Skandinavisch

Skandinavisches Design: Das macht nordische Möbel und Deko besonders

Um den skandinavischen Stil kommt kein Interior-Fan herum: Seit den 1960er-Jahren sind die klaren, funktionalen Entwürfe der skandinavischen Designer auf der ganzen Welt bekannt. Wir schauen uns typische Möbel und Accessoires genauer an und erklären, was das skandinavische Design so besonders macht.

1. Sofas im skandinavischen Design

Natürlich gibt es nicht „das eine“ skandinavische Sofa-Design. Typisch für Sofas im nordischen Stil sind aber eine gerade, kastige Form und zierliche Holzfüße. Skandi-Sofas sind selten üppig gepolstert, sodass sie insgesamt sehr schlicht und leicht wirken. Insbesondere die Armlehnen sind meist schmal und bestehen manchmal nur aus Holz.

Wohnzimmer mit dunkelgrauem Sofa und Deko im Skandi-Stil

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick:

  • Kastige Form
  • Gerade Arm- und Rückenlehne
  • Zierliche Möbelfüße, oft aus Holz
  • Wenig gepolstert
  • Stoffbezug: Web- oder Strukturstoff, Mikrofaser
Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick:
Sofas im nordischen Stil:

2. Sessel im skandinavischen Design

Typisch für Sessel im Skandi-Stil sind die schlanken, leicht schrägen Möbelfüße aus Holz. Durch sie wirkt der Sessel leichter und dynamischer als ein klassischer Polstersessel. Die Schalenform und die hohe, geneigte Rückenlehne des Sessels sind charakteristisch für den wohnlichen, organischen Look skandinavischer Designs.

Skandi-Sessel mit Holzhocker und Kamin vor dunkelgrauer Wand
Sessel „Rina“ von andas bei OTTO

Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick:

  • Schlanke, lange Möbelfüße aus Vollholz
  • Stoffbezug: Web- oder Strukturstoff
  • Sitzfläche, Arm- und Rückenlehne aus einem Stück
  • Hochgezogene Rückenlehne für mehr Sitzkomfort
  • Füße und Rückenlehne geneigt
Grauer Sessel und Sofa mit Kissen im Wohnzimmer
Sessel im nordischen Stil:

3. Der Skandi-Stil der 60er-Jahre

Die 50er- und 60er-Jahre waren stilprägend für das skandinavische Design, wie wir es heute kennen. Klassiker wie das Sofa „Poet“ von Finn Juhl oder der „Egg Chair“ von Arne Jacobsen inspirieren den nordischen Stil bis heute. Gleichzeitig hat sich das skandinavische Design deutlich entwickelt: Wir zeigen dir die Unterschiede zwischen damals und heute.

Kleines graues Skandi-Sofa im Erker
Designklassiker: „Poet“-Sofa von Finn Juhl aus den 60er-Jahren
Kleines braunes Sofa mit Sessel im hellen Wohnzimmer
Zweisitzer „Hemmink“ von Andas bei OTTO

Skandi-Stil 60er-Jahre vs. heute

  • Standardmaße: In den letzten 50 Jahren sind die Menschen größer geworden. Vintage-Sofas und -Sessel sind daher oft schmaler und haben eine geringere Sitztiefe als die heutigen Entwürfe.
  • Preis: In den 60er-Jahren waren Möbel im skandinavischen Stil Designerstücke und entsprechend teuer. Die Preise der Originaldesigns haben sich nicht verändert. Heute gibt es aber viele große Möbelmarken, die den Stil zu erschwinglichen Preisen anbieten.
  • Komfort: Die Skandi-Möbel der 60er-Jahre waren sparsamer gepolstert als heute – man sitzt auf Vintage-Möbel also meist etwas härter als auf modernen Sofas und Sesseln.
  • Materialien: Viele Sofas und Sessel der 60er-Jahre sind aus Tropenholz gefertigt. Heute verwendet man für Rahmen und Möbelfüße heimische Hölzer wie Eiche und Buche oder zertifizierte Holzwerkstoffe.
Graublaunes Sofa im skandinavischen Stil vor grauer Wand
Zweisitzer „Odense“ von Andas bei OTTO

4. Woher das skandinavische Design ursprünglich kommt

Strenggenommen zählen nur Schweden und Norwegen zu Skandinavien. Wenn es um skandinavisches Design geht, werden aber meist Dänemark und häufig auch Finnland und Island mit einbezogen. Das typische Skandi-Design ist also eigentlich das Design der nordischen Länder.

Landkarte der nordischen Länder mit Illustration nordischer Designklassiker

Zwischen allen nordischen Ländern gibt es kulturelle, politische und geografische Gemeinsamkeiten, dennoch hat jedes Land seinen eigenen Charakter – auch beim Design. Entscheidend geprägt haben den nordischen Stil die langen, dunklen Winter, die Handwerkstradition und ein starker Sinn für Funktionalität. Das eigene Zuhause schön und einladend zu gestalten, hat in Skandinavien seit jeher einen besonderen Stellenwert: So sind die typischen klaren, zeitlosen Designs entstanden, die immer der Funktion folgen.

Helles Wohnzimmer mit skandinavischen Sofas vor großer Fensterfront
Polstergarnitur „Purple“ von Andas bei OTTO

5. Nordische Marken und Designs

Schwarze Retro-Tischuhr auf Tischchen im Wohnzimmer
Tischuhr „Arne Jacobsen“ von Rosendahls bei OTTO

Arne Jacobsen: Der dänische Designer und Architekt Arne Jacobsen (1902-1971) ist heute fast synonym für skandinavisches Design. Berühmt sind vor allem seine Stühle und Sessel, die er für Fritz Hansen entwarf, zum Beispiel das legendäre „Ei“, oder die „Serie 7“, der meistverkaufte Stuhl der Welt.

Iittala: Aus einer 1881 gegründeten Glashütte heraus entwickelte sich die finnische Marke iittala. Bis heute entwirft iittala in Kooperation mit wechselnden finnischen Designern vor allem außergewöhnliche Glas-Accessoires, zum Beispiel Vasen, Kerzenhalter und Dekofiguren.

Teedosen, Geschirr und Teekanne im skandinavischen Stil
Teedosen „Emma“ und Teekanne von Stelton bei OTTO

Stelton: Seit den 1960er-Jahren entwerfen Niels Stellan Høm und Carton Madelaire unter dem Markennamen Stelton Küchen- und Tischaccessoires. Berühmt wurde das Unternehmen durch die Zusammenarbeit mit Arne Jacobsen und Erik Magnussen – die Designer prägten den modernen, minimalistischen Look von Stelton.

Die schönsten Stücke der skandinavischen Design-Marken:

Royal Copenhagen: Royal Copenhagen ist aus einem Zusammenschluss der ehemaligen Königlich Dänischen Porzellanmanufaktur mit Bing & Grøndahl entstanden. Die Marke ist berühmt für ihr handbemaltes Porzellan, allen voran die „Musselmalet“-Serie, entwirft aber auch sehr moderne, einfarbige Geschirrserien.

Lene Bjerre: Die dänische Designmarke Lene Bjerre entwirft verspielte Accessoires, die den traditionellen Formen und Materialien einen neuen Look verpassen. Typisch für Lene Bjerre sind Glas- und Keramik-Accessoires mit glänzender und strukturierter Oberfläche.

Fensterbank mit Aufbewahrungsdosen aus grünem Glas
Aufbewahrungsdosen aus Glas „Miya“ von Lene Bjerre bei OTTO

Eva Solo: Eva Solo ist eine dänische Designmarke, die sich auf Geschirr und hochwertige Küchenaccessoires spezialisiert hat. Die minimalistischen Formen in betont schlichten Farben wirken sehr modern und dennoch organisch.

Du interessierst dich für Design aus Dänemark? In unserem Beitrag „Dänisches Design für wahre Kenner“ gibt dir Interior-Blogger Igor einen kleinen Überblick über die bekanntesten dänischen Design-Marken.