Roomstorys

Trödelherz statt Designklassiker

Langsam aber sicher biegen wir mit unserer Roombeez-Geburtstagsaktion in die Zielgerade ein – was aber nicht heißt, dass uns die Luft ausgeht! Den Start ins letzte Drittel unseres Raumtourismus übernimmt Denise von Fräulein Ordnung. Sie hat Modedesignerin Liane in ihrer liebevoll „vertrödelten“ Wohnung mitten in Düsseldorf besucht. Die Bilder, die Denise mit der Olympus PEN Systemkamera aufgenommen hat, wecken in mir die Lust, mich mit Liane zum „Schlauen Det“ zu setzen, meiner Lieblings-Mainzelmännchen-Figur, die wohl auch die Hausherrin mag, denn sonst hätte sie ihn sich ja wohl nicht auf den Tisch gestellt. Doch genug gequatscht, hier lest Ihr, was Denise zu sagen hat:

Eigentlich hatte sie nicht vor, so lange zu bleiben. Doch nun lebt die Modedesignerin Liane, die seit kurzer Zeit den DaWandaShop „Lilli Frech & Fröhlich“ betreibt, schon seit zwölf Jahren in ihrer 58-Quadratmeter-Wohnung mitten im Herzen von Düsseldorf. Das Wissen, dass sie eine so günstige Wohnung in so zentraler Lage niemals wieder bekommen wird, hält sie davon ab, sich etwas anderes zu suchen. Und warum auch? Sie hat es sich hier kuschelig eingerichtet, und der Blick auf die wunderbaren Altbauten auf der anderen Seite der Straße entschädigen für den fehlenden Balkon.

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Besucher haben bei Liane viel zu gucken, denn sie ist eine leidenschaftliche Trödelmarktbesucherin. Aber nicht nur vom Trödel stammen Lianes Errungenschaften. Der Garderobenständer im Flur stand beispielsweise in der Sparkassen-Filiale des Vaters. Dieser saß damals als Filialleiter an der Quelle und musste nicht lange überredet werden, um den Ständer nach der Renovierung in seine Obhut zu nehmen.

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Das Radio auf der Fensterbank im Wohnzimmer ist funktionstüchtig und stammt ebenso vom Vater, von dem Liane wohl auch die Leidenschaft für Trödelmärkte mitbekommen hat. Ihn schickt Liane auch manchmal los, um nach bestimmten Dingen Ausschau zu halten. So brauchte sie einmal etwas zur Aufbewahrung und kurze Zeit später hatte sie unten stehendes Kofferset in ihrem Wohnzimmer. Sehen die beiden guten Stücke nicht aus, als würden sie jeden Moment anfangen zu sprechen?

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Finger weg von Alexis! Die Schaufensterpuppe ist Lianes Heiligtum und aus der Wohnung nicht wegzudenken. Vor vielen Jahren stand sie noch in einem Bekleidungsgeschäft in Duisburg, bis die Eltern sie bei einem Ausverkauf als Weihnachtsgeschenk für Liane mitgenommen haben. Wie alt sie genau ist, ist unklar, aber mit den Wimpern ist die Puppe auf jeden Fall etwas ganz besonderes.

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Die Lampe im Wohnzimmer sieht stylisch aus, ist aber lediglich aus dem Baumarkt. Man glaubt, jeden Moment einen Designklassiker in der Wohnung zu entdecken, doch das ist nicht das, wonach Liane Ausschau hält.

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Ihr Herz schlägt für besondere Sachen: wie das Mainzelmännchen, das in dieser Größe schwer zu besorgen war oder den orientalischen Sitzpouf, nach dem sie lange Ausschau gehalten hat. Spätestens beim Blick ins Küchenbuffet ist klar: Hier hat jemand ein Faible für kleine Schätze.

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Am liebsten besucht Liane Trödelmärkte in Belgien und Frankreich. Dort sind die Chancen viel besser, ein wirkliches Schnäppchen zu finden: „In Deutschland wissen die Leute meist ganz genau, was ihre Sachen Wert sind!“. So hat sie auf einem Flohmarkt in Frankreich die handgeschnitzten Tim & Struppi-Figuren entdeckt, die jetzt in ihrem Schlafzimmer stehen.

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Von ihrer Mutter hat Liane den Stuhl, der an der Kommode  steht. Zusammen mit dem Spiegel stammt dieser noch aus dem Jugendzimmer der Mutter. Ein absolutes Lieblingsstück ist der Pinocchio neben ihrem Bett. Er hing in einem Blumenladen in ihrer Straße und war eigentlich unverkäuflich. Ihr damaliger Freund – ein aufmerksamer Zeitgenosse – wusste um ihre Liebe zu Pinocchio und überraschte sie eines Tages damit.

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„Bei mir passt nichts zusammen. Aber ich mag das so“, sagt Liane. Das ist auch der Tenor, dem wir in der Küche begegnen. Hier stehen vier verschiedene Stühle am Tisch und 20 verschiedene Teller im Regal: „Manchmal miste ich auch ordentlich aus, doch schon nach kurzer Zeit sammeln sich wieder neue Sachen bei mir an“, sagt die Frau mit dem echten Trödelherz.

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Danke, liebe Liane, dass Du uns einen Einblick in Dein buntes Reich gewährt hast!

Diesem netten Dankeschön von Denise kann ich mich nur anschließen! Fans unseres Raumtourismus sei übrigens gesagt, dass wir schon morgen weiterziehen. Wohin es geht? Antonia von Craftifair nimmt uns mit nach Köln. Und wie es sich für die Stadt des Kunsthandels gehört, besuchen wir mit ihr einen freien Kurator in seinem – selbstverständlich mit Kunstwerken gespickten – Domizil.