein­er aus Met­all zu erset­zen. Außer­dem sind zum Beispiel Plas­tik­box­en super-praktisch für den Zero Waste-Einkauf: Sie sind leicht und es lässt sich mehr mit dem Fahrrad nach Hause trans­portieren als mit Alter­na­tiv­en aus Glas, die schnell zerbrechen.

Zero Waste mit wiederverwendbarem Muellbeutel

Fehler #3: Bio-Plastik als Alter­na­tive akzeptieren

Eine beliebte Zero Waste-Alternative: einen wiederver­wend­baren Bech­er für den Coffee-To-Go ver­wen­den. Doch viele Cafés akzep­tieren To-Go-Becher entwed­er aus hygien­is­chen Grün­den nicht (rein wis­senschaftlich ist dies unbe­grün­det, wie diese Studie berichtet) oder berufen sich auf ihre ver­meintlich nach­halti­gen To-Go-Becher aus Bio-Plastik bzw. biol­o­gisch abbaubaren Mate­ri­alien. Am Ende sind dies aber immer noch Weg­w­erf­pro­duk­te und Bio-Plastik ist auch nicht die Lösung. Die Kom­bi­na­tion von Bio und Plas­tik klingt zwar vielver­sprechend, doch laut Umwelt­bun­de­samt ist sie alles andere als nach­haltig und der ökol­o­gis­che Fußab­druck ver­schiebt sich nur. Bio-basierte Kun­st­stoffe benöti­gen für ihre Rohstoffe mehr Fläche, Dünger und auch einen größeren Aufwand beim Recyceln. Nach­haltig geht anders. 

Glasstrohalme fuer Zero Waste

Fehler #4: Zero Waste nicht als Priv­i­leg sehen

Plas­tik zu reduzieren und Ein­weg­pro­duk­te zu ver­mei­den, ist wichtig, um unser gesellschaftlich­es Müll­prob­lem in den Griff zu bekom­men. Doch nicht alle kön­nen so plas­tik­frei leben. Es gibt Men­schen mit kör­per­lichen Beein­träch­ti­gun­gen, für die zum Beispiel ein Glasstro­hhalm nicht in Frage kommt. Für andere sind Zero Waste-Läden ein­fach nicht erre­ich­bar oder auch manch­mal zu teuer. Priv­i­legien spie­len hier eine große Rolle. Selb­st die Zeit und die Ressourcen zu haben, egal ob physisch oder psy­chisch, sich umfassend über das The­ma Zero Waste zu informieren, ist ein Priv­i­leg. Viele Fra­gen wie “Brauche ich das wirk­lich?”, “Ist diese Ver­pack­ung wirk­lich nach­haltig?”, “Soll ich den Woch­eneinkauf heute im Super­markt ein­fach sein lassen und am Woch­enende zum Zero Waste Laden fahren?” kann man sich meist auch erst ab ein­er gewis­sen sozioökonomis­chen Sicher­heit stellen. Wir soll­ten dies auch immer mit im Blick haben, es ver­mei­den, vorschnell über andere zu urteilen und bei unserem Umweltak­tivis­mus immer inter­sek­tion­al sowie auch beim The­ma Zero Waste inklu­siv denken. 

Produkte aus Plastik vermeiden

Fehler #5: Zero Waste über Gesund­heit stellen

Die Gesund­heit geht vor, auch beim The­ma Zero Waste! Wer Medika­mente nehmen muss, soll bei diesen bleiben und nicht ver­suchen, auf Biegen und Brechen auch noch in diesem Bere­ich Plas­tik zu sparen. Wer eine elek­trische Zahn­bürste braucht, um Zähne und Zah­n­fleisch gesund zu hal­ten, braucht hier kein schlecht­es Gewis­sen haben. Wer auf­grund chro­nis­ch­er Krankheit­en bes­timmte Uten­silien braucht, eben­so. Hier kön­nen wir für Plas­tik dankbar sein, da Plas­tik Medi­zin und Prothetik rel­a­tiv zugänglich und kostengün­stig für uns macht. Natür­lich heißt das nicht, dass wir nicht all­ge­mein darü­ber disku­tieren kön­nen, wie wir auch in diesem Bere­ich unnötige Ver­pack­un­gen reduzieren. Hier gibt es natür­lich auch Luft nach oben. 

Fazit typische Zero Waste Fehler

Muellbeutel auf der Strasse

Auch wenn wir hier von Fehlern sprechen: Wie bere­its beschrieben, zählt jed­er Schritt in Rich­tung Zero Waste. Wenn es mal wochen­lang sehr gut läuft und dann plöt­zlich wieder Massen an Müll anfall­en, sollte das nicht in einem schlecht­en Gewis­sen mün­den. Das Ganze ist ein Auf und Ab und statt uns schlecht zu fühlen, unnötig Plas­tik zu ver­schwen­den, soll­ten wir dies als Moti­va­tion sehen, es näch­stes Mal ein­fach bess­er zu machen. Wichtig ist, dass wir Pri­or­itäten set­zen und uns immer Schritt für Schritt zum näch­sten Teilziel vorar­beit­en. Dabei soll­test du nicht aus den Augen ver­lieren, dass beispiel­sweise Alter­na­tiv­en wie Bio-Plastik nicht immer das hal­ten, was sie ver­sprechen. Übri­gens: In unseren Rat­ge­bern “Zero Waste in der Küche” und “Min­i­mal­is­tisch Abschminken” bekommst du noch weit­ere Tipps zum The­ma Müllvermeidung.

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Ich heiße Mia und bin Bloggerin, PR Beraterin, Psychologin, Sport- und Food-Vernarrte aus Berlin. Ich habe meinen Blog 2010, inspiriert von der New York Fashion Week, in den USA gestartet,...

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