Two Views on Fashion | Mules

Two Views on Fashion - Modekolumne über Mules
Two for Fashion Autorin Susanna
Donnerstag, 22. März 2018, 14:24

Anna | PRO

Wisst ihr, was ich an Mules so liebe? Dass sie einfach anders sind. Sie sind hinten offen, das fällt auf und wirkt extrem lässig. Außerdem sieht es mega schön aus, wie Frauen darin laufen… etwas anders als in normalen Schuhen, irgendwie sexy! Hört sich verrückt an? Wenn ihr demnächst einer Lady in Mules begegnet, achtet einmal darauf. Der Gang wirkt etwas zögerlich, die Schritte gleichen einem vorsichtigen Herantasten, fast wie bei einem zierlichen Bambi. Ok, ok, ihr versteht schon, was ich meine: die Trägerin wirkt hierdurch besonders très chic. Nicht umsonst waren Mules die Schuhe der früheren Ägyptischen Königinnen, sie trugen sie aus feinem Elfenbein, mit Gold besetzt, und stolzierten damit durch ihre Paläste. Auch die modebewusste Madame de Pompadour und Fashion-Vorreiterin Marie Antoinette ließen sich in keinem anderen Schuh blicken und bevorzugten Mules, die mit tausenden Edelsteinen besetzt waren. Diese Schuhe schienen schon immer einen extrem ausgefallenen, exquisiten Vibe zu versprühen und ihren Trägerinnen ein unglaubliches Gefühl der Einzigartigkeit zu verleihen. Klar, die Mules, die ich bevorzuge, sind weder aus Elfenbein noch verdammt unpraktisch mit vielen schweren Edelsteinen besetzt. Es sind eher die schlichten, schwarzen, mit halbhohem Absatz und minimalistischer Schnittführung, die ich liebe. Solche, die zu allem passen: zur Skinny Jeans, zur Culotte oder sogar zum Maxi-Skirt. Die, die einen Lässigkeits-Orden verdient hätten, sobald sie mit Ripped-Bluejeans und Bikerjacke gepaart werden. Glaubt mir, Mules lassen wirklich jedes sorgfältig zusammengestellte Outfit den Fashion-Olymp erklimmen. Mit ihnen wird selbst ein schlichter All-Black oder All-White Look zum Fashion-Week Outfit. Vielleicht müsst ihr euch erst einmal an ihr Aussehen gewöhnen, aber ich verspreche euch: Habt ihr den Dreh einmal heraus und wisst, wie ihr Mules zum restlichen Outfit stylt, werden die zarten Begleiter ziemlich schnell zum absoluten (Fashion-)Statement und vielleicht sogar zum Staple-Piece eures Kleiderschrankes.

CONTRA | Susanna

Wenn ich das Wort Mules höre, muss ich unweigerlich an Esel denken. Genauer gesagt an Maulesel, die Nachkommen männlicher Esel und weiblicher Pferde. Warum? Mule ist die englische Bezeichnung für diese süßen Tiere. Aber an Fashion denke ich dabei nicht. Naja, bisher. Diesen Sommer haben sie sich in die Schuhschränke der meisten Fashion-Victims geschlichen. Auf jedem Modeblog werden sie gefeiert und mit stylischen Outfits kombiniert, die dadurch für mich ruiniert sind. Ich muss ja gestehen, dass ich mich an manche Trends erst einmal gewöhnen muss. Geht euch das auch so? So war es vor Jahren mit den Skinny Jeans, dann mit den Bomberjacken und später mit den Culottes. Alles mittlerweile wahre Evergreens in meinem Kleiderschrank. Sie haben langsam, aber dafür nachhaltig mein Modeherz erobert. Mit den Mules, den Pantoletten für Draußen, verhält es sich anders. Ich habe versucht ihnen eine Chance zu geben, wirklich. Aber sie werden in meinen Augen einfach nicht schöner. Außer wenn ich meine Kontaktlinsen rausnehmen…. Für mich sind es unvollständige Sandaletten. Dass sie nur vorn über den Spann gehen und keinen Riemen über den Fersen haben, stört mich. Sehr! Für mich fehlt da etwas. Irgendwie sehen sie immer – auch wenn sie zur Gattung der High-Heels gehören – aus wie Pantoffeln, also Hausschuhe. Trug nicht Doris Day, dieses spießige All-American-Girl, Schuhe dieser Art mit Puscheln drauf zum rosa Morgenmantel? Ja, eben: zum Morgenmantel. Da gehören sie für ich auch hin. Ins Haus, wo man Schlappen braucht, in die man nach dem Aufstehen mal schnell reinschlüpfen kann. Mules sind und bleiben für mich Schuhe, an denen ein paar wichtige Teile fehlen. Auch wenn sie noch so edel daherkommen. Und ist es überhaupt bequem? So ganz ohne Halt an der Hacke….Ich werde es nicht ausprobieren, denn dieser Trend muss leider ohne mich auskommen. Zumal er mich auch zu sehr an die 90er erinnert und die Sternstunden von Two Unlimited und andere Eurodance-, äh, „Bands“. Zu viel Plastik, zu weite Klamotten und zu wenig Style. Nein danke. Mit der Phase bin ich schon durch ? .

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